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Version vom 20. November 2017, 19:09 Uhr

Schloss Leopoldskron
Schloss Leopoldskron und Leopoldskroner Weiher, Ansicht vom Untersberg aus
Schloss Leopoldskron von der Richterhöhe aus gesehen
Weiherblick auf Salzburg, mit Schloss Leopoldskron dahinter die Richterhöhe, Festung Hohensalzburg und der Rainberg

Das Schloss Leopoldskron befindet sich im Südwesten der Stadt Salzburg im Stadtteil Riedenburg und steht unter Denkmalschutz.

Allgemeines

Es befindet sich am nordöstlichen Ufer am Leopoldskroner Weiher, der Teil des großen Schlossparkes ist. Der Weiher wird vom vorbeifließenden Almkanal gespeist. Heute liegt das Schloss im Grünraum zwischen den Stadtteilen Gneis-Moos und Riedenburg-St. Paul. Nach dem Schloss benannt ist der Stadtteil Leopoldskroner Moos (siehe dort). Nordwestlich des Schlosses befindet sich der dazugehörige Meierhof.

Geschichte

An einem schon vorher bestehenden Weiher ließ Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian von 1736 bis 1740 von Pater Bernhard Stuart ein Schloss errichten. Der Name des Schlosses entstand aus dem Vornamen des Erzbischofs, Leopold, und dem zweiten Teil des Namens seines Südtiroler Heimatortes „Mezzocorone“ – also „-corone“ = Krone[1].

Nach dem Tod des Erzbischofs 1744 erhielt das Schloss sein Neffe Franz Laktanz Graf von Firmian. Das Schloss blieb bis 1828 im Besitz der Grafen von Firmian, danach gab es häufige Besitzerwechsel. 1851 erwarb es König Ludwig I. von Bayern vom Vorbesitzer, dem Bürgermeister der Stadt Salzburg, Heinrich Ritter von Mertens[2] das Schloss, der es zu einem vielbeachteten Mittelpunkt aristokratischen Lebens machte. 1869 kaufte es nach dem Tod Ludwigs I. um 40.000 Gulden der in Salzburg heimisch gewordene Schriftsteller und Politiker Alexander Julius Schindler. Unter Schindler wurde es zu einem Treffpunkt verschiedener Künstler. Auch Theodor Storm brachte von Ende Juli bis Mitte August 1872 im Rahmen einer größeren Reise einen Aufenthalt im Schloss[3].

Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb es 1918 Max Reinhardt, dem es bis zur Enteignung durch die Nazis 1938 gehörte. Der britische Premierminister Sir Winston Churchill besuchte Reinhardt Anfang der 1930er Jahre auf seinem Schloss und war von der hier servierten Ente so begeistert, dass er sich das Rezept geben ließ[4]. Stéphanie zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst gelang es nach 1938, das Schloss für sich zu nutzen und gestaltete es auf Kosten der Partei großzügig um. Sie plante eine Begegnungsstätte für das internationle Festspielpublikum.[5] Für kurze Zeit bewohnte dann aber der bekannte, politisch opportunistische Dirigent Clemens Krauss das Schloss. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es an die Erben Reinhardts restituiert. Schon 1955 verhandelten Stadt und Land Salzburg über den Ankauf von Schloss Leopoldskron samt den weitläufigen umgebenden Grünflächen, dessen Kaufpreis bei sechs Millionen Schilling liegen sollte (ca. € 440.000.--). Nach dem Verkauf von Schloss, den umgebenden Grünflächen samt dem Weiher an die Stadt Salzburg verkaufte diese Schloss und den engeren Bereich des Schlossparks 1969 an die US-Stiftung „Salzburg Seminar“.

Im Sommer 1950 veranstaltete das „Salzburg Seminar in American Studies“ vier Wochen lang Internationale Jugendtheater-Festspiele im Studio St. Peter (heute Franziskanerkloster) und im Gartentheater des Schlosses Leopoldskron. Nach einer Idee von Helene Thimig traten dabei Schauspielschüler aus Italien, England, Irland, Deutschland, Frankreich und Österreich auf; einen der künstlerischen Höhepunkte bildete Marcel Marceaus „Pantomimes de Bip“. Das Salzburger Schauspielseminar führt Friedrich Schillers Lustspiel „Der Parasit oder die Kunst sein Glück zu machen“ mit Hilde Esterhazy, Therese Stangl, Günther Bauer, Herbert Fux u. a., in der Inszenierung von Rudolf E. Leisner, auf.

Bildergalerie

weitere Bilder

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 Schloss Leopoldskron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Literatur

  • Die Akte Leopoldskron. Max Reinhardt – Das Schloss – Arisierung & Restitution Verlag Anton Pustet 2011, ISBN 978-3-7025-0509-7.
  • Herrin auf Schloss Leopoldskron. In: Martha Schad: Hitlers Spionin. Das Leben der Stephanie von Hohenlohe, München 2002, S. 104-118, ISBN 3-453-21165-0.

Quellen und Fußnoten

  1. Quelle www.schloss-leopoldskron.com
  2. Quelle Salzburger Volksblatt, Sonderausgabe anlässlich der 100-Jahr-Feier am 29. Dezember 1970
  3. Buch Die Welt zu Gast in Salzburg, Beitrag Theodor Storm
  4. Quelle www.salzburg-rundgang.at
  5. Herrin auf Schloss Leopoldskron. In: Martha Schad: Hitlers Spionin, München 2002, S. 104-118.

Weblinks