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| | [[Datei:Salzburg Stadt Gaisberg.jpg|thumb|Blick vom [[Gaisberg]] auf die [[Altstadt]], [[Festungsberg]] (links), Mönchsberg (Mitte) und [[Kapuzinerberg]] (rechts)]] | | [[Datei:Salzburg Stadt Gaisberg.jpg|thumb|Blick vom [[Gaisberg]] auf die [[Altstadt]], [[Festungsberg]] (links), Mönchsberg (Mitte) und [[Kapuzinerberg]] (rechts)]] |
| | + | [[Datei:Salzburg Pano v. Mülln 4.5.08.jpg|thumb|Der Mönchsberg als Aussichtsberg: 180° Panoramablick aus der Nähe der Humboldtterrasse auf die Stadt Salzburg]] |
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| | + | [[Datei:Schloss Moenchstein Abend.jpg|thumb|[[Hotel Schloss Mönchstein]] am Abend]] |
| | [[Datei:Moenchsberg Altstadt 01.jpg|thumb|[[Festungsberg]] und Teil eins vom Mönchsberg, für Details Bild anklicken]] | | [[Datei:Moenchsberg Altstadt 01.jpg|thumb|[[Festungsberg]] und Teil eins vom Mönchsberg, für Details Bild anklicken]] |
| | [[Datei:Moenchsberg Altstadt 02.jpg|thumb|Teil zwei vom Mönchsberg nach Norden, für Details Bild anklicken]] | | [[Datei:Moenchsberg Altstadt 02.jpg|thumb|Teil zwei vom Mönchsberg nach Norden, für Details Bild anklicken]] |
| | [[Bild:Salzachschiff Amadeus 22.07.2007.JPG|thumb|Mönchsberg mit dem [[Museum der Moderne]]; im Vordergrund die [[Amadeus Salzburg]]]] | | [[Bild:Salzachschiff Amadeus 22.07.2007.JPG|thumb|Mönchsberg mit dem [[Museum der Moderne]]; im Vordergrund die [[Amadeus Salzburg]]]] |
| | [[Datei:Muelln_Moenchsberg.jpg|thumb|Blick von der [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] auf den Salzburger Stadtteil [[Mülln]] und das nördliche Ende des Mönchsbergs, für Details Bild anklicken]] | | [[Datei:Muelln_Moenchsberg.jpg|thumb|Blick von der [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] auf den Salzburger Stadtteil [[Mülln]] und das nördliche Ende des Mönchsbergs, für Details Bild anklicken]] |
| − | [[Datei:Mönchsbergaussicht nach Osten.jpg|thumb|Mönchsbergaussicht nach Osten]]
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| | [[Datei:Mönchsberg, Eduard Richter.jpg|thumb|Denkmal für Eduard Richter]] | | [[Datei:Mönchsberg, Eduard Richter.jpg|thumb|Denkmal für Eduard Richter]] |
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| | Der '''Mönchsberg''' ist ein [[Salzburger Stadtberge|Stadtberg]] in [[Salzburg]] und [[Landschaftsschutzgebiet]]. | | Der '''Mönchsberg''' ist ein [[Salzburger Stadtberge|Stadtberg]] in [[Salzburg]] und [[Landschaftsschutzgebiet]]. |
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| | Er setzt sich in erster Linie aus Salzburger [[Konglomerat]] zusammen. Das Salzburger Konglomerat, das mit Masse durch Feinkorn- und Mittelkornlagen aufgebaut ist, besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken, zwischen denen sich Sandlagen befinden. Meist handelt es sich hierbei um groben Sand, feiner Sand bildet die Ausnahme. Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit leicht als Nischen in den natürlichen Felswänden zu erkennen. | | Er setzt sich in erster Linie aus Salzburger [[Konglomerat]] zusammen. Das Salzburger Konglomerat, das mit Masse durch Feinkorn- und Mittelkornlagen aufgebaut ist, besteht aus schräg übereinander liegenden Bänken, zwischen denen sich Sandlagen befinden. Meist handelt es sich hierbei um groben Sand, feiner Sand bildet die Ausnahme. Die Lagen sind unterschiedlich stark verkittet, die wenig verfestigten Lagen sind aufgrund der höheren Verwitterungsanfälligkeit leicht als Nischen in den natürlichen Felswänden zu erkennen. |
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| − | Bohrungen, die das Konglomerat durchstießen, zeigten, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern auf weicher Grundmoräne bzw. auf Gosauschichten (Sandstein und Mergel) liegt. Im Bereich der vertikalen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die häufig mit Lehm gefüllt sind. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die [[Salzach]], während der Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass mitunter Wasser in das Gestein eindringt. Dadurch kommt es zu einem Auftrieb; der Reibungswiderstand wird reduziert, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Steinbruchwänden. Die natürlichen ebenfalls meist vertikalen Felswände sind unregelmäßiger und haben häufig Erosionskehlen, die durch das Abwittern der wenig verfestigten Lagen entstanden sind. An der Ostseite lassen sich ebenfalls Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung [[Mülln]] und [[Riedenburg]] wurde aus Verteidigungsgründen skarpiert (vertikal abgearbeitet). | + | Bohrungen, die das Konglomerat durchstießen, zeigten, dass das Gestein des Mönchsbergs nicht auf hartem Untergrund, sondern auf weicher Grundmoräne bzw. auf [[Gosauschichten]] (Sandstein und Mergel) liegt. Im Bereich der vertikalen Felswände bildeten sich hangparallele Entspannungsklüfte, die häufig mit Lehm gefüllt sind. Sie dürften durch die Unterschneidung des Bergs durch die [[Salzach]], während der Steinbrucharbeiten oder durch natürliche Entspannungsvorgänge entstanden sein. Die Brüche bewirken, dass mitunter Wasser in das Gestein eindringt. Dadurch kommt es zu einem Auftrieb; der Reibungswiderstand wird reduziert, was zum Abbruch ganzer Felspartien führen kann. Die Nord-Ost-Flanke des Mönchsbergs besteht zu einem großen Teil aus vertikalen alten Steinbruchwänden. Die natürlichen ebenfalls meist vertikalen Felswände sind unregelmäßiger und haben häufig Erosionskehlen, die durch das Abwittern der wenig verfestigten Lagen entstanden sind. An der Ostseite lassen sich ebenfalls Erosionskehlen entdecken. Die Seite Richtung [[Mülln]] und [[Riedenburg]] wurde aus Verteidigungsgründen skarpiert (vertikal abgearbeitet). |
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| − | Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und Felsstürze bis zu ca. 100.000 m³. | + | Am Mönchsberg herrschten zwei Arten von Massenbewegungen vor: Kleine Steinschläge, die durch oberflächliche Verwitterung ausgelöst wurden und [[Felsstürze]] bis zu ca. 100 000 m³. |
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| | Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Touristenziel dar. | | Als Plateauberg stellt er mit seinem kleinräumigen Wechsel von Wald und Wiesen und seinen vielen Aussichtsplätzen einen Naherholungsraum und Touristenziel dar. |
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| | ==Namensgebung== | | ==Namensgebung== |
| − | Der Mönchsberg, der nach den Mönchen des nahe gelegenen [[Erzstift St. Peter|Benediktinerkloster St. Peter]] benannt wurde, zieht sich auf einer Länge von 502 m vom [[Festungsberg]] in nördlicher Richtung entlang des linken [[Salzach]]ufers bis nach Mülln. | + | Der Mönchsberg, der nach den Mönchen des zu seinen Füßen gelegenen [[Erzstift St. Peter|Benediktinerkloster St. Peter]] benannt wurde, zieht sich auf einer Länge von etwa 1,2 km vom [[Festungsberg]] in nördlicher Richtung entlang des linken Salzachufers bis nach [[Mülln]]. |
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| | ==Geschichtliches== | | ==Geschichtliches== |
| − | Zahlreiche Wehranlagen und -türme finden sich auf dem Mönchsberg. Die weitgehend erhaltene „[[Bürgerwehr]]“, wurde [[1487]]/[[1488|88]] als Teil der Stadtmauer errichtet. Die [[Müllner Schanze]] mit den Wehrtürmen der [[Augustinerpforte]] und [[Monikapforte]] wurde von Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] [[1621]] bis [[1644]] als dreistufiger Wehrbau errichtet. | + | Zahlreiche Wehranlagen und -türme finden sich auf dem Mönchsberg. Die weitgehend erhaltene [[Bürgerwehr]], wurde [[1487]]/[[1488|88]] als Teil der Stadtmauer errichtet. Die [[Müllner Schanze]] mit den Wehrtürmen der [[Augustinerpforte]] und [[Monikapforte]] wurde von Erzbischof [[Paris Graf Lodron]] [[1621]] bis [[1644]] als dreistufiger Wehrbau errichtet. |
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| | Schon [[1137]] bis [[1143]] wurde der Stiftsarmstollen des [[Almkanal]]s bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in die Stadt zu leiten. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen Almabkehr im September besichtigt werden. | | Schon [[1137]] bis [[1143]] wurde der Stiftsarmstollen des [[Almkanal]]s bergmännisch durch den Berg getrieben, um das Wasser des Almkanals in die Stadt zu leiten. Dieses einzigartige Stollenbauwerk ist bis heute erhalten und kann während der jährlichen Almabkehr im September besichtigt werden. |
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| − | Die Äbte vom [[Erzstift St. Peter]] wohnten zeitweise in der [[Edmundsburg]] oberhalb der [[Felsenreitschule]]. | + | Die Äbte vom [[Erzstift St. Peter]] wohnten zeitweise in der [[Edmundsburg]] oberhalb der [[Felsenreitschule]]. Das älteste [[Observatorium Universität Salzburg|Observatorium der Universität Salzburg]] befand sich am Mönchsberg, etwa an der Stelle des heutigen [[Schloss Mönchstein|Schlosses Mönchstein]]. |
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| | In den frühen Morgenstunden des [[16. Juli]] [[1669]] fand in der [[Gstättengasse]] der wohl schwerste [[Bergstürze|Bergsturz]] in der Stadt Salzburg statt. | | In den frühen Morgenstunden des [[16. Juli]] [[1669]] fand in der [[Gstättengasse]] der wohl schwerste [[Bergstürze|Bergsturz]] in der Stadt Salzburg statt. |
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| | Das [[Sigmundstor ]] (im Volksmund auch Neutor genannt) wurde von [[1764]] bis [[1766]] erbaut. Es verbindet die Salzburger [[Altstadt]] mit dem Stadtteil [[Riedenburg]] im Westen. | | Das [[Sigmundstor ]] (im Volksmund auch Neutor genannt) wurde von [[1764]] bis [[1766]] erbaut. Es verbindet die Salzburger [[Altstadt]] mit dem Stadtteil [[Riedenburg]] im Westen. |
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| − | [[1874]]/[[1875|75]] wurde der erste [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Wasserspeicher]] für [[Untersberg]]-Quellwasser auf dem Mönchsberg gebaut (1080 m³). Noch heute wird die Stadt aus einem auf dem bzw. im Berg gelegenen Speicher von 25.000 m³ mitversorgt. | + | [[1874]]/[[1875|75]] wurde der erste [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Wasserspeicher]] für [[Untersberg]]-Quellwasser auf dem Mönchsberg gebaut (1 080 m³). Noch heute wird die Stadt aus einem auf dem bzw. im Berg gelegenen Speicher von 25 000 m³ mitversorgt. |
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| | [[1889]] entdeckte man eine Tropfsteinhöhle im Bereich von [[Bucklreuth]]. | | [[1889]] entdeckte man eine Tropfsteinhöhle im Bereich von [[Bucklreuth]]. |
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| − | [[1926]] übernahm die [[Kongregation der Pallottiner]] das [[Johannes Schlößl]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das [[Café Winkler|Grand Café Winkler]] ein beliebter Treffpunkt der Salzburger, leicht erreichbar mit dem [[Mönchsbergaufzug]]. | + | [[1926]] übernahm die [[Kongregation der Pallottiner]] das [[Johannes Schlößl]]. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war das [[Café Winkler|Grand Café Winkler]] ein beliebter Treffpunkt der Salzburger, leicht erreichbar mit dem [[Mönchsbergaufzug]]. |
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| | ==Zu besichtigen== | | ==Zu besichtigen== |
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| | Bekannt ist auch das [[Freyschlösschen]], auch ''Freyvilla'' genannt. | | Bekannt ist auch das [[Freyschlösschen]], auch ''Freyvilla'' genannt. |
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| − | [[Datei:Salzburg Pano v. Mülln 4.5.08.jpg|thumb|Der Mönchsberg als Aussichtsberg: 180° Panoramablick aus der Nähe der Humboldtterrasse auf die Stadt Salzburg]]
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| | Von der [[Humboldtterrasse]] hat man einen schönen Blick auf die Alt- und Neustadt. | | Von der [[Humboldtterrasse]] hat man einen schönen Blick auf die Alt- und Neustadt. |
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| | Datei:Bürgermeisterloch am Mönchsberg.jpg |[[Bürgermeisterloch]] am Mönchsberg | | Datei:Bürgermeisterloch am Mönchsberg.jpg |[[Bürgermeisterloch]] am Mönchsberg |
| | Bild:Edmundsburg.jpg|Die [[Edmundsburg]] am Mönchsberg oberhalb vom [[Festspielbezirk]] in der [[Altstadt]] von Salzburg, gesehen vom {[[Kapuzinerkloster]] am [[Kapuzinerberg]] | | Bild:Edmundsburg.jpg|Die [[Edmundsburg]] am Mönchsberg oberhalb vom [[Festspielbezirk]] in der [[Altstadt]] von Salzburg, gesehen vom {[[Kapuzinerkloster]] am [[Kapuzinerberg]] |
| − | Datei:Stadtblick vom Mönchsberg 036.jpg|Blick vom Mönchsberg auf die [[Altstadt]]
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| − | Datei:Mülln. Maria Plain 016.jpg|Blick vom Mönchsberg auf die [[Neustadt]]
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| | Bild:Skyspace_1.jpg|Der [[Skyspace]] des Künstlers [[James Turrell]] auf dem Mönchsberg | | Bild:Skyspace_1.jpg|Der [[Skyspace]] des Künstlers [[James Turrell]] auf dem Mönchsberg |
| − | Datei:Mönchsbergtürme oberhalb des Neutores.jpg|Mönchsbergtürme oberhalb des Neutores | + | Datei:Mönchsbergtürme oberhalb des Neutores.jpg|Türme der Bürgerwehr auf der Seite der [[Riedenburg]] oberhalb des [[Sigmundstor]]es |
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