Herbert-von-Karajan-Platz: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Herbert_von_Karajan_Platz_von_oben.jpg|thumb|Herbert-von-Karajan-Platz vom Mönchsberg aus betrachtet.]]{{Googlemapsort|5020+Salzburg+Herbert-von-Karajan-Platz}}
[[Datei:Herbert_von_Karajan_Platz_von_oben.jpg|thumb|Der Siegmundsplatz 2010 vom Mönchsberg aus betrachtet.]]
[[Datei:Der-leere-Herbert-von-Karajan-Platz.jpg|thumb|Der leere Herbert-von-Karajan-Platz im Frühjahr 2020.]]
{{Googlemapsort|5020+Salzburg+Herbert-von-Karajan-Platz}}
[[Datei:Herbert-von-Karajan-Platz-Februar-2022.jpg|thumb|Der Herbert-von-Karajan-Platz im Februar 2022.]]
 
[[Datei:Stolperstein_August_Gruber.jpg|thumb|[[Stolperstein]] für [[August Gruber]] am Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2.]]
Der '''Herbert-von-Karajan-Platz''' ist ein [[Plätze der Stadt Salzburg|Platz]] in der [[Salzburger Altstadt]].
Der '''Herbert-von-Karajan-Platz''' ist ein [[Plätze der Stadt Salzburg|Platz]] in der [[Salzburger Altstadt]].


== Lage ==
== Lage ==
Der Platz liegt zwischen [[Bürgerspitalgasse]], [[Universitätsplatz]], [[Hofstallgasse]] und [[Sigmundstor]].
Der Platz liegt zwischen [[Bürgerspitalgasse]], [[Universitätsplatz]], [[Hofstallgasse]] und [[Sigmundstor]].
[[File:038R32120678 Salzburg, O Bus Juni 1978.jpg|thumb|Der Siegmundsplatz im Juni 1978.]]


== Geschichte ==
== Geschichte ==
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Später, um [[1858]], wurde er ''Heuwaagplatz'' genannt, weil sich hier eine Heuwaage befand. <ref>[https://books.google.at/books?id=Qo9pAAAAcAAJ&pg=PT16&dq=Heuwaagplatz+salzburg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi6k723i8HZAhVJaFAKHZpVBM8Q6AEIKjAA#v=onepage&q=Heuwaagplatz&f=false Googlebooks/Verzeichnis der Häuser der k.k. Landeshauptstadt Salzburg/1858] sowie [https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/stadtgeschichte/aus_der_geschichte/historie_salzburger_397067/ausgewaehlte_spezialmaerkte_212354.htm?redirect=404 www.stadt-salzburg.at]</ref>
Später, um [[1858]], wurde er ''Heuwaagplatz'' genannt, weil sich hier eine Heuwaage befand. <ref>[https://books.google.at/books?id=Qo9pAAAAcAAJ&pg=PT16&dq=Heuwaagplatz+salzburg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi6k723i8HZAhVJaFAKHZpVBM8Q6AEIKjAA#v=onepage&q=Heuwaagplatz&f=false Googlebooks/Verzeichnis der Häuser der k.k. Landeshauptstadt Salzburg/1858] sowie [https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/stadtgeschichte/aus_der_geschichte/historie_salzburger_397067/ausgewaehlte_spezialmaerkte_212354.htm?redirect=404 www.stadt-salzburg.at]</ref>
[[Datei:Festspielhäuser Hofstallschwemme Herbert-von-Karajan-Platz Sammlung Risch-Lau.jpg|thumb|Der Sigmundsplatz in den 1960er-Jahren.]]


Ab [[1873]] hieß der Platz ''Siegmundsplatz''. Benannt war er nach [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]], der das Sigmundstor hatte bauen lassen und auch sonst als Wohltäter der Bevölkerung in Erinnerung geblieben war.
Ab [[1873]] hieß der Platz ''Siegmundsplatz''. Benannt war er nach [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]], der das Sigmundstor hatte bauen lassen und auch sonst als Wohltäter der Bevölkerung in Erinnerung geblieben war.
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=== Umbenennungsdiskussion ===
=== Umbenennungsdiskussion ===
Nach jahrelangen Diskussionen um [[NS-belastete Straßennamen in Salzburg]] lag im Juni [[2021]] ein Historiker-Bericht vor. In diesem wird die Umbenennung dieses Platzes empfohlen. Siegfried Trenker, Sprecher des KZ-Verbandes in Salzburg, ist für eine definitive Umbenennung. Dabei stellt er nicht die künstlerische Qualität Karajans in Frage. Es geht ihm darum, dass Karajan zwei Mitgliedsnummern in der [[NSDAP]] hatte. Er fragt sich, warum jemand zwei Anträge stellt, um bei einer Partei Mitglied zu werden? Trenker will auch das Argument "Was hätte er denn machen sollen?" nicht gelten lassen, schließlich hätten sich andere Dirigenten anders verhalten. "[[Arturo Toscanini|Toscanini]] hat Österreich verlassen und 1945 in Italien ein Konzert dirigiert, wo er die Alliierten geehrt hat. Toscanini hat sich gegen autoritäre Figuren aufgestellt. Man kann also durchaus auch als berühmter Künstler für Demokratie und gegen Totalitarismus sein." Und das sei der wesentliche Unterschied zu Karajan, der solche Kräfte unterstützt und sich angedient habe.  
Nach jahrelangen Diskussionen um [[NS-belastete Straßennamen in Salzburg]] lag im Juni [[2021]] ein Historiker-Bericht vor. In diesem wird die Umbenennung dieses Platzes empfohlen. Siegfried Trenker, Sprecher des KZ-Verbandes in Salzburg, ist für eine definitive Umbenennung. Dabei stellt er nicht die künstlerische Qualität Karajans in Frage. Es geht ihm darum, dass Karajan zwei Mitgliedsnummern in der [[NSDAP]] hatte. Er fragt sich, warum jemand zwei Anträge stellt, um bei einer Partei Mitglied zu werden? Trenker will auch das Argument "Was hätte er denn machen sollen?" nicht gelten lassen, schließlich hätten sich andere Dirigenten anders verhalten. "[[Arturo Toscanini|Toscanini]] hat Österreich verlassen und 1945 in Italien ein Konzert dirigiert, wo er die Alliierten geehrt hat. Toscanini hat sich gegen autoritäre Figuren aufgestellt. Man kann also durchaus auch als berühmter Künstler für Demokratie und gegen Totalitarismus sein." Und das sei der wesentliche Unterschied zu Karajan, der solche Kräfte unterstützt und sich angedient habe.  
[[Datei:Salzburger Altstadt Festspielbezirk Alte Universität.jpg|thumb|Rechts unten der Herbert-von-Karajan-Platz 2018.]]


[[Robert Kriechbaumer]], ein renommierter Historiker in Salzburg, seit 1993 wissenschaftlicher Leiter der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]] und Autor des Werks "Die Dunkelheit des politischen Horizonts. Salzburg von 1933 bis 1938", sieht den Namen Karajan im Zusammenhang mit einer Straßenbenennung anders. Der sei letztlich ein Karrierist gewesen. "Ich habe den gesamten Entnazifizierungsakt Karajans bei mir. Er hat immer gesagt, warum er Nazi geworden ist. Weil er den Posten des Generalmusikdirektors in Aachen wollte. Er war nie aktives Parteimitglied. Dass man den jetzt als Nazi, als Bösen hinstellt, das ist ja geradezu absurd."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/pro-contra-die-krux-im-umgang-mit-braunen-strassennamen-in-salzburg-104762602 www.sn.at], 5. Juni 2021</ref>
[[Robert Kriechbaumer]], ein renommierter Historiker in Salzburg, seit 1993 wissenschaftlicher Leiter der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]] und Autor des Werks "Die Dunkelheit des politischen Horizonts. Salzburg von 1933 bis 1938", sieht den Namen Karajan im Zusammenhang mit einer Straßenbenennung anders. Der sei letztlich ein Karrierist gewesen. "Ich habe den gesamten Entnazifizierungsakt Karajans bei mir. Er hat immer gesagt, warum er Nazi geworden ist. Weil er den Posten des Generalmusikdirektors in Aachen wollte. Er war nie aktives Parteimitglied. Dass man den jetzt als Nazi, als Bösen hinstellt, das ist ja geradezu absurd."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/pro-contra-die-krux-im-umgang-mit-braunen-strassennamen-in-salzburg-104762602 www.sn.at], 5. Juni 2021</ref>
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== Bauten ==
== Bauten ==
Am südwestlichen Rand des Platzes befindet sich die [[Pferdeschwemme (Sigmundstor)|Pferdeschwemme]].  
Am südwestlichen Rand des Platzes befindet sich die [[Pferdeschwemme (Sigmundstor)|Pferdeschwemme]].  
[[Datei:Stolperstein_August_Gruber.jpg|thumb|[[Stolperstein]] für [[August Gruber]] am Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2.]]


Rund um den Platz befinden sich das ehemalige [[Bürgerspital St. Blasius]], das [[Hotel Goldener Hirsch]], das Studiengebäude der [[Alten Universität]], das [[Sacellum]], das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] sowie der [[Schüttkasten beim Sigmundstor|Schüttkasten]] für den [[Hofmarstall]], in dem heute das [[Kartenbüro der Salzburger Festspiele|Festspielbüro]] untergebracht ist.
Rund um den Platz befinden sich das ehemalige [[Bürgerspital St. Blasius]], das [[Hotel Goldener Hirsch]], das Studiengebäude der [[Alten Universität]], das [[Sacellum]], das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] sowie der [[Schüttkasten beim Sigmundstor|Schüttkasten]] für den [[Hofmarstall]], in dem heute das [[Kartenbüro der Salzburger Festspiele|Festspielbüro]] untergebracht ist.