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An wen der Brief adressiert ist, wird nicht angegeben [vgl. jedoch vorstehenden Brief von einem Freund "Karl", zu dem dieser Brief die Antwort darstellt]. Zu dem Heiratsantrag 1843 aus Stuttgart vgl. die beiden Briefe vom 10. Jänner 1843 von Ph. Reichmann. Der Brief hier ist offensichtlich nicht an [Nr. 38] Dr.med. [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) gerichtet [vgl. vorstehenden Brief mit anderer Unterschrift, "Karl"], welchen Amalia Kobler dann am 21. April 1846 in Salzburg heiratet. Hat der Freund den Brief vielleicht nach Amalia Koblers Tod 1848 zurückgeben? Mehrere längere Striche, hier nicht markiert (belassen als - ).
 
An wen der Brief adressiert ist, wird nicht angegeben [vgl. jedoch vorstehenden Brief von einem Freund "Karl", zu dem dieser Brief die Antwort darstellt]. Zu dem Heiratsantrag 1843 aus Stuttgart vgl. die beiden Briefe vom 10. Jänner 1843 von Ph. Reichmann. Der Brief hier ist offensichtlich nicht an [Nr. 38] Dr.med. [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) gerichtet [vgl. vorstehenden Brief mit anderer Unterschrift, "Karl"], welchen Amalia Kobler dann am 21. April 1846 in Salzburg heiratet. Hat der Freund den Brief vielleicht nach Amalia Koblers Tod 1848 zurückgeben? Mehrere längere Striche, hier nicht markiert (belassen als - ).
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==== Brief vom 25. Jänner 1843 an Zäzilia Amalia Kobler ====
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Brief vom 25. Jänner 1843 von einem unbekannten Schreiber an [[Zäzilia Amalia Kobler]]; Briefumschlag, [unterstrichen:] ''Kufstein'' // ''A // Mademoiselle // Mademoiselle Amalie de // Castelli // à // '' [unterstrichen:] ''Salzburg // '' [unterstrichen:] ''abzugeben in Kobler’s Brauhause''; Poststempel "Kufstein 25. Jän." [ohne Jahr]; rückseitig rotes Lacksiegel "C H" und Poststempel "Salzburg 26. Jan" [halb verwischt]. Ein Bogen, auffallend flüssige und kleine Schrift; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Kufstein am 25ten Jänner 1843. // Liebes Malchen! // Wieder ist heute die Stunde der Postankunft trostlos mir hingeschwunden. Nichts bringend, daß mich beglücken sollte, – zum achten Male senkte sich finster die Sonne und Eis bedekten Bergspitzen Helios auf seinem goldenen Viergespann und läßt mich, den Verwaisten, mit stiller Mahnung ihm dem tro[t]zig Schreibenden nachblicken. Malchen! entreißen Sie mich dieses peinvollen Gemüth[s]zustandes, den keine Leiden zu schildern vermag, denn morgen sind es acht Tage daß mein Schreiben in Ihren Händen sich befinden muß und durch diese lange unendlich lange Zeit hatten Sie nicht die geringste Muße finden können, um mit einem Wörtchen meiner zu gedenken? – // Nicht anders vermag ich mir es zu deuten, als daß Sie, liebe theuerste Malin, seit jenem unglücklichen Soupé krank und daß sehr krank sind, denn sonst würden Sie mich nicht diesem qualvollem Schmerze preisgeben können, und wäre dem nicht?! – so verzweifle ich an der Liebe des Allmächtigen und klage Sie der Grausamkeit, einer Grausamkeit an, dem die Welt nicht [ver]zeihen kann. – Malchen! liebes, heiß geliebtes Malchen! laßen Sie mich nicht in dieser Seelenangst – Sie sehen meine / Unruhe, meine Verzweiflung – haben Sie Erbarmen! – Sie haben die Seelenruhe mit der ich Sie anbethete zerstört an dessen Stelle XX Leidenschaft getretten ist, – XX diese Ruhe mit der ich so innig Sie liebte nicht Länger Ghenn? [?] – daß Sie Sich versucht fühlen mußten, mein    aufzurichten? // XX durchkreuzen die bangsten Zeifel meiner Seele – scheidet mit einem Wehe im Herzen, dem nur Labung wird, wenn Malchen nicht vergessen hat // Ihren // XX [Name unleserlich]
 
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