| Zeile 96: |
Zeile 96: |
| | | | |
| | === Oktober 2015 === | | === Oktober 2015 === |
| | + | * ''' 24. Oktober 2015, Samstag''': |
| | + | : ''' Salzburg''': In Salzburg haben am Samstagvormittag gegen 10:30 Uhr überraschend rund 1 200 Flüchtlinge das Notquartier in der Bahnhofsgarage verlassen und sich auf den Weg Richtung Grenze gemacht. Dort sammelten sich schließlich rund 1 500 Flüchtlinge. Das hat für heftige Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Polizei gesorgt. [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] hat am Abend erneut bekräftigt, dass die Flüchtlinge in der Bahnhofsgarage dezidiert von der Polizei aufgefordert wurden, zur Grenze zu gehen. |
| | + | : Bereits am Nachmittag machte Schaden seinem Ärger Luft: “''Wir wurden mit keiner Silbe informiert. Das macht alles kaputt, was wir bisher an funktionierender Ordnung im Flüchtlingstransit auf die Beine gestellt haben. Damit wird Deutschland von Wien aus provoziert und unter Druck gesetzt. Eine gezielte Provokation, die ich für absolut kontraproduktiv halte.''” |
| | + | :Augen- und Ohrenzeugen der örtlichen Einsatzleitung und Betreuer der Dolmetscher hätten bestätigt, dass mehrere Dolmetscher instruiert wurden, die Leute zum Gehen zu bewegen, betonte Schaden weiter. “''Menschen in Rollstühlen und auf Krücken wollten die Garage eigentlich nicht verlassen''.” Die Polizei habe dann schließlich über 1 000 Flüchtlinge durch die Stadt zur Grenze eskortiert. “''Das ist offensichtlich die Linie der Wiener Stäbe''”, sagte Schaden. |
| | + | :Die Exekutive widersprach dieser Version weiterhin: Am Vormittag hätten sich zunächst rund 50 Personen vom Vorplatz des Hauptbahnhofs auf den Fußweg zur Grenze gemacht, weil sie schon mehrere Tage in der Bahnhofsgarage warten mussten und mit ihrer Geduld am Ende waren. Der Aufbruch sprach sich dann aber offenbar rasend schnell herum. Kurz darauf hatte sich das Transitquartier fast völlig geleert. Um eine Massenpanik und Eskalation zu vermeiden, habe man die Garagentore geöffnet und Absperrungen und Barrieren zur Seite geräumt, betonte die Polizei. |
| | + | :Die Lage beruhigte sich im Laufe des Nachmittags wieder einigermaßen. Gegen 17 Uhr befanden sich am Samstag rund 1 100 Menschen an der Grenze zu Deutschland, weitere 500 in der Bahnhofsgarage. Seit dem Nachmittag ist auch das Transitquartier in der ehemaligen Autobahnmeisterei Liefering wieder geöffnet. Dort hielten sich am frühen Abend rund 80 Flüchtlinge auf. Die zwei großen Zelte in der Asfinag bieten Schlafplätze für rund 650 Personen. Sie sind fertig hergerichtet und stehen erstmals zur Verfügung. Gegen 19.30 Uhr wird der nächste Zug mit etwa 500 Flüchtlingen erwartet. Weitere Züge sind noch nicht bekannt. Das teilte die Stadt Salzburg am frühen Abend in einer Aussendung mit. |
| | + | :Der Koordinator der Freiwilligen, Mike Vogl, hat „aus Sicherheitsgründen“ mittlerweile alle privaten Helfer von der Grenze abgezogen. Er sagt: „Diese unkontrollierte Lage ist nicht zu verantworten. Das ist für unsere Leute viel zu riskant.“ Die Verantwortung und Versorgung an der Grenze obliegt nunmehr der Polizei, hieß es auch von Seiten der Stadt. Ein Verbindungsmann der Stadt Salzburg bleibt vor Ort. Die Berufsfeuerwehr ist weiter samt Fahrzeug vertreten. Auch die Müllentsorgung geht, soweit möglich, seitens der Stadt Salzburg weiter. |
| | + | |
| | * ''' 21. Oktober 2015, Mittwoch''': | | * ''' 21. Oktober 2015, Mittwoch''': |
| | :'''Salzburg''': Wegen bautechnischer Mängel muss das Asfinag-Gebäude der ehemaligen Straßenmeisterei am Autobahnschluss Salzburg-Mitte Liefering gesperrt werden; Flüchtlinge werden in anderen Gebäuden untergebracht und Kapazität beträgt ab morgen nur mehr 400 Personen. | | :'''Salzburg''': Wegen bautechnischer Mängel muss das Asfinag-Gebäude der ehemaligen Straßenmeisterei am Autobahnschluss Salzburg-Mitte Liefering gesperrt werden; Flüchtlinge werden in anderen Gebäuden untergebracht und Kapazität beträgt ab morgen nur mehr 400 Personen. |