Firma August Sperl: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Firma Sperl am Rathausplatz Stadt Salzburg 02.jpg|thumb|Firma Sperl, am [[Kranzlmarkt]]]] | [[Datei:Firma Sperl am Rathausplatz Stadt Salzburg 02.jpg|thumb|Firma Sperl, am [[Kranzlmarkt]]]] | ||
Die '''Firma Sperl''' ist ein alteingesessenes Fachgeschäft für Handschuhe und Bandagen - dies beinhaltet auch den Handel mit Unterwäsche, Dessous und Bademoden, sowie Accessoires für Damen | Die '''Firma Sperl''' ist ein am [[Rathausplatz (Stadt Salzburg)|Rathausplatz]] in der [[Stadt Salzburg]] alteingesessenes Fachgeschäft für Handschuhe und Bandagen - dies beinhaltet auch den Handel mit Unterwäsche, Dessous und Bademoden, sowie Accessoires für Damen. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Nachdem der [[ | Nachdem der [[Fürsterzbischof]] [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] [[1564]] eine Ordnung des Handschuhmachergewerbes erlassen hatte, machte Hanns Schrätzhamber das ''Maisterstuckh'' (Meisterstück<ref>siehe {{wikipedia-de|Meisterstück|Meisterstück}}</ref>). [[1580]] hatte dann Wolf Schrähamber sein Meisterstück gemacht. [[1621]] hatte Dobias Ner auf diese [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gerechtsame]] sein Meisterstück gemacht, [[1657]] Gregoris Nehr, [[1686]] Jakob Nähr, [[1728]] Joseph Nehr, [[1782]] Anton Nehr und [[1777]] Joseph Nehr II.. | ||
[[1799]] kaufte | [[1799]] kaufte Johann Joseph 'Sberl' Sperl die Gerechtsame von Joseph Nehr II. um 500 [[Gulden]] und machte sein Meisterstück gemacht. [[1805]] kaufte Johann Sperl das Gewölbe im [[Griesgasse 1|''Amtsrichterhaus'']] an der [[Staatsbrücke|Brücke]]. | ||
Johann Sperl hatte zwei Söhne: Julius ( | Johann Sperl († 1837) hatte zwei Söhne: Julius (* 1834) und Ferdinand (* 1825). Dessen Söhne waren Eduard und Ferdinand der Jüngere. | ||
Eduard Sperl wurde [[1839]] Handschuhmacher und zahlte auf der Handschuhmachergerechtssame seines Vaters zünftiger Meister und | Eduard Sperl wurde [[1839]] Handschuhmacher und ''zahlte auf der Handschuhmachergerechtssame seines Vaters zünftiger Meister'' (Zitat Quelle)d und in die Innung 20 Gulden. | ||
[[1848]] wurde Johann Sperl Mitglied im [[Salzburger Gemeinderat]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=scz&datum=18490112&query=%22Johann%22+%22Sperl%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], [[Salzburger Constitutionelle Zeitung]], 12. Januar 1849, Seite 2</ref>. | [[1848]] wurde ein anderer Johann Sperl Mitglied im [[Salzburger Gemeinderat]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=scz&datum=18490112&query=%22Johann%22+%22Sperl%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], [[Salzburger Constitutionelle Zeitung]], 12. Januar 1849, Seite 2</ref>. | ||
Eduard Sperl pachte ab März [[1854]] ein Gewölbe im [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18540303&query=%22Sperl%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 3. März 1854, Seite 5</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18540307&query=%22Sperl%22&seite=5 ANNO], | Eduard Sperl pachte ab März [[1854]] ein Gewölbe im [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18540303&query=%22Sperl%22&seite=5 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 3. März 1854, Seite 5</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18540307&query=%22Sperl%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 7. März 1854, Seite 5</ref> | ||
Kurz darauf stellt Eduard Sperl die Anfrage, das bisher gemietete Gewölbe im Rathaus auf Ferdinand Sperl zu übertragen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18540315&query=%22Sperl%22&seite=4 ANNO], [[Neue Salzburger Zeitung]], 15. März 1854, Seite 4</ref>. Dies wird vom Vermieter abgelehnt. | Kurz darauf stellt Eduard Sperl die Anfrage, das bisher gemietete Gewölbe im Rathaus auf Ferdinand Sperl zu übertragen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18540315&query=%22Sperl%22&seite=4 ANNO], [[Neue Salzburger Zeitung]], 15. März 1854, Seite 4</ref>. Dies wird vom Vermieter abgelehnt. | ||
[[1854]] trennen sich die Söhne Eduard und Ferdinand Sperl. | [[1854]] trennen sich die Söhne Eduard und Ferdinand Sperl. | ||
[[1856]] wurde das Gewölbe neuerliche an Eduard Sperl vermietet | [[1856]] wurde das Gewölbe neuerliche an Eduard Sperl vermietet<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18560214&query=%22Eduard%22+%22Sperl%22&seite=4 ANNO], Salzburger Zeitung, 14. Februar 1854, Seite 4</ref> und Sperl erhält neuerlich eine Handschuhmacherbefugnis.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18561030&seite=3&query=%22Sperl%22 ANNO], Neue Salzburger Zeitung, 30. Oktober 1856, Seite 3</ref> | ||
[[1861]] wurde Johann Sperl neuerlich Mitglied im [[Salzburger Gemeinderat]]. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610125&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], | [[1861]] wurde Johann Sperl (welcher Johann?) neuerlich Mitglied im [[Salzburger Gemeinderat]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610125&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], Salzburger Zeitung, 25. Jänner 1861, Seite 4</ref> | ||
[[1868]] wurde Julius Sperl, Bandagist, der Geschäftsführer im Geschäft seines Vater Johann Sperl, Bandagen und Handschumacher, in der Oberen Griesgasse, Haus Nr. 370.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18681021&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], | [[1868]] wurde Julius Sperl, Bandagist, der Geschäftsführer im Geschäft seines Vater Johann Sperl, Bandagen und Handschumacher, in der Oberen Griesgasse, Haus Nr. 370.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18681021&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], Salzburger Zeitung, 21. Oktober 1868, Seite 4</ref> | ||
[[1870]] | [[1870]] erkrankte Eduard Sperl und sein Onkel Julius Sperl übernahm dessen Geschäftsführung.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700905&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], Salzburger Zeitung, 5. September 1870, Seite 4</ref> | ||
Ferdinand Sperl hatte von der Witwe Seifer zwei Ladln nächst des Rathauses rechts der Brücke ([[Obere Griesgasse|heute nicht mehr existierende zweite Häuserzeile]]) um 4000 Gulden kauft und die Gerechtsame vom Handschuhmacher Reling erworben. | Ferdinand Sperl hatte von der Witwe Seifer zwei ''Ladln'' nächst des Rathauses rechts der Brücke ([[Obere Griesgasse|heute nicht mehr existierende zweite Häuserzeile]]) um 4000 Gulden kauft und die Gerechtsame vom Handschuhmacher Reling erworben. | ||
[[1874]] verkaufte Ferdinand Sperl der Stadtgemeinde die zwei Ladln an der Brücke um 10.000 [[Gulden]] mit der Bedingung, dass er für sich und seine Nachfolger ein Gewölbe im [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]] zugewiesen erhält. Er erhielt dieses links vom Rathaushaupteingang. (Anmerkung: das gleiche, das Eduard Sperl bis etwa 1870 innegehabt hatte. Ihm folgte ein | [[1874]] verkaufte Ferdinand Sperl der Stadtgemeinde die zwei Ladln an der Brücke um 10.000 [[Gulden]] mit der Bedingung, dass er für sich und seine Nachfolger ein Gewölbe im [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]] zugewiesen erhält. Er erhielt dieses links vom Rathaushaupteingang. (Anmerkung: das gleiche, das Eduard Sperl bis etwa 1870 innegehabt hatte. Ihm folgte ein Mathias Anneser). Die zweite Häuserzeile an der oberen Griesgasse wird von der Stadtgemeinde [[1875]] demoliert. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18740115&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 15. Jänner 1874, Seite 4</ref> | ||
[[1881]] wechselte Ferdinand Sperl das Gewölbe und übersiedelte | [[1881]] wechselte Ferdinand Sperl das Gewölbe und übersiedelte an den [[Rathausplatz (Stadt Salzburg)|Rathausplatz]] vis-a-vis der J. B. Neumüller´schen Kunsthandlung.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18810719&query=%22sperl%22&seite=4 ANNO], Salzburger Volksblatt, 19. Juli 1881, Seite 4</ref> | ||
Am [[16. August]] [[1882]] starb Ferdinand Sperl im 58. Lebensjahr. | Am [[16. August]] [[1882]] starb Ferdinand Sperl im 58. Lebensjahr.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18820816&query=%22sperl%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volksblatt, 16. August 1882, Seite 3</ref> Sein Sohn gleichen Namens, Ferdinand Sperl der Jüngere, übernahm das Geschäft. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18820819&query=%22sperl%22&seite=11 ANNO], Salzburger Volksblatt, 19. August 1882, Seite 11</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18821219&query=%22Sperl%22seite=6 ANNO], Salzburger Zeitung, 19. Dezember 1882, Seite 6</ref> | ||
<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18820816&query=%22sperl%22&seite=3 ANNO], | |||
[[1884]] erhielt Ferdinand Sperl der Jüngere auch das Gewölbe links vom Rathaus-Haupteingang. | [[1884]] erhielt Ferdinand Sperl der Jüngere auch das Gewölbe links vom Rathaus-Haupteingang. | ||
Am [[12. November]] [[1888]] starb Julius Sperl, Bandagist und Handschuhmacher, im 54. Lebensjahr.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18540303&query=%22Sperl%22&seite=4 ANNO], | Am [[12. November]] [[1888]] starb Julius Sperl, Bandagist und Handschuhmacher, im 54. Lebensjahr.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18540303&query=%22Sperl%22&seite=4 ANNO], Salzburger Volksblatt, 12. November 1888, Seite 2</ref> <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18881117&query=%22sperl%22&seite=6 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 17. November 1888, Seite 6</ref> Das Bandagisten-Geschäft in der Griesgasse Nr.1 übernimmt Herr [[Vinzenz Pirker]]. | ||
<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18991014&query=%22sperl%22&seite=7 ANNO], | <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18991014&query=%22sperl%22&seite=7 ANNO], Salzburger Chronik, 14. Oktober 1899, Seite 7</ref> | ||
[[1927]] starb Ferdinand Sperl der Jüngere <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270324&query=%22sperl%22&seite=10 ANNO], | [[1927]] starb Ferdinand Sperl der Jüngere<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270324&query=%22sperl%22&seite=10 ANNO], Salzburger Volksblatt, 24. März 1927, Seite 10</ref> und sein Sohn August Sperl, Bandagist und Handschuhmacher, wurde neuer Inhaber des Geschäftes. | ||
Im Februar [[1932]] wird die Firma "Ferdinand Sperl", Inhaber August Sperl, im Firmenbuch eingetragen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320210&query=%22Sperl%22&seite=7 ANNO], | Im Februar [[1932]] wird die Firma "Ferdinand Sperl", Inhaber August Sperl, im Firmenbuch eingetragen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320210&query=%22Sperl%22&seite=7 ANNO], Salzburger Volksblatt, 10. Februar 1932, Seite 7</ref> | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* [[ANNO]] | * [[ANNO]] | ||
* [[Josef Eder (Baumeister und Historiker)|Josef Eder]]: ''Ferdinand Sperl, † 23. März 1927'' [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270329&query=%22eder%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 29. März 1927, Seite 7 | * [[Josef Eder (Baumeister und Historiker)|Josef Eder]]: ''Ferdinand Sperl, † 23. März 1927'' [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19270329&query=%22eder%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 29. März 1927, Seite 7 | ||
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390204&seite=15 ANNO], | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390204&seite=15 ANNO], Salzburger Volksblatt, 4. Februar 1939, Seite 15, Inserat Firma Sperl, Quelle: Innungsbriefe und städtische Archive, Salzburger Hypothekenbuch, Fa. Sperl | ||
* [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390211&seite=19 ANNO], | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19390211&seite=19 ANNO], Salzburger Volksblatt, 11. Februar 1939, Seite 19, Inserat Firma Sperl, Quelle: Innungsbriefe und städtische Archive, Salzburger Hypothekenbuch, Fa. Sperl | ||
== Fußnoten == | == Fußnoten == | ||
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