| | Die [[Kobler-Spängler-Briefe von 1845 bis 1848]], hier die Briefe "1858" an die Mutter und vor allem an den Bruder [[Otto Spängler]] vermitteln einen Eindruck von der Zeit des Studiums in Graz (September 1858) bis zu den Prüfungen für die weitere juristische Laufbahn in Wien 1862. Franz Xaver kümmert sich intensiv um den jüngeren Bruder (fast in der Rolle eines Erziehungsberechtigten für den verstorbenen Vater), der vor der Matura steht, er fordert immer wieder Nachrichten aus Salzburg ein und bestellt ständig ausführliche Grüße und Empfehlungen an Verwandte und Freunde in Salzburg. Diese Briefe zeugen auch von den weitgespannten Interessen, die über das Jura-Studium hinausgehen (Literatur, Theater); mit dem Bruder korrespondiert er auf Französisch. Viel wird "Gesundheit" benannt, gepaart offenbar mit einem festen (katholischen) Glauben. | | Die [[Kobler-Spängler-Briefe von 1845 bis 1848]], hier die Briefe "1858" an die Mutter und vor allem an den Bruder [[Otto Spängler]] vermitteln einen Eindruck von der Zeit des Studiums in Graz (September 1858) bis zu den Prüfungen für die weitere juristische Laufbahn in Wien 1862. Franz Xaver kümmert sich intensiv um den jüngeren Bruder (fast in der Rolle eines Erziehungsberechtigten für den verstorbenen Vater), der vor der Matura steht, er fordert immer wieder Nachrichten aus Salzburg ein und bestellt ständig ausführliche Grüße und Empfehlungen an Verwandte und Freunde in Salzburg. Diese Briefe zeugen auch von den weitgespannten Interessen, die über das Jura-Studium hinausgehen (Literatur, Theater); mit dem Bruder korrespondiert er auf Französisch. Viel wird "Gesundheit" benannt, gepaart offenbar mit einem festen (katholischen) Glauben. |
| − | Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler "Sammler" gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln; unten ausführlicher) 1860 u. a. vom [[Neujahr]]sfest "in angenehmer Gesellschaft bei Pastete mit Punsch", von der Aufhebung der "Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren..." Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt "Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich." Fasching wird mit "Gutenberg" [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und "Papa Duregger" ([[Alois Johann Duregger]]) teilt seine "Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen" mit: "Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen" [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist "Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen..." | + | Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler "Sammler" gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln; siehe unten ausführlicher) 1860 u. a. vom [[Neujahr]]sfest "in angenehmer Gesellschaft bei Pastete mit Punsch", von der Aufhebung der "Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren..." Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt "Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich." Fasching wird mit "Gutenberg" [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und "Papa Duregger" ([[Alois Johann Duregger]]) teilt seine "Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen" mit: "Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen" [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist "Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen..." |