| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| | [[DAtei:Hallein_Schloss_Gartenau_2012.jpg|thumb|Schloss Gartenau]]{{Googlemapsort|5083+Hallein+Gutrathbergweg_5}} | | [[DAtei:Hallein_Schloss_Gartenau_2012.jpg|thumb|Schloss Gartenau]]{{Googlemapsort|5083+Hallein+Gutrathbergweg_5}} |
| − | Das '''Schloss Gartenau''' befindet sich in der [[Tennengau]]er Bezirkshauptstadt [[Hallein]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Hallein|denkmalgeschützten Objekten in Hallein]]. | + | Das "'Schloss Gartenau "' befindet sich in der [[Tennengau]]er Bezirkshauptstadt [[Hallein]]. Es zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Hallein|denkmalgeschützten Objekten]] der Stadt. |
| | | | |
| | == Lage == | | == Lage == |
| − | Schloss Gartenau liegt in der [[KG Taxach|Katastralgemeinde Taxach]] am nördlichen Fuß des [[Gutratsberg]]es an dessen Westflanke oberhalb der [[Königsseeache]], die den Berg in einem Halbbogen umfließt und die Bezirksgrenze zum [[Flachgau]] bildet. Von Schloss Gartenau aus hat man einen schönen Blick auf den [[Untersberg]], Teile von [[Sankt Leonhard (Grödig)|Sankt Leonhard]] und auf die Straße nach [[Berchtesgadener Straße]] zur Staatsgrenze [[Österreich]]-[[Deutschland]] ([[Bayern]], [[Berchtesgadener Land]]). | + | Schloss Gartenau liegt in der [[KG Taxach|Katastralgemeinde Taxach]] am nördlichen Fuß des [[Gutratsberg]]es an dessen Westflanke oberhalb der [[Königsseeache]], die den Berg in einem Halbbogen umfließt und die Bezirksgrenze zum [[Flachgau]] bildet. Von Schloss Gartenau blickt man auf den [[Untersbergstock]], Teile von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] in [[Grödig]] und auf die Straße nach [[Berchtesgadener Straße]] zur Staatsgrenze [[Österreich]]-[[Deutschland]] ([[Bayern]], [[Berchtesgadener Land]]). |
| | + | {{Absatz}} |
| | {{Geschichte (Josef Eder)}} | | {{Geschichte (Josef Eder)}} |
| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Der Name geht zurück auf "''Kattenowe''", die Bezeichnung für einen Gutshof im Jahr [[1286]], sowie auf "''Gatenau''", des [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]]. | + | Der Name geht zurück auf "Kattenowe", die Bezeichnung für einen Gutshof im Jahr [[1286]], sowie auf "Gatenau", des [[13. Jahrhundert|13.]] und [[14. Jahrhundert]]. |
| | | | |
| − | Im [[11. Jahrhundert]] soll bereits eine Gebäude erbaut worden sein, das [[1122]] zur Burg von [[Burgruine Guetrat|Alten-Guetrath]] gehört haben soll. [[1339]] wurde ein Gut "Grafengaden" erwähnt. Um [[1400]] wandelte Rudolf [[Trauner]], [[Pfleger]] des [[Pfleggericht Glanegg|Pfleggerichts Glanegg]], das Gut Grafengaden in einen Ansitz um. Bauherr war der aus der bayerischen Oberpfalz stammenden Graf [[Berengar I. von Sulzbach]], auch als Stifter der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] bekannt. | + | Im [[11. Jahrhundert]] soll bereits eine Gebäude erbaut worden sein, das [[1122]] zur Burg von [[Burgruine Guetrat|Alten-Guetrath]] gehört haben soll. [[1339]] wurde ein Gut "Grafengaden" erwähnt. Um [[1400]] wandelte Rudolf [[Trauner]], [[Pfleger]] des [[Pfleggericht Glanegg|Pfleggerichts Glanegg]], das Gut Grafengaden in einen Ansitz um. Bauherr war der aus der bayerischen Oberpfalz stammenden Graf Berengar I. von Sulzbach, auch als Stifter der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] bekannt. |
| | | | |
| − | Anfang des [[14. Jahrhundert]]s fiel Gartenau dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr|Erzstift Salzburg]] zu. Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] begab um [[1430]] den Besitz als Lehen an die durch den [[Salzhandel]] reich gewordene [[Laufen]]er Schiffsherrenfamilie Scheller, die sich seither "''Scheller von Gartenau''" nannten. Bereits [[1343]] wurde Konrad von [[Schellern]] als [[Ausferger|Salzausferge]] von Laufen urkundlich genannt. [[1403]] war Albrecht von Schellern ein Mitbesiegler des [[Igelbund]]es und 1430 Pfleger am [[Pfleggericht Laufen]] und [[Pfleggericht Hallein|Hallein]]. In dem von [[Fürsterzbischof]] [[Bernhard von Rohr]] [[1473]] einberufenen [[Landtag (Geschichte)|Landtag]] saßen Heinrich, Georg und Christoph von Schellern. Sebastian Scheller, der Sohn Christophs war der Letzte seiner Familie. | + | Anfang des [[14. Jahrhundert]]s fiel Gartenau dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr|Erzstift Salzburg]] zu. [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz]] gab um [[1430]] den Besitz als Lehen an die durch den [[Salzhandel]] reich gewordene [[Laufen an der Salzach|Laufener]] Schiffsherrenfamilie [[Schellern]], die sich seither "Scheller von Gartenau" nannten. Bereits [[1343]] wurde Konrad von Schellern als [[Ausferger|Salzausferge]] von Laufen urkundlich genannt. [[1403]] war Albrecht von Schellern ein Mitbesiegler des [[Igelbund]]es und [[1430]] Pfleger am [[Pfleggericht Laufen]] und [[Pfleggericht Hallein|Hallein]]. In dem von Fürsterzbischof [[Bernhard von Rohr]] [[1473]] einberufenen [[Salzburger Landtag#Geschichte|Landtag]] saßen Heinrich, Georg und Christoph von Schellern. Sebastian Scheller, der Sohn Christophs war der Letzte seiner Familie. |
| | | | |
| | Nun ging Gartenau in den Besitz der Herren [[Panicher von Wolkersdorf]] über. [[1546]] ließ Hanns Panicher von Wolkersdorf, Gartenau und Kallerberg die Burg erneuern. Das Wappen der Panicher ist noch heute an der Außenmauer des Schlosses zu sehen. | | Nun ging Gartenau in den Besitz der Herren [[Panicher von Wolkersdorf]] über. [[1546]] ließ Hanns Panicher von Wolkersdorf, Gartenau und Kallerberg die Burg erneuern. Das Wappen der Panicher ist noch heute an der Außenmauer des Schlosses zu sehen. |
| | | | |
| − | [[1560]] kam die Burg an [[Jakob Khuen-Belasy zu Lichtenberg und Gartenau]], des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums]] Rat und Landhauptmann, Pfleger in [[Pfleggericht Mittersill|Mittersill]] und [[Pfleggericht Mühldorf|Mühldorf]], ein Bruder des damaligen [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Erzbischofs]] [[Johann Jakob Kuen von Belasy]]. Er ließ die Burg im südlich gelegenen Trakt wohnlich herrichten, neue feste Ringmauern aufführen und baute gegen Norden zwei runde Türme. Im Innern der Burg bezeugt eine mit den [[Wappen]] der Khuen-Belasy geschmückte Marmortafel diese Erneuerung. | + | [[1560]] kam die Burg an [[Jakob Khuen-Belasy zu Lichtenberg und Gartenau]], des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums]] Rat und Landhauptmann, Pfleger in [[Pfleggericht Mittersill|Mittersill]] und [[Pfleggericht Mühldorf|Mühldorf]], ein Bruder des damaligen Salzburger Fürsterzbischofs [[Johann Jakob Kuen von Belasy]]. Er ließ die Burg im südlich gelegenen Trakt wohnlich herrichten, neue feste Ringmauern aufführen und baute gegen Norden zwei runde Türme. Im Innern der Burg bezeugt eine mit den [[Wappen]] der Khuen-Belasy geschmückte Marmortafel diese Erneuerung. |
| | | | |
| − | Vom Nachfolger [[Ferdinand von Khuen-Belasy]], salzburgischer [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Geheimer Rat]], [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Oberstkämmerer]] und Stallmeister, ging Gartenau an die Herren von [[Ritz]] über. [[1648]] hatte es Friedrich von Ritz zu Gartenau, dem auch [[Ramseiden (Saalfelden am Steinernen Meer)|Ramseiden]], [[Bürglstein|Pürglstein]], [[Schloss Grubhof|Grub]] und [[Schloss Elsenheim|Elsenheim]] gehörten, in Besitz. Er starb 1681. Nun kam das Schloss an die Freiherren von [[Rehlingen]]. [[1692]] war Ferdinand Freiherr von Rehlingen Besitzer, dem sein Bruder Raimund Franz Freiherr von Rehlingen folgte, der altershalber [[Johann Friedrich Freiherr von Rehlingen]] und Franz Josef Graf von [[Plaz]] als Administratoren einsetzte. [[1717]], nach dem Tode des Besitzers, beantragten die Administratoren, wegen Baufälligkeit des zum [[Fideikommiss]] Rehlingen gehörigen Schlosses, dessen Verkauf. Die Bewilligung wurde noch im gleichen Jahre erteilt mit der Klausel, dass dieser Edelsitz nicht "''unter die tode Hand''" kommen dürfe. | + | Vom Nachfolger [[Ferdinand von Khuen-Belasy]], salzburgischer [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Geheimer Rat]], [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Oberstkämmerer]] und Stallmeister, ging Gartenau an die Herren von [[Ritz]] über. [[1648]] hatte es Friedrich von Ritz zu Gartenau, dem auch [[Ramseiden (Saalfelden am Steinernen Meer)|Ramseiden]], [[Bürglstein|Pürglstein]], [[Schloss Grubhof|Grub]] und [[Schloss Elsenheim|Elsenheim]] gehörten, in Besitz. Er starb [[1681]]. Nun kam das Schloss an die Freiherren von [[Rehlingen]]. [[1692]] war Ferdinand Freiherr von Rehlingen Besitzer, dem sein Bruder Raimund Franz Freiherr von Rehlingen folgte, der altershalber [[Johann Friedrich Freiherr von Rehlingen]] und Franz Josef Graf von [[Plaz]] als Administratoren einsetzte. [[1717]], nach dem Tode des Besitzers, beantragten die Administratoren, wegen Baufälligkeit des zum [[Fideikommiss]] Rehlingen gehörigen Schlosses, dessen Verkauf. Die Bewilligung wurde noch im gleichen Jahre erteilt mit der Klausel, dass dieser Edelsitz nicht "unter die tode Hand" kommen dürfe. |
| | | | |
| − | Gartenau wurde von nun an Privaten zu Erbrecht übergeben. Die erste Erbrechtsbesitzerin war die Witwe des Landrichters Kendler von Glanegg. [[1775]] kaufte das Schloss der k. k. [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Truchseß]] [[Götz von Hebenstreit]]. Der nördliche Trakt entstand um [[1800]]. Nun wechselten rasch hintereinander die Besitzer, bis [[1806]] das Schloss in den Besitz des Holzmeisters Hieronymus Geisler und 1808 an dessen Erben kam. [[1840]] erwarb es Christian Hofer, der das Schloss an Ignaz Müller weiterverkaufte. Zu dieser Zeit war das Schloss einer Ruine gleich, in der die Raben aus und einfliegen konnten. Unter anderem war ein sehr schöner Holzplafond verschwunden. Müller ließ das Schloss wieder in Stand setzen und wohnlich einrichten. Müllers Sohn Johann verkaufte nach der Grundentlastung [[1848]] den Besitz an Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall. Ihr Gatte Adolf von Berndt errichtete - nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass das Gestein sich zur Erzeugung von Zement eignen würde - eine kleine Zementfabrik und erzeugte damit auch Boden- und Dachplatten, Stiegenstufen und anderes mehr. Im Jahre [[1864]] erwarb Dr. [[Gustav Leube]] die Fabrik (heute [[Zementwerk Leube GmbH]]), sowie den Gutratberg und das Schloss Gartenau. | + | Gartenau wurde von nun an Privaten zu Erbrecht übergeben. Die erste Erbrechtsbesitzerin war die Witwe des Landrichters Kendler von Glanegg. [[1775]] kaufte das Schloss der k. k. [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#T|Truchseß]] [[Götz von Hebenstreit]]. Der nördliche Trakt entstand um [[1800]]. Nun wechselten rasch hintereinander die Besitzer, bis [[1806]] das Schloss in den Besitz des Holzmeisters Hieronymus Geisler und 1808 an dessen Erben kam. [[1840]] erwarb es Christian Hofer, der das Schloss an Ignaz Müller weiterverkaufte. Zu dieser Zeit war das Schloss einer Ruine gleich, in der die Raben aus und einfliegen konnten. Unter anderem war ein sehr schöner Holzplafond verschwunden. Müller ließ das Schloss wieder in Stand setzen und wohnlich einrichten. Müllers Sohn Johann verkaufte nach der Grundentlastung [[1848]] den Besitz an Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall. Ihr Gatte [[Adolf von Berndt]] errichtete - nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass das Gestein sich zur Erzeugung von Zement eignen würde - eine kleine Zementfabrik und erzeugte damit auch Boden- und Dachplatten, Stiegenstufen und anderes mehr. Im Jahre [[1864]] erwarb Dr. [[Ernst Gustav Leube|Gustav Leube]] die Fabrik (heute [[Zementwerk Leube GmbH]]), sowie den Gutratberg und das Schloss Gartenau. |
| | | | |
| | Schloss Gartenau steht seither in Privateigentum der Familie [[Leube]]. Das Schloss ist nicht zu besichtigen. | | Schloss Gartenau steht seither in Privateigentum der Familie [[Leube]]. Das Schloss ist nicht zu besichtigen. |
| Zeile 24: |
Zeile 25: |
| | == Ausstattung == | | == Ausstattung == |
| | In dem langgestreckten, rechteckigen Schloss sind im ersten Stockwerk Freskenreste des Vorgängerbaues erhalten. Sowohl im Schloss, als auch in der großen Schlosskapelle sind noch [[Gotik|spätgotische]] Details zu finden. | | In dem langgestreckten, rechteckigen Schloss sind im ersten Stockwerk Freskenreste des Vorgängerbaues erhalten. Sowohl im Schloss, als auch in der großen Schlosskapelle sind noch [[Gotik|spätgotische]] Details zu finden. |
| − |
| |
| − | == Weblinks ==
| |
| − | * [http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Gustav_Leube Wikipedia. Ernst Gustav Leube] (Achtung: tw. falsche Informationen)
| |
| − | * [http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=Gartenau Schloss Gartenau auf "burgen-austria.com"]
| |
| | | | |
| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * [http://www.salzburg.gv.at/themen/ks/kultur/burgen/gartenau.htm www.salzburg.gv.at]
| + | * [[Gerhard Stenzel|Stenzel, Gerhard]]: "Von Schloss zu Schloss in Österreich ". Wien (Kremayr & Scheriau) 1976. |
| − | * [[Gerhard Stenzel|Stenzel, Gerhard]]: ''Von Schloss zu Schloss in Österreich''. Wien (Kremayr & Scheriau) 1976. | + | * [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: "Schloss Gartenau " [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19310523&query=%22Eder%22&seite=7 ANNO], "[[Salzburger Volksblatt]]", 23. Mai 1931, Seite 7 |
| − | * [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: ''Schloss Gartenau'' [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19310523&query=%22Eder%22&seite=7 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 23. Mai 1931, Seite 7 | + | * [[Ernst Penninger (Archäologe)|Penninger, Ernst]]: "Die Straßennamen der Stadt Hallein", Sonderdruck aus: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 110, Salzburg 1970 |
| − | * [[Ernst Penninger (Archäologe)|Penninger, Ernst]]: "''Die Straßennamen der Stadt Hallein''", Sonderdruck aus: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 110, Salzburg 1970 | + | * [https://www.euregio-salzburg.info/objekt/schloss-gartenau/ euregio-salzburg.info] |
| | + | * [http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=883 burgen-austria.com] |
| | + | * [[Burgen und Schlösser in Salzburg (Zaisberger, Schlegel)]], Band 2, Seite 159f |
| | | | |
| | {{SORTIERUNG: Gartenau, Schloss}} | | {{SORTIERUNG: Gartenau, Schloss}} |