Strobl: Unterschied zwischen den Versionen
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== Geschichte ==</noinclude> | == Geschichte ==</noinclude> | ||
[[Datei:Theo Lingen R0025386.jpg|thumb|[[Theo Lingen]]-Skulptur]] | [[Datei:Theo Lingen R0025386.jpg|thumb|[[Theo Lingen]]-Skulptur]] | ||
=== Name === | |||
Eine Theorie besagt, dass das Wort ''Strobl'' Überlieferungen zufolge nichts anderes als "strubbeliger Mann" bedeutet und findet sich in der Strobl-Geschichte auch in Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert. Damals, als der Wolfgangsee noch Abersee genannt wurde, scheint ein gewisser [[Friedrich Stroblo]] als erster Inhaber einer "Seege" (= Fischereiaufsicht) auf. Der "strubbelige Mann" schmückt schließlich auch heute noch das Wappen der Gemeinde Strobl. Der Name Strobl selbst hat - vor allem in Süddeutschland - die verschiedensten Abwandlungen, wie Straub, Stübel oder Ströbele. Der wohl bekannteste Vertreter der Namensfamilie "Strobl" ist der weltbekannte "Struwwelpeter". | |||
Eine anderen Quelle<ref>[http://www.new2go.at/themen/inetspy_ua/strobl_rog_bestand.pdf Gemeinde Strobl, Räumliches Entwicklungskonzept 1992 – Überarbeitung], pdf, abgefragt am 4. Dezember 2019</ref> schreibt, dass der Ortsname Strobl im Jahr [[1593]] erstmals urkundlich erwähnt wird. Er setzt sich als Ortsbezeichnung aber erst im [[19. Jahrhundert]] durch. Er geht auf ''Hanns dem III. Strobl'' zurück, der um [[1587]] Tavernenwirt, Gutsbesitzer, Eisenniederleger, dom-kapitälischer Amtmann und Vertrauter des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstiftes St. Peter]] war. | |||
=== Die Gemeindegeschichte === | |||
Die frühe Geschichte des Gebietes um das heutigen Strobl beginnt bereits im Jahr [[739]]. Damals hatte der hl. [[Bonifatius]] die vier bayrischen Bistümer [[Regensburg]], [[Freising]], [[Passau]] und [[Erzbistum (Überblick)|Salzburg]] mit festen Grenzen ausgestattet. Die Kirche von Salzburg kam in diesem Zusammenhang durch ausgedehnte Waldschenkungen in der [[Osterhorngruppe]] in den Besitz von Teilen des Aberseelandes (der südöstliche Teil des [[Wolfgangsee]]s wurde damals ''Abersee'' genannt). In der Folge konnte das [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistum]] trotz mancher Zwistigkeiten die Besitzansprüche auf diese Gegend erfolgreich gegen das [[Benediktinerstift Mondsee]] sowie das [[Habsburger|habsburgische]] [[Salzkammergut]] verteidigen. | Die frühe Geschichte des Gebietes um das heutigen Strobl beginnt bereits im Jahr [[739]]. Damals hatte der hl. [[Bonifatius]] die vier bayrischen Bistümer [[Regensburg]], [[Freising]], [[Passau]] und [[Erzbistum (Überblick)|Salzburg]] mit festen Grenzen ausgestattet. Die Kirche von Salzburg kam in diesem Zusammenhang durch ausgedehnte Waldschenkungen in der [[Osterhorngruppe]] in den Besitz von Teilen des Aberseelandes (der südöstliche Teil des [[Wolfgangsee]]s wurde damals ''Abersee'' genannt). In der Folge konnte das [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistum]] trotz mancher Zwistigkeiten die Besitzansprüche auf diese Gegend erfolgreich gegen das [[Benediktinerstift Mondsee]] sowie das [[Habsburger|habsburgische]] [[Salzkammergut]] verteidigen. | ||
Die Siedlung des Ortes Strobl am Südostufer des Wolfgangsees bis zur [[Ischler Ache]] entwickelte sich im [[14. Jahrhundert]] aus dem "Gut am Schober", weiters aus einem Stützpunkt für das aus der [[Steiermark]] weiter über den See zu verschiffende Eisen und einer Taverne. Da diese Einrichtungen über 150 Jahre samt der Verwaltung der dem [[Salzburger Domkapitel]] gehörenden Güter in der Hand der wohlhabenden Familie Strobl lag, erhielt der Ort selbst auch den Namen Strobl. | Die Siedlung des Ortes Strobl am Südostufer des Wolfgangsees bis zur [[Ischler Ache]] entwickelte sich im [[14. Jahrhundert]] aus dem "Gut am Schober", weiters aus einem Stützpunkt für das aus der [[Steiermark]] weiter über den See zu verschiffende Eisen und einer Taverne. Da diese Einrichtungen über 150 Jahre samt der Verwaltung der dem [[Salzburger Domkapitel]] gehörenden Güter in der Hand der wohlhabenden Familie Strobl lag, erhielt der Ort selbst auch den Namen Strobl. | ||
Vom Spät[[mittelalter]] bis ins [[17. Jahrhundert]] war Strobl ein Stützpunkt für Wallfahrer und Fuhrwerker. Als das nahe [[Bad Ischl]] durch das Kaiserhaus bekannt wurde, gewann auch Strobl an Bedeutung. Um die Jahrhundertwende war es bereits ein bekannter [[Fremdenverkehr]]<u></u>sort mit bemerkenswert modernen Einrichtungen. Heute ist Strobl mit seinem weiten, flachen Seeufer und den ausgedehnten Naturbadestränden ein beliebter und bedeutender Ferienort des Salzkammergutes, der fast jede Art von Sport- und Freizeiteinrichtungen bietet. | |||
Vom Spät[[mittelalter]] bis ins [[17. Jahrhundert]] war Strobl ein Stützpunkt für Wallfahrer und Fuhrwerker. Als das nahe [[Bad Ischl]] durch das Kaiserhaus bekannt wurde, gewann auch Strobl an Bedeutung. Um die Jahrhundertwende war es bereits ein bekannter [[Fremdenverkehr]]<u></u>sort mit bemerkenswert modernen Einrichtungen. Heute ist Strobl mit seinem weiten, flachen Seeufer und den ausgedehnten Naturbadestränden ein beliebter und bedeutender Ferienort des Salzkammergutes, der fast jede Art von Sport- und Freizeiteinrichtungen bietet. | |||
Im Jahre [[1945]] war [[Theo Lingen]] ein paar Tage [[Bürgermeister der Gemeinde Strobl|Bürgermeister]] von Strobl. Der Schauspieler [[Emil Jannings]] hatte bereits seit [[1929]] ein Landhaus in Strobl, siedelte 1945 ganz nach Strobl um und verstarb hier [[1950]]. [[Leopold III. von Belgien|Leopold]], König von [[Belgien]], und seine Familie waren Anfang 1945, begleitet von 200 Personen der Waffen-[[SS]], in Strobl bis zu seiner Befreiung durch die US-Armee am [[7. Mai]] [[1945]] interniert. Er blieb danach bis Ende September 1945 im Hotel Auhof in St. Wolfgang. [[1973]] zog [[Hildegard Knef]] vorübergehend in das Jagdschloss „Hubertushof“ (Landhaus des Prinzen von [[Fürstenberg]]) in Strobl ein. Kammerschauspielerin Prof. [[Helene Thimig]]-Reinhardt, Frau von [[Max Reinhardt]], lebte über 20 Jahre in Strobl. Unternehmerfamilien wie Werhahn oder Haniel haben Landsitze in Strobl.<noinclude> | |||
== Kultur und Sehenswürdigkeiten == | == Kultur und Sehenswürdigkeiten == | ||
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== Einzelnachweise == | ==== Einzelnachweise ==== | ||
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