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| | Doch bald kehrte er nach München zurück und wirkte am "König Ludwig Album" mit, das ab [[1850]] zur patriotischen Verehrung des bayerischen Königs herausgegeben wurde. Seine sommerlichen Reisen in die [[Alpen]] arbeitete er in Stiche um. So kam er in Verbindung mit seinem späteren Kompagnon, dem Salzburger Kunsthändler und Fotografen [[Gregor Baldi]]. Dessen Verlag brachte einige dieser Skizzen heraus, später dann das "Album der Erinnerung an Gastein" nach Zeichnungen von [[Johann Fischbach]]. | | Doch bald kehrte er nach München zurück und wirkte am "König Ludwig Album" mit, das ab [[1850]] zur patriotischen Verehrung des bayerischen Königs herausgegeben wurde. Seine sommerlichen Reisen in die [[Alpen]] arbeitete er in Stiche um. So kam er in Verbindung mit seinem späteren Kompagnon, dem Salzburger Kunsthändler und Fotografen [[Gregor Baldi]]. Dessen Verlag brachte einige dieser Skizzen heraus, später dann das "Album der Erinnerung an Gastein" nach Zeichnungen von [[Johann Fischbach]]. |
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| − | Erst Ende der [[1850er]] - Anfang der [[1860er]] Jahre begann sich Würthle mit der Fotografie zu befassen. [[1858]] heiratete er in Konstanz die Advokatentochter Maria Spinnhirn und [[1861]] übersiedelte die Familie nach Salzburg. Hier gründete er [[1862]] zusammen mit Gregor Baldi eine fotografische Anstalt in der [[Riedenburg]] ([[Villa Baldi]], Villa Almegg, auch Hitzgern Hof, ehemalige [[Weißgeschirr-Manufactur in der Riedenburg]], heute Riedenburger Straße 10). | + | Erst Ende der [[1850er]] - Anfang der [[1860er]] Jahre begann sich Würthle mit der Fotografie zu befassen. [[1858]] heiratete er in Konstanz die Advokatentochter Maria Spinnhirn und [[1861]] übersiedelte die Familie nach Salzburg. |
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| | + | ==Baldi & Würthle== |
| | + | Hier gründete er [[1862]] zusammen mit Gregor Baldi eine fotografische Anstalt in der [[Riedenburg]] ([[Villa Baldi]], Villa Almegg, auch Hitzgern Hof, ehemalige [[Weißgeschirr-Manufactur in der Riedenburg]], heute Riedenburger Straße 10). |
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| | Die Firma [[Baldi & Würthle]] war bald für die Landschaftsfotografie sehr bekannt. [[1866]] übersiedelte dann die Firma in die [[Schwarzstraße]] Nr. 9. Dort richtete er die chemischen Labors, die Dunkelkammer und das Retuschierzimmer ein. Die noch im selben Jahr veröffentlichten ''pantoscopischen Aufnahmen'', Aufnahmen mit Weitwinkelobjektiv, von der Stadt Salzburg, erregten große Aufmerksamkeit. So blieb der geschäftliche Erfolg nicht aus und [[1867]] stellte das Unternehmen landschaftliche Aufnahmen bei der Weltausstellung in Paris, Frankreich, aus. | | Die Firma [[Baldi & Würthle]] war bald für die Landschaftsfotografie sehr bekannt. [[1866]] übersiedelte dann die Firma in die [[Schwarzstraße]] Nr. 9. Dort richtete er die chemischen Labors, die Dunkelkammer und das Retuschierzimmer ein. Die noch im selben Jahr veröffentlichten ''pantoscopischen Aufnahmen'', Aufnahmen mit Weitwinkelobjektiv, von der Stadt Salzburg, erregten große Aufmerksamkeit. So blieb der geschäftliche Erfolg nicht aus und [[1867]] stellte das Unternehmen landschaftliche Aufnahmen bei der Weltausstellung in Paris, Frankreich, aus. |
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| | Kaiser Napoleon III. erhielt von [[Kaiser Franz Joseph I.]] von Österreich am [[18. August]] [[1867]] als Gastgeschenk eine Fotomappe des Unternehmens. | | Kaiser Napoleon III. erhielt von [[Kaiser Franz Joseph I.]] von Österreich am [[18. August]] [[1867]] als Gastgeschenk eine Fotomappe des Unternehmens. |
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| − | Doch dann kam es [[1872]] zu Differenzen zwischen Baldi und Würthle, die zur Trennung [[1874]] führten. Der Schwager Würthles, der Chemiker [[Hermann Spinnhirn]], trat in die Firma ein und man nannte sich forthin "Würthle und Spinnhirn". | + | Doch dann kam es [[1872]] zu Differenzen zwischen Baldi und Würthle, die zur Trennung [[1874]] führten. Der Schwager Würthles, der Chemiker [[Hermann Spinnhirn]], trat [[1882]] in die Firma ein und man nannte sich forthin "Würthle & Spinnhirn". |
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| | + | ==Würthle & Spinnhirn== |
| | Die Landschaftsaufnahmen, vor allem Hochgebirgsaufnahmen, erlangten Weltruhm. Man begann mit der Produktion und Vertrieb von Ansichtskarten. Dem dazu gegründeten Verlag gehörte auch eine Lichtdruckanstalt in [[Freilassing]] (Bayern) an. Es folgten Filialbetriebe in München, Wien, ja sogar in England eröffnete man in London ein Geschäft. In der Schwarzstraße Nr. 11 wurde ein weiteres Atelier eröffnet. [[1899]] kam dann auch ein Geschäft an die Ecke des [[Bazargebäude]]s, wo heute das [[Bankhaus Spängler]] untergebracht ist, dazu. | | Die Landschaftsaufnahmen, vor allem Hochgebirgsaufnahmen, erlangten Weltruhm. Man begann mit der Produktion und Vertrieb von Ansichtskarten. Dem dazu gegründeten Verlag gehörte auch eine Lichtdruckanstalt in [[Freilassing]] (Bayern) an. Es folgten Filialbetriebe in München, Wien, ja sogar in England eröffnete man in London ein Geschäft. In der Schwarzstraße Nr. 11 wurde ein weiteres Atelier eröffnet. [[1899]] kam dann auch ein Geschäft an die Ecke des [[Bazargebäude]]s, wo heute das [[Bankhaus Spängler]] untergebracht ist, dazu. |
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| − | [[1892]], nach dem Tod von Hermann Spinnhirn über der Sohn von Würthle, Friedrich, diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon [[1904]] musste Friedriech Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen [[Eduard Bertel]] und [[Carl Pietzner]] verkaufen. Mit dem im Familienbesitz verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch [[1907]] kam es zum Konkurs. Man wandelte das Unternehmen in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" um, die von der Schwester Friedrichs, Thekla Würthle geführt wurde. Ihr Vater, der Firmengründer, wanderte nach Indien aus, wo er Arbeit bei der fotografischen Anstalt "Johnston & Hoffmann" in Kalkutta fand. Er starb [[1919]] in Madras, Indien, als englischer Kriegsgefangener an den Folgen geistiger Zerrüttung. | + | ===Würthle & Sohn== |
| | + | [[1892]], nach dem Tod von Hermann Spinnhirn über der Sohn von Würthle, Friedrich, diese Anteile. Das Unternehmen wurde wiederum unbenannt in "Würthle und Sohn". Aber der Zenit der Erfolge war überschritten und schon [[1904]] musste Friedriech Würthle junior sein Atelier an der Schwarzstraße an die Fotografen [[Eduard Bertel]] und [[Carl Pietzner]] verkaufen. Mit dem im Familienbesitz verbliebenen Verlag versuchte dann die Familie in Wien Fuß zu fassen. Doch [[1907]] kam es zum Konkurs. |
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| | + | ==Würthle & Sohn Nachf. Ges.m.b.H.== |
| | + | Man wandelte das Unternehmen in eine "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" um, die von der Tochter Friedrichs, Thekla Würthle geführt wurde. Ihr Vater, der Firmengründer, wanderte nach Indien aus, wo er Arbeit bei der fotografischen Anstalt "Johnston & Hoffmann" in Kalkutta fand. Er starb [[1919]] in Madras, Indien, als englischer Kriegsgefangener an den Folgen geistiger Zerrüttung. |
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| | + | Thekla Würthle führte zunächst das Geschäft in der Schwarzstraße Nr. 5 und 9 bis [[1911]], jenes in der Schwarzstraße Nr. 3 von [[1912]] bis [[1918]], das auch als Kunsthandlung lief. |
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| | ==Der Nachlass== | | ==Der Nachlass== |
| − | Schon [[1915]] wurde die Hauptniederlassung in Salzburg aufgelassen, nach Wien verlegt, wo sie jedoch bereits [[1916]] liquidiert wurde. Nachfolger, die [[Galerie Würthle]] in Wien, ist heute im Besitz von Hans Dichand. [[1912]] war bereits ein Teil des Glasplattenarchivs an die Wiener Firma "Kilophot" verkauft worden, die [[1926]] von [[Ernst Koschier]] verkauft wurde. Koschier betrieb in Salzburg am [[Gaisberg]] auf der Gaisbergspitze in der [[Villa Pflauder]] neben dem [[Hotel Gaisbergspitze]] ein Atelier. | + | Schon [[1915]] wurde die Hauptniederlassung in Salzburg aufgelassen, nach Wien verlegt, wo sie jedoch bereits [[1916]] liquidiert wurde. Nachfolger, die [[Galerie Würthle]] in Wien, ist heute im Besitz von Hans Dichand. [[1912]] war bereits ein Teil des Glasplattenarchivs an die Wiener Firma "Kilophot" verkauft worden, dessen Inhaber von [[1905]] bis [[1930]] Felix Leutner war (* [[1881]], † [[1966]]). Leutner verkaufte [[1926]] an [[Ernst Koschier]], der in Salzburg am [[Gaisberg]] auf der Gaisbergspitze in der [[Villa Pflauder]] neben dem [[Hotel Gaisbergspitze]] ein Atelier betrieb. |
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| | Aber mehrere Tausend Glasplatten kamen in den Besitz von Edith Kraus, der Tochter von Ernst Koschier, die sie [[1998]] dem [[Salzburger Stadtarchiv]] verkaufte. Es besteht aus rund 6.000 Glasplatten-Negativen der Firma Würthle. | | Aber mehrere Tausend Glasplatten kamen in den Besitz von Edith Kraus, der Tochter von Ernst Koschier, die sie [[1998]] dem [[Salzburger Stadtarchiv]] verkaufte. Es besteht aus rund 6.000 Glasplatten-Negativen der Firma Würthle. |
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| − | ==Quelle== | + | ==Quellen== |
| | * ''Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle'', Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4 | | * ''Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle'', Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4 |
| | + | * ''Kronland Salzburg, historische Fotografien von 1850 bis 1918'', [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Wolfram Morath (Herausgeber), 2000, ISBN 3-901014-68-3 |
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| | [[Kategorie:nicht mehr existierende Betriebe|Würthle, Karl Friedrich]] | | [[Kategorie:nicht mehr existierende Betriebe|Würthle, Karl Friedrich]] |