Kapuzinerbergtunnel: Unterschied zwischen den Versionen
K (Textersetzung - „Kategorie:Straße“ durch „Kategorie:Infrastruktur Kategorie:Straße“) Markierungen: Mobile Bearbeitung Mobile Web-Bearbeitung |
(erg ~~~~) |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Das Projekt '''Kapuzinerbergtunnel''', auch ''Citytunnel'', das Anfang des [[21. Jahrhundert]]s in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] immer wieder diskutiert wird, ist nicht neu. | Das Projekt '''Kapuzinerbergtunnel''', auch ''Citytunnel'', das Anfang des [[21. Jahrhundert]]s in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] immer wieder diskutiert wird, ist nicht neu. | ||
| − | ==Geschichte== | + | == Geschichte == |
| − | Bereits | + | Bereits bei der Stadterweiterung um [[1860]] wurde - nach dem Vorbild des [[Neutor]]es - über weitere Tunnels durch die [[Salzburger Stadtberge|Stadtberge]] nachgedacht. Die Überlegungen sahen zunächst zwei neue Brücken vor, um die damals schon stark frequentierte und überlastete [[Staatsbrücke|''ärarische "Stadtbrücke"'']] durch einen Neubau zu ersetzen und die linke [[Altstadt]] durch den Neubau einer zweiten Brücke, der späteren [[Karolinenbrücke]], vom Überlandverkehr und den schweren Fuhrwerken zu entlasten. Diese sollten nicht mehr über das [[Platzl]], sondern über [[Fürbergstraße]], [[Gaisbergstraße]] und [[Bürglsteinstraße]] rund um den Kapuzinerberg rollen. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18570317&query=%22Kapuzinerberg%22+%22Tunnel%22&seite=3 Neue Salzburger Zeitung, 17. März 1857]</ref> |
| + | |||
| + | [[1899]] gab es erstmals Überlegungen für einen Tunnel durch den Kapuzinerberg. | ||
| + | |||
| + | [[1932]] legte der Salzburger Architekt [[Martin Knoll]] eine Planung für ein mehrstöckiges Geschäfts- und Wohnhaus, sowie ein Hotel gelegen am ''Kapuzinerbergtunnel'' vor. Der Tunnel sollte von der [[Franz-Josef-Straße]] zur [[Imbergstraße]] führen. <ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=buw&datum=19320004&query=((text:kapuzinerbergtunnel))&ref=anno-search&seite=134 Bau- und Werkkunst, 1932]</ref> | ||
| + | |||
| + | Die Planungen gingen von Einwohnerzahlen von 200 000 und mehr für die Stadt Salzburg aus. | ||
| + | |||
| + | Ein Verkehrsplan von Siegfried Karl Huber aus dem Jahr [[1940]] sah zur Entlastung der Altstadt vom Fern- und Durchzugsverkehr verkehr ein System von drei Ringstraßen System vor. Der innere Ring hätte an der Franz-Josef-Straße beginnend den [[Kapuzinerberg]], sowie der Länge nach den [[Festungsberg]] und den [[Mönchsberg]] durchquert und den Ring nach dem [[Müllnersteg]] geschlossen. Der mittlere Ring hätte am [[Hauptbahnhof]] beginnend über [[St.-Julien-Straße]], [[Ignaz-Harrer-Straße]] nach Westen, sowie die [[Rudolf-Biebl-Straße]] und [[Moosstraße]] nach Süden verlaufen sollen. Der äußere Ring wäre über die damaligen Vororte [[Gnigl]] und [[Itzling]] im Norden, [[Liefering]], die [[Kleßheimer Allee]] und den [[Airport Salzburg|Flugplatz]] im Westen, sowie [[Leopoldskron]] und [[Morzg]] im Süden geplant gewesen. Insgesamt wurden drei neue Tunnels und fünf neue Brücken damals als zweckmäßig angesehen. Die im Westen der Stadt verwirklichte Stadtautobahn hätte nach diesem Plan am Fuß des [[Gaisberg]]s entlang ihre Fortsetzung als äußerer Ring gefunden. | ||
Am [[11. August]] [[1947]] beschloss der gemeinderätliche Hauptausschuss die Errichtung eines Tunnels in Verlängerung der [[Nonntaler Brücke]] bis zur [[Franz-Josef-Straße]]. Die Tunnelbreite soll 16 Meter (Fahrbahn zehn Meter plus beidseitige Rad- und Gehwege), die Höhe neun Meter betragen. Der Baubeginn für den Richtstollen ist noch für 1947 vorgesehen. Das Projekt wurde [[1949]] aus Geldmangel eingestellt. | Am [[11. August]] [[1947]] beschloss der gemeinderätliche Hauptausschuss die Errichtung eines Tunnels in Verlängerung der [[Nonntaler Brücke]] bis zur [[Franz-Josef-Straße]]. Die Tunnelbreite soll 16 Meter (Fahrbahn zehn Meter plus beidseitige Rad- und Gehwege), die Höhe neun Meter betragen. Der Baubeginn für den Richtstollen ist noch für 1947 vorgesehen. Das Projekt wurde [[1949]] aus Geldmangel eingestellt. | ||
| Zeile 30: | Zeile 38: | ||
* [[Kapuzinerberg-Parkgarage]] mit einem ausführlichen Pressemeldung der Wirtschaftskammer Salzburg | * [[Kapuzinerberg-Parkgarage]] mit einem ausführlichen Pressemeldung der Wirtschaftskammer Salzburg | ||
| − | ==Weblink== | + | == Weblink == |
{{homepage|http://www.kapuzinerbergtunnel.at}} | {{homepage|http://www.kapuzinerbergtunnel.at}} | ||
* [http://www.salzburg.gv.at/kapuzinerbergtunnel Webseite des Landes Salzburg über das Planungsprojekt Kapuzinerbergtunnel] | * [http://www.salzburg.gv.at/kapuzinerbergtunnel Webseite des Landes Salzburg über das Planungsprojekt Kapuzinerbergtunnel] | ||
| − | ==Quellen== | + | == Quellen == |
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/themen/bildung_forschung/t2_89747/t2_166675/t2_166678/t2_166140/t2_158813/t2_158861/p2_158914.htm www.stadt-salzburg.at] | * [http://www.stadt-salzburg.at/internet/themen/bildung_forschung/t2_89747/t2_166675/t2_166678/t2_166140/t2_158813/t2_158861/p2_158914.htm www.stadt-salzburg.at] | ||
* {{Quelle SN|11. Jänner 2012}} | * {{Quelle SN|11. Jänner 2012}} | ||
| Zeile 40: | Zeile 48: | ||
* Lohmann, Harald, u.a.: ''Parsch erzählt''. Geschichte und Geschichten eines Salzburger Stadtteils. Salzburg 2008. | * Lohmann, Harald, u.a.: ''Parsch erzählt''. Geschichte und Geschichten eines Salzburger Stadtteils. Salzburg 2008. | ||
* {{Quelle SN|15. Oktober 2011}} | * {{Quelle SN|15. Oktober 2011}} | ||
| + | |||
| + | == Fußnoten == | ||
| + | <references/> | ||
| + | |||
[[Kategorie:Verkehr]] | [[Kategorie:Verkehr]] | ||
Version vom 7. März 2019, 23:53 Uhr
Das Projekt Kapuzinerbergtunnel, auch Citytunnel, das Anfang des 21. Jahrhunderts in der Stadt Salzburg immer wieder diskutiert wird, ist nicht neu.
Geschichte
Bereits bei der Stadterweiterung um 1860 wurde - nach dem Vorbild des Neutores - über weitere Tunnels durch die Stadtberge nachgedacht. Die Überlegungen sahen zunächst zwei neue Brücken vor, um die damals schon stark frequentierte und überlastete ärarische "Stadtbrücke" durch einen Neubau zu ersetzen und die linke Altstadt durch den Neubau einer zweiten Brücke, der späteren Karolinenbrücke, vom Überlandverkehr und den schweren Fuhrwerken zu entlasten. Diese sollten nicht mehr über das Platzl, sondern über Fürbergstraße, Gaisbergstraße und Bürglsteinstraße rund um den Kapuzinerberg rollen. [1]
1899 gab es erstmals Überlegungen für einen Tunnel durch den Kapuzinerberg.
1932 legte der Salzburger Architekt Martin Knoll eine Planung für ein mehrstöckiges Geschäfts- und Wohnhaus, sowie ein Hotel gelegen am Kapuzinerbergtunnel vor. Der Tunnel sollte von der Franz-Josef-Straße zur Imbergstraße führen. [2]
Die Planungen gingen von Einwohnerzahlen von 200 000 und mehr für die Stadt Salzburg aus.
Ein Verkehrsplan von Siegfried Karl Huber aus dem Jahr 1940 sah zur Entlastung der Altstadt vom Fern- und Durchzugsverkehr verkehr ein System von drei Ringstraßen System vor. Der innere Ring hätte an der Franz-Josef-Straße beginnend den Kapuzinerberg, sowie der Länge nach den Festungsberg und den Mönchsberg durchquert und den Ring nach dem Müllnersteg geschlossen. Der mittlere Ring hätte am Hauptbahnhof beginnend über St.-Julien-Straße, Ignaz-Harrer-Straße nach Westen, sowie die Rudolf-Biebl-Straße und Moosstraße nach Süden verlaufen sollen. Der äußere Ring wäre über die damaligen Vororte Gnigl und Itzling im Norden, Liefering, die Kleßheimer Allee und den Flugplatz im Westen, sowie Leopoldskron und Morzg im Süden geplant gewesen. Insgesamt wurden drei neue Tunnels und fünf neue Brücken damals als zweckmäßig angesehen. Die im Westen der Stadt verwirklichte Stadtautobahn hätte nach diesem Plan am Fuß des Gaisbergs entlang ihre Fortsetzung als äußerer Ring gefunden.
Am 11. August 1947 beschloss der gemeinderätliche Hauptausschuss die Errichtung eines Tunnels in Verlängerung der Nonntaler Brücke bis zur Franz-Josef-Straße. Die Tunnelbreite soll 16 Meter (Fahrbahn zehn Meter plus beidseitige Rad- und Gehwege), die Höhe neun Meter betragen. Der Baubeginn für den Richtstollen ist noch für 1947 vorgesehen. Das Projekt wurde 1949 aus Geldmangel eingestellt.
Im Gesamtverkehrsplan 1976 feierte der Kapuzinerbergtunnel eine Wiederauferstehung. Von der Nonntaler Brücke sollte demnach eine Unterflurtrasse den Volksgarten unterqueren und die Straße in der Folge durch den Berg führen. Eine Initiative "Rettet den Volksgarten" setzte diesen Träumen wieder ein Ende.
Die Zunahme des Verkehrs vor allem in der Eberhard-Fugger-Straße und in der Imbergstraße entfachte die Debatte um den Tunnel aber auch danach immer wieder aufs Neue, erreichten aber nie das Stadium konkreter Umsetzungsschritte. Auch 1988 beschloss der Gemeinderat lediglich die Erstellung einer Vorstudie. In dieser Variante sollte der Tunnel (mittlerweile "Citytunnel" genannt) im Süden unter der Salzach fortgeführt und am westlichen Ufer in die Achse Hellbrunner Straße/Alpenstraße münden.
Nach 2000 war der Tunnel vor allem im Zusammenhang mit der Errichtung einer dadurch erschlossenen Busgarage im Kapuzinerberg mit Ausgängen in Richtung Steingasse und Mozartsteg ein Thema. Am 16. September 2003 verabschiedete der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss.
Unter den Subventionen des Landes Salzburgs 2009 findet sich ein Posten von 50.000 Euro für die Wirtschaftskammer Salzburg für Busgarage Citytunnel Kapuzinerberg.
Am 21. Jänner 2010 wurde eine überregionale Verkehrsstudie präsentiert, in der der Kapuzinerbergtunnel als Achse für den privaten Autoverkehr fungieren soll, während Schwarzstraße und Giselakai einer oberirdischen Stadtbahn vorbehalten blieben.
Im Herbst 2011 hieß es dann zunächst, das Projekt Citytunnel sei gestorben. Und dies, obwohl erst gerade ein in Auftrag gegebene Studie der Stadt Salzburg um 300.000 Euro fertig gestellt worden war. Diese Studie meinte, der 785 Meter lange Tunnel sei technisch machbar, sinnvoll und für die Stadtentwicklung von zentraler Rolle. Allerdings müsste dazu die Karolinenbrücke ausgebaut, wahrscheinlich sogar neu gebaut werden und am Dr.-Franz-Rehrl-Platz entstünde ein gigantischer Kreisverkehr, der den Verkehr des Südportals des Tunnels in den Stadtverkehr integrieren müsste. Staus in der Hellbrunner Straße sowie in die Erzabt-Klotz-Straße, die 2011 sowieso schon allgegenwärtig sind, müssten durch eine "Umdrehung" des Verkehrs (Hellbrunner Straße stadteinwärts nicht wie bisher zweispurig, sondern nur mehr einspurig, dafür stadtauswärts zweispurig) in den Griff zu bekommen sein. So die Befürworter des Projekts, die Wirtschafts- und die Arbeiterkammer Salzburgs.
Aber noch einmal, Anfang 2012, kam der Kapuzinerbergtunnel ins Spiel. Die Stadt Salzburg hatte das Gebiet am geplanten Südportal des Tunnels neben dem Unfallkrankenhaus Salzburg zur Verbauung ausgeschrieben. Gegen das Siegerprojekt des Architektenbüros Storch, Ehlers & Partner aus Hannover, Deutschland, regte sich jedoch dann Widerstand. Anfang Jänner 2012 hatte dann das Land Salzburg ein Verfahren in die Wege geleitet, um die Trasse für den Kapuzinerbergtunnel freizuhalten. Damit wäre dann eine Verbauung wie sie die Stadt Salzburg anstrebt, unmöglich.
Planungsdetails
Der Tunnel würde nach Südwesten in Kavernen über einen einen zentralen Kreisverkehr zu rund 100 Busstellplätzen, einem Busterminal im Berg sowie zu notwendigen Ausgängen erweitert werden. Schätzungen der Baukosten lagen 2011 bei 82 Mill. Euro. Für den Neubau der Karolinenbrücke wurden 17,5 Mill. Euro angesetzt, für die Neuregelungen der Ampelanlagen 500.000 Euro. Bauzeit beträgt 33 Monate.
Interessant
Obwohl bereits mehrere hunderttausend Euros in Studien und Planung investiert wurden, gab es noch überhaupt keine Gespräche mit den Grundeigentümern (Stand Oktober 2011).
Siehe auch
- Kapuzinerberg-Parkgarage mit einem ausführlichen Pressemeldung der Wirtschaftskammer Salzburg
Weblink
Quellen
- www.stadt-salzburg.at
- "Salzburger Nachrichten", 11. Jänner 2012
- www.kapuzinerbergtunnel.at
- Lohmann, Harald, u.a.: Parsch erzählt. Geschichte und Geschichten eines Salzburger Stadtteils. Salzburg 2008.
- "Salzburger Nachrichten", 15. Oktober 2011