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Die Gaisbergstraße wurde als ''Höhenstraße'', die nicht dem Verkehr von Ort zu Ort, sondern die gezielt zur Förderung des (Ausflugs-)[[Fremdenverkehr]] in der Region dienen soll, errichtet. Obwohl die Idee für eine Höhenstraße konzeptionell zuerst in [[Wien]] und [[Kärnten]] vorangetrieben wurde, wurde die Ausflugsstraße auf den Gaisberg in Salzburg dennoch 1929 als ''Gaisbergstraße'' als erste vollständig fertiggestellte Höhenstraße in Österreich eröffnet.<ref>[[Großglockner Hochalpenstraße]] (errichtet in den Jahren [[1930]] bis Sommer [[1935]]), Wiener Höhenstraße (Baubeginn des ersten Teilabschnitts 1909, endgültige Fertigstellung Herbst 1935)</ref> Der Straßenneubau bedeutete gleichzeitig auch das Ende der [[Gaisbergbahn]] (Zahnradbahn).  
 
Die Gaisbergstraße wurde als ''Höhenstraße'', die nicht dem Verkehr von Ort zu Ort, sondern die gezielt zur Förderung des (Ausflugs-)[[Fremdenverkehr]] in der Region dienen soll, errichtet. Obwohl die Idee für eine Höhenstraße konzeptionell zuerst in [[Wien]] und [[Kärnten]] vorangetrieben wurde, wurde die Ausflugsstraße auf den Gaisberg in Salzburg dennoch 1929 als ''Gaisbergstraße'' als erste vollständig fertiggestellte Höhenstraße in Österreich eröffnet.<ref>[[Großglockner Hochalpenstraße]] (errichtet in den Jahren [[1930]] bis Sommer [[1935]]), Wiener Höhenstraße (Baubeginn des ersten Teilabschnitts 1909, endgültige Fertigstellung Herbst 1935)</ref> Der Straßenneubau bedeutete gleichzeitig auch das Ende der [[Gaisbergbahn]] (Zahnradbahn).  
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[[Salzburger Zeitungsgeschichte|Salzburger Zeitungen]] berichteten erstmals am [[10. Februar]] [[1928]] von der Idee von [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]], auf den Gaisberg eine Kombination von Straße und [[Projekt Seilbahn auf den Gaisberg|Seilschwebebahn]] errichten zu wollen. Doch die Kostenberechnungen ließen dann nur das Straßenprojekt zu und noch im Februar 1928 begann die Wiener Tiefbaufirma Redlich &amp; Berger mit dem Baulos I von insgesamt drei. Das Baulos I war von Guggenthal bis zur Judenbergalpe, das Baulos II von der Judenbergalpe zur [[Rauchenbichleralpe]] und das letzte Baulos führte zur Gaisbergspitze. Das Baulos III wurde von der Firma Vianova, heute Strabag, errichtet. Etwa 700 Arbeiter waren mit der Errichtung dieser Straße beschäftigt. Die Straße war fünf Meter breit und erhielt nach dem Vorbild von Bergstraßen in der [[Schweiz]] eine zur Bergseite geneigte Fahrbahn in Linkskurven, wogegen Rechtskurven entsprechend zur Gegenseite überhöht werden. Kurven erhielten außerdem eine Verbreiterung und es wurde auch für Ausweichen an Bedarfsstellen Vorsorge getroffen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mfr&datum=19280412&query=text:%22Gaisbergstrasse%22&seite=58 ANNO], "Österreichische Auto-Rundschau", 12. April 1928, Seite 58</ref>
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[[Salzburger Zeitungsgeschichte|Salzburger Zeitungen]] berichteten erstmals am [[10. Februar]] [[1928]] von der Idee von [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]], auf den Gaisberg eine Kombination von Straße und [[Projekt Seilbahn auf den Gaisberg|Seilschwebebahn]] errichten zu wollen. Doch die Kostenberechnungen ließen dann nur das Straßenprojekt zu und noch im Februar 1928 begann die Wiener Tiefbaufirma Redlich &amp; Berger mit dem Baulos I von insgesamt drei. Das Baulos I war von [[Guggenthal]] bis zur Judenbergalpe, das Baulos II von der Judenbergalpe zur [[Rauchenbichleralpe]] und das letzte Baulos führte zur Gaisbergspitze. Das Baulos III wurde von der Firma Vianova, heute Strabag, errichtet. Etwa 700 Arbeiter waren mit der Errichtung dieser Straße beschäftigt. Die Straße war fünf Meter breit und erhielt nach dem Vorbild von Bergstraßen in der [[Schweiz]] eine zur Bergseite geneigte Fahrbahn in Linkskurven, wogegen Rechtskurven entsprechend zur Gegenseite überhöht werden. Kurven erhielten außerdem eine Verbreiterung und es wurde auch für Ausweichen an Bedarfsstellen Vorsorge getroffen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mfr&datum=19280412&query=text:%22Gaisbergstrasse%22&seite=58 ANNO], "Österreichische Auto-Rundschau", 12. April 1928, Seite 58</ref>
    
Am [[24. November]] 1928 kam es zur [[Die automobilistische Erstbesteigung der neuen Gaisbergstraße 1928|"automobilistische Erstbesteigung der neuen Gaisbergstraße"]], wie es die Zeitschrift "Österreichischer/Europa Motor" nannte. Es war Dr. Rehrl, der mit einem Steyr XII, die noch nicht fertiggestellte Bergstraße befuhr. Eine solche eigenwillige "Erstbefahrung" führte der Landeshauptmann nochmals [[1934]] mit der [[Erstbefahrung der Großglockner Hochalpenstraße]] durch.
 
Am [[24. November]] 1928 kam es zur [[Die automobilistische Erstbesteigung der neuen Gaisbergstraße 1928|"automobilistische Erstbesteigung der neuen Gaisbergstraße"]], wie es die Zeitschrift "Österreichischer/Europa Motor" nannte. Es war Dr. Rehrl, der mit einem Steyr XII, die noch nicht fertiggestellte Bergstraße befuhr. Eine solche eigenwillige "Erstbefahrung" führte der Landeshauptmann nochmals [[1934]] mit der [[Erstbefahrung der Großglockner Hochalpenstraße]] durch.
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Im Herbst [[2022]] griff die Politik neuerlich das Thema einer Wochenendsperre auf. Im Rahmen der "Europäischen Mobilitätswoche" war der Gaisberg am Sonntag, [[18. September]] 2022, autofrei. Die [[Stadtgemeinde Salzburg]] hatte das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land]] ersucht, von 09 bis 16 Uhr ein Fahrverbot für alle Kfz, ausgenommen Anrainer, auf der L 108 ab Guggenthal zu erlassen. Der städtische Gaisberg-Koordinator [[Florian Kreibich]] ([[ÖVP]]) und Klubchefin [[Ingeborg Haller]] ([[GRÜNE]]) sprachen von einer gemeinsamen Idee, die keine Eintagsfliege sei und jedenfalls im nächsten Jahr wiederholt werde. Sie riefen dazu auf, den an diesem Tag - wie alle öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten Land - kostenlosen Gaisbergbus von Albus zu nutzen. Kreibich kündigte zudem an, dass Mitte Oktober 2022 erstmals ein Elektro-Bus einer Halleiner Firma für die Fahrt auf den Hausberg zu Testzwecken zum Einsatz kommen wird. Erst [[12. September]] 2022 verkündete die Stadtgemeinde Salzburg zudem, dass künftig zwischen Oktober und April an überlasteten Tagen ein Fahrverbot auf den Gaisberg ab der [[Zistel]] gelten wird. Die Maßnahme soll jedoch nur bei Bedarf in Kraft treten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/fahrverbot-gaisberg-wird-kommenden-sonntag-autofrei-127109770 www.sn.at], 16. September 2022</ref>  
 
Im Herbst [[2022]] griff die Politik neuerlich das Thema einer Wochenendsperre auf. Im Rahmen der "Europäischen Mobilitätswoche" war der Gaisberg am Sonntag, [[18. September]] 2022, autofrei. Die [[Stadtgemeinde Salzburg]] hatte das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land]] ersucht, von 09 bis 16 Uhr ein Fahrverbot für alle Kfz, ausgenommen Anrainer, auf der L 108 ab Guggenthal zu erlassen. Der städtische Gaisberg-Koordinator [[Florian Kreibich]] ([[ÖVP]]) und Klubchefin [[Ingeborg Haller]] ([[GRÜNE]]) sprachen von einer gemeinsamen Idee, die keine Eintagsfliege sei und jedenfalls im nächsten Jahr wiederholt werde. Sie riefen dazu auf, den an diesem Tag - wie alle öffentlichen Verkehrsmittel im gesamten Land - kostenlosen Gaisbergbus von Albus zu nutzen. Kreibich kündigte zudem an, dass Mitte Oktober 2022 erstmals ein Elektro-Bus einer Halleiner Firma für die Fahrt auf den Hausberg zu Testzwecken zum Einsatz kommen wird. Erst [[12. September]] 2022 verkündete die Stadtgemeinde Salzburg zudem, dass künftig zwischen Oktober und April an überlasteten Tagen ein Fahrverbot auf den Gaisberg ab der [[Zistel]] gelten wird. Die Maßnahme soll jedoch nur bei Bedarf in Kraft treten.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/fahrverbot-gaisberg-wird-kommenden-sonntag-autofrei-127109770 www.sn.at], 16. September 2022</ref>  
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==== Chaos um Gaisbergsperre im Herbst 2023 ====
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Am Sonntag, den [[1. Oktober]] [[2023]], waren alle öffentlichen Verkehrsmittel in Stadt und Land Salzburg am "Benzinfrei-Tag" gratis zu benutzen. So auch die Fahrt mit dem Gaisbergbus der [[L 151|Linie 151]] gratis. Als zusätzliches Zuckerl zur neuerlichen Aktion des [[Salzburger Verkehrsverbund]]s (SVV) hatte die [[Stadtgemeinde Salzburg]] veranlasst, dass die Linie 151 am Sonntag alle 22 Minuten vom [[Mirabellplatz]] bis zur [[Gaisbergspitze]] fährt - das ist doppelt so oft wie sonst an schönen Herbst- und Frühlingstagen. Vier Busse waren im Einsatz, zwei davon fuhren elektrisch. Hunderte Fahrgäste nutzten die Gelegenheit.
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Darüber hinaus kündigte die Stadt für Sonntag zugleich einen autofreien Tag aúf dem Gaisberg an. Die Gaisberg Landesstraße werde ab Guggenthal am Sonntag für den Individualverkehr gesperrt, hieß es in der Aussendung vom Donnerstag, den [[28. September]]. Gelten sollte die Sperre laut der ebenfalls am Donnerstag erlassenen Verordnung des Landes von 09 bis 16 Uhr. Doch am Sonntag hatte die beauftragte Sicherheitsfirma entgegen der Verordnung das von der Straßenmeisterei angelieferte Scherengitter in Guggenthal nicht aufgestellt. Auch die für eine Sperre vorgesehenen Hinweistafeln in Guggenthal und an der [[Schwaitl Landesstraße]] in [[Elsbethen]] waren nicht aufgestellt worden. So fuhren Pkw und Motorräder ungehindert den Berg hinauf.
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Das hatte zur Folge, dass zahlreiche Ausflügler mit dem Pkw nichts ahnend die Fahrt auf den Gaisberg antraten und dort unterhalb der [[Zistel]] nahe der Bushaltestelle [[Mitteregg]] an der erst um 10 Uhr errichteten Absperrung des beauftragten Sicherheitsdienstes strandeten. Dutzende Autos, viele davon mit bayerischem Kennzeichen, mussten umkehren oder begaben sich auf die Suche nach (nicht vorhandenen) Parkplätzen. Manche stellten ihr Auto auf Privatgrund oder an der Bushaltestelle ab.
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Vollgeparkt war schon in der Früh der Parkplatz bei der Zistel. Das hatte auch damit zu tun, dass am Sonntag das traditionelle Zistelbergturnfest des [[Salzburger Turnverein]]s stattfand, zu dem jedes Jahr auch Auswärtige anreisen, darunter einige aus [[Wien]]. "Es gibt dieses Fest schon seit 139 Jahren", sagt Obmann Dietmar Bach. Rund 150 Leute nahmen teil. Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler wies eine Schuld der Polizei zurück und hinterfragte, ob ein autofreier Tag Sinn habe, wenn zugleich eine Sportveranstaltung angesetzt sei.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/chaos-gaisbergsperre-sonntag-autos-fahrt-146219593 www.sn.at], 1. Oktober 2023: "Chaos um Gaisbergsperre am Sonntag: Autos hatten freie Fahrt", ein Beitrag von [[Barbara Haimerl]]</ref>
    
== Gaststätten und Hotels ==
 
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