Schwarzstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Der [[Staatsbrücke|staatsbrückenseitige]] Teil der Straße ab dem [[Landestheater]] hieß bis in die [[Zwischenkriegszeit]] ''Bismarckstraße''. Laut [[Franz Martin]] wurde der Straßenzug erst nach dem [[Anschluss]] Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr [[1938]] in ''Bismarckstraße'' umbenannt. Die Rückbenennung erfolgte nach dem Ende der unseligen [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Herrschaft im Jahr [[1945]]. Allerdings dürfte sie schon in den [[1920er]]-Jahren ''Bismarckstraße'' geheißen hat, wie aus einer zeitgenössischen Werbung zu sehen ist.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19250101&seite=8&zoom=13 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 1. Jänner 1925, Seite 8</ref> | Der [[Staatsbrücke|staatsbrückenseitige]] Teil der Straße ab dem [[Landestheater]] hieß bis in die [[Zwischenkriegszeit]] ''Bismarckstraße''. Laut [[Franz Martin]] wurde der Straßenzug erst nach dem [[Anschluss]] Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr [[1938]] in ''Bismarckstraße'' umbenannt. Die Rückbenennung erfolgte nach dem Ende der unseligen [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischen]] Herrschaft im Jahr [[1945]]. Allerdings dürfte sie schon in den [[1920er]]-Jahren ''Bismarckstraße'' geheißen hat, wie aus einer zeitgenössischen Werbung zu sehen ist.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19250101&seite=8&zoom=13 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 1. Jänner 1925, Seite 8</ref> | ||
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| + | In Nr. 3 errichtete Johann Greimel das „Cafe Bazar", das er an Josef Wusch verpachtete, der es 1886 kaufte. 1908 erwarb es Johann Brand!; seit 1909 ist es im Besitz von Richard Tomaselli. | ||
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| + | Nr. 4 hatte zu ebener Erde Magazine und im ersten Stock das Gastzimmer des Wirtshauses „zum goldenen Kreuz" (→Kreuzwirtgäßchen), 1858 im ersten Stock Krapfenbacher Daurer, seit 1895 Buchdruckerei Pfleumer. Zu ebener Erde rechts des Einganges errichtete 1889 dort Selcher Lorenz eine Schweinemetzgerei, 1896 wurde dort der Verlag der Buchdruckerei eingerichtet, später Photogeschäft Rothmayer; Eingang links 1909 baute Wilhelm Kreiselmayer das Magazin für sein Kunst- und Rahmengeschäft um. | ||
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| + | 1879 wurde dort ein Kaffeehaus Grabner errichtet. 1882 baute es Adam für seine Glashandlung um. | ||
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| + | Nr. 8 war bis 1865 eine Branntweinbrennerei, später Wilhelm Pachs Restauration; 1898 machte der Schwiegersohn Franz Etmann das "[[Café Central]]" daraus, 1905 übernahm es [[Richard Tomaselli (Cafetier)|Richard Tomaselli]], 1909 Franz Hamberger, 1913 wurde es Automaten-Restaurant; Karl Geister errichtete 1915 wieder das Kaffeehaus, 1918 ging es an Anton Händler über, der 1920 die Lokale an die Depositenbank verpachtete, worin dann ab 1926 der Wiener Bankverein amtierte. | ||
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| + | In Nr. 10 war zu ebener Erde die Werkstätte des Lederer Hofmann, 1894 das Parfümeriegeschäft Slama, seit 1914 Kaufmann Kainz. | ||
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| + | In Nr. 12 rechts vom Tor früher eine Feigenkaffee-Macherei, von 1882 Spengler Stanko, links vom Tor Farbwarenhandlung Reindl, 1873 Antiquar Pollak, 1892 Weißwarengeschäft Kölbl und 1925 Galanteriewarenhandlung Hattinger. | ||
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== Abzweigungen == | == Abzweigungen == | ||
Version vom 23. Mai 2019, 22:02 Uhr
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| Schwarzstraße | |
| Länge: | ca. 1000 m |
| Startpunkt: | Platzl |
| Endpunkt: | Gebirgsjägerplatz |
| Karte: | Googlemaps |
Die Schwarzstraße ist eine wichtige Verkehrsstraße am rechten Ufer der Salzach in der Landeshauptstadt Salzburg.
Verlauf
Die Schwarzstraße nimmt ihren Ausgang nahe der Staatsbrücke am Platzl. Sie verläuft parallel zum Elisabethkai von der rechten Altstadt über die Neustadt in den Stadtteil Elisabeth-Vorstadt und endet am Gebirgsjägerplatz. Dabei führt sie durch die Unterführung der Eisenbahnbrücke zum Gebirgsjägerplatz in die Elisabeth-Vorstadt. Der Gebirgsjägerplatz stellt als verbreitertes Straßenstück seit dem Schwarzstraße-Durchbruch praktisch die Verlängerung der Schwarzstraße von der Eisenbahnbrücke zur Saint-Julien-Straße dar.
Name
Die Straße wurde bereits 1867, noch zu seinen Lebzeiten, nach Karl Freiherr von Schwarz (* 1817; † 1898) benannt. Der aus dem damals österreichischen Böhmen stammende Eisenbahn-Bauunternehmer tat sich durch die Salzachregulierung und dem Bau der Eisenbahntrassen Wien-Salzburg und Salzburg-Hallein, sowie der Anlage des Salzburger Hauptbahnhofs hervor und leitete mit diesen Maßnahmen den Aufschwung der Landeshauptstadt zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Die Stadt Salzburg ehrte ihn außer mit der Straßenbenennung bereits 1862 mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.
Der staatsbrückenseitige Teil der Straße ab dem Landestheater hieß bis in die Zwischenkriegszeit Bismarckstraße. Laut Franz Martin wurde der Straßenzug erst nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 in Bismarckstraße umbenannt. Die Rückbenennung erfolgte nach dem Ende der unseligen nationalsozialistischen Herrschaft im Jahr 1945. Allerdings dürfte sie schon in den 1920er-Jahren Bismarckstraße geheißen hat, wie aus einer zeitgenössischen Werbung zu sehen ist.[1]
Geschichte
1912 wurde dieser Abschnitt der alten Theatergasse dann "Bismarckstraße" genannt und bis in die Zwischenkriegszeit so bezeichnet.
Bismarckstraße Nr. 1
Im Bazargebäude Nr. 1 errichtete Anton Baldi eine Kunsthandlung Anton Leitner eine Modehandlung und Lindner eine Tabaktrafik; 1905 kam ins Leitnergewölbe Bankier Spängler, 1925 hörte die Kunsthandlung auf und Bankier Spängler hatte seit¬ dem, bis auf den Tabakladen, die ganzen Räume inne.
Bismarckstraße Nr. 2
bis 1865 Gasthaus „zum goldenen Ochsen", sodann bis 1914 Kaufmann Andrä Hofer und da ab Kleiderhaus Krivanek.
Bismarckstraße Nr. 3
In Nr. 3 errichtete Johann Greimel das „Cafe Bazar", das er an Josef Wusch verpachtete, der es 1886 kaufte. 1908 erwarb es Johann Brand!; seit 1909 ist es im Besitz von Richard Tomaselli.
Bismarckstraße Nr. 4
Nr. 4 hatte zu ebener Erde Magazine und im ersten Stock das Gastzimmer des Wirtshauses „zum goldenen Kreuz" (→Kreuzwirtgäßchen), 1858 im ersten Stock Krapfenbacher Daurer, seit 1895 Buchdruckerei Pfleumer. Zu ebener Erde rechts des Einganges errichtete 1889 dort Selcher Lorenz eine Schweinemetzgerei, 1896 wurde dort der Verlag der Buchdruckerei eingerichtet, später Photogeschäft Rothmayer; Eingang links 1909 baute Wilhelm Kreiselmayer das Magazin für sein Kunst- und Rahmengeschäft um.
Bismarckstraße Nr. 6
1879 wurde dort ein Kaffeehaus Grabner errichtet. 1882 baute es Adam für seine Glashandlung um.
Bismarckstraße Nr. 8
Nr. 8 war bis 1865 eine Branntweinbrennerei, später Wilhelm Pachs Restauration; 1898 machte der Schwiegersohn Franz Etmann das "Café Central" daraus, 1905 übernahm es Richard Tomaselli, 1909 Franz Hamberger, 1913 wurde es Automaten-Restaurant; Karl Geister errichtete 1915 wieder das Kaffeehaus, 1918 ging es an Anton Händler über, der 1920 die Lokale an die Depositenbank verpachtete, worin dann ab 1926 der Wiener Bankverein amtierte.
Bismarckstraße Nr. 10
In Nr. 10 war zu ebener Erde die Werkstätte des Lederer Hofmann, 1894 das Parfümeriegeschäft Slama, seit 1914 Kaufmann Kainz.
Bismarckstraße Nr. 12
In Nr. 12 rechts vom Tor früher eine Feigenkaffee-Macherei, von 1882 Spengler Stanko, links vom Tor Farbwarenhandlung Reindl, 1873 Antiquar Pollak, 1892 Weißwarengeschäft Kölbl und 1925 Galanteriewarenhandlung Hattinger.
Abzweigungen
- Theatergasse (Mozart-Wohnhaus)
- Josef-Friedrich-Hummel-Straße (Makartsteg)
- Bernhard-Paumgartner-Weg (Kurgarten, Mirabellgarten, Schloss Mirabell)
- Friedrich-Gehmacher-Straße (Müllnersteg)
- Auerspergstraße (Kurhaus)
- Markus-Sittikus-Straße (Deutschhaus)
- Ernest-Thun-Straße
Bauten und Einrichtungen
Entlang der Schwarzstraße befinden von der Staatsbrücke aus auf der linken Seiten das Bazargebäude mit dem Bankhaus Carl Spängler & Co und dem Café Bazar, das Hotel Sacher Salzburg, das Wohnhaus von Herbert von Karajan, das ehemalige Atelier des Fotografen Karl Friedrich Würthle, das Gebäude der Landeszentrale der Raiffeisenverband Salzburg, die Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Salzburg, die evangelische Christuskirche (davor in der Schwarzstraße befand sich die Ordination von Rosa Kerschbaumer, Österreichs erste praktizierende Ärztin) und der Privat-Hort der Vöcklabrucker Schulschwestern.
Entlang der rechten Seite befinden sich das Geburtshaus des Physikers Christian Doppler, Salzburger Landestheater, die Kammerspiele und das Marionettentheater, die Gebäude des Mozarteums, der Mirabellgarten und der Kurgarten sowie an der Ecke zur Auerspergstraße das Kurhaus.
Erreichbarkeit
Entlang der Schwarzstraße finden sich Haltestellen der Buslinie 27.
Bilder
Schwarzstraße – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- Martin, Franz: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen. 5., wesentlich überarbeitete Auflage von Leitner-Martin, Willa und Martin, Andreas. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006
Fußnote
- ↑ Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 1. Jänner 1925, Seite 8