Serpentinit: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Adler, Skulptur von Hans Weyringer.jpg|thumb|Adler, Skulptur von [[Johann Weyringer]], [[Zell am See]]. Die Skulptur wurde aus Osttiroler Serpentinit, dem sog. "Tauerngrün", geschaffen.]] | [[Datei:Adler, Skulptur von Hans Weyringer.jpg|thumb|Adler, Skulptur von [[Johann Weyringer]], [[Zell am See]]. Die Skulptur wurde aus Osttiroler Serpentinit, dem sog. "Tauerngrün", geschaffen.]] | ||
[[Datei:Protestantendenkmal in Savannah Georgia.jpg|thumb|Das von [[Anton Thuswaldner]] (1994) geschaffene Protestantendenkmal in Savannah, Georgia]] | [[Datei:Protestantendenkmal in Savannah Georgia.jpg|thumb|Das von [[Anton Thuswaldner]] (1994) geschaffene Protestantendenkmal in Savannah, Georgia]] | ||
''' | '''Serpentinit''' ist ein auch in Salzburg vorkommendes Grüngestein. | ||
== Begrifflichkeit == | |||
In der Alltagssprache wird für Serpentinite oft die Bezeichnung ''Serpentin'' benutzt. Jedoch steht diese auch für ein beliebiges Mineral der Serpentingruppe. Obwohl beide Bezeichnungen eng miteinander verbunden sind, bezeichnen sie nicht das gleiche. Daher sollte, wenn das Gestein gemeint ist, stets von Serpentinit gesprochen werden. | |||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||
Serpentin | Serpentin ist ein sogenanntes sekundäres Mineral, das sich aus magnesiumhaltigen Mineralen wie Olivin oder Pyroxen bildet. Farblich kann das Serpentinit-Gestein verschiedene Grüntöne haben, aber auch in Brauntönen oder grauweißen und gelblichen Farbtönen auftreten. Serpentinit weist einen Wachs- oder Fettglanz auf und kommt in Eruptivgesteinen vor, die die oben erwähnten Minerale enthalten. | ||
==Vorkommen in Salzburg== | ==Vorkommen in Salzburg== | ||
Im [[Bundesland Salzburg]] sind mehrere kleinere | Im [[Bundesland Salzburg]] sind mehrere kleinere Serpentinitvorkommen bekannt. Zu den wichtigsten zählen jene im [[Gasteinertal]], im [[Raurisertal]], im [[Fuscher Tal]], im [[Habachtal]] und in [[Mittersill]]. Es gibt aber auch ein Vorkommen im [[Lungau]], aus dem früher auch Rohmaterial für Architekturbauteile gewonnen wurde. Auch für Laien gut erkennbar ist das Serpentinitvorkommen am [[Brennkogel]] oberhalb des [[Elendboden]] an der [[Großglockner Hochalpenstraße]] zwischen [[Mittertörl]] und [[Hochtor (Tunnel)]]. | ||
Serpentinit ist ob seiner gefälligen Farbgebung und wegen seiner guten Bearbeitbarkeit bei gleichzeitiger Festigkeit schon seit urdenklicher Zeit von Menschen verwendet worden. In der Folge werden einige Beispiele für den Einsatz von Serpentinit als Rohmaterial in der Kulturgeschichte Salzburgs genannt. | |||
==Steingeräte aus | ==Steingeräte aus Serpentinit == | ||
Unter den jungsteinzeitlichen Funden von der [[Halbinsel Sinnhubschlössl]] befinden sich auch zwei Flachäxte aus dunkelgrünem | Unter den jungsteinzeitlichen Funden von der [[Halbinsel Sinnhubschlössl]] befinden sich auch zwei Flachäxte aus dunkelgrünem Serpentinit. Sie stellen Beispiele für die früheste Verwendung einheimischen Serpentinits dar. | ||
Auch die [[Axt vom Radhausberg]], ein Einzelfund aus der späten Jungsteinzeit, besteht aus | Auch die [[Axt vom Radhausberg]], ein Einzelfund aus der späten Jungsteinzeit, besteht aus Serpentinit. | ||
==Architekturteile aus | |||
In der [[Filialkirche hl. Nikolaus]] in [[Bad Hofgastein]] wurde bereits im [[14. Jahrhundert]] die Kanzel aus Lungauer | ==Architekturteile aus Serpentinit== | ||
In der [[Filialkirche hl. Nikolaus]] in [[Bad Hofgastein]] wurde bereits im [[14. Jahrhundert]] die Kanzel aus Lungauer Serpentinit gefertigt. Sie stammt aus der Zeit der Erbauung der Kirche und gilt als älteste ihrer Art. Im [[16. Jahrhundert]] kam Serpentinit in der Architektur richtig in Mode. Viele Torgewände, vor allem im der [[Rauris]] und in der [[Gastein]], wurden damals aus dem grünen Stein verfertigt. Im letzten Viertel des [[18. Jahrhundert]]s wurde die Tradition der Serpentinit-Steinbearbeitung wieder belebt. Aus dieser Zeit stammt als schönstes Beispiel das [[Badeschloss]] in [[Bad Gastein]], das [[1791]] errichtet wurde und bei dessen Bau auch bearbeiteter Serpentinit in Form von Architekturteilen Verwendung fand. | |||
Bemühungen aus der Zeit um | Bemühungen aus der Zeit um 1805–1810, um in der Gastein eine Serpentinit-Industrie zur Erzeugung von Geschirr und von Vasen zu schaffen, blieben ohne Erfolg. | ||
In jüngerer Zeit kam ebenfalls in einer Kirche, nämlich in der Pfarrkirche Going in [[Tirol]], bearbeiteter | In jüngerer Zeit kam ebenfalls in einer Kirche, nämlich in der Pfarrkirche Going in [[Tirol]], bearbeiteter Serpentinit zum Einsatz. Der Salzburger Künstler [[Josef Zenzmaier]] hat dort [[1971]] Serpentinit in Kombination mit Bronze als Material für die Gestaltung des Volksaltars gewählt. Auch der bildende Künstler [[Anton Thuswaldner]] hat für Skulpturen mehrfach Serpentinit gewählt, wobei er bei der Auswahl seines Rohmaterials gerne auf das sehr bekannte Vorkommen in [[Osttirol]] zurückgreift. | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
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*Persönliche Information von Anton Thuswaldner im Rahmen eines Gespräches in seinem Freiluftatelier in [[Kaprun]] | *Persönliche Information von Anton Thuswaldner im Rahmen eines Gespräches in seinem Freiluftatelier in [[Kaprun]] | ||
*Diverse Salzburgwiki-Artikel | *Diverse Salzburgwiki-Artikel | ||
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