Mirabellgarten: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg]].
  
 
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Der Park umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]].
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Der Park umgibt west- und südseitig das [[Schloss Mirabell]] in [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]]. Er ist von Norden ([[Rosenhügel]], [[Kurgarten]]), Osten von Schloss Mirabell, [[Mirabellplatz]] und Süden vom [[Makartplatz]] zugänglich und gewährt seinerseits Zugang zum [[Zwergelgarten]] und dem kleinen Garten vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]].
 
 
Er ist von Norden ([[Rosenhügel]], [[Kurgarten]]), Osten von Schloss Mirabell, [[Mirabellplatz]] und Süden vom [[Makartplatz]] zugänglich und gewährt seinerseits Zugang zum [[Zwergelgarten]] und dem kleinen Garten vor der [[Orangerie Schloss Mirabell]].
 
  
 
Die [[Barock|barocke]] Gartenanlage wird nordseitig vom Schloss Mirabell eingeengt und grenzt südseitig an einen Baumbestand von geometrischem Grundriss. Sie gliedert sich somit in einen langgestreckten südlichen Teil (Großes Gartenparterre) und einen kleineren westlichen Teil (Kleines Gartenparterre), deren Mittelpunkt jeweils ein Brunnen bildet.
 
Die [[Barock|barocke]] Gartenanlage wird nordseitig vom Schloss Mirabell eingeengt und grenzt südseitig an einen Baumbestand von geometrischem Grundriss. Sie gliedert sich somit in einen langgestreckten südlichen Teil (Großes Gartenparterre) und einen kleineren westlichen Teil (Kleines Gartenparterre), deren Mittelpunkt jeweils ein Brunnen bildet.
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
Schon [[1631]] ließ [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] einen Eingang zum Garten hin zum heutigen [[Makartplatz]] errichten. Nachdem im Jahr [[1689]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] zum Fürsterzbischof gewählt worden war, ließ er den Garten grundlegend umgestalten. Die Anlage wurde dem damals vorherrschenden französischen Geschmack angepasst. Die Gartenanlage wurde von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die Marmorbalustrade mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]].
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Im Zuge der Errichtung des Schlosses Mirabell [[1606]] von [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für die Geliebte und möglicherweise auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, [[Salome Alt]], damals noch als [[Schloss Altenau]] bezeichnet, wurden die ersten Teile des Mirabellgartens angelegt. [[1631]] ließ Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] einen Eingang zum Garten hin zum heutigen [[Makartplatz]] errichten. Nachdem im Jahr [[1689]] [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] zum Fürsterzbischof gewählt worden war, ließ er den Garten grundlegend umgestalten. Die Anlage wurde dem damals vorherrschenden französischen Geschmack angepasst. Die Gartenanlage wurde von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] angelegt, der auch die [[Marmor]]<nowiki>balustrade</nowiki> mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren [[Johann Fröhlich]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]] sowie [[Hanns Schwäbl]].
  
Um [[1730]] wurde die Anlage von [[Anton Danreiter]] verändert. Erst [[1854]] wurde der Mirabellgarten von [[Kaiser Franz Joseph I.]] öffentlich zugänglich gemacht. [[1955]] wurde der Mirabellgarten historisiert<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen der [[Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>.
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Um [[1730]] wurde die Anlage von [[Anton Danreiter]] verändert. Erst [[1854]] unter Kaiser [[Franz Joseph I.]] war dann der Mirabellgarten öffentlich zugänglich. [[1955]] wurde der Mirabellgarten historisiert<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen der [[Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>. [[2008]] sanierte man den zentralen Springbrunnen um 15.000 Euro.
 
 
[[2008]] wurde der zentrale Springbrunnen für 15.000 Euro saniert.
 
  
 
==Das Große Gartenparterre ==  
 
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Die '''Balustradenstatuen''' wurden 1689 geschaffen. Sie stellen acht männliche und acht weibliche griechisch-römische Gottheiten dar, nämlich  
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Die '''Balustradenstatuen''' wurden [[1689]] geschaffen. Sie stellen acht männliche und acht weibliche griechisch-römische Gottheiten dar, nämlich  
 
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Das geflügelte Pferd Pegasus im gleichnamigen Brunnen war ursprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]], übersiedelte später auf den [[Mirabellplatz]] zur ''Mirabellschwemme'' und kam [[1913]] an den heutigen Standort.  
  
Der [[Tirol]]er Metall-Kunstgießer Kaspar Gras hatte das Werk [[1661]] im Auftrag von Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein|Guidobald Grafen von Thun]] für die Pferdeschwemme am [[Kapitelplatz]] hergestellt. 1700 ließ Erzbischof Johann Ernst sie zur damalige Pferdeschwemme auf den [[Mirabellplatz]] versetzen. 1732 fügte [[Anton Danreiter|Felix Anton Danreiter]] anlässlich der Neugestaltung dieser Mirabellschwemme die beiden Einhörner und die beiden Löwen hinzu, die vermutlich aus [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens zu sehen sind.  
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Der [[Tirol]]er Metall-Kunstgießer Kaspar Gras hatte das Werk [[1661]] im Auftrag von Fürsterzbischof [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein|Guidobald Graf von Thun]] für die Pferdeschwemme am [[Kapitelplatz]] hergestellt. [[1700]] ließ Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein|Johann Ernst]] sie zur damalige Pferdeschwemme auf den Mirabellplatz versetzen. [[1732]] fügte [[Anton Danreiter]] anlässlich der Neugestaltung dieser Mirabellschwemme die beiden Einhörner und die beiden Löwen hinzu, die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens zu sehen sind.  
  
 
Nach dem großen [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Stadtbrand von 1818]] wurde die Pferdeschwemme abgerissen. Von [[1842]] bis [[1859]] stand das Flügelross auf dem damaligen ''Hannibalplatz'', dem heutigen Makartplatz, dann lange Zeit im Depot.
 
Nach dem großen [[Stadtbrand Salzburg (rechtes Salzachufer)|Stadtbrand von 1818]] wurde die Pferdeschwemme abgerissen. Von [[1842]] bis [[1859]] stand das Flügelross auf dem damaligen ''Hannibalplatz'', dem heutigen Makartplatz, dann lange Zeit im Depot.
 
   
 
   
Seit 1913 steht die Pegasus-Statue auf einer aus [[Konglomerat]]steinen aufgebauten Felsbrücke in der Mitte eines alten runden Brunnenbeckens.
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Seit 1913 steht die Pegasus-Statue auf einer aus [[Konglomerat]] aufgebauten Felsbrücke in der Mitte eines alten runden Brunnenbeckens.
  
 
==Weitere Brunnen==
 
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*der Papagenabrunnen mit einer Pagagenafigur von [[Josef Magnus]] (1984)
 
*der Papagenabrunnen mit einer Pagagenafigur von [[Josef Magnus]] (1984)
  
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==Weblinks==
 
==Weblinks==

Version vom 11. August 2015, 08:09 Uhr

Blick über den Mirabellgarten
Der Mirabellgarten (Kleines Parterre) vom Rosenhügel aus in Richtung Altstadt
Pegasus-Brunnen mit Blick auf die Festung Hohensalzburg
Am Rosenhügel, südlicher Ausblick
Ausblick vom Rosenhügel über das kleine Gartenparterre zur Festung Hohensalzburg
Café im Mirabellgarten (an der Ostseite des Salzburger Landestheaters)

Der Mirabellgarten ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Salzburg.

Allgemeines

Der Park umgibt west- und südseitig das Schloss Mirabell in rechtsufrigen Altstadt. Er ist von Norden (Rosenhügel, Kurgarten), Osten von Schloss Mirabell, Mirabellplatz und Süden vom Makartplatz zugänglich und gewährt seinerseits Zugang zum Zwergelgarten und dem kleinen Garten vor der Orangerie Schloss Mirabell.

Die barocke Gartenanlage wird nordseitig vom Schloss Mirabell eingeengt und grenzt südseitig an einen Baumbestand von geometrischem Grundriss. Sie gliedert sich somit in einen langgestreckten südlichen Teil (Großes Gartenparterre) und einen kleineren westlichen Teil (Kleines Gartenparterre), deren Mittelpunkt jeweils ein Brunnen bildet.

Geschichte

Im Zuge der Errichtung des Schlosses Mirabell 1606 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau als Landsitz für die Geliebte und möglicherweise auch heimliche Ehefrau des Fürsterzbischofs, Salome Alt, damals noch als Schloss Altenau bezeichnet, wurden die ersten Teile des Mirabellgartens angelegt. 1631 ließ Fürsterzbischof Paris Graf Lodron einen Eingang zum Garten hin zum heutigen Makartplatz errichten. Nachdem im Jahr 1689 Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein zum Fürsterzbischof gewählt worden war, ließ er den Garten grundlegend umgestalten. Die Anlage wurde dem damals vorherrschenden französischen Geschmack angepasst. Die Gartenanlage wurde von Johann Bernhard Fischer von Erlach angelegt, der auch die Marmorbalustrade mit ihren Vasen entwarf. Der Garten wurde mit prachtvollen Marmorstatuen geschmückt; beteiligte Künstler waren Johann Fröhlich, Ottavio Mosto, Bartholomäus von Opstal, Andreas und Gregor Götzinger sowie Hanns Schwäbl.

Um 1730 wurde die Anlage von Anton Danreiter verändert. Erst 1854 unter Kaiser Franz Joseph I. war dann der Mirabellgarten öffentlich zugänglich. 1955 wurde der Mirabellgarten historisiert[1]. 2008 sanierte man den zentralen Springbrunnen um 15.000 Euro.

Das Große Gartenparterre

Um das zentrale Springbrunnenbecken gruppieren sich vier Figurengruppen (wegen des Raub-Motives „Raptusgruppen“[2] genannt), die vier Elemente versinnbildlichend:

  • Element Erde: Hades entführt Persephone
  • Element Feuer: Äneas rettet seinen Vater Anchises aus dem brennenden Troja
  • Element Luft: Herkules erwürgt den Riesen Antäus (in der Luft, da Antäus Kraft aus der Berührung mit seiner Mutter Erde zieht)
  • Element Wasser: Raub der schönen Helena

Die Balustradenstatuen wurden 1689 geschaffen. Sie stellen acht männliche und acht weibliche griechisch-römische Gottheiten dar, nämlich

  • männliche:
    • Kronos und Bacchus,
    • Jupiter und Mars,
    • Herkules und Vulkanus sowie
    • Merkur und Apollo;
  • weibliche:
    • Diana und Flora,
    • Athene und Ceres,
    • Pomona und Venus, sowie
    • Vesta und Juno.

Beteiligte Bildhauer waren

Die beiden Paare borghesischer Fechter am südlichen, Makartplatz-seitigen Eingang sind historische Kopien[3].

Bildergalerien: Statuen im Großen Gartenparterre

Raptusgruppen, die vier Elemente vorstellend

Balustradengottheiten

Innere Balustrade (weibliche Gottheiten)

Äußere Balustrade (männliche Gottheiten)

Das Kleine Gartenparterre

Der Pegasus

Das geflügelte Pferd Pegasus im gleichnamigen Brunnen war ursprünglich Teil der Kapitelschwemme, übersiedelte später auf den Mirabellplatz zur Mirabellschwemme und kam 1913 an den heutigen Standort.

Der Tiroler Metall-Kunstgießer Kaspar Gras hatte das Werk 1661 im Auftrag von Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun für die Pferdeschwemme am Kapitelplatz hergestellt. 1700 ließ Fürsterzbischof Johann Ernst sie zur damalige Pferdeschwemme auf den Mirabellplatz versetzen. 1732 fügte Anton Danreiter anlässlich der Neugestaltung dieser Mirabellschwemme die beiden Einhörner und die beiden Löwen hinzu, die vermutlich von Schloss Klessheim stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens zu sehen sind.

Nach dem großen Stadtbrand von 1818 wurde die Pferdeschwemme abgerissen. Von 1842 bis 1859 stand das Flügelross auf dem damaligen Hannibalplatz, dem heutigen Makartplatz, dann lange Zeit im Depot.

Seit 1913 steht die Pegasus-Statue auf einer aus Konglomerat aufgebauten Felsbrücke in der Mitte eines alten runden Brunnenbeckens.

Weitere Brunnen

Neben der Großen Fontäne und dem Pegasusbrunnen stehen im Mirabellgarten noch zwei weitere, weniger bekannte Brunnen:

  • der Susannabrunnen, der Hans Waldburger zugeschrieben wird und nach 1700 geschaffen wurde, und
  • der Papagenabrunnen mit einer Pagagenafigur von Josef Magnus (1984)

Bildergalerie der Brunnen

Die Orangerie

Hauptartikel: Orangerie Schloss Mirabell

Die Orangerie mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um 1725.

Das Heckentheater

Hauptartikel: Heckentheater Mirabellgarten

Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde zwischen 1704 und 1718 auf der Lodronsche Wehrmauer errichtet und wird auch heute noch gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.

Das Vogelhaus

das Vogelhauses nach der Renovierung, 2011
Hauptartikel: Vogelhaus im Mirabellgarten

Die Wasserbastei

Hauptartikel: Wasserbastei

Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Basteigürtels. Die Basis dieser erhaltenen Wehranlage ist nach 1860 stark eingeschüttet worden. Hier sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe Zwergelgarten) aufgestellt.

Angrenzende Gebäude

Weblinks

 Mirabellgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Fußnoten

  1. Quelle Stadt Nachrichten, 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen der Salzburger Stadtführerin Renate Bauer
  2. Raptusgruppe: Von lateinisch raptus, "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” (Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
  3. Das innere Fechterpaar wurde von Andreas Götzinger, das äußere von Bernhard Michael Mandl gefertigt. Der originale „Borghesische Fechter“ ist eine antike Statue, die um 1611 gefunden wurde und dann lange Zeit in der römischen Villa Borghese aufgestellt war (seit 1807: im Louvre, Paris); sie zeichnet sich durch vortreffliche anatomische Durchbildung aus und war im 18. Jahrhundert eine der am meisten bewunderten und kopierten Arbeiten der Antike (vgl. den Wikipedia-Artikel „Borghesischer Fechter“.

Quellen