Johann Nepomuk Jessenwagner: Unterschied zwischen den Versionen
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Aus den Büchern erfahren wir auch die Adresse, an der die Familie lebte: Siegharding 1. Dabei handelt es sich laut Auskunft von Joseph Ruhland vom Heimatmuseum Kopfing um das Gebäude des Sighartinger Schlosses. | Aus den Büchern erfahren wir auch die Adresse, an der die Familie lebte: Siegharding 1. Dabei handelt es sich laut Auskunft von Joseph Ruhland vom Heimatmuseum Kopfing um das Gebäude des Sighartinger Schlosses. | ||
== | == Medizinische Topographie == | ||
[[1820]] wurde von der ob der ennsischen Landesregierung ein Dekret erlassen: "Das ob der ennsische Sanitätspersonale ist zur Verfassung medizinischer Topographien aufzufordern", um die Verfassung von Topographien zu fördern - wofür ein Vorzug bei Anstellung oder Beförderung gewährt werden sollte.<ref>[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgo&datum=1820&page=394&size=44 ANNO], Landesgesetzblatt OÖ 1819–1995</ref> Vermutlich verfassten daraufhin viele Ärzte solche Texte, die leider Großteils nicht erhalten sind. Für Salzburg sind ein kurzer und ein sehr ausführlicher Text von Dr. [[Karl Maffei]] (* [[1791]]; † [[1850]]) erhalten. Im Innkreis haben sich der Text von Dr. Johann Jessenwagner und zwei zueinander ähnliche von Dr. [[Joseph Staehling|Joseph Stähling]] (* [[1776]]; † [[1829]]) erhalten. Dieses Dekret enthielt auch eine Richtschnur zur Verfassung einer "Medicinisch-topographischen Skizze", die sich weitgehend mit dem Inhaltsverzeichnis von Jessenwagners Text deckt. | [[1820]] wurde von der ob der ennsischen Landesregierung ein Dekret erlassen: "Das ob der ennsische Sanitätspersonale ist zur Verfassung medizinischer Topographien aufzufordern", um die Verfassung von Topographien zu fördern - wofür ein Vorzug bei Anstellung oder Beförderung gewährt werden sollte.<ref>[https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgo&datum=1820&page=394&size=44 ANNO], Landesgesetzblatt OÖ 1819–1995</ref> Vermutlich verfassten daraufhin viele Ärzte solche Texte, die leider Großteils nicht erhalten sind. Für Salzburg sind ein kurzer und ein sehr ausführlicher Text von Dr. [[Karl Maffei]] (* [[1791]]; † [[1850]]) erhalten. Im Innkreis haben sich der Text von Dr. Johann Jessenwagner und zwei zueinander ähnliche von Dr. [[Joseph Staehling|Joseph Stähling]] (* [[1776]]; † [[1829]]) erhalten. Dieses Dekret enthielt auch eine Richtschnur zur Verfassung einer "Medicinisch-topographischen Skizze", die sich weitgehend mit dem Inhaltsverzeichnis von Jessenwagners Text deckt. | ||
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Der Bezirk den er zu betreuen hatte umfasste die [[Pfleggericht]]e Viechtenstein, Schärding und Obernberg. Im Jahr [[1830]] hatte dieses Gebiet mit 39 Pfarreien eine Einwohnerzahl von 54 943 Seelen.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe Schachtel 153.</ref> Im Mai und Juni vollzog er in Anwesenheit eines k.k. Landgerichts-Beamten die Pockenimpfung. Im Jahr [[1827]] erhielt er für 805 nachgewiesene Impfungen den ersten Impfpreis, der auch mit einer finanziellen Prämie von 150 [[Gulden|fl]]. verbunden war.<ref>"Medizinisch chirurgische Zeitung", 25. Juni 1829, 432.</ref> | Der Bezirk den er zu betreuen hatte umfasste die [[Pfleggericht]]e Viechtenstein, Schärding und Obernberg. Im Jahr [[1830]] hatte dieses Gebiet mit 39 Pfarreien eine Einwohnerzahl von 54 943 Seelen.<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe Schachtel 153.</ref> Im Mai und Juni vollzog er in Anwesenheit eines k.k. Landgerichts-Beamten die Pockenimpfung. Im Jahr [[1827]] erhielt er für 805 nachgewiesene Impfungen den ersten Impfpreis, der auch mit einer finanziellen Prämie von 150 [[Gulden|fl]]. verbunden war.<ref>"Medizinisch chirurgische Zeitung", 25. Juni 1829, 432.</ref> | ||
Neben ihm als Bezirksarzt gab es drei weitere graduierte Ärzte, Dr. Kickinger in Obernberg und Dr. Riedler in Schärding, die beide quiesziert waren, was bedeutete, dass sie in der [[Königreich Bayern|baierischen]] Zeit als Landgerichtsärzte angestellt waren, danach aber keine staatliche Stelle mehr angetreten hatten. Dr. Haasbauer war ausübenden Arzt in Schärding. | Neben ihm als Bezirksarzt gab es drei weitere graduierte Ärzte, Dr. Kickinger in Obernberg und Dr. Riedler in Schärding, die beide quiesziert waren, was bedeutete, dass sie in der [[Königreich Bayern|baierischen]] Zeit als Landgerichtsärzte angestellt waren, danach aber keine staatliche Stelle mehr angetreten hatten. Dr. Haasbauer war ausübenden Arzt in Schärding. | ||
== Pensionierung == | == Pensionierung == | ||