Salzburger Glockenspiel: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Salzburger Glockenspiel''' wurde von Erzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] [[1695]] über Mittelsmänner beim Antwerpener (Belgien) Glockengießer Melchior de Haze gekauft.
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[[Bild:Glockenspiel.jpg|thumb|250px|das Glockenspiel am [[Residenzplatz]], im Vordergrund der [[Residenzbrunnen]]]]Das '''[[Glockenspiel]]''' in der [[Altstadt]] von [[Salzburg]] am [[Residenzplatz]] entstand aus einem von [[Wolf Dietrich von Raitenau]] dem Bau vorgesetzten Turm, der ursprünglich fünfgeschoßig war.
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Es besteht aus 35 Glocken mit der Aufschrift "Melchior de Haze me fecit, [[1688]] und [[1689]]. Ihre Tonreihe umfasst drei Oktaven mit allen Halbtönen.
 
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Das Uhrwerk, das mit Hilfe einer Vorrichtung des Uhrmachers Johann Baptist Fischer heute wie damals pünktlich um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr das Spielwerk auslöst, wurde [[1873]] aufgestellt.
 
Das Uhrwerk, das mit Hilfe einer Vorrichtung des Uhrmachers Johann Baptist Fischer heute wie damals pünktlich um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr das Spielwerk auslöst, wurde [[1873]] aufgestellt.
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==Besichtigung und Spielzeiten==
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Der Glockenspielturm kann derzeit nicht besichtigt werden, weil das Glockenspiel einer umfassenden Restaurierung unterzogen wird. Am [[18. Dezember]] [[2008]] wurden die Glocken herunter gehoben und nach Wien transportiert. Das Antriebswerk folgte im Frühjahr [[2009]]. Die Wiederinbetriebnahme ist im Frühjahr [[2010]] geplant. Dann erklingt es wieder täglich pünktlich um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr.
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==Die Technik==
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Das Salzburger Glockenspiel besteht aus 35 Glocken und wird über ein Walze und eine mechanische, später eine elektrische Uhr gesteuert. Die Glocken umfassen drei Oktaven mit fast allen Halbtönen. Im [[18. Jahrhundert]] bestand die Möglichkeit über eine Handspielanlage Konzerte zu geben. Diese Art der Bespielung war bereits vom Glockengießer Melchior de Haze vorgesehen und kam im [[19. Jahrhundert]] ab. Wann ist leider nicht überliefert. Immer wieder wurde über die nicht ganz harmonische Stimmung des Glockenspiels gerätselt. Spieß wies darauf hin, dass die Glocken vor [[1690]] im "sogenannten Chorton" gestimmt waren und die "gleichschwebende" Stimmung nach dem Quintenzirkel erst zu dieser Zeit aufkam. Das mechanische Werk besteht aus der Uhr, dem Antriebsmechanismus mit Wellbaum, dem Hammerwerk samt Federn, Drahtwerk, Zungen und der großen Walze mit den Stacheln. Diese lösen über ursprünglich Seilzug, heute über Abstrakte, Kadenzen und Glockenketten den Hammschlag auf die jeweilige Glocke aus. Bei jeder Glocke, außer der größten, befinden sich zwei gleich große eiserne Hämmer. Das Gewicht der großen Hämmer zieht die Kette, das Gestänge (Kadenzen), Abstrakte und die Claves wieder in die Ausgangsposition zurück.
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[[Bild:Glockenspiel-Werk.jpg|thumb|250px|Antriebswerk und Walze des Glockenspiels im heutigen Zustand]]
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==Der Stiftungsbrief von 1702==
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"''Wür Johann Ernst von Gottes Gnaden Erzbischof zu Salzburg Legat des heiligen apostolischen Stuhls zu Rom ec. ec. Urkunden und Bekennen hiemit, daß Wür zur Bezaigung und Unserer guten Affection Unserer Ehrsam und getreuen Landschaft ein von Uns in Niderland erkauft und mit zimlichen Unkosten allher verbrachtes Gloggenspiel oder Carillon sambt Vier Tausend [[Gulden]] dergestalten geschenkht und Ueberlassen haben, das [sic!] jezermeltes Capital an sichern Orthen Unsers Erz-Stifts angelegt, und von den hievon jährlich fallenden jnteresse berühmtes Gloggenspiel in all- und jedem gebührend unterhalten werden solle; thuen solche Donation und Ueberlassung auch Kraft diess auf mass und weis, wie es von Rechts und gewohnheit wegen am Kräftigst, und beständigsten geschehen solln khan oder mag: jedoch mit der ausdrükhlichen Condition und Bedingnuß, dass im fall obersagt; Unsren Landschaft solches Gloggenspiel mit angeregten Interesse nicht mehr Unterhalten wollte, selbiges sodann mit denen Vier tausend Gulden dem von Uns neu gestifteten St. Johanns Spital zu Mülln zuefallen, auch außer Lands versilbert, und das daraus erlösende Geld zu dem ende mehrangezogenen Capital der vier Tausend Gulden addirt werden solle, damit von den jährlichen Ertragnuss im gedachten Spital mehr Krankenwärther und Warterinen aufgestellt und gehalten oder andere Nothdurften alldort besser bestritten werden mögen.''
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''Zu Urkundt haben Wür diesen Donation-Brief eigenhändig Unterschrieben und mit Unseren angehängt fürstl. Secret Insigl bekräftigen lassen.''
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''Actum in Unserer Stadt salzburg den zwanzigsten Monatstag Februarii 1702.''<br>
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''Ernst.''"
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
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* Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg
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* Zauner, Thaddäus: Chronik von Salzburg, Bd. IX.-Salzburg 1818, S. 522/23
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* Gerhard Plasser: Das Salzburger Glockenspiel, Manuskript im Salzburg Museum, 2007
 
{{Quelle Kulturlexikon}}
 
{{Quelle Kulturlexikon}}
 
* [http://www.salzburg.info/sehenswertes_35.htm Salzburg Stadtinfo]
 
* [http://www.salzburg.info/sehenswertes_35.htm Salzburg Stadtinfo]
  
[[Kategorie:Tourismus|Glockenspiel, Salzburger]]
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[[Kategorie:Salzburg|Glockenspiel]]
[[Kategorie:Altstadt|Glockenspiel, Salzburger]]
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[[Kategorie:Altstadt|Glockenspiel]]
[[Kategorie:Gebäude|Glockenspiel, Salzburger]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg|Glockenspiel]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit|Glockenspiel, Salzburger]]
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[[Kategorie:Architektur|Glockenspiel]]
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[[Kategorie:historische Gebäude|Glockenspiel]]
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[[Kategorie:Turm|Glockenspiel]]
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[[Kategorie:Technik|Glockenspiel]]
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[[Kategorie:Tourismus|Glockenspiel]]
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[[Kategorie:Sehenswürdigkeit|Glockenspiel]]

Version vom 11. November 2009, 20:02 Uhr

das Glockenspiel am Residenzplatz, im Vordergrund der Residenzbrunnen

Das Glockenspiel in der Altstadt von Salzburg am Residenzplatz entstand aus einem von Wolf Dietrich von Raitenau dem Bau vorgesetzten Turm, der ursprünglich fünfgeschoßig war.

Geschichte

1701 wurde diesem Turm ein Achteckaufbau in offenen Rundbogenarkaden aufgesetzt und mit 35 Glocken des Antwerpener Gießers Melchior des Haze (1688 - 1689) versehen, die Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein über Mittelsmänner anfertigen ließ und welche dann der Salzburger Hofuhrmacher Jeremias Sauter hier zusammenbaute. Im Erdgeschoß ist dem Turm ein Arkadengang vorgestellt, der das Eingangsportal für das Salzburger Heimatwerk bildet.

Es besteht aus 35 Glocken mit der Aufschrift "Melchior de Haze me fecit, 1688 und 1689. Ihre Tonreihe umfasst drei Oktaven mit allen Halbtönen.

Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein ließ den unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau errichteten Turm um zwei Stockwerke erhöhen und beauftragte den Salzburger Hofuhrmacher Jeremias Sauter, die Mechanik anzufertigen. Dieser bohrte die zum Betrieb notwendigen 7.964 Löcher. Der Glockengießer Benedikt Eisenberger und der Büchsenmacher Franz Sulzer fertigten die Messingwalze und 1704 erklang das Glockenspiel zum ersten Mal.

Seit 1705 spielt nun das Glockenspiel, derzeit etwa 40 Musikstücke, von denen etliche von Johann Michael Haydn und Vater und Sohn Mozart extra komponiert worden sind. Die gespielten Mozart-Stücke sind Bearbeitungen aus dem 19. Jahrhundert.

Das Uhrwerk, das mit Hilfe einer Vorrichtung des Uhrmachers Johann Baptist Fischer heute wie damals pünktlich um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr das Spielwerk auslöst, wurde 1873 aufgestellt.

Besichtigung und Spielzeiten

Der Glockenspielturm kann derzeit nicht besichtigt werden, weil das Glockenspiel einer umfassenden Restaurierung unterzogen wird. Am 18. Dezember 2008 wurden die Glocken herunter gehoben und nach Wien transportiert. Das Antriebswerk folgte im Frühjahr 2009. Die Wiederinbetriebnahme ist im Frühjahr 2010 geplant. Dann erklingt es wieder täglich pünktlich um 7.00, 11.00 und 18.00 Uhr.

Die Technik

Das Salzburger Glockenspiel besteht aus 35 Glocken und wird über ein Walze und eine mechanische, später eine elektrische Uhr gesteuert. Die Glocken umfassen drei Oktaven mit fast allen Halbtönen. Im 18. Jahrhundert bestand die Möglichkeit über eine Handspielanlage Konzerte zu geben. Diese Art der Bespielung war bereits vom Glockengießer Melchior de Haze vorgesehen und kam im 19. Jahrhundert ab. Wann ist leider nicht überliefert. Immer wieder wurde über die nicht ganz harmonische Stimmung des Glockenspiels gerätselt. Spieß wies darauf hin, dass die Glocken vor 1690 im "sogenannten Chorton" gestimmt waren und die "gleichschwebende" Stimmung nach dem Quintenzirkel erst zu dieser Zeit aufkam. Das mechanische Werk besteht aus der Uhr, dem Antriebsmechanismus mit Wellbaum, dem Hammerwerk samt Federn, Drahtwerk, Zungen und der großen Walze mit den Stacheln. Diese lösen über ursprünglich Seilzug, heute über Abstrakte, Kadenzen und Glockenketten den Hammschlag auf die jeweilige Glocke aus. Bei jeder Glocke, außer der größten, befinden sich zwei gleich große eiserne Hämmer. Das Gewicht der großen Hämmer zieht die Kette, das Gestänge (Kadenzen), Abstrakte und die Claves wieder in die Ausgangsposition zurück.

Antriebswerk und Walze des Glockenspiels im heutigen Zustand

Der Stiftungsbrief von 1702

"Wür Johann Ernst von Gottes Gnaden Erzbischof zu Salzburg Legat des heiligen apostolischen Stuhls zu Rom ec. ec. Urkunden und Bekennen hiemit, daß Wür zur Bezaigung und Unserer guten Affection Unserer Ehrsam und getreuen Landschaft ein von Uns in Niderland erkauft und mit zimlichen Unkosten allher verbrachtes Gloggenspiel oder Carillon sambt Vier Tausend Gulden dergestalten geschenkht und Ueberlassen haben, das [sic!] jezermeltes Capital an sichern Orthen Unsers Erz-Stifts angelegt, und von den hievon jährlich fallenden jnteresse berühmtes Gloggenspiel in all- und jedem gebührend unterhalten werden solle; thuen solche Donation und Ueberlassung auch Kraft diess auf mass und weis, wie es von Rechts und gewohnheit wegen am Kräftigst, und beständigsten geschehen solln khan oder mag: jedoch mit der ausdrükhlichen Condition und Bedingnuß, dass im fall obersagt; Unsren Landschaft solches Gloggenspiel mit angeregten Interesse nicht mehr Unterhalten wollte, selbiges sodann mit denen Vier tausend Gulden dem von Uns neu gestifteten St. Johanns Spital zu Mülln zuefallen, auch außer Lands versilbert, und das daraus erlösende Geld zu dem ende mehrangezogenen Capital der vier Tausend Gulden addirt werden solle, damit von den jährlichen Ertragnuss im gedachten Spital mehr Krankenwärther und Warterinen aufgestellt und gehalten oder andere Nothdurften alldort besser bestritten werden mögen.

Zu Urkundt haben Wür diesen Donation-Brief eigenhändig Unterschrieben und mit Unseren angehängt fürstl. Secret Insigl bekräftigen lassen.

Actum in Unserer Stadt salzburg den zwanzigsten Monatstag Februarii 1702.
Ernst."

Quellen