Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Hoeglwoerth.jpg|thumb|Kloster und Klostersee im herbstlichen Licht]] | [[Datei:Hoeglwoerth.jpg|thumb|Kloster und Klostersee im herbstlichen Licht]] | ||
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[[Datei:Westansicht des ehemaligen Augustinerstiftes Höglwörth.jpg|thumb|Westansicht des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes Höglwörth]] | [[Datei:Westansicht des ehemaligen Augustinerstiftes Höglwörth.jpg|thumb|Westansicht des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes Höglwörth]] | ||
Das '''Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth''' in [[Anger (Bayern)|Anger]] im heutigen [[Bayern]] war ein kleines und vergleichsweise wenig begütertes Kloster im [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]]. | Das '''Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth''' in [[Anger (Bayern)|Anger]] im heutigen [[Bayern]] war ein kleines und vergleichsweise wenig begütertes Kloster im [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]]. | ||
== | == Geografie == | ||
Das ehemalige Kloster befindet sich Höglwörth, einem Gemeindeteil der Gemeinde [[Anger (Bayern)|Anger]] im [[Rupertiwinkel]] im oberbayerischen [[Landkreis Berchtesgadener Land]], etwa zwölf Kilometer nördlich von [[Bad Reichenhall]], östlich der Autobahn Salzburg−[[München]], auf einer Landzunge im [[Höglwörther See]]. | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Die Gründung des Klosters der [[Augustiner-Chorherren]] geht auf die Zeit zwischen [[1122]] und [[1129]] zurück. [[1125]] berief [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] von Salzburg Augustiner-Chorherren hierher. Einer Schenkungsnotiz von 1122/ | Die Gründung des Klosters der [[Augustiner-Chorherren]] geht auf die Zeit zwischen [[1122]] und [[1129]] zurück. [[1125]] berief [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] von Salzburg Augustiner-Chorherren hierher. Einer Schenkungsnotiz von 1122/[[1123]] zufolge übergab [[Grafen von Plain|Werigand von Plain]], der sich seit [[1108]] nach der [[Burg Plain]] nannte, den Grund und Boden an das Kloster. Hinweise dazu liefern auch Grabinschriften in der Klosterkirche, da Höglwörth die Begräbnisstätte der Grafen von Plain bis zum Aussterben des Grafengeschlechtes war. | ||
Auch Erzbischof Konrad I. scheint in Dokumenten als Stifter auf. Dass das Kloster eine Gründung des Erzbischofs sein könnte, geht aus einem Hinweis von [[1308]] hervor, als der Konvent einen [[Propst]] aus den eigenen Reihen wählte und das [[Salzburger Domkapitel]] prompt Einspruch erhob. Nach einem verfälschten Privileg Papst Eugens III. stand dem Domkapitel von Salzburg die Aufsicht über das Kloster und die Einsetzung des Propstes zu. | Auch Erzbischof Konrad I. scheint in Dokumenten als Stifter auf. Dass das Kloster eine Gründung des Erzbischofs sein könnte, geht aus einem Hinweis von [[1308]] hervor, als der Konvent einen [[Propst]] aus den eigenen Reihen wählte und das [[Salzburger Domkapitel]] prompt Einspruch erhob. Nach einem verfälschten Privileg Papst Eugens III. stand dem Domkapitel von Salzburg die Aufsicht über das Kloster und die Einsetzung des Propstes zu. | ||
Der vermutlich erste Propst von Höglwörth war im Jahr [[1129]] Propst Dagobert. Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] erweiterten dann Schenkungen der Nachkommen Werigands den Besitz des Klosters. Der Grundbesitz reichte in dieser Zeit am [[Teisenberg (Berg)|Teisenberg]] bis in eine Höhe von 1 300 [[m ü. A.]], einschließlich der Stoißer Alm und bis in die Orte [[Piding]], [[Salzburghofen]] ([[Freilassing]]), [[Tengling]] am Tachinger See und [[Nußdorf am Haunsberg]] | Der vermutlich erste Propst von Höglwörth war im Jahr [[1129]] Propst Dagobert. Im [[12. Jahrhundert|12.]] und [[13. Jahrhundert]] erweiterten dann Schenkungen der Nachkommen Werigands den Besitz des Klosters. Der Grundbesitz reichte in dieser Zeit am westlich gelegenen [[Teisenberg (Berg)|Teisenberg]] bis in eine Höhe von 1 300 [[m ü. A.]], einschließlich der Stoißer Alm und bis in die Orte [[Piding]], [[Salzburghofen]] (heute in [[Freilassing]]), [[Tengling]] am [[Tachinger See]] und [[Nußdorf am Haunsberg]] im Salzburger [[Flachgau]]. [[1326]] findet sich eine urkundliche Erwähnung von Grundbesitz des Klosters in [[Arnsdorf in der Wachau]]. | ||
[[1803]] entging das Kloster der [[Säkularisation]], da es damals unter der Regentschaft des [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürsten]] [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand | [[1803]] entging das Kloster der [[Säkularisation]], da es damals unter der Regentschaft des [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürsten]] [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand von Toskana]] weiter zu Salzburg gehörte. [[1804]] wählte der Konvent Gilbert Grab zum neuen Propst. Dieser kam aber mit den neuen politischen Gegebenheiten nicht zurecht. Auf Antrag Grabs [[1816]] wurde das Kloster am [[8. Juli]] [[1817]] wegen seiner schlechten wirtschaftlichen Lage aufgelöst. Der Verkauf des Klosterbesitzes dauerte bis [[1824]]. Die Klosterkirche wurde Filialkirche der Pfarrei [[Anger (Bayern)|Anger]], der Wald ging in Staatsbesitz über (zum Nutzen der [[Saline Reichenhall]]), die Gebäude mit Brauerei kaufte die Brauersfamilie [[Brauerei Wieninger (Teisendorf)|Wieninger]]. | ||
Das Stift war auch an den [[Eisengewerke Achthal]] beteiligt gewesen. | Das Stift war auch an den [[Eisengewerke Achthal]] beteiligt gewesen. | ||
=== Klosterkirche === | === Klosterkirche === | ||
[[Benedikt Zöpf]] arbeitet von 1765 bis ca. 1769 als Stuckateur in der Klosterkirche. | [[Benedikt Zöpf]] arbeitet von [[1765]] bis ca. [[1769]] als Stuckateur in der Klosterkirche. | ||
=== Pröpste === | === Pröpste === | ||
:'' Hauptartikel [[Pröpste des Augustiner-Chorherrenstifts Höglwörth]] | :'' Hauptartikel [[Pröpste des Augustiner-Chorherrenstifts Höglwörth]] | ||
* | * Dagobert, 1129, vermutlich der erste Propst | ||
* [[Wolfgang Griesstaetter]] um 1553, Mitbegründer der Eisengewerke Achthal | * [[Wolfgang Griesstaetter]] um 1553, Mitbegründer der Eisengewerke Achthal | ||
* | * Gilbert Grab, 1804–1816, der letzte Propst | ||
== Heiliges Grab in Höglwörth == | == Heiliges Grab in Höglwörth == | ||
:''Hauptartikel | :''Hauptartikel [[Heiliges Grab in Höglwörth]] | ||
In der einstigen Stiftskirche Höglwörth wird das seit [[1652]] nachgewiesene "Herrengrab" alle drei Jahre aufgebaut. Es erstrahlen dort bis zu 60 Liter fassende bunte Glaskugeln, die von hinten mit Öllichtern beleuchtet werden und das dortige | In der einstigen Stiftskirche Höglwörth wird das seit [[1652]] nachgewiesene "Herrengrab" alle drei Jahre aufgebaut. Es erstrahlen dort bis zu 60 Liter fassende bunte Glaskugeln, die von hinten mit Öllichtern beleuchtet werden und das dortige [[Heiliges Grab|Heilige Grab]] schmücken und umrahmen. In den zwei Tagen, an denen das Grab aufgebaut ist, kommen bis zu 15 000 Besucher nach Höglwörth. | ||
== Höglwörth heute == | == Höglwörth heute == | ||
Höglwörth lädt zu einem Spaziergang rund um den Höglwörther See sowie zum Besuch der sehenswerten Klosterkirche ein. Man kann durch den Hof des Klosters gehen und erlebt malerische Blicke und Winkel. | Höglwörth lädt zu einem Spaziergang rund um den Höglwörther See sowie zum Besuch der sehenswerten Klosterkirche ein. Man kann durch den Hof des Klosters gehen und erlebt malerische Blicke und Winkel. | ||
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== Bildergalerie == | == Bildergalerie == | ||
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Datei:Beichtstuhl.jpg|Doppelbeichtstuhl in der Klosterkirche | |||
Datei:Klassische Ansicht mit Baum.jpg|Höglwörth | Datei:Klassische Ansicht mit Baum.jpg|Höglwörth | ||
Datei:Klosterinnenhof, Eingang zur Sakristei.jpg|Klosterinnenhof, Eingang zur Sakristei | Datei:Klosterinnenhof, Eingang zur Sakristei.jpg|Klosterinnenhof, Eingang zur Sakristei | ||
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{{Commonscat|Kloster Höglwörth|Kloster Höglwörth}} | {{Commonscat|Kloster Höglwörth|Kloster Höglwörth}} | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* [ | * [https://pv-aap.de/index.php/kirchen-und-kapellen/anger/444-hoeglwoerth pfarrverband-anger-aufham] | ||
* [ | * [https://hoeglwoerth.enzinger.info/ Enzinger Online − Geschichte Höglwörth] | ||
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