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| − | [[Datei:Burg Petersberg in Friesach 01.jpg|thumb|In der Burg.]] | + | [[Datei:Burg Petersberg in Friesach 01.jpg|thumb|Blick hinauf zur Burg.]] |
| | Die '''Burg Petersberg''' ist eine Verteidigungsanlage in [[Friesach]] in [[Kärnten]], die bis [[1803]] in Salzburger Besitz war. | | Die '''Burg Petersberg''' ist eine Verteidigungsanlage in [[Friesach]] in [[Kärnten]], die bis [[1803]] in Salzburger Besitz war. |
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| | Engelschalk, der erste urkundlich belegte salzburgische Kastellan in Friesach, verteidigte den Petersberg [[1123]]/24 erfolgreich gegen Herzog Engelbert von Spanheim. Auch der [[Bischof von Gurk]], [[Hiltebold]], hatte sich in die belagerte Anlage zurückgezogen. Nachdem sich Erzbischof [[Konrad I.]] [[1124]] erneut die Kontrolle über die Stadt Friesach gesichert hatte, begann er mit einem umfassenden Ausbau der Befestigungen am Petersberg und band diese in die Stadtumwallung ein. Seine militärische Bedeutung hatte die Burg bereits im Investiturstreit gezeigt, als die Belagerer unverrichteter Dinge abziehen mussten. | | Engelschalk, der erste urkundlich belegte salzburgische Kastellan in Friesach, verteidigte den Petersberg [[1123]]/24 erfolgreich gegen Herzog Engelbert von Spanheim. Auch der [[Bischof von Gurk]], [[Hiltebold]], hatte sich in die belagerte Anlage zurückgezogen. Nachdem sich Erzbischof [[Konrad I.]] [[1124]] erneut die Kontrolle über die Stadt Friesach gesichert hatte, begann er mit einem umfassenden Ausbau der Befestigungen am Petersberg und band diese in die Stadtumwallung ein. Seine militärische Bedeutung hatte die Burg bereits im Investiturstreit gezeigt, als die Belagerer unverrichteter Dinge abziehen mussten. |
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| | + | [[Datei:Burg Petersberg in Friesach 02.jpg|thumb|Blick hinauf zur Burg.]] |
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| | Da sich der Erzbischof nach [[1140]] häufig hier aufhielt und die Anlage als Zweitresidenz nutzte, dürfte die erste Ausbauphase zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen gewesen sein. Zeitgenössische Berichte beschreiben sowohl Bergfried als auch Palas als so aufwendig ausgestattet, dass sie eher einem kaiserlichen Palast als einem bischöflichen Sitz entsprochen hätten. Der Petersberg entwickelte sich damit zum südöstlichen Eckpfeiler im Herrschaftsgebiet der [[Salzburger Erzbischöfe]]. Er diente als erzbischöfliche Nebenresidenz und bot in Zeiten militärischer Konflikte gelegentlich Zuflucht. | | Da sich der Erzbischof nach [[1140]] häufig hier aufhielt und die Anlage als Zweitresidenz nutzte, dürfte die erste Ausbauphase zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen gewesen sein. Zeitgenössische Berichte beschreiben sowohl Bergfried als auch Palas als so aufwendig ausgestattet, dass sie eher einem kaiserlichen Palast als einem bischöflichen Sitz entsprochen hätten. Der Petersberg entwickelte sich damit zum südöstlichen Eckpfeiler im Herrschaftsgebiet der [[Salzburger Erzbischöfe]]. Er diente als erzbischöfliche Nebenresidenz und bot in Zeiten militärischer Konflikte gelegentlich Zuflucht. |
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| | Im [[Mittelalter]] hielten sich zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten auf der Burg auf. [[1149]] verweilte König Konrad III. auf seinem Rückzug vom gescheiterten Zweiten Kreuzzug am Petersberg. [[1170]] war der deutsche [[Friedrich I. Barbarossa|Kaiser Barbarossa]] zu Gast, [[1192]] folgte König Richard Löwenherz von England. [[1224]] fand unter der Leitung des Babenbergerherzogs Leopold VI. eine große Versammlung geistlicher und weltlicher Fürsten zwischen Donau und Adria statt. Dabei wurde ein Konflikt zwischen dem Kärntner Herzog Bernhard von Sponheim und dem Markgrafen Heinrich von Istrien beigelegt, der bereits zu eskalieren drohte. Das berühmte Turnier, von dem Ulrich von Liechtenstein berichtet und an dem rund 600 Ritter teilnahmen, wurde allerdings nicht in der Burg, sondern auf einer Wiese vor der Stadt ausgetragen. | | Im [[Mittelalter]] hielten sich zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten auf der Burg auf. [[1149]] verweilte König Konrad III. auf seinem Rückzug vom gescheiterten Zweiten Kreuzzug am Petersberg. [[1170]] war der deutsche [[Friedrich I. Barbarossa|Kaiser Barbarossa]] zu Gast, [[1192]] folgte König Richard Löwenherz von England. [[1224]] fand unter der Leitung des Babenbergerherzogs Leopold VI. eine große Versammlung geistlicher und weltlicher Fürsten zwischen Donau und Adria statt. Dabei wurde ein Konflikt zwischen dem Kärntner Herzog Bernhard von Sponheim und dem Markgrafen Heinrich von Istrien beigelegt, der bereits zu eskalieren drohte. Das berühmte Turnier, von dem Ulrich von Liechtenstein berichtet und an dem rund 600 Ritter teilnahmen, wurde allerdings nicht in der Burg, sondern auf einer Wiese vor der Stadt ausgetragen. |
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| | + | [[Datei:Burg Petersberg in Friesach 03.jpg|thumb|Blick hinauf zur Burg.]] |
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| | Erzbischof [[Philipp von Spanheim]] floh [[1263]] vor dem heranrückenden böhmischen König Ottokar. Ottokar fielen so die salzburgischen Besitzungen jenseits der [[Tauern]] kampflos zu. Nach dem Ende der dreijährigen Herrschaft Ottokars setzten die Salzburger Erzbischöfe ab [[1267]] Hauptleute an die Spitze des militärischen Personals, die ihren Sitz in der Burghauptmannschaft am Petersberg hatten. Dabei handelte es sich meist um Angehörige bedeutender steirischer und kärntnerischer Adelsfamilien (Liechtenstein, Kraiger, Silberberger, Weissenegger usw.), die die Erzbischöfe durch die Vergabe von Lehen enger an sich banden. | | Erzbischof [[Philipp von Spanheim]] floh [[1263]] vor dem heranrückenden böhmischen König Ottokar. Ottokar fielen so die salzburgischen Besitzungen jenseits der [[Tauern]] kampflos zu. Nach dem Ende der dreijährigen Herrschaft Ottokars setzten die Salzburger Erzbischöfe ab [[1267]] Hauptleute an die Spitze des militärischen Personals, die ihren Sitz in der Burghauptmannschaft am Petersberg hatten. Dabei handelte es sich meist um Angehörige bedeutender steirischer und kärntnerischer Adelsfamilien (Liechtenstein, Kraiger, Silberberger, Weissenegger usw.), die die Erzbischöfe durch die Vergabe von Lehen enger an sich banden. |
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| | Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ließ ab [[1495]] die Verteidigungsanlagen am Petersberg umfassend modernisieren und verlieh ihnen sowie der Stadtbefestigung ihr endgültiges Erscheinungsbild. Seit der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s waren die Ämter des Burghauptmanns und des Vizedoms in einer Person vereint. Da die Hauptmannschaft am Petersberg für Verwaltungsaufgaben zu abgelegen war, verlegten die Vizedome ihren Amtssitz ausschließlich in den Fürstenhof im Ort. | | Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] ließ ab [[1495]] die Verteidigungsanlagen am Petersberg umfassend modernisieren und verlieh ihnen sowie der Stadtbefestigung ihr endgültiges Erscheinungsbild. Seit der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s waren die Ämter des Burghauptmanns und des Vizedoms in einer Person vereint. Da die Hauptmannschaft am Petersberg für Verwaltungsaufgaben zu abgelegen war, verlegten die Vizedome ihren Amtssitz ausschließlich in den Fürstenhof im Ort. |
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| | + | [[Datei:Burg Petersberg in Friesach 04.jpg|thumb|In der Burg.]] |
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| | Ein Inventar aus [[1626]] nennt in der Festung noch 16 Geschütze, jedoch nur geringe Vorräte an Pulver und Kugeln. Eine der alten Kanonen befindet sich heute im Kärntner Landesmuseum in Klagenfurt. Die übrige Rüstkammer bestand überwiegend aus veralteten Hieb- und Stichwaffen; [[1641]] wurde der Großteil des Bestandes als Alteisen verkauft. | | Ein Inventar aus [[1626]] nennt in der Festung noch 16 Geschütze, jedoch nur geringe Vorräte an Pulver und Kugeln. Eine der alten Kanonen befindet sich heute im Kärntner Landesmuseum in Klagenfurt. Die übrige Rüstkammer bestand überwiegend aus veralteten Hieb- und Stichwaffen; [[1641]] wurde der Großteil des Bestandes als Alteisen verkauft. |
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| | Auf dem Kupferstich [[Matthäus Merian|Merian]]s von [[1649]] erscheinen die Gebäude zwar noch vollständig, jedoch bereits ohne Dächer und Fenster. Nach dem Stadtbrand von [[1673]], der auch den Petersberg erfasste, verfielen die nun funktionslosen Anlagen und blieben bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Ruinen. Weitere Schäden verursachten [[1797]] die französischen Truppen. Der Petersberg blieb bis zur [[Säkularisierung]] Salzburgs [[1803]] im Besitz der Bischöfe und ging anschließend in den Besitz des österreichischen Staates über. | | Auf dem Kupferstich [[Matthäus Merian|Merian]]s von [[1649]] erscheinen die Gebäude zwar noch vollständig, jedoch bereits ohne Dächer und Fenster. Nach dem Stadtbrand von [[1673]], der auch den Petersberg erfasste, verfielen die nun funktionslosen Anlagen und blieben bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Ruinen. Weitere Schäden verursachten [[1797]] die französischen Truppen. Der Petersberg blieb bis zur [[Säkularisierung]] Salzburgs [[1803]] im Besitz der Bischöfe und ging anschließend in den Besitz des österreichischen Staates über. |
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