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"Häuslichen" Zuwachs erhielt das Museum heuer in Form eines historischen [[Mauthaus Guttal|Mauthauses]], das von 1935 bis 2012 an der [[Großglockner Hochalpenstraße]] stand. Zu diesem interessanten Bauobjekt aus der Anfangszeit des motorisierten Tourismus gehört eine Tankstelle aus den 1960er Jahren, eine alte Notrufsäule der Glocknerstraße sowie ein von Glocknerstraßenerbauer [[Franz Wallack]] konstruierter [[Wallack-Rotations-Schneefräse|Rotationsschneepflug]].
 
"Häuslichen" Zuwachs erhielt das Museum heuer in Form eines historischen [[Mauthaus Guttal|Mauthauses]], das von 1935 bis 2012 an der [[Großglockner Hochalpenstraße]] stand. Zu diesem interessanten Bauobjekt aus der Anfangszeit des motorisierten Tourismus gehört eine Tankstelle aus den 1960er Jahren, eine alte Notrufsäule der Glocknerstraße sowie ein von Glocknerstraßenerbauer [[Franz Wallack]] konstruierter [[Wallack-Rotations-Schneefräse|Rotationsschneepflug]].
==30 Jahre Salzburger Freilichtmuseum==
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Salzburger Landeskorrespondenz, 17. August 2014
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Mit einem abwechslungsreichen Geburtstagsfest feierte das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain sein 30. Bestandsjubiläum. Das gesamte Museumsareal wurde am Sonntag, 17. August, von 12.00 bis 17.00 Uhr zur Bühne für Musik- und Theatergruppen, Mundartdichter und Trachtenmodels, Zauberclown und Volkstänzer.
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===2014: 30 Jahre Salzburger Freilichtmuseum ===
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: ''Hauptartikel [[30 Jahre Salzburger Freilichtmuseum]]''
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Mit einem abwechslungsreichen Geburtstagsfest feierte das Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain sein 30. Bestandsjubiläum. Das gesamte Museumsareal wurde am Sonntag, [[17. August]] [[2014]]  zur Bühne für Musik- und Theatergruppen, Mundartdichter und Trachtenmodels, Zauberclown und Volkstänzer.
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=== Rückblick 2014 ===
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Mit 103 184 Besucherinnen und Besuchern konnte im Wesentlichen die Zahl des Vorjahres gehalten werden. Das Minus von vier Prozent ist dem kalten und verregneten Mai zuzurechnen, in dem die Hälfte der Besucherinnen und Besucher ausblieb. Die bestbesuchten Veranstaltungen waren heuer das Jubiläumsfest "30 Jahre Freilichtmuseum" und das "Große Kinderfest" mit jeweils etwa 4 500 Gästen, gefolgt vom beliebten "Ostermarkt" mit 3 200 Besucherinnen und Besuchern.
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"Das Salzburger Freilichtmuseum ist unverzichtbarer Bestandteil der Salzburger Museumslandschaft", so Landeshauptmann Dr. [[Wilfried Haslauer]] bei der Jubiläumsfeier. "Es bietet seit nunmehr 30 Jahren Einblick in die Traditionen des Landes Salzburg und überrascht immer wieder mit innovativen Ideen und Veranstaltungen“, so der Landeshauptmann weiter. Die Bewahrung der ländlichen Architektur und Lebensweise war von Anfang an ein wichtiges Ziel. Direktor Hofrat Dr. Michael Becker ist es gelungen, mit ständiger Weiterentwicklung und Neuerungen wie der Museumsbahn das Freilichtmuseum noch attraktiver und beliebter zu machen, wofür ich ihm und dem gesamten Team danken möchte. Für die heurige Saison wünsche ich weiterhin viel Erfolg", so Landeshauptmann Haslauer.
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Fertiggestellt und eröffnet wurden in diesem Jahr eine Schwendhütte aus [[Unken]], eine Jagdhütte aus dem [[Lungau]] und ein "Dörrbadl" aus [[Thalgau]]. Damit sind im Museum jetzt insgesamt 104 Bauten zu sehen.  
 
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Das Salzburger Freilichtmuseum wurde [[1984]] eröffnet, mit dem Auftrag, die traditionelle ländliche Bau- und Wohnkultur des Bundeslandes Salzburg für die Nachwelt zu erhalten. Im Eröffnungsjahr standen auf dem 50 Hektar großen Museumsgelände 20 Häuser, in der Zwischenzeit können bereits mehr als 100 wiedererrichtete Bauten besichtigt werden. Gründer und erster Direktor des Museums war der Salzburger Hausforscher [[Kurt Conrad]]. 1988 übernahm der Volkskundler Dr. [[Michael Becker]] die Museumsleitung. Er setzte den Aufbau fort, ließ im Laufe der Jahre mehrere Dauerausstellungen einrichten und öffnete das Museum für verschiedene Veranstaltungen. Die erfolgreiche Arbeit wurde 1996 mit der Verleihung des Österreichischen Museumspreises belohnt. [[2010]] kam eine zwei Kilometer lange historische Eisenbahnstrecke als Transportmittel für die Besucher hinzu. "Damit steht das Salzburger Freilichtmuseum im deutschen Sprachraum einzigartig da", so der Landeshauptmann.
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'''Umfangreiches Programm zum Jubiläumfest'''
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Zum Jubiläumsfest wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten. Das Salzburger VolksLiedWerk bot unter anderem in seinem Programm "Volksmusik zum Angreifen" einen eigenen "Jodelworkshop" an. "Alles Tracht" war das Motto der Trachtenreferentinnen des Landes mit informativer Beratung, interessanten Vorführungen und einer vielseitigen Trachtenschau. Wer Lust auf Theater hattte, konnte sich bei Karl Valentin oder der skurrilen Komödie "Venedig im Schnee" vergnügen. Auf dem Programm standen aber auch Gratisführungen durch das Museum, das Depot und die Bauerngärten. Museumsmitarbeiter gaben interessierten Besuchern einen Einblick, wie Häuser abgebaut und im Museum wieder errichtet werden. Mit dem Stiegl-Pferdewagen und der Museumsbahn konnten die Festgäste bequem zu den einzelnen Feststationen fahren, Verköstigungsstellen fand man im gesamten Areal.
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Mitwirkende dieses Festtages waren neben den bereits genannten die Plainburger Theaterwerkstatt, das theaterQuartett Salzburg, Musikgruppen des Musikum Salzburg, die "Lustigen Salzburger" und noch viele andere Interpreten.
      
==Vorstellung einiger Gebäude im Freilichtmuseum==
 
==Vorstellung einiger Gebäude im Freilichtmuseum==
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Die Pongauer Hofgruppe besteht aus dem Wohnhaus Lärchengut aus [[Sankt Martin am Tennengebirge|St. Martin am Tennengebirge]], der Stallscheune vom  Premlehengut in [[Eben im Pongau]], einem Getreidekasten vom Kühpalfengut in [[Forstau]], dem Brechelbad vom Deisinggut in [[Pfarrwerfen]], einer Krautsölde vom Kreegut in [[Hüttschlag]] und einem Kuchlgarten. Ergänzt wird diese Pongauer Hofgruppe durch einen Backofen, der nach einem [[Goldegg]]er Vorbild nachgebaut wurde.
 
Die Pongauer Hofgruppe besteht aus dem Wohnhaus Lärchengut aus [[Sankt Martin am Tennengebirge|St. Martin am Tennengebirge]], der Stallscheune vom  Premlehengut in [[Eben im Pongau]], einem Getreidekasten vom Kühpalfengut in [[Forstau]], dem Brechelbad vom Deisinggut in [[Pfarrwerfen]], einer Krautsölde vom Kreegut in [[Hüttschlag]] und einem Kuchlgarten. Ergänzt wird diese Pongauer Hofgruppe durch einen Backofen, der nach einem [[Goldegg]]er Vorbild nachgebaut wurde.
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====Krautsölde====
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===Krautsölde===
Die [[Krautsölde]] vom Kreegut in der Gemeinde Hüttschlag stammt aus dem [[19. Jahrhundert]]. Sie wurde [[1983]] an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und [[1988]] im Freilichtmusum wieder aufgebaut. Die Krautsölde ist ein vier Meter tiefes Lärchenfass, in dem das als Zuspeise beliebte Weißkraut als Sauerkraut konserviert und gelagert wurde. Das Krautfass ist mit einem steinbeschwerten Holzdeckel verschlossen. Zum Schutz vor Niederschlägen wurde es mit einem Flugdach versehen oder mit einer einfachen Holzhütte überbaut.
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Die [[Krautsölde]] vom Kreegut in der Gemeinde Hüttschlag stammt aus dem [[19. Jahrhundert]]. Sie wurde [[1983]] an ihrem ursprünglichen Standort abgebaut und [[1988]] im Freilichtmuseum wieder aufgebaut. Die Krautsölde ist ein vier Meter tiefes Lärchenfass, in dem das als Zuspeise beliebte Weißkraut als Sauerkraut konserviert und gelagert wurde. Das Krautfass ist mit einem steinbeschwerten Holzdeckel verschlossen. Zum Schutz vor Niederschlägen wurde es mit einem Flugdach versehen oder mit einer einfachen Holzhütte überbaut.
    
====Getreidekasten====
 
====Getreidekasten====
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===Mittermühlsäge===
 
===Mittermühlsäge===
Die Mittermühlsäge stammt aus dem Jahre [[1791]]. Sie wurde [[1982]] abgetragen und noch im selben Jahr wurde mit dem Wiederaufbau im Freilichtmuseum begonnen. Sie stammt aus der Gemeinde Jeging im südlichen Innviertel und ist ein Beispiel jener Bauernsägen, wie sie vielfach noch bis zum [[Zweiter Weltkrieg|zweiten Weltkrieg]] auch im Land Salzburg in Betrieb waren. Der Wasserantrieb erfolgte ursprünglich durch ein unterschlächtiges Wasserrad, das nach dem Wiederaufbau durch ein oberschlächtiges ersetzt wurde. Um die Säge auch in ihrer Funktion zeigen zu können, wurde sie am Dachsbichlbach der [[Pinzgau]]er Hauslandschaft errichtet. Trotzdem diese Säge eigentlich aus [[Oberösterreich]] stammt, gab es diesen Typus natürlich auch im Pinzgau.
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Die Mittermühlsäge stammt aus dem Jahre [[1791]]. Sie wurde [[1982]] abgetragen und noch im selben Jahr wurde mit dem Wiederaufbau im Freilichtmuseum begonnen. Sie stammt aus der Gemeinde Jeging im südlichen [[Innviertel]] und ist ein Beispiel jener Bauernsägen, wie sie vielfach noch bis zum [[Zweiter Weltkrieg|zweiten Weltkrieg]] auch im Land Salzburg in Betrieb waren. Der Wasserantrieb erfolgte ursprünglich durch ein unterschlächtiges Wasserrad, das nach dem Wiederaufbau durch ein oberschlächtiges ersetzt wurde. Um die Säge auch in ihrer Funktion zeigen zu können, wurde sie am Dachsbichlbach der [[Pinzgau]]er Hauslandschaft errichtet. Trotzdem diese Säge eigentlich aus [[Oberösterreich]] stammt, gab es diesen Typus natürlich auch im Pinzgau.
    
===Gendarmerieposten===
 
===Gendarmerieposten===
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Die Traktorenausstellung im Krallerhof, einem mächtigen Pinzgauer Hof in der Nähe des Eingangsbereiches, zeigt eine Sammlung historischer Traktoren, die mit Multimedia-Unterstützung präsentiert wird. 14 Traktoren vorwiegend österreichischer Herkunft, aber auch aus deutscher Produktion informieren über die technische Entwicklung in der Landwirtschaft. Der Aufforderung auf einem Schild mit der Aufschrift "Bitte berühren" kommen kleine und auch größere Kinder gerne nach.
 
Die Traktorenausstellung im Krallerhof, einem mächtigen Pinzgauer Hof in der Nähe des Eingangsbereiches, zeigt eine Sammlung historischer Traktoren, die mit Multimedia-Unterstützung präsentiert wird. 14 Traktoren vorwiegend österreichischer Herkunft, aber auch aus deutscher Produktion informieren über die technische Entwicklung in der Landwirtschaft. Der Aufforderung auf einem Schild mit der Aufschrift "Bitte berühren" kommen kleine und auch größere Kinder gerne nach.
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==Großveranstaltungen 2014==
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* Traditioneller Ostermarkt (12. April)
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* Festliches Maibaumaufstellen (1. Mai)
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* Ab ins Beet! - Gartentag im Museum (11. Mai)
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* Rosserertag - Das Pferd in der Landwirtschaft (29. Juni)
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* Großer Handwerkertag (13. Juli)
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* Jubiläumsfest "[[30 Jahre Salzburger Freilichtmuseum]]" (17. August)
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* Großes Kinderfest (7. September)
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* Museumskirtag (4./5. Oktober)
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* Krapfen, Mäus' und Apfelradl (12. Oktober)
      
==Auszeichnungen==
 
==Auszeichnungen==
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Saison 2014: 29. März bis 2. November Dienstag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass 17:00 Uhr.<br/>  
 
Saison 2014: 29. März bis 2. November Dienstag bis Sonntag von 09:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass 17:00 Uhr.<br/>  
 
Juli und August täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass 17:00 Uhr.<br/>
 
Juli und August täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass 17:00 Uhr.<br/>
Ebenfalls geöffnet: Ostermontag, Pfingstmontag<br/>
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Ebenfalls geöffnet: Ostermontag, Pfingstmontag  
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=== Weihnachten und Neujahr geöffnet ===
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Vom 26. Dezember 2014  anschließend bis 6. Jänner 2015 täglich von 10:00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit werden unter anderem romantische Kutschenfahrten durch das hoffentlich winterliche Museumsareal angeboten. Auch das Gasthaus ist während der Weihnachtsfeiertage geöffnet
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Hunde an der Leine sind erlaubt.<br/>
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=== Sonstiges ===
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Hunde an der Leine sind erlaubt.  
    
==Literatur==
 
==Literatur==