Gaisbergbahn: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Berthold Curant]] und Carl Peusens planten nicht nur eine Zahnradbahn auf den [[Schafberg]], sondern erhielten auch [[1873]] die Vorkonzession für den Bau der Gaisbergbahn. Schon [[1871]] war auf den ''Rigi'' in der Schweiz eine Zahnradbahn eröffnet worden, die großes Aufsehen erregte. Aber weder Curant noch Peusens waren die Bauherren der Salzburger Zahnradbahn auf den Gaisberg. | [[Berthold Curant]] und Carl Peusens planten nicht nur eine Zahnradbahn auf den [[Schafberg]], sondern erhielten auch [[1873]] die Vorkonzession für den Bau der Gaisbergbahn. Schon [[1871]] war auf den ''Rigi'' in der Schweiz eine Zahnradbahn eröffnet worden, die großes Aufsehen erregte. Aber weder Curant noch Peusens waren die Bauherren der Salzburger Zahnradbahn auf den Gaisberg. Nach langen Vorbereitungen gelang es [[1885]] auf Vermittlung des Schweizers Ingenieurs Riggenbach, des Altmeisters der Rigibahn, vielmehr die Berliner Firma Svenderop & Cie<ref>alte Schreibweise für Compagnie = Partner, also das heute gebräuchliche ''& Co''</ref>, die bereits zwei Bahnen in Deutschland errichtet hatte (die Niederwaldbahnen am Rhein) zum Bau in Salzburg zu überzeugen. | ||
Mitte Juli [[1886]] begann man mit den Bauarbeiten unter der Leitung von Ing. Schroeder. Schon am [[25. Mai]] [[1887]] fand | Mitte Juli [[1886]] begann man mit den Bauarbeiten unter der Leitung von Ing. Schroeder. Schon am [[25. Mai]] [[1887]] fand die feierliche Eröffnung der Gaisbergbahn statt. Mit dem Ende dieser ersten Saison wurden bereits 40.000 Touristen und 180 Tonnen Gepäck und Güter befördert. | ||
Die Gaisbergbahn erbaute auch das [[Hotel Gaisbergspitze]]. Mit der Eröffnung der Gaisbergbahn verschwanden | Die Gaisbergbahn erbaute auch das [[Hotel Gaisbergspitze]]. Mit der Eröffnung der Gaisbergbahn verschwanden die [[Sesselträger]] vom [[Residenzplatz]], die bisher häufig Touristen auf die [[Gaisbergspitze]] gebracht hatten. | ||
==Technische Daten== | ==Technische Daten== | ||
Die Gaisbergbahn war eine meterspurige Zahnradbahn (System Riggenbach), nach dem Prinizip der Vitznau-Rigi-Bahn (Schweiz). Die Bauzeit betrug nur wenige Monate. Sie fuhr vom Bahnhof Parsch aus mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h den Berg hinauf und bewältigte dabei Steigungen bis zu 250 ‰. | |||
Die Gaisbergbahn verfügte über fünf Dampflokomotiven mit Kohlefeuerung, wobei die ersten vier von der deutschen Maschinenfabrik Esslingen geliefert wurden und die fünfte von der Lokomotivfabrik Wien-Floridsdorf. Letztere war die erste in Österreich gebaute Zahnradbahn-Lokomotive. Des weiteren verfügte die Bahn über neun Personenwaggons und einige Güterwaggons. | Die Gaisbergbahn verfügte über fünf Dampflokomotiven mit Kohlefeuerung, wobei die ersten vier von der deutschen Maschinenfabrik Esslingen geliefert wurden und die fünfte von der Lokomotivfabrik Wien-Floridsdorf. Letztere war die erste in Österreich gebaute Zahnradbahn-Lokomotive. Des weiteren verfügte die Bahn über neun Personenwaggons und einige Güterwaggons. | ||
==Stationen== | ==Stationen== | ||
Die Gaisbergbahn besaß folgende Stationen: | |||
*Bahnhof [[Parsch]] (existiert noch in umgebauter Form, ebenfalls das Heizhaus für die Lokomotiven) | *Bahnhof [[Parsch]] (existiert noch in umgebauter Form, ebenfalls das Heizhaus für die Lokomotiven) | ||
*[[Judenbergalm|Judenberg-Alpe]] ( | *[[Judenbergalm|Judenberg-Alpe]] (im Bereich des heutigen [[Hotel Kobenzl]]) | ||
*[[Zistelalm|Zistel-Alpe]] (die Bindestrich-Schreibweise | *[[Zistelalm|Zistel-Alpe]] (die Bindestrich-Schreibweise entspricht der originalen Beschriftung der Stationen.) | ||
*Die Endstation [[Gasthaus_Gaisbergspitze|Gaisbergspitze]] | *Die Endstation [[Gasthaus_Gaisbergspitze|Gaisbergspitze]] stand bei dem [[1939]] abgebrannten [[Hotel Gaisbergspitze]] (erbaut ebenfalls [[1887]] auf der Gaisbergspitze, unweit der heutigen Zufahrt zur Sendeanlage). | ||
Die Stationsgebäude waren | Die Stationsgebäude waren für seine Zeit komfortabel ausgestattet. Jedes Stationsgebäude verfügte über ein Büro für den Fahrkartenverkauf und über einen Warteraum für Schlechtwettertage. Vor den Stationsgebäuden befanden sich Tische und Bänke, die bei schönem Wetter zum Sitzen einluden. Jedes Haltestellengebäude verfügte zudem über Sanitäranlagen. Da zu jener Zeit die Bahn auch Post beförderte, besaß jede Station auch einen Postkasten. | ||
[[Bild:Gaisbergplateau1913.jpg|thumb|Das Bild zeigt das Gaisbergplateau im Jahre [[1913]]. Zu sehen links im Bild ist das Stationsgebäude der Gaisbergbahn, in der Mitte die [[Villa Pflauder]], rechts das [[1939]] abgebrannte [[Hotel Gaisbergspitze]]]] | [[Bild:Gaisbergplateau1913.jpg|thumb|Das Bild zeigt das Gaisbergplateau im Jahre [[1913]]. Zu sehen links im Bild ist das Stationsgebäude der Gaisbergbahn, in der Mitte die [[Villa Pflauder]], rechts das [[1939]] abgebrannte [[Hotel Gaisbergspitze]]]] | ||