NS-Kindereuthanasie: Unterschied zwischen den Versionen
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*Keine vor der Einweisung aus dem Akt ersichtliche Diagnose; Untersuchungsprotokoll Spiegelgrund: blasses, rothaariges, hochgradig unterentwickeltes Kind | *Keine vor der Einweisung aus dem Akt ersichtliche Diagnose; Untersuchungsprotokoll Spiegelgrund: blasses, rothaariges, hochgradig unterentwickeltes Kind | ||
*Nach Gehirn-, Rippen- und Lungenentzündung verzögerte geistige und körperliche Entwicklung, hörstumm, beeinträchtigtes Gehvermögen | *Nach Gehirn-, Rippen- und Lungenentzündung verzögerte geistige und körperliche Entwicklung, hörstumm, beeinträchtigtes Gehvermögen | ||
Ernährungsstörung, Lungen- und Brustfellentzündung | *Ernährungsstörung, Lungen- und Brustfellentzündung | ||
*Ohne Augäpfel blind geboren, missgebildete Extremitäten | *Ohne Augäpfel blind geboren, missgebildete Extremitäten | ||
Es ist unschwer zu erkennen, dass nicht alle Kinder an einer der im Runderlass des Reichsministeriums des Inneren vom 18. August 1939 aufgelisteten Leiden (Idiotie, Mongolismus, Microcephalie (abnorme Kleinheit des Kopfes), Hydrocephalus (Wasserkopf), Missbildungen (Fehlen von Gliedmaßen etc.) und Lähmungen erkrankt waren. Insgesamt stand neben der Frage, ob eine Erbkrankheit vorliegt viel häufiger die Frage nach dem ökonomischen Nutzen des betreffenden Kindes im Vordergrund. Schwierige oder asoziale Familienverhältnisse und ein zu erwartender hoher Pflegeaufwand führten häufig dazu, dass selbst bei erworbenen Krankheiten und Krankheiten mit ungeklärter Ursache eine Meldung an den Reichsausschuss erfolgte. | Es ist unschwer zu erkennen, dass nicht alle Kinder an einer der im Runderlass des Reichsministeriums des Inneren vom 18. August 1939 aufgelisteten Leiden (Idiotie, Mongolismus, Microcephalie (abnorme Kleinheit des Kopfes), Hydrocephalus (Wasserkopf), Missbildungen (Fehlen von Gliedmaßen etc.) und Lähmungen erkrankt waren. Insgesamt stand neben der Frage, ob eine Erbkrankheit vorliegt viel häufiger die Frage nach dem ökonomischen Nutzen des betreffenden Kindes im Vordergrund. Schwierige oder asoziale Familienverhältnisse und ein zu erwartender hoher Pflegeaufwand führten häufig dazu, dass selbst bei erworbenen Krankheiten und Krankheiten mit ungeklärter Ursache eine Meldung an den Reichsausschuss erfolgte. | ||
=====Anträge auf Einweisung der Kinder ===== | =====Anträge auf Einweisung der Kinder ===== | ||
*Amtsarzt 6 x | *Amtsarzt 6 x | ||