| − | Neben der Stallscheune hat der Getreidekasten eine besonders wichtige Funktion. Wird das Getreide in Kleinhöfen auf dem Söller, im Dachgeschoß und anderen Räumen in Getreidetruhen aufbewahrt, besteht in größeren Höfen Bedarf nach einem eigenen Getreidespeicher. Er stand von den Hauptgebäuden so weit entfernt, dass er im Brandfall nicht gefährdet war. In diesem >Kasten<wurde das ausgedroschene Getreide gelagert, bevor es zur Mühle gebracht wurde. Besonders wichtig war der Getreidespeicher für die Lagerung des Saatgutes und zur Vorratshaltung von Brot, geräuchertem Fleisch und anderen Lebensmitteln und auch zur Sicherung wertvoller Gebrauchsgegenstände. Aus all diesen Gründen besaß der Getreidekasten ein besonders sorgfältig gearbeitetes und daher einbruchssicheres Riegelschloss. Außerdem ist er zum Schutz vor Ungeziefer fugendicht gezimmert. Zum Schutz vor Feuchtigkeit wurde der Kasten durch Steinsetzung vom Erdreich abgehoben. Die heute meist zweigeschossigen Getreidekasten sind wenig älter als 200 bis 300 Jahre. Ältere Kasten waren eingeschossig ausgeführt. „Die Speicherbauten der alten grundherrschaftlichen Maierhöfe (curtes), die in erster Linie Kornhöfe gewesen sind, waren das Vorbild für die Getreidekasten der ursprünglich nur zur Viehzucht verwendeten Zinshufen (mansi) in den Einödblockfluren der hochmittelalterlichen Streusiedlungslandschaft.“ Die kunstreiche Ausformung der Lungauer und Kärntner Speicher werden im Pinzgau und Pongau nicht erreicht. | + | Neben der Stallscheune hat der Getreidekasten eine besonders wichtige Funktion. Wird das Getreide in Kleinhöfen auf dem Söller, im Dachgeschoß und anderen Räumen in Getreidetruhen aufbewahrt, besteht in größeren Höfen Bedarf nach einem eigenen [[Getreidekasten]]. Er stand von den Hauptgebäuden so weit entfernt, dass er im Brandfall nicht gefährdet war. In diesem >Kasten<wurde das ausgedroschene Getreide gelagert, bevor es zur Mühle gebracht wurde. Besonders wichtig war der [[Getreidekasten]] für die Lagerung des Saatgutes und zur Vorratshaltung von Brot, geräuchertem Fleisch und anderen Lebensmitteln und auch zur Sicherung wertvoller Gebrauchsgegenstände. Aus all diesen Gründen besaß der Getreidekasten ein besonders sorgfältig gearbeitetes und daher einbruchssicheres Riegelschloss. Außerdem ist er zum Schutz vor Ungeziefer fugendicht gezimmert. Zum Schutz vor Feuchtigkeit wurde der Kasten durch Steinsetzung vom Erdreich abgehoben. Die heute meist zweigeschossigen Getreidekasten sind wenig älter als 200 bis 300 Jahre. Ältere Kasten waren eingeschossig ausgeführt. „Die Speicherbauten der alten grundherrschaftlichen Maierhöfe (curtes), die in erster Linie Kornhöfe gewesen sind, waren das Vorbild für die Getreidekasten der ursprünglich nur zur Viehzucht verwendeten Zinshufen (mansi) in den Einödblockfluren der hochmittelalterlichen Streusiedlungslandschaft.“ Die kunstreiche Ausformung der Lungauer und Kärntner Speicher werden im Pinzgau und Pongau nicht erreicht. |