Nationalsozialismus: Unterschied zwischen den Versionen
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Als in der Früh des 12. März 1938 die Truppen der deutschen Wehrmacht die Staatsgrenze bei [[Freilassing]] überschritten, war die Machtergreifung durch österreichische Nationalsozialisten in Salzburg bereits vollzogen. "''Die Macht fiel ihnen zu''", schrieb dazu einmal der Salzburger Historiker [[Ernst Hanisch]]. Bereits vor dem Einmarsch gab es in der Stadt rund 1 100 illegale Mitglieder der NSDAP. Aufgrund seiner geografischen Nähe wurde Salzburg zu einem wichtigen Umschlagplatz für Tonnen von NS-Propagandamaterial, aber auch zum Ziel des NS-Terrors. Dieser richtete sich vorwiegend gegen öffentliche Einrichtungen wie das [[Haus für Mozart|Festspielhaus]]. | Als in der Früh des 12. März 1938 die Truppen der deutschen Wehrmacht die Staatsgrenze bei [[Freilassing]] überschritten, war die Machtergreifung durch österreichische Nationalsozialisten in Salzburg bereits vollzogen. "''Die Macht fiel ihnen zu''", schrieb dazu einmal der Salzburger Historiker [[Ernst Hanisch]]. Bereits vor dem Einmarsch gab es in der Stadt rund 1 100 illegale Mitglieder der NSDAP. Aufgrund seiner geografischen Nähe wurde Salzburg zu einem wichtigen Umschlagplatz für Tonnen von NS-Propagandamaterial, aber auch zum Ziel des NS-Terrors. Dieser richtete sich vorwiegend gegen öffentliche Einrichtungen wie das [[Haus für Mozart|Festspielhaus]]. | ||
Am [[13. März]] musste Dr. Franz Rehrl seinen Arbeitstisch an Gauleiter [[Anton Wintersteiger]] übergeben. Bereits am [[21. März]] nahm Adolf Hitler am [[Walserberg]] den Spatenstich zum Weiterbau der [[ | Am [[13. März]] musste Dr. Franz Rehrl seinen Arbeitstisch an Gauleiter [[Anton Wintersteiger]] übergeben. Bereits am [[21. März]] nahm Adolf Hitler am [[Walserberg]] den Spatenstich zum Weiterbau der [[A 1 West Autobahn]] Richtung [[Wien]] vor. Die einzige auf dem Gebiet des heutigen Österreich, die [[Salzburger Bücherverbrennung]], fand am [[30. April]] 1938, nach dem Anschluss an Nazi-Deutschland, am [[Residenzplatz]] in der [[Altstadt]] von Salzburg statt. | ||
Hitler selbst hielt sich häufig im [[Schloss Kleßheim]] oder in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem Berghof am [[Obersalzberg]] bei [[Berchtesgaden]], auf. Die Volksabstimmung am [[10. April]] brachte in Salzburg 157.595 Pro-Stimmen, nur 463 Personen wagten gegen den "Anschluss" an das Deutsche Reich zu stimmen. | Hitler selbst hielt sich häufig im [[Schloss Kleßheim]] oder in unmittelbarer Nachbarschaft, auf dem Berghof am [[Obersalzberg]] bei [[Berchtesgaden]], auf. Die Volksabstimmung am [[10. April]] brachte in Salzburg 157.595 Pro-Stimmen, nur 463 Personen wagten gegen den "Anschluss" an das Deutsche Reich zu stimmen. | ||
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== Jüdische Geschäfte verwüstet == | == Jüdische Geschäfte verwüstet == | ||
Anfangs schienen sich die großen Hoffnungen der Salzburger Bevölkerung auch zu erfüllen. Autobahnbau ([[ | Anfangs schienen sich die großen Hoffnungen der Salzburger Bevölkerung auch zu erfüllen. Autobahnbau ([[A 1 West Autobahn]], [[Tauern Autobahn]] bis [[Anif]]/[[Grödig]]), Rüstungsindustrie ([[Grill-Werke]] in [[Hallein]]) und Kraftwerksbau ([[Tauernkraftwerke Kaprun]]) sorgten für Vollbeschäftigung. Modernisierungsprozesse kamen in Gang, der ''Volksempfänger'' (Radiosender) sollte in jedes Haus kommen. [[Carl Zuckmayer]] schrieb, dass ''vor allem Verärgerte, Unzufriedene, Neidische'' seien Träger des beginnenden NS gewesen. Arbeitsbeschaffung stand im Vordergrund des NS. | ||
=== Boykottiert und verfolgt === | === Boykottiert und verfolgt === | ||