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Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 waren unter den, auch von Baron von Hagenauer ausgearbeiteten, Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. In einem späteren königlichen Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). [[1930]] übersiedelte die Familie nach Eisenstadt, nachdem dort das Gebäude der neuen Landesregierung fertiggestellt worden war. Sicherlich prägend war auch die freundschaftliche Beziehung der Barone Hagenauer zu Ungarn (Burgenländern) jüdischer Herkunft, wie zum Weingroßhändler Igor Spitzer und zum Weingroßhändler Sándor Wolf. Die von Wolf geführte Weingroßhandlung "Leopold Wolf Söhne" war eine der größten in der Donaumonarchie. Ab 1920 entwickelte Wolf eine Sammlerleidenschaft zur Geschichte des Burgenlandes und im Besonderen zur jüdischen Geschichte des Landes. 1926 gründete er das Burgenländische Landesmuseum, welches er im Leinnerhaus (Eisenstadt) des Familienunternehmens untergebracht hatte. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, mußte auf sein Vermögen und seine Sammlung verzichten und floh über Triest nach Palästina. Auch Herr Spitzer wurde 1938 enteignet und versteckte sich bis Kriegsende in Wien, wobei ihm die Hagenauer geholfen hatten. In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden.  
 
Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 waren unter den, auch von Baron von Hagenauer ausgearbeiteten, Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. In einem späteren königlichen Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). [[1930]] übersiedelte die Familie nach Eisenstadt, nachdem dort das Gebäude der neuen Landesregierung fertiggestellt worden war. Sicherlich prägend war auch die freundschaftliche Beziehung der Barone Hagenauer zu Ungarn (Burgenländern) jüdischer Herkunft, wie zum Weingroßhändler Igor Spitzer und zum Weingroßhändler Sándor Wolf. Die von Wolf geführte Weingroßhandlung "Leopold Wolf Söhne" war eine der größten in der Donaumonarchie. Ab 1920 entwickelte Wolf eine Sammlerleidenschaft zur Geschichte des Burgenlandes und im Besonderen zur jüdischen Geschichte des Landes. 1926 gründete er das Burgenländische Landesmuseum, welches er im Leinnerhaus (Eisenstadt) des Familienunternehmens untergebracht hatte. 1938 wurde er von der Gestapo verhaftet, mußte auf sein Vermögen und seine Sammlung verzichten und floh über Triest nach Palästina. Auch Herr Spitzer wurde 1938 enteignet und versteckte sich bis Kriegsende in Wien, wobei ihm die Hagenauer geholfen hatten. In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden.  
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[[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem  Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und erkrankte schwer. Sein Sohn Wolfgang hatte bis 1935 das katholische Internat Marieninstitut in Graz besucht, das jedoch wie alle anderen 1400 geistlichen Schulen in Österreich kurz nach dem "Anschluss" 1938 geschlossen worden war. So kam er vorerst in das Akademische Gymnasium in Wien, wo viele seiner neuen Mitschüler ebenfalls aus aufgelösten katholischen Gymnasien (Schottengymnasium, Kollegium Kalksburg, Gymnasium der "Theresianische Akademie" etc.) stammten. Mit manchen Mitschülern (Graf von Brandis, Edler von Chavanne, die Prinzen von Hanau-Hořovice, Mucnjak, Freiherr von Klezl-Nordberg, Vogl, etc.) stand er bis zu seinem Lebensende in Verbindung. [[1940]] verstarb jedoch Wolfgangs Vater, Simon Baron von Hagenauer, in Wien. So wurde Wolfgang in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg" gesandt, um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Mitten im Zweiten Weltkrieg besuchten Schüler aus 18 verschiedenen Nationen (wie Amerikaner, Engländer, Italiener, Russen, Dänen, Ungarn, Deutsche, Österreicher, Schweizer etc.) dieses internationale schweizer Internat. Die meisten seiner lebenslangen Freunde stammten aus dieser für Baron Wolfgang (VI.) stark prägenden Schweizer Zeit. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Wolfgang Hagenauer auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab.  
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[[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem  Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und erkrankte schwer. Sein Sohn Wolfgang hatte bis 1935 das katholische Internat Marieninstitut in Graz besucht, das jedoch wie alle anderen 1400 geistlichen Schulen in Österreich kurz nach dem "Anschluss" 1938 geschlossen worden war. So kam er vorerst in das Akademische Gymnasium in Wien, wo viele seiner neuen Mitschüler ebenfalls aus aufgelösten katholischen Gymnasien (Schottengymnasium, Kollegium Kalksburg, Gymnasium der "Theresianische Akademie" etc.) stammten. Mit manchen Mitschülern (v. Brandis, v. Chavanne, v. Hanau-Hořovice, Kosak, Mucnjak, v. Klezl-Norberg, Vogl, etc.) stand er bis zu seinem Lebensende in Verbindung. [[1940]] verstarb jedoch Wolfgangs Vater, Simon Baron von Hagenauer, in Wien. So wurde Wolfgang in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg" gesandt, um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Mitten im Zweiten Weltkrieg besuchten Schüler aus 18 verschiedenen Nationen (wie Amerikaner, Engländer, Italiener, Russen, Dänen, Ungarn, Deutsche, Österreicher, Schweizer etc.) dieses internationale schweizer Internat. Die meisten seiner lebenslangen Freunde stammten aus dieser für Baron Wolfgang (VI.) stark prägenden Schweizer Zeit. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Wolfgang Hagenauer auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab.  
    
Während der Abwesenheit ihres Sohnes Wolfgang in der Schweiz hatte Baronin Hagenauer öfters Jüdinnen in ihrer Wiener Wohnung versteckt und immer wieder (als Bridge-Abende getarnte) Treffen ehemaliger österreichischer Politiker (spätere Gründungsmitglieder der ÖVP) organisiert. Unter diesen befanden sich auch Lois Weinberger (später Vizebürgermeister von Wien), Leopold Figl (später Bundeskanzler) und Felix Hurdes (später Unterrichtsminister und Nationalratspräsident). Man plante dort den Widerstand gegen das NS-Regime und die Zukunft Österreichs nach Beendigung des Krieges. Die geheimen Treffen wurden aber von der Gestapo entdeckt und [[1944]] wurde die verwitwete Baronin Hagenauer als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers in Wien wegen „Hochverrats“ von der Gestapo verhaftet und inhaftiert. Sie überlebte die Gefangenschaft trotz Folter und erlittener Herzinfarkte, von denen sie sich nie mehr ganz erholen sollte. Ihr gelang nach einem Bombentreffer des Gefängnis-Gebäudes Anfang April [[1945]] aus diesem zu fliehen und mit Hilfe von Freunden die letzten Kriegstage in einem Spital unterzutauchen. Dort wurde sie in den folgenden Monaten auf ihre in Gefangenschaft erlittenen Infarkte behandelt. Aus der Familie selbst war aber nicht nur Wolfgangs Mutter von den Nationalsozialisten verhaftet worden, sondern auch Wolfgangs Onkel Adolf Proksch. Dr. Adolf Proksch, Ehemann seiner Tante Sabine von Hagenauer, war als ehemaliger Finanzberater des Bundeskanzlers Kurt von Schuschnigg gleich nach dem Einmarsch der deutschen Truppen verhaftet und als "Hochverräter" mit dem ersten österreichischen „Prominenten-Transport“ 1938 ins KZ Dachau gebracht worden. ''"Das Schicksal von Proksch war besonders tragisch-grotesk: Wegen der zufälligen Namensgleichheit mit dem „Reichstreuhänder der Arbeit“, Proksch, wurde er 1945 gleich nach der Befreiung von den Amerikanern wieder eingesperrt."'' Ein weiteres Familienmitglied der Hagenauer, Ministerialrat Max Vladimir Freiherr von Allmayer-Beck, (Sohn von Hersilie von Hagenauer aus der italienischen Linie), wurde im Februar 1940 wegen des Verdachts der legitimistischen (Standpunkt der Unabsetzbarkeit des Herrscherhauses) Betätigung als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers von der Gestapo in Wien ebenfalls verhaftet (Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien).
 
Während der Abwesenheit ihres Sohnes Wolfgang in der Schweiz hatte Baronin Hagenauer öfters Jüdinnen in ihrer Wiener Wohnung versteckt und immer wieder (als Bridge-Abende getarnte) Treffen ehemaliger österreichischer Politiker (spätere Gründungsmitglieder der ÖVP) organisiert. Unter diesen befanden sich auch Lois Weinberger (später Vizebürgermeister von Wien), Leopold Figl (später Bundeskanzler) und Felix Hurdes (später Unterrichtsminister und Nationalratspräsident). Man plante dort den Widerstand gegen das NS-Regime und die Zukunft Österreichs nach Beendigung des Krieges. Die geheimen Treffen wurden aber von der Gestapo entdeckt und [[1944]] wurde die verwitwete Baronin Hagenauer als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers in Wien wegen „Hochverrats“ von der Gestapo verhaftet und inhaftiert. Sie überlebte die Gefangenschaft trotz Folter und erlittener Herzinfarkte, von denen sie sich nie mehr ganz erholen sollte. Ihr gelang nach einem Bombentreffer des Gefängnis-Gebäudes Anfang April [[1945]] aus diesem zu fliehen und mit Hilfe von Freunden die letzten Kriegstage in einem Spital unterzutauchen. Dort wurde sie in den folgenden Monaten auf ihre in Gefangenschaft erlittenen Infarkte behandelt. Aus der Familie selbst war aber nicht nur Wolfgangs Mutter von den Nationalsozialisten verhaftet worden, sondern auch Wolfgangs Onkel Adolf Proksch. Dr. Adolf Proksch, Ehemann seiner Tante Sabine von Hagenauer, war als ehemaliger Finanzberater des Bundeskanzlers Kurt von Schuschnigg gleich nach dem Einmarsch der deutschen Truppen verhaftet und als "Hochverräter" mit dem ersten österreichischen „Prominenten-Transport“ 1938 ins KZ Dachau gebracht worden. ''"Das Schicksal von Proksch war besonders tragisch-grotesk: Wegen der zufälligen Namensgleichheit mit dem „Reichstreuhänder der Arbeit“, Proksch, wurde er 1945 gleich nach der Befreiung von den Amerikanern wieder eingesperrt."'' Ein weiteres Familienmitglied der Hagenauer, Ministerialrat Max Vladimir Freiherr von Allmayer-Beck, (Sohn von Hersilie von Hagenauer aus der italienischen Linie), wurde im Februar 1940 wegen des Verdachts der legitimistischen (Standpunkt der Unabsetzbarkeit des Herrscherhauses) Betätigung als Mitglied des katholisch-konservativen Lagers von der Gestapo in Wien ebenfalls verhaftet (Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien).
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