Pyrgus malvae: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Pyrgus malvae''' (''Papilio malvae'' Linnaeus, 1758: 485) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Hesperiidae]] (Dickkopffalter).
'''Pyrgus malvae''' (''Papilio malvae'' Linnaeus, 1758: 485) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] ([[Schmetterling]]e), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Hesperiidae]] (Dickkopffalter).


==Diagnose==
==Diagnose==
Von den meisten anderen ''Prygus''-Arten ist ''P. malvae'' am besten durch die deutlich ausgebildeten weißen Flecken auf der Hinterflügeloberseite, eine submarginale Fleckenreihe auf der Oberseite von Vorder- und Hinterflügel und die dunklen Fühlerkolben zu unterscheiden. Die Unterscheidung von der in Salzburg noch nicht gefundenen ''Pyrgus malvoides'' ist allerdings nur durch Genitaluntersuchung sicher möglich.
Von den meisten anderen ''Prygus''-Arten ist ''P. malvae'' am besten durch die deutlich ausgebildeten weißen Flecken auf der Hinterflügeloberseite, eine submarginale Fleckenreihe auf der Oberseite von Vorder- und Hinterflügel und die dunklen Fühlerkolben zu unterscheiden. Die Unterscheidung von der in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] noch nicht gefundenen ''Pyrgus malvoides'' ist allerdings nur durch Genitaluntersuchung sicher möglich.


==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
''P. malvae'' ist in Salzburg bereits in allen Landesteilen aufgefunden worden (Embacher et al. 2025). Sie ist die häufigste der ''Pyrgus''-Arten und die einzige, die auch in neuerer Zeit noch in der Stadt Salzburg und im nördlichen Flachgau angetroffen wurde (Zonen Ia und I nach Embacher et al. 2025). Die Höhenverbreitung ist von 390 bis rund 1600 m, vereinzelt bis 2000 m dokumentiert. Die Imagines fliegen auf trockenen, wie feuchten, extensiv genutzten Wiesen, an Wegrändern, auf Magerweiden höherer Lagen, aber auch in angrenzenden Hochstaudenfluren in einer Generation von Ende April bis Juni, in Einzelexemplaren (partielle zweite Generation?) auch bis August (Kurz & Kurz 2026).
''P. malvae'' ist in Salzburg bereits in allen Landesteilen aufgefunden worden (Embacher et al. 2025). Sie ist die häufigste der ''Pyrgus''-Arten und die einzige, die auch in neuerer Zeit noch in der Stadt Salzburg und im nördlichen [[Flachgau]] angetroffen wurde (Zonen Ia und I nach Embacher et al. 2025). Die Höhenverbreitung ist von 390 bis rund 1600 m, vereinzelt bis 2000 m dokumentiert. Die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines fliegen auf trockenen wie feuchten, extensiv genutzten Wiesen, an Wegrändern, auf Magerweiden höherer Lagen, aber auch in angrenzenden Hochstaudenfluren in einer Generation von Ende April bis Juni, in Einzelexemplaren (partielle zweite Generation?) auch bis August (Kurz & Kurz 2026).


==Nachbarfaunen==
==Nachbarfaunen==
Die Art ist aus allen Bundesländern von Österreich gemeldet worden (Huemer 2013) und kommt auch in allen Landesteilen von Oberösterreich (Kusdas & Reichl 1973), als auch von Bayern (Haslberger & Segerer 2021) vor.
Die Art ist aus allen Bundesländern von Österreich gemeldet worden (Huemer 2013) und kommt auch in allen Landesteilen [[Oberösterreich]]s (Kusdas & Reichl 1973) wie auch [[Bayern]]s (Haslberger & Segerer 2021) vor.


==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==
Zur tageszeitlichen Flugaktivität der Imagines liegen nur wenige Daten vor, die von 8 bis 15 Uhr MEZ reichen. In dieser Zeitspann erfolgt auch die Nahrungsaufnahme. Letztere wurde beispielsweise an ''[[Homogyne discolor]]'' oder ''[[Lotus corniculatus]]'' beobachtet. Dabei treten die Tiere in Konkurrenz zu anderen Tagfaltern vergleichbarer Größe (besonders Bläulingen oder ''Melitaea''-Arten, alle Daten nach Kurz & Kurz 2026). Zu den Entwicklungsstadien liegen keine eigenen Beobachtungen vor. Nach Lepiforum (2026) entwickeln sich die Raupen an verschiedensten, meist krautigen [[Rosaceae]], allen voran ''Potentilla''- und ''Fragaria''-Arten, aber auch ''[[Agrimonia eupatoria]]'', ''Rubus''-Arten, ''[[Filipendula ulmaria]]'', ''[[Sanguisorba minor]]'' oder auch ''[[Geum urbanum]]''. Falsch sind jedenfalls die namensgebenden Malven, auf die sich Linné in seiner Urbeschreibung bezieht. Diese beruhen auf einer Arbeit von Wilkes (1749), in der aber von Carcharodus alceae die Rede sein dürfte.
Zur tageszeitlichen Flugaktivität der Imagines liegen nur wenige Daten vor, die von 8 bis 15 Uhr MEZ reichen. In dieser Zeitspann erfolgt auch die Nahrungsaufnahme. Letztere wurde beispielsweise an ''[[Homogyne discolor]]'' (Filz-Brandlattich) oder ''[[Lotus corniculatus]]'' (Gewöhnlicher Hornklee) beobachtet. Dabei treten die Tiere in Konkurrenz zu anderen Tagfaltern vergleichbarer Größe (besonders [[Bläulinge]]n oder ''Melitaea''-Arten, alle Daten nach Kurz & Kurz 2026). Zu den Entwicklungsstadien liegen keine eigenen Beobachtungen vor. Nach Lepiforum (2026) entwickeln sich die Raupen an verschiedensten, meist krautigen [[Rosaceae]], allen voran ''Potentilla''- (Fingerkräuter-) und ''Fragaria''-(Erdbeeren&#8209;)Arten, aber auch ''[[Agrimonia eupatoria]]'' (Gemeiner Odermennig), ''Rubus''-Arten (Brombeeren, Himbeeren u.a.), ''[[Filipendula ulmaria]]'' (Echtes Mädesüß), ''[[Sanguisorba minor]]'' (Kleiner Wiesenknopf) oder auch ''[[Geum urbanum]]'' (Echte Nelkenwurz). Falsch sind jedenfalls die namensgebenden Malven, auf die sich Linné in seiner Urbeschreibung bezieht. Diese beruhen auf einer Arbeit von Wilkes (1749), in der aber von Carcharodus alceae die Rede sein dürfte.


Auf Grund der weiten Verbreitung im Land gilt ''P. malvae'' in Salzburg als ungefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2025), im Salzburger Becken und im Alpenvorland aber als potentiell bedroht, da extensiv genutzte Wiesen hier nur noch kleinräumig und sehr zersplittert vorkommen (Gros 2023).
Auf Grund der weiten Verbreitung im Land gilt ''P. malvae'' in Salzburg als ungefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2025), im Salzburger Becken und im [[Alpenvorland]] aber als potentiell bedroht, da extensiv genutzte Wiesen hier nur noch kleinräumig und sehr zersplittert vorkommen (Gros 2023).


==Weiterführende Informationen==
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