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Erzherzog '''{{PAGENAME}}''' (* [[18. Dezember]] [[1863]] in Graz; † [[28. Juni]] [[1914]] in Sarajevo, Serbien) war der österreichische Thronfolger, dessen Ermordung den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] auslöste.
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Erzherzog '''{{PAGENAME}}''' (* [[18. Dezember]] [[1863]] in Graz; † [[28. Juni]] [[1914]] in Sarajevo, Serbien) war der österreichische Thronfolger, dessen Ermordung den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] auslöste.
    
==Leben==
 
==Leben==
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[[1878]] begann der Erzherzog militärische Ausbildung, die er bei den oberösterreichischen Dragonern, der böhmischen Infanterie und den ungarischen Husaren erhielt.
 
[[1878]] begann der Erzherzog militärische Ausbildung, die er bei den oberösterreichischen Dragonern, der böhmischen Infanterie und den ungarischen Husaren erhielt.
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Nach dem Freitod des Kronprinzen [[Rudolf (Kronprinz)|Rudolf]] [[1889]] wurde er zum Thronfolger. [[1900]] heiratete er Gräfin Sophie Chotek, die ab [[1909]] den Titel ''Fürstin von Hohenberg'' führte. Da die Verbindung nicht standesgemäß war, musste Franz Ferdinand auf den Thronanspruch seiner Nachkommen verzichten. Der Ehe entstammten vier Kinder (eine Tochter und drei Söhne, ein Sohn starb bei der Geburt). Die Familie hatte ihren Wohnsitz in Schloss Belvedere in Wien.
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Nach dem Freitod des Kronprinzen [[Rudolf (Kronprinz)|Rudolf]] [[1889]] wurde er zum Thronfolger. [[1900]] heiratete er Gräfin Sophie Chotek, die ab [[1909]] den Titel ''Fürstin von Hohenberg'' führte. Da die Verbindung nicht standesgemäß war, musste Franz Ferdinand auf den Thronanspruch seiner Nachkommen verzichten. Der Ehe entstammten vier Kinder (eine Tochter und drei Söhne, ein Sohn starb bei der Geburt). Die Familie hatte ihren Wohnsitz in Schloss Belvedere in Wien.
    
==Kinder==
 
==Kinder==
<table border=1 style=„border-collapse: collapse;“>
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{| class="wikitable"
<tr bgcolor=cccccc><th>Name<th>Geburtsdatum<th>Todesdatum
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<tr><td>Sophie<td> 24. Juli 1901<td>  27. Oktober 1990
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! Name!! Geburtsdatum!! Todesdatum
<tr><td>Maximilian<td> 29. September 1902<td> 8. Jänner 1962
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<tr><td>Ernst<td> 27. Mai 1904 <td> 5. März 1954
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| Sophie|| 24. Juli 1901|| 27. Oktober 1990
<tr><td>Totgeborener Sohn<td>8. November 1908 <td>8. November 1908  
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</td></tr></table>
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| Maximilian|| 29. September 1902|| 8. Jänner 1962
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| Ernst|| 27. Mai 1904 || 5. März 1954
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| Totgeborener Sohn|| 8. November 1908|| 8. November 1908  
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<ref>Aichelburg, Wladimir, ''Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Artstetten'', Wien u.a., 2000,  
 
<ref>Aichelburg, Wladimir, ''Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und Artstetten'', Wien u.a., 2000,  
 
  Seite 46 und Seite 70</ref>
 
  Seite 46 und Seite 70</ref>
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Der Thronfolger fuhr am [[14. Juli]] [[1899]] und am [[19. August]] [[1912]] mit der [[Gaisbergbahn]]. Am 19. August 1912 kam es dabei zu einem peinlichen Vorfall: Durch Nichtbeachten eines telefonischen Auftrags näherte sich zwischen den Stationen [[Judenbergalm|Judenbergalpe]] und [[Zistel|Zistelalpe]] ein talwärts fahrender Zug dem Hofzug, in dem sich der Thronfolger befand. Beide Züge mussten in Sichtweite anhalten und warten, bis die Lokomotive des zuvor talwärts fahrenden Zuges genügend Dampf hatte, um bis zur Ausweiche Zistelalpe zurückfahren zu können.
 
Der Thronfolger fuhr am [[14. Juli]] [[1899]] und am [[19. August]] [[1912]] mit der [[Gaisbergbahn]]. Am 19. August 1912 kam es dabei zu einem peinlichen Vorfall: Durch Nichtbeachten eines telefonischen Auftrags näherte sich zwischen den Stationen [[Judenbergalm|Judenbergalpe]] und [[Zistel|Zistelalpe]] ein talwärts fahrender Zug dem Hofzug, in dem sich der Thronfolger befand. Beide Züge mussten in Sichtweite anhalten und warten, bis die Lokomotive des zuvor talwärts fahrenden Zuges genügend Dampf hatte, um bis zur Ausweiche Zistelalpe zurückfahren zu können.
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Als sich Anfang des [[20. Jahrhundert]]s der Straßenverkehr in Salzburg durch die aufkommende Motorisierung steigerte, wurden zur Verbreiterung der Stadteinfahrt zahlreiche Stadttore, wie [[1894]] das [[Inneres Ostertor|Innere Ostertor]], abgerissen. Straßentunnels wie durch den [[Mönchsberg|Mönchs-]] und [[Kapuzinerberg]] wurden geplant. Man wollte beispielsweise vom [[Krauthügel]] zum [[Kapitelplatz]] einen Tunnel graben. Dafür hätte ein Teil des [[Friedhof von St. Peter|Friedhofs von St. Peter]] zerstört werden müssen. Diese Aktion konnte jedoch durch Intervention von Erzherzog Franz Ferdinand verhindert werden.
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Als sich Anfang des [[20. Jahrhundert]]s der Straßenverkehr in Salzburg durch die aufkommende Motorisierung steigerte, wurden zur Verbreiterung der Stadteinfahrt zahlreiche Stadttore, wie [[1894]] das [[Inneres Ostertor|Innere Ostertor]], abgerissen. Straßentunnels wie durch den [[Mönchsberg|Mönchs-]] und [[Kapuzinerberg]] wurden geplant. Man wollte beispielsweise vom [[Krauthügel]] zum [[Kapitelplatz]] einen Tunnel graben. Dafür hätte ein Teil des [[Friedhof von St. Peter|Friedhofs von St. Peter]] zerstört werden müssen. Diese Aktion konnte jedoch durch Intervention von Erzherzog Franz Ferdinand verhindert werden.
    
[[1912]] konnte der Erzherzog den Abriss des [[Franz-Eduard-Matras-Haus|Kaiser-Jubiläum-Schutzhauses]] unterhalb der [[Mandlwände]] aufgrund einer Intervention von [[Franz Eduard Matras]] gerade noch verhindern.
 
[[1912]] konnte der Erzherzog den Abriss des [[Franz-Eduard-Matras-Haus|Kaiser-Jubiläum-Schutzhauses]] unterhalb der [[Mandlwände]] aufgrund einer Intervention von [[Franz Eduard Matras]] gerade noch verhindern.
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== Jagd ==
 
== Jagd ==
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Von [[1908]] bis [[1914]] war das [[Blühnbachtal]] in [[Werfen]] Jagdgebiet des Thronfolgers Franz Ferdinand. Er ließ das [[Schloss Blühnbach]] mehrfach umbauen. [[1909]] erwarb er das 14&nbsp;000 Hektar große Jagdgebiet, das neben dem Blühnbachtal auch das angrenzende [[Bluntautal]] umfasste. Es seien einzelne Treibjagden überliefert, bei denen er 80 bis 100 Tiere abgeschossen habe. Die Schusslisten des Habsburgers sind angeblich vollständig erhalten. Diese Schusslisten ergeben, dass {{PAGENAME}} im Laufe seines Lebens 277&nbsp;769 Stück Wild erlegt hatte (sowohl auf dem Boden der Monarchie als auch während seiner [Welt]Reisen).  
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Von [[1908]] bis [[1914]] war das [[Blühnbachtal]] in [[Werfen]] Jagdgebiet des Thronfolgers Franz Ferdinand. Er ließ das [[Schloss Blühnbach]] mehrfach umbauen. [[1909]] erwarb er das 14&nbsp;000 Hektar große Jagdgebiet, das neben dem Blühnbachtal auch das angrenzende [[Bluntautal]] umfasste. Es seien einzelne Treibjagden überliefert, bei denen er 80 bis 100 Tiere abgeschossen habe. Die Schusslisten des Habsburgers sind angeblich vollständig erhalten. Diese Schusslisten ergeben, dass {{PAGENAME}} im Laufe seines Lebens 277&nbsp;769 Stück Wild erlegt hatte (sowohl auf dem Boden der Monarchie als auch während seiner [Welt]Reisen).  
    
=== Aberglaube ===
 
=== Aberglaube ===
 
Der Abschuss einer weißen Gams kündet Unglück an. Trotz eindringlicher Warnungen seiner Jäger erlegte {{PAGENAME}} am [[27. August]] [[1913]] in Begleitung seiner Frau von seinem Jagdstand aus in der Kammerjagd im Alpwinkel im Bluntaltal eine weiße Gams sowie 23 Gämsen. Im Jahr darauf wurde er Opfer des Attentats von Sarajevo und der Erste Weltkrieg brach aus.  
 
Der Abschuss einer weißen Gams kündet Unglück an. Trotz eindringlicher Warnungen seiner Jäger erlegte {{PAGENAME}} am [[27. August]] [[1913]] in Begleitung seiner Frau von seinem Jagdstand aus in der Kammerjagd im Alpwinkel im Bluntaltal eine weiße Gams sowie 23 Gämsen. Im Jahr darauf wurde er Opfer des Attentats von Sarajevo und der Erste Weltkrieg brach aus.  
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Der leidenschaftliche Jäger ließ 1907 vom Militär eine Straße vom [[Bluntautal]] in [[Golling]] auf die Jochalmen (unterhalb [[Torrener Joch]]) bauen, um besser in sein Jagdgebiet und zur Jagdhütte zu kommen. Der Einsatz des Militärs wurde mit ''strategischer Wichtigkeit'' argumentiert und hatte ob der nicht haltbaren Begründung politische Nachwirkungen.   Vom "''Stoanernen Bankerl''" aus schoss Erzherzog Franz Ferdinand an einem Tag oft um die 100 Stück Wild.
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Der leidenschaftliche Jäger ließ 1907 vom Militär eine Straße vom [[Bluntautal]] in [[Golling]] auf die Jochalmen (unterhalb [[Torrener Joch]]) bauen, um besser in sein Jagdgebiet und zur Jagdhütte zu kommen. Der Einsatz des Militärs wurde mit ''strategischer Wichtigkeit'' argumentiert und hatte ob der nicht haltbaren Begründung politische Nachwirkungen. Vom "''Stoanernen Bankerl''" aus schoss Erzherzog Franz Ferdinand an einem Tag oft um die 100 Stück Wild.
    
=== Sage ===
 
=== Sage ===
Er wusste um die Sage vom Zlatorog, der weißen Gams mit dem goldenen Gehörn. Für Jäger war der Abschuss eines weißen Tieres ein Sakrileg. Wer das Geschöpf aus einer Laune heraus erlegt, stirbt selbst innerhalb eines Jahres eines unnatürlichen Todes, heißt es. Das hielt ihn nicht davon ab, das Tier – das im Übrigen im Salzburger [[Haus der Natur]] ausgestellt ist – zu schießen. Auf die Frage seiner Frau, warum er denn die weiße Gams geschossen habe, obwohl er doch wissen müsse, dass er damit seinen baldigen Tod heraufbeschworen habe, soll er gemäß den Aufzeichnungen in den Familienarchiven geantwortet haben: „''Na, wenn man sterben muss, stirbt man sowieso!''“ Am 28. Juni 1914 waren Franz Ferdinand und seine Frau Sophie dem Attentat in Sarajevo zum Opfer gefallen. Anita Hohenberg, Urenkelin von Franz Ferdinand, hat sich mit Igor Friedrich Petkovic, [[Georg Winding]] vom Haus der Natur und anderen Autoren im Buch „Das Franz Ferdinand Prinzip. Warum der Erste Weltkrieg wirklich begann“ auf Spurensuche begeben.
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Er wusste um die Sage vom Zlatorog, der weißen Gams mit dem goldenen Gehörn. Für Jäger war der Abschuss eines weißen Tieres ein Sakrileg. Wer das Geschöpf aus einer Laune heraus erlegt, stirbt selbst innerhalb eines Jahres eines unnatürlichen Todes, heißt es. Das hielt ihn nicht davon ab, das Tier – das im Übrigen im Salzburger [[Haus der Natur]] ausgestellt ist – zu schießen. Auf die Frage seiner Frau, warum er denn die weiße Gams geschossen habe, obwohl er doch wissen müsse, dass er damit seinen baldigen Tod heraufbeschworen habe, soll er gemäß den Aufzeichnungen in den Familienarchiven geantwortet haben: „''Na, wenn man sterben muss, stirbt man sowieso!''“ Am 28. Juni 1914 waren Franz Ferdinand und seine Frau Sophie dem Attentat in Sarajevo zum Opfer gefallen. Anita Hohenberg, Urenkelin von Franz Ferdinand, hat sich mit Igor Friedrich Petkovic, [[Georg Winding]] vom Haus der Natur und anderen Autoren im Buch „Das Franz Ferdinand Prinzip. Warum der Erste Weltkrieg wirklich begann“ auf Spurensuche begeben.  
    
==Literatur==
 
==Literatur==
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* {{Quelle SN|13. September 2011}}
 
* {{Quelle SN|13. September 2011}}
 
* {{Quelle TN|5. September 2012 und 25. September 2014}}
 
* {{Quelle TN|5. September 2012 und 25. September 2014}}
 
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== Fußnote ==
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[[Kategorie:Person]]
 
[[Kategorie:Person]]
 
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
 
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]

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