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Version vom 4. Januar 2020, 11:16 Uhr
Die Gersbergwasserleitung war eine historische Wasserleitung zur Wasserversorgung der Stadt Salzburg.
Geschichte
Zwischen 1480 und 1490 herrschte eine große Bedrohung durch den Ungarischen Krieg des ungarischen König Matthias Corvinius, der bereits die Steiermark und Kärnten erreicht hatte. Auch der Herzog Georg von Bayern rüstete sich und man vermutete, dass ein Einfall in Salzburg erfolgen könnte. Daher wurde im Zuge der zweiten Stadtbefestigung unter Fürsterzbischof Bernhard von Rohr die Festung Hohensalzburg verstärkt und auf dem Mönchsberg im Auftrag der Bürgerschaft in der Amtszeit von Bürgermeister Hans Glavenberger die Bürgerwehr, eine Mauer mit vorerst zwei Türmen und mit einem vorgelagerten Zwinger, errichtet. Die Pulverstampfe wurde in die Stadt verlegt und die Getreidekästen mit Vorräten befüllt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Wasserversorgung der Stadt verbessert.
Beschreibung
Wann genau in Salzburg damit begonnen wurde, das Trinkwasser von Quellen am Fuße des Gaisberges zu beziehen, ist unklar. Gesichert ist die Tatsache, dass von 1486-1488 die Wasserleitung vom Gersberg als erste große Zuleitungsanlage errichtet worden ist.
Im Jahr 1486 dürfte die Vorbereitung für die Wasserleitung von der Quelle in die Stadt beendet und das Bezugsrecht geklärt worden sein. Zu Pfingsten 1487 fand die Begehung des Brunnens am Gersberg (damals Brunn am Gerhartsberg genannt) mit Maurern, Zimmerleuten, Steigern und anderen Handwerkern statt. Noch im selben Jahr wurden 1 428 Stück Rohre je zwölf Schuh lang in Werfen gekauft und im nächsten Jahr, 1488, zur Herstellung der Leitung vom Gerhartsberg bis zu dem Brunnen auf dem Marktplatz verbaut.
Die Gersbergwasserleitung versorgte insgesamt 151 Brunnen mit 128 Steften, täglich 2,5 Eimern pro Kopf, mit frischen Wasser.
Die Bürgerschaft war über die Fertigstellung, trotz der hohe Kosten, hoch erfreut und lud den Landesherrn Fürsterzbischof Johann III. Beckenschlager zur Besichtigung und einem Fest ein.