Mirabellgarten: Unterschied zwischen den Versionen
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== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
Der Garten umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Zugänglich ist er im Norden vom [[Rosenhügel]] und vom [[Kurgarten]], im Osten vom Schloss Mirabell und vom [[Mirabellplatz]], sowie im Süden vom [[Makartplatz]] aus. | Der Garten umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Zugänglich ist er im Norden vom [[Rosenhügel]] und vom [[Kurgarten]], im Osten vom Schloss Mirabell und vom [[Mirabellplatz]], sowie im Süden vom [[Makartplatz]] aus. Zum Mirabellgarten gehören auch der [[Zwergelgarten]] und der kleine Orangeriegarten vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]]. | ||
Zum Mirabellgarten gehören auch der [[Zwergelgarten]] und der kleine Orangeriegarten vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]]. | |||
Die [[barock]]e Gartenanlage reicht im Norden bis zum Schloss Mirabell und schließt im Süden das ''Bosquet'', einen Baumbestand mit geometrischem Grundriss, mit ein. | Die [[barock]]e Gartenanlage reicht im Norden bis zum Schloss Mirabell und schließt im Süden das ''Bosquet'', einen Baumbestand mit geometrischem Grundriss, mit ein. | ||
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Im Zuge der Errichtung von [[Schloss Altenau]] | Im Zuge der Errichtung von [[Schloss Altenau]] durch [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] im Jahr [[1606]] als Landsitz für seine Geliebte [[Salome Alt]], wohl auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, wurde auch der dazugehörige weitläufige manieristische Schlossgarten angelegt. Der Garten besaß bereits damals weitgehend seine bis heute bekannte langgestreckte Gestalt. | ||
[[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] einen Eingang zum Garten vom heutigen [[Makartplatz]] errichten. Nachdem im Jahr [[1689]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] zum Fürsterzbischof gewählt worden war, ließ er den Garten im barocken Stil grundlegend umgestalten. Die Gartenanlage wurde von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die [[Marmor]]<nowiki>balustrade</nowiki> mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde auch mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]]. | [[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] einen Eingang zum Garten vom heutigen [[Makartplatz]] errichten. Nachdem im Jahr [[1689]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] zum Fürsterzbischof gewählt worden war, ließ er den Garten im barocken Stil grundlegend umgestalten. Die Gartenanlage wurde von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die [[Marmor]]<nowiki>balustrade</nowiki> mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde auch mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]]. | ||
Um [[1730]] wurde die Anlage von [[Matthias Diesel]] und von [[Anton Danreiter]] verändert, die ihr damaliges Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen darstellten. <ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Schlo%C3%9F_Mirabell_vom_S%C3%BCden_(Salzburg) austria-forum.org | Um [[1730]] wurde die Anlage von [[Matthias Diesel]] und von [[Anton Danreiter]] verändert, die ihr damaliges Aussehen in mehreren kolorierten Kupferstichen darstellten.<ref>[http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Historische_Bilder/Schlo%C3%9F_Mirabell_vom_S%C3%BCden_(Salzburg) austria-forum.org → Schloss Mirabell von Süden → Anton Danreiter → 1750] sowie [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/H5.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Johann Schimoußek: Plan der Anlage von Schloss Mirabell. Aquarellierte Federzeichnung, 1775, signiert und datiert]</ref> | ||
Erst [[1854]] unter Kaiser [[Franz Joseph I.]] wurde der Mirabellgarten öffentlich zugänglich. [[1955]] wurde er nach den Kriegswirren in kleinen Teilen historisierend wiederhergestellt.<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen [[Fremdenführer|Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>. [[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro. | |||
== Großes Gartenparterre == | == Großes Gartenparterre == | ||
Das Große Gartenparterre liegt südlich von | Das ''Große Gartenparterre'' liegt südlich von Schloss Mirabell. | ||
=== Vier-Elemente-Brunnen und die umgebenden vier Raptusgruppen === | === Vier-Elemente-Brunnen und die umgebenden vier Raptusgruppen === | ||
Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen mit einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck angeordnet stehen um den Brunnen vier Figurenpaare, die in Mythologie und Ornamentik die ''vier Elemente'' versinnbildlichen: | Im Mittelpunkt des Gartens befindet sich ein Springbrunnen mit einem großen flachen achteckigen Brunnenbecken. Im Viereck angeordnet stehen um den Brunnen vier Figurenpaare, die in Mythologie und Ornamentik die ''vier Elemente'' versinnbildlichen: | ||
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* Element Luft: 'Herkules ringt mit den Riesen Antaeus', der - in die Luft gehoben - keine Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter Erde ziehen kann. | * Element Luft: 'Herkules ringt mit den Riesen Antaeus', der - in die Luft gehoben - keine Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter Erde ziehen kann. | ||
Die Figurenpaare werden kunstgeschichtlich auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe: Von lateinisch raptus, "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das | Die Figurenpaare werden kunstgeschichtlich auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe: Von lateinisch ''raptus'', "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das große Kunstlexikon'' von P.W. Hartmann]</ref> bezeichnet. | ||
'''Raptusgruppen - Bildergalerie''' | '''Raptusgruppen - Bildergalerie''' | ||
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*männliche: | *männliche: | ||
** 1. Saturn (Kronos), eines seiner Kinder verschlingend; 2. Bacchus (Dionysos) mit Weintraube; 3. Jupiter (Zeus) mit Krone und Adler und 4. Mars (Ares) in voller Rüstung, | ** 1. Saturn (Kronos), eines seiner Kinder verschlingend; 2. Bacchus (Dionysos) mit Weintraube; 3. Jupiter (Zeus) mit Krone und Adler und 4. Mars (Ares) in voller Rüstung, | ||
** 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit | ** 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo (Apollon) mit Lorbeer; | ||
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=== Borghesische Fechter=== | === Borghesische Fechter=== | ||
Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer ankiken Skulptur <ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den [http://de.wikipedia.org/wiki/Borghesischer_Fechter Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.] </ref>. | Die beiden Paare ''borghesischer Fechter'' beim südlichen Zugang vom [[Makartplatz]] sind historische Kopien einer ankiken Skulptur <ref>Das innere Fechterpaar wurde von [[Andreas Götzinger]], das äußere von [[Michael Bernhard Mandl]] gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um [[1611]] gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen ''Villa Borghese'' aufgestellt war (seit 1807 im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im [[18. Jahrhundert]] eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den [http://de.wikipedia.org/wiki/Borghesischer_Fechter Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.] </ref>. | ||
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Datei:Borghesischer Fechter im Mirabellgarten 01.jpg | Datei:Borghesischer Fechter im Mirabellgarten 01.jpg | ||
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== Kleines Gartenparterre == | == Kleines Gartenparterre == | ||
Das Kleine Gartenparterre liegt westlich | Das ''Kleine Gartenparterre'' liegt westlich des Schlosses Mirabell. | ||
=== Voliére am Rand des Kleinen Gartenparterre === | === Voliére am Rand des Kleinen Gartenparterre === | ||
[[Datei:Mirabellgarten_Vogelhaus_02.jpg|thumb|right|das Vogelhauses nach der Renovierung, 2011]] | [[Datei:Mirabellgarten_Vogelhaus_02.jpg|thumb|right|das Vogelhauses nach der Renovierung, 2011]] | ||
: ''Hauptartikel: [[Voliére im Mirabellgarten]]'' | : ''Hauptartikel: [[Voliére im Mirabellgarten]]'' | ||
=== Pegasusbrunnen === | === Pegasusbrunnen === | ||
[[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]] | [[Datei:Pegasusbrunnen Mirabellgarten 01.jpg|thumb|Pegasusbrunnen im Mirabellgarten]] | ||
Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll. | Das geflügelte Pferd 'Pegasus' hilft in der griechischen Mythologie den Heroen Perseus und Herakles über das Meer zu fliegen und ermöglichte so ihre Heldentaten. In dem es als künstlerische Bronzeplastik in einen herrschaftlichen Brunnen gestellt wird, wurde ein Symbol verwendet, dass Stärke und Ruhm der Machthaber indirekt betonen soll. | ||
Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' | Die Bronzeplastik des geflügelten Pferdes 'Pegasus' war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]] am [[Kapitelplatz]], kam später auf den [[Mirabellplatz]] als Teil der [[Pferdeschwemme|''Mirabellschwemme'']] und ist seit [[1913]] als 'Pegasusbrunnen' am heutigen Standort. | ||
Der [[Tirol]]er Metall-Kunstgießer Kaspar Gras hatte das Werk [[1661]] im Auftrag von Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein|Guidobald Graf von Thun]] für die Pferdeschwemme am [[Kapitelplatz]] hergestellt. [[1700]] ließ Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein|Johann Ernst]] sie zur damaligen Pferdeschwemme auf den Mirabellplatz versetzen. [[1732]] fügte [[Anton Danreiter]] anlässlich der Neugestaltung dieser Mirabellschwemme die beiden Einhörner und die beiden Löwen hinzu, die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens zu sehen sind. | Der [[Tirol]]er Metall-Kunstgießer Kaspar Gras hatte das Werk [[1661]] im Auftrag von Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein|Guidobald Graf von Thun]] für die Pferdeschwemme am [[Kapitelplatz]] hergestellt. [[1700]] ließ Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein|Johann Ernst]] sie zur damaligen Pferdeschwemme auf den Mirabellplatz versetzen. [[1732]] fügte [[Anton Danreiter]] anlässlich der Neugestaltung dieser Mirabellschwemme die beiden Einhörner und die beiden Löwen hinzu, die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens zu sehen sind. | ||
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=== Einhörner === | === Einhörner === | ||
Das Kleine Gartenparterre ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiede-eisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau. Diese dezent gesetzte Symbolik wird heute meistens übersehen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden. | Das ''Kleine Gartenparterre'' ist nach Norden durch eine Prunkstiege mit schmiede-eisernen Torgitter abgeschlossen, die beidseits durch ein auf einem Podest ruhendes Einhorn flankiert werden. Während des Jahres ist das Torgitter zumeist geöffnet, nur im Winter ist es geschlossen. Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau. Diese dezent gesetzte Symbolik wird heute meistens übersehen. Die zwei Einhörner sind entweder ein beliebtes Fotomotiv für Brautpaare und Touristen oder Reittier für Kleinkinder. Die Hörner mussten leider infolge von Vandalismus erneuert werden. | ||
'''Einhörner - Bildergalerie''' | '''Einhörner - Bildergalerie''' | ||
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=== Verborgene Frauen === | === Verborgene Frauen === | ||
In der Mauer an der Westseite des Kleinen Gartenparterres sind zwei Frauenköpfe verborgen. Die beiden Frauenköpfe sind auf Augenhöhe positioniert, entsprechend der natürlichen Größe einer Frau. Zu sehen ist jeweils nur der Kopf, während der Rumpf fehlt und so der Körper der Frau eingemauert zu sein scheint. Die Frauenköpfe sind aus Sandstein, einem Material, das in Salzburg nicht vorkommt. Beide Köpfe sind stark verwittert. Fest steht, dass beide Frauenköpfe bewusst an ihre Positionen gesetzt wurden; warum, ist nicht bekannt und schwierig zu deuten. Es kann sein, dass man zufällig zwei Statuen oder auch nur deren Köpfe übrig hatte und sich einfach einen Jux machen wollte, indem man ein manieristisches Element wählte, um die einfache Mauer interessant zu machen. Möglich ist auch, dass es bewusst geschah, um der Dame des Hauses oder den Hofdamen eine Andeutung zu machen. In Rom wurde die Untreue einer Vestalin hart bestraft. Jedenfalls sind die zwei verborgenen Frauen während des ganzen Jahres kaum oder gar nicht zu sehen, weil die Vegetation diese überdeckt; im Winter, wenn die Blätter abgefallen sind, da sind die zwei verborgenen Schönheiten, die dort "im Dornröschenschlaf liegen", zu sehen. | In der Mauer an der Westseite des ''Kleinen Gartenparterres'' sind zwei Frauenköpfe verborgen. Die beiden Frauenköpfe sind auf Augenhöhe positioniert, entsprechend der natürlichen Größe einer Frau. Zu sehen ist jeweils nur der Kopf, während der Rumpf fehlt und so der Körper der Frau eingemauert zu sein scheint. Die Frauenköpfe sind aus Sandstein, einem Material, das in Salzburg nicht vorkommt. Beide Köpfe sind stark verwittert. Fest steht, dass beide Frauenköpfe bewusst an ihre Positionen gesetzt wurden; warum, ist nicht bekannt und schwierig zu deuten. Es kann sein, dass man zufällig zwei Statuen oder auch nur deren Köpfe übrig hatte und sich einfach einen Jux machen wollte, indem man ein manieristisches Element wählte, um die einfache Mauer interessant zu machen. Möglich ist auch, dass es bewusst geschah, um der Dame des Hauses oder den Hofdamen eine Andeutung zu machen. In Rom wurde die Untreue einer Vestalin hart bestraft. Jedenfalls sind die zwei verborgenen Frauen während des ganzen Jahres kaum oder gar nicht zu sehen, weil die Vegetation diese überdeckt; im Winter, wenn die Blätter abgefallen sind, da sind die zwei verborgenen Schönheiten, die dort "im Dornröschenschlaf liegen", zu sehen. | ||
''''Verborgenen Frauen'''' | ''''Verborgenen Frauen'''' | ||
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* [[Vier-Elemente-Brunnen]] oder die "Große Fontäne" | * [[Vier-Elemente-Brunnen]] oder die "Große Fontäne" | ||
* [[Pegasusbrunnen]] | * [[Pegasusbrunnen]] | ||
* [[Susannabrunnen]] | * [[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], um [[1610]] geschaffen | ||
* [[Papagenabrunnen]] | * [[Papagenabrunnen]] von [[Josef Magnus]], [[1984]] geschaffen | ||
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== Orangeriegarten und Rosengarten im Süden von Schloss Mirabell == | == Orangeriegarten und Rosengarten im Süden von Schloss Mirabell == | ||
: ''Hauptartikel: [[Orangerie Schloss Mirabell]]'' | : ''Hauptartikel: [[Orangerie Schloss Mirabell]]'' | ||
Die Orangerie mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. | Die Orangerie mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Im Orangeriegarten befindet sich der Papagenabrunnen mit seiner Pagagena-Figur, 1984 geschaffen von [[Josef Magnus]]. | ||
== Wasserbastei == | == Wasserbastei == | ||
: ''Hauptartikel: [[Wasserbastei]]'' | : ''Hauptartikel: [[Wasserbastei]]'' | ||
Die Wasserbastei | Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt. | ||
== Zwergelgarten == | == Zwergelgarten == | ||
: ''Hauptartikel: [[Zwergelgarten]]'' | : ''Hauptartikel: [[Zwergelgarten]]'' | ||
Der historische Zwergelgarten lag südlich der Wasserbastei und war ein Teil der Gartenanlage, die nach dem Ende der Türkengefahr Johann Ernst Graf Thun unter Leitung von Fischer von Erlach ausgestalten ließ. Die ersten Zwerge entstanden vermutlich 1691/1692 | Der historische Zwergelgarten lag südlich der Wasserbastei und war ein Teil der Gartenanlage, die nach dem Ende der Türkengefahr Johann Ernst Graf Thun unter Leitung von Fischer von Erlach ausgestalten ließ. Die ersten Zwerge entstanden vermutlich 1691/1692. Der Garten war dann um [[1695]] weitgehend fertiggestellt. Er wurde in der barocken Formgebung Ende des [[18. Jahrhundert]]s zerstört, weil der maßgeblich von der Aristokratie [[Frankreich]]s geförderte [[Barock]]stil damals als hoffnungslos veraltet galt und auch an diesem Ort einem englischen Landschaftsgarten weichen musste, der heute ebenfalls nicht mehr besteht. Die Zwerge des Gartens wurden spätestens [[1811]] entfernt. | ||
Der | |||
Der Zwergelgarten befindet sich heute auf der Wasserbastei. Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. | |||
== Gebäude | == Gebäude == | ||
Folgende Gebäude grenzen an den Mirabelgarten: | |||
* Schloss Mirabell | * Schloss Mirabell | ||
* [[Villa Kast]] | * [[Villa Kast]] | ||
* [[Universität Mozarteum]] | * [[Universität Mozarteum]] | ||
* [[Salzburger Landestheater]] | * [[Salzburger Landestheater]] | ||
* [[Salzburger Marionettentheater]] | * [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Kammerspiele Salzburg]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] | ||
* die Gebäude des [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteums]] | |||
* [[ | |||
== Bilder == | == Bilder == | ||
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{{Commonscat|Mirabellgarten}} | {{Commonscat|Mirabellgarten}} | ||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* [http://salzburg.cityful.com/de/Sehenswuerdigkeiten/Park/Mirabellgarten Infos und Fotos zum Mirabellgarten auf dem online-Stadtführer cityful.com] | * [http://salzburg.cityful.com/de/Sehenswuerdigkeiten/Park/Mirabellgarten Infos und Fotos zum Mirabellgarten auf dem online-Stadtführer cityful.com] | ||
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== Quellen == | == Quellen == | ||
* Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]] | * Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]] | ||
* | * [[Franz Martin]]: ''Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg, [[1952]] | ||
* [[Reinhard Medicus]]: ''Der Zwergelgarten und seine Geschichte''. In [[Bastei]], Zeitschrift des [[Salzburger Stadtverein|Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft]], Jahrgang 2010 Folge 2, Salzburg 2010. | |||
== Fußnoten == | == Fußnoten == | ||
<references/> | <references/> | ||