Leopold Kohr (Arzt): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Medizinalrat Dr. med. '''Leopold Kohr''' (* [[22. Jänner]] [[1874]] in | Medizinalrat Dr. med. '''Leopold Kohr''' (* [[22. Jänner]] [[1874]] in Hermannstädtel bei Chrudim, tschechisch ''Heřmanův Městec'', [[Böhmen]]; † [[28. Dezember]] [[1949]]) war bis 1938 Gemeindearzt in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] im [[Flachgau]]. | ||
== Leben == | == Leben == | ||
Der promovierte Arzt, Sohn | Der promovierte Arzt, Sohn des jüdischen Oberlehrers Ignaz Kohr und seiner Frau Sofia, geborene Masseč,<ref>http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/oberndorf-bei-salzburg/TFBIX/?pg=245 Taufbuch der Pfarre Oberndorf bei Salzburg, Band IX, S. 239</ref> kam Anfang des [[20. Jahrhundert]]s, wohl auf Grund seiner Bekanntschaft zu [[Ignaz Glaser]] nach Oberndorf. Nachdem er zum Katholizismus konvertiert war, heiratete er am [[8. April]] [[1905]] in [[Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung|Maria Bühel]] die [[Gustav Müller|Apothekerstochter]] Romana Müller (* 1882; † 1939), die ihm sieben Kinder schenkte, darunter den Philosophen [[Leopold Kohr]] (* 1909) und die Ärzte [[Anton Kohr (Medizinalrat)|Anton Kohr]] (* 1906) und [[Friedrich Kohr|Fritz Kohr]] (* 1918). | ||
Leopold Kohr war vom im Jahr 1938 von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] erlassenen Berufsverbot für jüdische Ärzte betroffen, verlor durch diese Entrechtung seine berufliche Existenz und war aus diesem Grund - und auch um sein Leben zu schützen - zur Emigration gezwungen. | Leopold Kohr war vom im Jahr 1938 von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] erlassenen Berufsverbot für jüdische Ärzte betroffen, verlor durch diese Entrechtung seine berufliche Existenz und war aus diesem Grund - und auch um sein Leben zu schützen - zur Emigration gezwungen. | ||
| Zeile 8: | Zeile 8: | ||
Einer Inhaftierung entging er wohl nicht zuletzt deshalb, weil er während des [[Putsch von Lamprechtshausen|Juliputsches]] 1934 in [[Lamprechtshausen]] - ungeachtet der Parteizugehörigkeit - auch verwundete Nationalsozialisten behandelt hatte.<ref>[http://dorfschreiber.at/5112/?p=259 dorfschreiber.at/5112/?p=259]</ref> | Einer Inhaftierung entging er wohl nicht zuletzt deshalb, weil er während des [[Putsch von Lamprechtshausen|Juliputsches]] 1934 in [[Lamprechtshausen]] - ungeachtet der Parteizugehörigkeit - auch verwundete Nationalsozialisten behandelt hatte.<ref>[http://dorfschreiber.at/5112/?p=259 dorfschreiber.at/5112/?p=259]</ref> | ||
Nach dem Krieg kehrte Dr. Leopold | Nach dem Krieg kehrte Dr. Leopold Kohr sehr bald nach Österreich zurück und kümmerte sich um den Aufbau des [[Krankenhaus Oberndorf|Oberndorfer Krankenhauses]]. | ||
Am [[28. Jänner]] [[1950]] wurde ihm für seine Verdienste posthum die [[Ehrenbürger der Stadt Oberndorf bei Salzburg|Ehrenbürgerwürde]] der Marktgemeinde Oberndorf verliehen. | Am [[28. Jänner]] [[1950]] wurde ihm für seine Verdienste posthum die [[Ehrenbürger der Stadt Oberndorf bei Salzburg|Ehrenbürgerwürde]] der Marktgemeinde Oberndorf verliehen. | ||
| Zeile 20: | Zeile 20: | ||
<references/> | <references/> | ||
{{SORTIERUNG: Kohr (Arzt), Leopold}} | {{SORTIERUNG:Kohr (Arzt), Leopold}} | ||
[[Kategorie:Person]] | [[Kategorie:Person]] | ||
[[Kategorie:Person (Geschichte)]] | [[Kategorie:Person (Geschichte)]] | ||