| | Ob nun die Lösegelderpressung für den in Österreich gefangen gehaltenen englischen König Richard Löwenherz eine Sternstunde war, lasse ich einmal dahingestellt. Wiens Befreiung von den Türken war sicherlich eine solche. Dass unter Josef II. die Grundlagen für das heute noch geltende Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch geschaffen wurden, sehe ich auch als eine Sternstunde. Bei einem Treffen zwischen Minister Metternich und Kaiser [[Napoleon]] in Dresden konnte ich keine Sternstunde bemerken. Ja, der Bau der Semmeringbahn passt, der Selbstmord des Finanzministers Karl Ludwig Freiherr von Bruck im Jahr 1860 weniger, seine Leistung(en) möglicherweise schon; und so weiter; | | Ob nun die Lösegelderpressung für den in Österreich gefangen gehaltenen englischen König Richard Löwenherz eine Sternstunde war, lasse ich einmal dahingestellt. Wiens Befreiung von den Türken war sicherlich eine solche. Dass unter Josef II. die Grundlagen für das heute noch geltende Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch geschaffen wurden, sehe ich auch als eine Sternstunde. Bei einem Treffen zwischen Minister Metternich und Kaiser [[Napoleon]] in Dresden konnte ich keine Sternstunde bemerken. Ja, der Bau der Semmeringbahn passt, der Selbstmord des Finanzministers Karl Ludwig Freiherr von Bruck im Jahr 1860 weniger, seine Leistung(en) möglicherweise schon; und so weiter; |
| − | Mir kommt der Stil von Jelinik wie eine Mischung aus Fakten, eigener Vorstellung von Ereignissen und Unterhaltungscharakter vor. Wie sonst soll ich mir die ersten eineinhalb Seiten einer offensichtlich nie stattgefundenen Reise des „Herrn Karl“ auf der [[Großglockner Hochalpenstraße]] bei diesem Beitrag erklären? Das Titelbild des Buches zeigt übrigens die [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] mit Zuschauern eines [[Großglockner Skirennen|Abfahrtslaufes]] vom [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] zur [[Pasterze]], die zwischen [[1935]] und [[1949]] stattgefunden hatten. Elf einleitenden Zeilen beim Kapitel über [[Ferdinand Porsche]] drehen sich um die Wohnung von [[Sigmund Freud]]. Doch wie man später im Kapitel lesen kann, haben sich Porsche und Freud nie kennengelernt. Also warum dann die Freud’sche Wohnung? Dass Jelinik die Grundsteinlegung der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kapruner Tauernkraftwerke]] 1938 durch Generalfeldmarschall Göring als „Sternstunde“ bezeichnet, finde ich eigenartig. Diese „Sternstunde“ gebührte dem Salzburger [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] ([[1922]] bis [[1938]]), dessen ursprüngliche Idee der Großglockner Hochalpenstraße auf der Errichtung eines gigantischen Wasserkraftwerks im Bereich der [[Hohen Tauern]] basierte (mit den Kraftwerkstationen in Kaprun). Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt müssen in der Einleitung zu „[[Stille Nacht, Heilige Nacht|Stille Nacht]]“ mit dem Absingen des Liedes in Washington zu Weihnachten 1941 herhalten, NS-Propagandaminister Joseph Goebbels lässt es „zeitgleich“ über alle Reichssender erschallen, versehen mit markigen Sprüchen. War die Sternstunde also 1941? Die beiden Schöpfer des Liedes lässt Jelinek in der direkten Rede am [[24. Dezember]] [[1818]] miteinander plaudern, so, als wäre dieses Entstehungsgespräch wörtlich überliefert worden. Ist es aber nicht. | + | Mir kommt der Stil von Jelinik wie eine Mischung aus Fakten, eigener Vorstellung von Ereignissen und Unterhaltungscharakter vor. Wie sonst soll ich mir die ersten eineinhalb Seiten einer offensichtlich nie stattgefundenen Reise des „Herrn Karl“ auf der [[Großglockner Hochalpenstraße]] bei diesem Beitrag erklären? Das Titelbild des Buches zeigt übrigens die [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] mit Zuschauern eines [[Großglockner Skirennen|Abfahrtslaufes]] vom [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] zur [[Pasterze]], die zwischen [[1935]] und [[1949]] stattgefunden hatten. Elf einleitenden Zeilen beim Kapitel über [[Ferdinand Porsche]] drehen sich um die Wohnung von [[Sigmund Freud]]. Doch wie man später im Kapitel lesen kann, haben sich Porsche und Freud nie kennengelernt. Also warum dann die Freud’sche Wohnung? Dass Jelinik die Grundsteinlegung der [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kapruner Tauernkraftwerke]] 1938 durch Generalfeldmarschall Göring als „Sternstunde“ bezeichnet, finde ich eigenartig. Diese „Sternstunde“ gebührte dem Salzburger [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] ([[1922]] bis [[1938]]), dessen ursprüngliche Idee der Großglockner Hochalpenstraße auf der Errichtung eines gigantischen Wasserkraftwerks im Bereich der [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] basierte (mit den Kraftwerkstationen in Kaprun). Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt müssen in der Einleitung zu „[[Stille Nacht, Heilige Nacht|Stille Nacht]]“ mit dem Absingen des Liedes in Washington zu Weihnachten 1941 herhalten, NS-Propagandaminister Joseph Goebbels lässt es „zeitgleich“ über alle Reichssender erschallen, versehen mit markigen Sprüchen. War die Sternstunde also 1941? Die beiden Schöpfer des Liedes lässt Jelinek in der direkten Rede am [[24. Dezember]] [[1818]] miteinander plaudern, so, als wäre dieses Entstehungsgespräch wörtlich überliefert worden. Ist es aber nicht. |
| | Sie sehen, Skepsis ist beim Lesen angebracht. Was ist Wahrheit und was ist Dichtung? Ich will die Arbeit von Jelinik nicht schmälern, aber wenn mir als Laie schon nachstehende Ungenauigkeiten auffallen, was könnte noch eventuell nicht ganz korrekt sein? | | Sie sehen, Skepsis ist beim Lesen angebracht. Was ist Wahrheit und was ist Dichtung? Ich will die Arbeit von Jelinik nicht schmälern, aber wenn mir als Laie schon nachstehende Ungenauigkeiten auffallen, was könnte noch eventuell nicht ganz korrekt sein? |