Tamsweg: Unterschied zwischen den Versionen
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| Gemeindeamt: || Marktplatz 1<br />5580 Tamsweg | | Gemeindeamt: || Marktplatz 1<br />5580 Tamsweg | ||
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| Offizielle Website: || [https://www.tamsweg.at | | Offizielle Website: || [https://www.tamsweg.at www.tamsweg.at] <!-- Bitte nur offizielle Webseite der Verwaltung --> | ||
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== Geschichte ==</noinclude> | == Geschichte ==</noinclude> | ||
Am [[5. Oktober|5.]] und [[6. Oktober]] [[1946]] feierte Tamsweg sein 700jähriges Bestehen unter Anwesenheit von [[Fürsterzbischof]] Dr. [[Andreas II. Rohracher]] (der letzte Erzbischof, der noch den Titel ''Fürst'' trug) und Ing. [[Albert Hochleitner]], dem ersten gewählten Salzburger [[Landeshauptmann]] der Zweiten Republik.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19461007&seite=3&zoom=33 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 7. Oktober 1946, Seite 3</ref><noinclude> | Von Südosten kommende [[Slawen]] besiedelten ab etwa [[600]] n. Chr. den Lungau. Sie wurden ab etwa [[700]] n. Chr. von den [[Bajuwaren]] abgelöst, die von Nordwesten kommend vordrangen. Eine erstmalige urkundliche Erwähnung als "Taemswich" findet sich um [[1156]]. Damals übergab der Kärntner Adlige Eberhard von der Drau dem [[Salzburger Domkapitel]] ein Gut bei Tamsweg. [[1246]] kaufte Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg|Eberhard II.]] den lungauischen Besitz der Herren von [[Pettau]] und schenkte die Kirche und den halben Markt dem Domkapitel. Bereits damals dürfte Tamsweg eine eigene [[Pfarre Tamsweg|Pfarre]] gewesen sein. Eine Kirche ist erstmals [[1231]] urkundlich erwähnt, damals noch als Filialkirche von [[Mariapfarr]]. | ||
Von [[1428]] bis [[1433]] wurde die [[Wallfahrtskirche St. Leonhard bei Tamsweg|Wallfahrtskirche St. Leonhard]] auf einer Anhöhe südlich des Ortes errichtet. Tamsweg wurde zu einem weit über die Grenzen des [[Erzstift]]s hinaus bekannten Wallfahrtsort, was einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung brachte. | |||
Im Juli [[1478]] streiften durch Kärnten vorstoßende Reitertrupps osmanischer Türken bis in den Lungau und vor Tamsweg. Daraufhin wurde die die St. Leonhardskirche mit einer Wehrmauer umgebeben befestigt. Ein Rückschlag traf den Ort [[1490]], als Tamsweg im Laufe der Kriege Kaiser [[Friedrich III.|Friedrichs III.]] gegen den ungarischen König Matthias Corvinus, dessen Truppen sich in der befestigten St. Leonhardskirche festgesetzt hatten, von kaiserlichen Truppen gebrandschatzt und geplündert wurde. Auch die [[Reformation Emigration|Reformation]] brachte einen Rückgang der Wallfahrten, die erst mit der Ansiedlung von [[Kapuziner]]n im Zuge der Gegenreformation [[1644]] einen neuen Aufschwung nahmen. | |||
[[1571]] wurde der Ort Residenz der Freiherrn von [[Kuenburg]]. Der Salzburger Fürsterzbischof [[Georg von Kuenburg]] verlieh dem Ort [[1587]] ein Marktwappen. Das älteste nachweisbare Wochenmarktprivileg stammt bereits aus dem Jahr [[1416]]. Das Marktrecht dürfte aber schon auf die Zeit der Pettauer zurückgehen. | |||
Ab etwa [[1700]] bildete reger Handel mit [[Salz]] und Eisen, was für mehr als 200 Jahre eine bedeutende Einnahmequelle der Tamsweger Bürgerschaft war. | |||
[[1797]] wurde Tamsweg im Ersten [[Koalitionskriege (Überblick)|Koalitionskrieg]] von [[Salzburg unter Napoleon|französischen Truppen]] besetzt und musste eine Brandschatzung von 4.518 [[Gulden]] leisten. Außerdem wurden 222 Ochsen und größere Mengen von Lebens- und Futtermitteln requiriert. Nach dem Frieden von Lunéville kam das bisherige [[Erzbistum Salzburg]] als [[Kronland Salzburg|Kronland]] und damit auch Tamsweg an das [[Kaisertum Österreich]]. Das [[19. Jahrhundert]] brachte für die Region einen Abstieg in Bedeutungslosigkeit, der mit Bevölkerungsrückgang, Armut und Entwicklungsdefiziten einherging. | |||
Erst um die Jahrhundertwende zum [[20. Jahrhundert]] erfuhr die Region wieder einen Aufschwung. So wurde [[1894]] die [[Murtalbahn]] eröffnet, [[1897]] ein Elektrizitätswerk und eine Wasserleitung erbaut und [[1908]] folgte die Eröffnung des Krankenhauses. | |||
[[1936]] wurden sechs umliegende Landgemeinden eingemeindet und das Gemeindegebiet auf die heutige Fläche vergrößert (die Gemeinden [[Lasaberg (Gemeinde)|Lasaberg]], [[Sauerfeld (Gemeinde)|Sauerfeld]], [[Haiden (Gemeinde)|Haiden]], [[Wölting (Gemeinde)|Wölting]] und [[Mörtelsdorf (Gemeinde)|Mörtelsdorf]]). | |||
Am [[5. Oktober|5.]] und [[6. Oktober]] [[1946]] feierte Tamsweg sein 700jähriges Bestehen unter Anwesenheit von [[Fürsterzbischof]] Dr. [[Andreas II. Rohracher]] (der letzte Erzbischof, der noch den Titel ''Fürst'' trug) und Ing. [[Albert Hochleitner]], dem ersten gewählten Salzburger [[Landeshauptmann]] der Zweiten Republik.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19461007&seite=3&zoom=33 ANNO], [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 7. Oktober 1946, Seite 3</ref> | |||
[[Tamsweg]] meldete am [[26. November]] [[1905]] nach stärkerem Schneefall im [[Lungau]] eine für diese Zeit ganz ungewöhnliche Kälte im gesamten Lungau von –14 °Reaumur, das sind –17,5 °C.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19051128&seite=5&zoom=33&query=%22Mozartplatz%22&ref=anno-search ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", Ausgabe vom 28. November 1905, Seite 5</ref> | |||
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[[File:Tamsweg.jpg|thumb|Tamsweg]] | [[File:Tamsweg.jpg|thumb|Tamsweg]] | ||
== Kultur und Sehenswürdigkeiten == | == Kultur und Sehenswürdigkeiten == | ||
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== Weblinks == | == Weblinks == | ||
{{Nachrichten|tamsweg}} | {{Nachrichten|tamsweg}} | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* Homepage | |||
{{Quelle Gemeindeartikel}} | {{Quelle Gemeindeartikel}} | ||
* [http://www. | * [http://www.lungaukultur.at/lungauer-kulturvereinigung-lkv.html Lungauer Kulturvereinigung] | ||
* [https://www.salzburg.gv.at/dienststellen/bezirke/bh-tamsweg www.salzburg.at Bezirkshauptmannschaft Tamsweg] | |||
* [ | * Franz Ilwof: "Die Einfälle der Osmanen in die Steiermark", In: [[enns:Mitteilungen des Historischen Vereins für Steiermark|enns:Mittheilungen des Historischen Vereins Steiermark]], Zehntes Heft, Seite 248. August Hesse, Graz 1861 | ||
* [[Valentin Hatheyer]]: "Chronik des Marktes Tamsweg." S. 81. | |||
* [[Klaus Heitzmann]]: "Tamsweg, Geschichte eines Marktes und seiner Landgemeinden." Hrsg.: Klaus, Anton und Josefine Heitzmann. Tamsweg 2008, ISBN 978-3-901496-15-8, S. 22. | |||
== Einzelverweise == | == Einzelverweise == | ||
<references/> | <references/> | ||