Brentenbergtunnel: Unterschied zwischen den Versionen
(aktualisiert) |
(überarbeitet und aktualisiert) |
||
| Zeile 10: | Zeile 10: | ||
[[Datei:Brentenbergtunnel Unfall Brand Jänner 2026.png|thumb|Das Bild zeigt das Tunnelportal, an dem sich der Unfall mit anschließendem Brand ereignete.]] | [[Datei:Brentenbergtunnel Unfall Brand Jänner 2026.png|thumb|Das Bild zeigt das Tunnelportal, an dem sich der Unfall mit anschließendem Brand ereignete.]] | ||
| − | Die Tauern Autobahn wurde am Freitagabend, dem [[9. Jänner]] [[2026]], ab der [[Raststation Golling West|Raststation Golling]] bis zur [[Autobahnanschlussstelle Pass Lueg]] in [[Werfen]] in beide Richtungen gesperrt. Grund war ein brennender Lkw im Brentenbergtunnel. Kurz nach 18 Uhr begannen die Löscharbeiten. In beiden Richtungen gab es am Abend eine Totalsperre der Tauern Autobahn; der Verkehr wurde zwischen [[Werfen]] und [[Pass Lueg]] über die [[B 311 Pinzgauer Straße]] umgeleitet, teilte die Asfinag mit. | + | === Brand eines Lkw mit längerer Sperre des Tunnels == |
| + | Die Tauern Autobahn wurde am Freitagabend, dem [[9. Jänner]] [[2026]], ab der [[Raststation Golling West|Raststation Golling]] bis zur [[Autobahnanschlussstelle Pass Lueg]] in [[Werfen]] in beide Richtungen gesperrt. Grund war ein brennender Lkw im Südportal Brentenbergtunnel. Kurz nach 18 Uhr begannen die Löscharbeiten. In beiden Richtungen gab es am Abend eine Totalsperre der Tauern Autobahn; der Verkehr wurde zwischen [[Werfen]] und [[Pass Lueg]] über die [[B 311 Pinzgauer Straße]] umgeleitet, teilte die Asfinag mit. | ||
| − | Ein Sattelschlepper geriet im Bereich des südlichen Tunnelportals gegen die bauliche Fahrbahnbegrenzung der Lawinenverbauung und kollidierte in der Folge mit der linken Seite des Tunnelportals. Durch den Aufprall | + | Ein Sattelschlepper geriet im Bereich des südlichen Tunnelportals gegen die bauliche Fahrbahnbegrenzung der Lawinenverbauung und kollidierte in der Folge mit der linken Seite des Tunnelportals. Durch den Aufprall geriet der Lkw samt seiner Ladung – bestehend aus leerem Verpackungsmaterial – in Brand. Die Wucht des Unfalls führte laut [[Feuerwehr]] dazu, dass die ins Rutschen geratene Ladung das Führerhaus von der Zugmaschine trennte und dieses stark deformiert wurde. Durch den Unfall beim Tunnelportal, an dem nur ein Lkw beteiligt war, geriet nicht nur das Fahrzeug in Brand, sondern auch der Tunnel wurde laut Asfinag beschädigt. Der Lkw-Lenker wurde verletzt. |
[[Datei:Brentenbergtunnel Nordportal 01.jpg|thumb|Brentenbergtunnel Nordportal, Fahrtrichtung Süden]] | [[Datei:Brentenbergtunnel Nordportal 01.jpg|thumb|Brentenbergtunnel Nordportal, Fahrtrichtung Süden]] | ||
| − | Auf der Pinzgauer Straße war wegen heftigen Schneefalls | + | Auf der Pinzgauer Straße war wegen heftigen Schneefalls mit schlechten Fahrbedingungen zu rechnen. Auch auf der Ausweichstrecke bildete sich rasch ein Stau. Zudem hatte sich auf der Tauernautobahn ein kilometerlanger Stau gebildet. |
| − | + | Am Samstagvormittag hatten Experten eine erste Schadensbegutachtung durchgeführt. Betroffen sind laut Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl der Einfahrtsbereich der Galerie sowie die ersten hundert Meter des Tunnels. Der Brand hatte zu massiven Schäden an der Beleuchtung, an Funk- und Brandmeldekabeln, an den technischen Sicherheitseinrichtungen sowie an der Fahrbahn geführt; durch die große Hitze kam es laut Asfinag außerdem zu umfangreichen Betonabplatzungen in diesen Bereichen. Das bedeutet, dass die Tunnelröhre in Richtung Salzburg bis auf Weiteres gesperrt bleiben muss. Experten untersuchten auch die Tunneldecke, um festzustellen, inwieweit sie vom Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde. | |
| − | + | Bereits am Samstag stand fest, dass aufgrund der im Vorjahr durchgeführten Sicherheitsupgrades im Brentenbergtunnel Schlimmeres hätte verhindert werden können. Die Löschwasserversorgung habe hervorragend funktioniert und auch Sicherheitseinrichtungen wie Anpralldämpfer sowie technische Einrichtungen hätten dafür gesorgt, dass dem Lkw-Lenker nicht noch mehr widerfahren wäre. | |
| + | |||
| + | Vier Tage nach dem Lkw-Brand untersuchen auch am Dienstag Experten den Brentenbergtunnel. Man wartet auf Ergebnisse der am Montag entnommenen Bohrkernproben. In den Ermittlungen zur Unfallursache ergibt sich inzwischen ein klareres Bild. Seit dem Wochenende analysiert [[Gerhard Kronreif]] den schweren Lkw-Unfall vom Freitagabend in Fahrtrichtung Salzburg. Der in [[Seekirchen]] lebende Sachverständige geht mittlerweile von Sekundenschlaf aus. Dafür sprechen vor allem die Verkehrskameraaufnahmen der Asfinag: Der Lkw fährt vier Sekunden lang völlig reaktionslos zu weit rechts, ohne Lenken oder Bremslicht. Erst in den letzten zwei Zehntelsekunden blitzt das Bremslicht kurz auf, vermutlich als der Lenker aufwachte. Für eine Reaktion war es jedoch zu spät, und das Fahrzeug prallte mit knapp 80 km/h gegen die rechte Portaleinfahrt. Laut Kronreif entspricht dies der klassischen Tempomatgeschwindigkeit von Lkw. Auf den Aufnahmen ist außerdem zu sehen, dass sich der Lkw unmittelbar nach dem Aufprall entzündete, noch bevor er die linke Tunnelinnenseite erreichte. Kronreif erklärte, dass durch den Aufprall Öl und Diesel ausgetreten seien und es zu einem Kurzschluss gekommen sei. Funken und Reibung metallischer Bauteile führten zur sofortigen Entzündung des Fahrzeugs.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/lkw-unfall-im-brentenbergtunnel-sachverstaendiger-geht-von-sekundenschlaf-aus-und-sieht-gefahren-beim-ausweichverkehr-art-629651 sn.at], 13. Jänner 2025: Lkw-Unfall im Brentenbergtunnel – Sachverständiger geht von Sekundenschlaf aus und sieht Gefahren beim Ausweichverkehr</ref> | ||
== Weblink == | == Weblink == | ||
| Zeile 29: | Zeile 32: | ||
* Asfinag | * Asfinag | ||
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/totalsperre-der-a10-im-abendverkehr-art-629149 sn.at], 9. Jänner 2025 sowie [https://www.sn.at/salzburg/chronik/brennender-lkw-im-tunnel-auf-a10-brentenbergtunnel-bleibt-bis-auf-weiteres-gesperrt-art-629149 sn.at], 10. Jänner 2026 | * [https://www.sn.at/salzburg/chronik/totalsperre-der-a10-im-abendverkehr-art-629149 sn.at], 9. Jänner 2025 sowie [https://www.sn.at/salzburg/chronik/brennender-lkw-im-tunnel-auf-a10-brentenbergtunnel-bleibt-bis-auf-weiteres-gesperrt-art-629149 sn.at], 10. Jänner 2026 | ||
| + | |||
| + | == Einzelnachweis == | ||
| + | <references/> | ||
[[Kategorie:Pongau]] | [[Kategorie:Pongau]] | ||
Version vom 13. Januar 2026, 14:02 Uhr
Der Brentenbergtunnel ist ein Tunnel auf der A 10 Tauern Autobahn zwischen der Autobahnanschlussstelle in Golling an der Salzach und dem Knoten Pongau bei Bischofshofen. Er gehört zur Tunnelgruppe in Werfen.
Geografie
Der Tunnel beginnt bei Kilometer 36,0 und führt auf einer Länge von 594 Metern unter dem Brentenberg im Ortsteil Sulzau in Werfen hindurch.
Geschichte
Der Brentenbergtunnel wurde in den Jahren 1974 bis 1977 erbaut und am 25. Oktober 1977 dem Verkehr übergeben.
= Brand eines Lkw mit längerer Sperre des Tunnels
Die Tauern Autobahn wurde am Freitagabend, dem 9. Jänner 2026, ab der Raststation Golling bis zur Autobahnanschlussstelle Pass Lueg in Werfen in beide Richtungen gesperrt. Grund war ein brennender Lkw im Südportal Brentenbergtunnel. Kurz nach 18 Uhr begannen die Löscharbeiten. In beiden Richtungen gab es am Abend eine Totalsperre der Tauern Autobahn; der Verkehr wurde zwischen Werfen und Pass Lueg über die B 311 Pinzgauer Straße umgeleitet, teilte die Asfinag mit.
Ein Sattelschlepper geriet im Bereich des südlichen Tunnelportals gegen die bauliche Fahrbahnbegrenzung der Lawinenverbauung und kollidierte in der Folge mit der linken Seite des Tunnelportals. Durch den Aufprall geriet der Lkw samt seiner Ladung – bestehend aus leerem Verpackungsmaterial – in Brand. Die Wucht des Unfalls führte laut Feuerwehr dazu, dass die ins Rutschen geratene Ladung das Führerhaus von der Zugmaschine trennte und dieses stark deformiert wurde. Durch den Unfall beim Tunnelportal, an dem nur ein Lkw beteiligt war, geriet nicht nur das Fahrzeug in Brand, sondern auch der Tunnel wurde laut Asfinag beschädigt. Der Lkw-Lenker wurde verletzt.
Auf der Pinzgauer Straße war wegen heftigen Schneefalls mit schlechten Fahrbedingungen zu rechnen. Auch auf der Ausweichstrecke bildete sich rasch ein Stau. Zudem hatte sich auf der Tauernautobahn ein kilometerlanger Stau gebildet.
Am Samstagvormittag hatten Experten eine erste Schadensbegutachtung durchgeführt. Betroffen sind laut Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl der Einfahrtsbereich der Galerie sowie die ersten hundert Meter des Tunnels. Der Brand hatte zu massiven Schäden an der Beleuchtung, an Funk- und Brandmeldekabeln, an den technischen Sicherheitseinrichtungen sowie an der Fahrbahn geführt; durch die große Hitze kam es laut Asfinag außerdem zu umfangreichen Betonabplatzungen in diesen Bereichen. Das bedeutet, dass die Tunnelröhre in Richtung Salzburg bis auf Weiteres gesperrt bleiben muss. Experten untersuchten auch die Tunneldecke, um festzustellen, inwieweit sie vom Brand in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Bereits am Samstag stand fest, dass aufgrund der im Vorjahr durchgeführten Sicherheitsupgrades im Brentenbergtunnel Schlimmeres hätte verhindert werden können. Die Löschwasserversorgung habe hervorragend funktioniert und auch Sicherheitseinrichtungen wie Anpralldämpfer sowie technische Einrichtungen hätten dafür gesorgt, dass dem Lkw-Lenker nicht noch mehr widerfahren wäre.
Vier Tage nach dem Lkw-Brand untersuchen auch am Dienstag Experten den Brentenbergtunnel. Man wartet auf Ergebnisse der am Montag entnommenen Bohrkernproben. In den Ermittlungen zur Unfallursache ergibt sich inzwischen ein klareres Bild. Seit dem Wochenende analysiert Gerhard Kronreif den schweren Lkw-Unfall vom Freitagabend in Fahrtrichtung Salzburg. Der in Seekirchen lebende Sachverständige geht mittlerweile von Sekundenschlaf aus. Dafür sprechen vor allem die Verkehrskameraaufnahmen der Asfinag: Der Lkw fährt vier Sekunden lang völlig reaktionslos zu weit rechts, ohne Lenken oder Bremslicht. Erst in den letzten zwei Zehntelsekunden blitzt das Bremslicht kurz auf, vermutlich als der Lenker aufwachte. Für eine Reaktion war es jedoch zu spät, und das Fahrzeug prallte mit knapp 80 km/h gegen die rechte Portaleinfahrt. Laut Kronreif entspricht dies der klassischen Tempomatgeschwindigkeit von Lkw. Auf den Aufnahmen ist außerdem zu sehen, dass sich der Lkw unmittelbar nach dem Aufprall entzündete, noch bevor er die linke Tunnelinnenseite erreichte. Kronreif erklärte, dass durch den Aufprall Öl und Diesel ausgetreten seien und es zu einem Kurzschluss gekommen sei. Funken und Reibung metallischer Bauteile führten zur sofortigen Entzündung des Fahrzeugs.[1]
Weblink
- Lage auf openstreetmap.org
Quellen
- Quelle ist der Originalartikel, der ursprünglich von einem nun anonymen Benutzer als erster Bearbeiter erstellt wurde. Näheres siehe → hier.