Kaiviertel: Unterschied zwischen den Versionen

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== Ausdehnung ==
 
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Es umfasst das Gebiet im Osten einer vom [[Mozartplatz]] nach Süden zum [[Festungsberg]] hin gesteckten geraden Linie, beidseits der [[Kaigasse]] bis zum [[Kajetanerplatz]], im Norden begrenzt durch den [[Rudolfskai]] und die Salzach. Innerhalb des Kaiviertels bildet die alte [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauer]] eine heute nicht mehr als solche gesehene Grenzlinie, die es im zeitlichem Kontext ermöglicht, zwischen dem historischen Kaiviertel aus dem [[Mittelalter]], sowie der Erweiterung des Kaiviertel im [[19. Jahrhundert]] zu unterscheiden. Das historische Kaiviertel war jedenfalls kleiner als heute.     
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Es umfasst das Gebiet vom ehemaligen [[Michaelitor]] am Ostende des [[Mozartplatz]]es nach Süden dem Verlauf der [[Kaigasse]] folgend zum [[Festungsberg]], dort nach Osten beiderseits der Kaigasse bis zum [[Kajetanerplatz]], im Norden begrenzt durch den [[Rudolfskai]] an der [[Salzach]]. Im Osten bildet die [[Nonntaler Hauptstraße]] hin zum [[Rudolfsplatz]] die Grenze. Innerhalb des Kaiviertels bildet die alte [[Stadtmauern der Stadt Salzburg|Stadtmauer]] eine heute nicht mehr als solche gesehene Grenzlinie, die es im zeitlichem Kontext ermöglicht, zwischen dem historischen Kaiviertel aus dem [[Mittelalter]], sowie der Erweiterung des Kaiviertel im [[19. Jahrhundert]] zu unterscheiden. Das historische Kaiviertel war jedenfalls kleiner als heute.     
  
 
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==Geschichte ==
 
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Bereits zur [[Römer]]zeit, als Salzburg noch [[Iuvavum]] hieß, war das Kaiviertel von Bedeutung, da sich an der heutigen Kaigasse ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios (etwa im Gebiet des [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]]) befunden hatte. Unter [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abensberg|Konrad I.]] (1106 - 1147) entstanden im Kaiviertel Flächen für Landwirtschaft, die zur Deckung des Eigenbedarfs der der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abtei St. Peter]] dienten.  
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Bereits zur [[Römer]]zeit, als Salzburg noch [[Iuvavum]] hieß, war das Kaiviertel von Bedeutung, da sich an der heutigen Kaigasse ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios (etwa im Gebiet des [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]]) befunden hatte. Unter [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abensberg|Konrad I.]] (1106 - 1147) entstanden im Kaiviertel Flächen für Landwirtschaft, die zur Deckung des Eigenbedarfs der das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] dienten.  
  
 
Unter Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] (1200 - 1246) entwickelte sich dieses Viertel zu einer Art geistlichen Gesandschaftsviertel im Kai. Die [[Salzburger Kirchenprovinz|Eigenbistümer]] [[Eigenbistum Gurk|Gurk]], [[Bistum Chiemsee|Chiemsee]], [[Seckau |Seckau]] und [[Eigenbistum Lavant |Lavant]] erwarben oder bekamen vom Erzbischof Hausbesitz. Die [[Bischöfe von Chiemsee]] residierten im [[Chiemseehof]], der heute Sitz der [[Salzburger Landesregierung]] ist.   
 
Unter Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] (1200 - 1246) entwickelte sich dieses Viertel zu einer Art geistlichen Gesandschaftsviertel im Kai. Die [[Salzburger Kirchenprovinz|Eigenbistümer]] [[Eigenbistum Gurk|Gurk]], [[Bistum Chiemsee|Chiemsee]], [[Seckau |Seckau]] und [[Eigenbistum Lavant |Lavant]] erwarben oder bekamen vom Erzbischof Hausbesitz. Die [[Bischöfe von Chiemsee]] residierten im [[Chiemseehof]], der heute Sitz der [[Salzburger Landesregierung]] ist.   
 
   
 
   
Das Kaiviertel entwickelte sich entlang der einstigen Hauptstraße, die vom [[Domplatz]] durch die Kaigasse über den Kajetanerplatz, das  [[Erentrudis]]<nowiki>tor</nowiki> (später [[Kajetanertor]]) führte. Auf direktem Wege konnte man durch die enge [[Pfeifergasse]] dorthin gelangen. Vom Kajetanerplatz führte diese alte Hauptstraße durch die heutige [[Nonntaler Hauptstraße]] weiter nach [[Hallein]] sowie nach [[Berchtesgaden]].  
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Das Kaiviertel entwickelte sich entlang der einstigen Hauptstraße, die vom [[Domplatz]] durch die Kaigasse über den Kajetanerplatz, das  Erentrudistor (später [[Kajetanertor]]) führte. Auf direktem Wege konnte man vom heutigen Mozartplatz durch die enge [[Pfeifergasse]] dorthin gelangen. Vom Kajetanerplatz führte diese alte Hauptstraße durch die heutige Nonntaler Hauptstraße weiter nach [[Hallein]] sowie nach [[Berchtesgaden]].  
  
In der [[Gründerzeit]], nachdem der [[Rudolfskai]] errichtet worden war, entwickelte sich der bisher außerhalb der alten Stadtmauern gelegene, neuere Teil mit [[Sebastian-Stief-Gasse]], [[Basteigasse]] und [[Landhausgasse]].
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In der [[Gründerzeit]], nachdem der Rudolfskai durch die [[Salzachregulierung]] errichtet worden war, entwickelte sich der bisher außerhalb der alten Stadtmauern gelegene, neuere Teil mit [[Sebastian-Stief-Gasse]], [[Basteigasse]] und [[Landhausgasse]].
  
 
[[1905]] zeigte das älteste noch existierende Kino in der Stadt Salzburg erstmals ''laufende Bilder''. Damals wurden sie in Räumen des heutigen [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]] gezeigt, später entstand das eigenständige [[Mozartkino]].
 
[[1905]] zeigte das älteste noch existierende Kino in der Stadt Salzburg erstmals ''laufende Bilder''. Damals wurden sie in Räumen des heutigen [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]] gezeigt, später entstand das eigenständige [[Mozartkino]].
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Eine kurze Gasse außerhalb der [[Stadtbefestigungen|alten Stadtmauer]], eine von der [[Sebastian-Stief-Gasse]] abzweigende Gasse zum [[Rudolfskai]] führend.
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Eine kurze Gasse außerhalb der alten Stadtmauer, eine von der Sebastian-Stief-Gasse abzweigende Gasse zum Rudolfskai führend.
  
 
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In dieser kleinen von der Kaigasse Richtung [[Festung Hohensalzburg]] abzweigenden Gasse wohnten früher vorwiegend [[Domherr]]en; daher auch der Name.
 
In dieser kleinen von der Kaigasse Richtung [[Festung Hohensalzburg]] abzweigenden Gasse wohnten früher vorwiegend [[Domherr]]en; daher auch der Name.
  
 
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: ''Hauptartikel [[Kaigasse]]''
 
Die Kaigasse war die wichtigste Straße des Viertels, an der auch die Höfe der Domherren standen.  
 
Die Kaigasse war die wichtigste Straße des Viertels, an der auch die Höfe der Domherren standen.  
  
 
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: ''Hauptartikel [[Krotachgasse]]''
Diese kurze Gasse führt von der Kaigasse zur [[Chiemseegasse]] und ist der Zugang zu den drei [[Domherrenhäuser|Domherrenhöfen]] von [[Salzburger Domherren]]:
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Diese kurze Gasse führt von der Kaigasse zur [[Chiemseegasse]] und ist der Zugang zu den drei [[Domherrenhäuser|Domherrenhöfen]] von [[Salzburger Domherren]],  
* dem [[Gurkerhof]], der dem Bischof von Gurk gehörte
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die sich jährlich mindestens drei Monate in der Stadt Salzburg aufhalten mussten dazu entsprechende Häuser benötigten.
* dem [[Berchtesgadener Hof]], der dem Propst von [[Berchtesgaden]] gehörte
 
* dem [[Chiemseehof]], der dem [[Bischöfe von Chiemsee|Bischof von Chiemsee]] gehörte
 
Die [[Salzburger Domherren]] mussten sich jährlich mindestens drei Monate in der Stadt Salzburg aufhalten und benötigten dazu entsprechende Häuser.
 
  
 
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Sie ist nur kurz und verbindet Basteigasse und Rudolfskai miteinander.  
 
Sie ist nur kurz und verbindet Basteigasse und Rudolfskai miteinander.  
  
 
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Sie führt vom  [[Mozartplatz]] zum  Kajetanerplatz  und hat ihren Namen von der Frau eines Stadtpfeifers, die der Stadt große Stiftungen hinterlassen hatte.
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Sie führt vom  Mozartplatz  zum  Kajetanerplatz  und hat ihren Namen von der Frau eines Stadtpfeifers, die der Stadt große Stiftungen hinterlassen hatte.
  
 
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===Doktor-Wilfried-Haslauer-Platz===
 
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: ''Hauptartikel: [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Platz]]''
Sie ist etwa Mitte der Pfeifergasse  am Ende der  Chiemseegasse gelegen und nach dem [[Landeshauptmann]] Dr. [[Wilfried Haslauer senior|Wilfried Haslauer]] benannt.  
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Sie befindet sich etwa Mitte der Pfeifergasse  am östlichen Ende der  Chiemseegasse und nach dem [[Landeshauptmann]] Dr. [[Wilfried Haslauer senior|Wilfried Haslauer]] benannt.  
  
 
===Kajetanerplatz===
 
===Kajetanerplatz===
: ''Hauptartikel: [[Kajetanerplatz]]
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: ''Hauptartikel [[Kajetanerplatz]]''
Der Kajetanerplatz, am Ende der Kaigasse, weiter in Richtung Osten, begrenzt das Kaiviertel.
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Der Kajetanerplatz weiter in Richtung Osten, am Ende der Kaigasse, begrenzt das Kaiviertel.
  
 
===Papagenoplatz===
 
===Papagenoplatz===
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Der Papagenoplatz entstand durch schwere [[Bomben auf Salzburg|Bombentreffer]] [[1944]]. Heute steht dort der  [[Papagenobrunnen]], den [[1960]] die Salzburger Bildhauerin [[Hilde Heger]] geschaffen hat. Weiters befindet sich dort der [[Zirkelwirt]], welcher [[1647]] erstmals erwähnt wird.
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Der Papagenoplatz entstand durch schwere Bombentreffer [[1944]]. Heute steht dort der  [[Papagenobrunnen]], den [[1960]] die Salzburger Bildhauerin [[Hilde Heger]] geschaffen hat. Weiters befindet sich dort der [[Zirkelwirt]], welcher [[1647]] erstmals erwähnt wird.
  
 
==Bauten==
 
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===Chiemseehof===
 
===Chiemseehof===
: ''Hauptartikel: [[Chiemseehof]]''
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: ''Hauptartikel [[Chiemseehof]]''
Im Chiemseehof, ehemals Sitz der [[Bischöfe von Chiemsee]], ist heute der Sitz der [[Salzburger Landesregierung]], des Salzburger [[Landeshauptmann]] und des [[Salzburger Landtag]], insgesamt der Gebietskörperschaft [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]].
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Im Chiemseehof, ehemals Sitz der Bischöfe von Chiemsee, ist heute der Sitz der Salzburger Landesregierung, des Salzburger Landeshauptmann und des [[Salzburger Landtag]]s, insgesamt der Gebietskörperschaft [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]].
  
 
=== Gewerbeschule Salzburg ===
 
=== Gewerbeschule Salzburg ===
: ''Hauptartikel: [[Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg]], untergebracht in der ehemaligen [[Gewerbeschule Salzburg]].
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: ''Hauptartikel[[Gewerbeschule Salzburg]]''
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Heute ist die [[Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg]] in der ehemaligen Gewerbeschule untergebracht.
  
 
== Persönlichkeiten mit Bezug zum Kaiviertel ==
 
== Persönlichkeiten mit Bezug zum Kaiviertel ==
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* [[Universitätsbibliothek]] Salzburg - Graphiksammlung, G 228 II: <br />
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: Ansicht von Salzburg, um 1575. Unsigniertes Blatt. Kolorierter Kupferstich aus den "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Franz Hogenberg, zugeschrieben dem Marcus Setznagel, Köln, um 1575 (vergleiche: linke Bildhälfte) [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G228II.jpg das Bild]
 
: Ansicht von Salzburg, um 1575. Unsigniertes Blatt. Kolorierter Kupferstich aus den "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Franz Hogenberg, zugeschrieben dem Marcus Setznagel, Köln, um 1575 (vergleiche: linke Bildhälfte) [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G228II.jpg das Bild]
  

Version vom 20. November 2016, 21:52 Uhr

Kartenausschnitt Salzburger Altstadt
Blick vom Nonnberg auf das Kaiviertel: im Bildmittelpunkt ist die Kajetanerkirche zu sehen, um die herum sich das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder befindet; recht Bauarbeiten zur Errichtung der Parkgarage der Barmherzigen Brüder.
Datei:Chiemseehof und Berchtesgadener Hof Neubau und Gurkerhof Neubau von der Festung Hohensalzburg.jpg
rechts der Chiemseehof, links der rot gedeckte Bau der Berchtesgadener Hof Neubau und rechts daneben der längsgestreckte weiße Bau der Gurkerhof Neubau im Kaiviertel

Das Kaiviertel ist ein Teil der am linken Salzachufer gelegenen Salzburger Altstadt.

Ausdehnung

Es umfasst das Gebiet vom ehemaligen Michaelitor am Ostende des Mozartplatzes nach Süden dem Verlauf der Kaigasse folgend zum Festungsberg, dort nach Osten beiderseits der Kaigasse bis zum Kajetanerplatz, im Norden begrenzt durch den Rudolfskai an der Salzach. Im Osten bildet die Nonntaler Hauptstraße hin zum Rudolfsplatz die Grenze. Innerhalb des Kaiviertels bildet die alte Stadtmauer eine heute nicht mehr als solche gesehene Grenzlinie, die es im zeitlichem Kontext ermöglicht, zwischen dem historischen Kaiviertel aus dem Mittelalter, sowie der Erweiterung des Kaiviertel im 19. Jahrhundert zu unterscheiden. Das historische Kaiviertel war jedenfalls kleiner als heute.

Name

Der Name Kai soll von Uferschutzbauten abgeleitet worden sein. Damit die Salzach nicht die Ufer auswaschen konnte, hat man diese mit einem Flechtwerk aus Reisig versehen, das man Gehag oder Gehai nannte. Aus diesen Worten entwickelte sich Kai[1].

Geschichte

Bereits zur Römerzeit, als Salzburg noch Iuvavum hieß, war das Kaiviertel von Bedeutung, da sich an der heutigen Kaigasse ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios (etwa im Gebiet des Hotels Kasererbräu) befunden hatte. Unter Erzbischof Konrad I. (1106 - 1147) entstanden im Kaiviertel Flächen für Landwirtschaft, die zur Deckung des Eigenbedarfs der das Stift St. Peter dienten.

Unter Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (1200 - 1246) entwickelte sich dieses Viertel zu einer Art geistlichen Gesandschaftsviertel im Kai. Die Eigenbistümer Gurk, Chiemsee, Seckau und Lavant erwarben oder bekamen vom Erzbischof Hausbesitz. Die Bischöfe von Chiemsee residierten im Chiemseehof, der heute Sitz der Salzburger Landesregierung ist.

Das Kaiviertel entwickelte sich entlang der einstigen Hauptstraße, die vom Domplatz durch die Kaigasse über den Kajetanerplatz, das Erentrudistor (später Kajetanertor) führte. Auf direktem Wege konnte man vom heutigen Mozartplatz durch die enge Pfeifergasse dorthin gelangen. Vom Kajetanerplatz führte diese alte Hauptstraße durch die heutige Nonntaler Hauptstraße weiter nach Hallein sowie nach Berchtesgaden.

In der Gründerzeit, nachdem der Rudolfskai durch die Salzachregulierung errichtet worden war, entwickelte sich der bisher außerhalb der alten Stadtmauern gelegene, neuere Teil mit Sebastian-Stief-Gasse, Basteigasse und Landhausgasse.

1905 zeigte das älteste noch existierende Kino in der Stadt Salzburg erstmals laufende Bilder. Damals wurden sie in Räumen des heutigen Hotels Kasererbräu gezeigt, später entstand das eigenständige Mozartkino.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Viertel bei Bombenangriffen schwer getroffen.

Mit der Errichtung von Pollern im Jahr 2010 wurde der bis dahin mehr oder weniger uneingeschränkt fließende Verkehr gestoppt und die Straße fast verkehrsfrei.

Seit vielen Jahren zieht das alljährlich stattfindende Kaiviertelfest Tausende Besucher an.

Gassen

alphabetisch geordnet

Basteigasse

Hauptartikel Basteigasse

Eine kurze Gasse außerhalb der alten Stadtmauer, eine von der Sebastian-Stief-Gasse abzweigende Gasse zum Rudolfskai führend.

Herrengasse

Hauptartikel Herrengasse

In dieser kleinen von der Kaigasse Richtung Festung Hohensalzburg abzweigenden Gasse wohnten früher vorwiegend Domherren; daher auch der Name.

Kaigasse

Hauptartikel Kaigasse

Die Kaigasse war die wichtigste Straße des Viertels, an der auch die Höfe der Domherren standen.

Krotachgasse

Hauptartikel Krotachgasse

Diese kurze Gasse führt von der Kaigasse zur Chiemseegasse und ist der Zugang zu den drei Domherrenhöfen von Salzburger Domherren, die sich jährlich mindestens drei Monate in der Stadt Salzburg aufhalten mussten dazu entsprechende Häuser benötigten.

Landhausgasse

Hauptartikel Landhausgasse

Sie ist nur kurz und verbindet Basteigasse und Rudolfskai miteinander.

Pfeifergasse

Hauptartikel Pfeifergasse

Sie führt vom Mozartplatz zum Kajetanerplatz und hat ihren Namen von der Frau eines Stadtpfeifers, die der Stadt große Stiftungen hinterlassen hatte.

Schanzlgasse

Hauptartikel: Schanzlgasse

Die Schanzlgasse führt vom Kajetanerplatz am Ende der Kaigasse (und des Kaiviertels) nach Nonntal.

Sebastian-Stief-Gasse

Hauptartikel: Sebastian-Stief-Gasse

Eine kurze Gasse vom Rudolfskai zur Kaigasse, benannt nach dem Maler Sebastian Stief.

Plätze

Doktor-Wilfried-Haslauer-Platz

Hauptartikel: Dr.-Wilfried-Haslauer-Platz

Sie befindet sich etwa Mitte der Pfeifergasse am östlichen Ende der Chiemseegasse und nach dem Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer benannt.

Kajetanerplatz

Hauptartikel Kajetanerplatz

Der Kajetanerplatz weiter in Richtung Osten, am Ende der Kaigasse, begrenzt das Kaiviertel.

Papagenoplatz

Hauptartikel Papagenoplatz

Der Papagenoplatz entstand durch schwere Bombentreffer 1944. Heute steht dort der Papagenobrunnen, den 1960 die Salzburger Bildhauerin Hilde Heger geschaffen hat. Weiters befindet sich dort der Zirkelwirt, welcher 1647 erstmals erwähnt wird.

Bauten

Chiemseehof

Hauptartikel Chiemseehof

Im Chiemseehof, ehemals Sitz der Bischöfe von Chiemsee, ist heute der Sitz der Salzburger Landesregierung, des Salzburger Landeshauptmann und des Salzburger Landtags, insgesamt der Gebietskörperschaft Land Salzburg.

Gewerbeschule Salzburg

HauptartikelGewerbeschule Salzburg

Heute ist die Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg in der ehemaligen Gewerbeschule untergebracht.

Persönlichkeiten mit Bezug zum Kaiviertel

Der Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph Paracelsus hatte bei seinem ersten Aufenthalt in Salzburg 1524/1525 in Verbindung mit dem Rapplbad eine Praxis als Wundarzt im Haus Pfeifergasse 11.

Im heutige Amtsgebäude am Mozartplatz Nr. 8, das bereits zum Kaiviertel gehört, starb Constanze, die Witwe von Wolfgang Amadeus Mozart.

Bilder-Weblink

Ansicht von Salzburg, um 1575. Unsigniertes Blatt. Kolorierter Kupferstich aus den "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Franz Hogenberg, zugeschrieben dem Marcus Setznagel, Köln, um 1575 (vergleiche: linke Bildhälfte) das Bild

Quellen

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974

Fußnote

  1. Ein künstlich befestigtes Ufer im Hafen, siehe auch Wikipedia: Was ist ein Kai?


Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg