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| − | Matthias und Maria Kaindl erwarben [[1926]] die Lungötzsäge in der (damals noch) Gemeinde Annaberg. Diese wurde schon [[1602]] in einem [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke|Urbar]] des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] als Säge, Schmiede und Getreidemühle genannt. | + | Das ursprüngliche Kaindlwerk hatte wesentlich zur Entwicklung von [[Lungötz]] in der heutigen Gemeinde [[Annaberg-Lungötz]] beigetragen. Matthias und Maria Kaindl erwarben [[1926]] die Lungötzsäge in der (damals noch) [[Annaberg im Lammertal|Gemeinde Annaberg]]. Diese wurde schon [[1602]] in einem [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke|Urbar]] des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] als Säge, Schmiede und Getreidemühle genannt. Später kam noch der Bruder von Matthias, Hans, ins Unternehmen und die Brüder leiteten es gemeinsam.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/einzigartiges-schloss-am-moenchsberg-sucht-neuen-besitzer-134091646 www.sn.at], 16. Februar 2023</ref> |
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Kaindl erwarb auch noch das Tischlerhäusl, eine Tischlerwerkstätte mit angeschlossenem Elektrizitätswerk. Dieses kleine Werk wurde von Kaindl um ein Lichtstromwerk am Karbach und ein Kraftstromwerk an der [[Lammer]] erweitert. Somit wurden über 300 Glühbirnen in Lungötz von Kaindl mit Strom versorgt. Ein Jahr später konnte die Stromversorgung durch den Erwerb einer Dampfmaschine noch verstärkt werden. | Kaindl erwarb auch noch das Tischlerhäusl, eine Tischlerwerkstätte mit angeschlossenem Elektrizitätswerk. Dieses kleine Werk wurde von Kaindl um ein Lichtstromwerk am Karbach und ein Kraftstromwerk an der [[Lammer]] erweitert. Somit wurden über 300 Glühbirnen in Lungötz von Kaindl mit Strom versorgt. Ein Jahr später konnte die Stromversorgung durch den Erwerb einer Dampfmaschine noch verstärkt werden. | ||
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Nach Kriegsende stieg man auf Paneelplattenfertigung um. Im Jahre [[1953]] baute Kaindl in [[Hüttau]] ein weiteres Sägewerk. Sechs Jahre später wurde mit dem Bau des Spanplattenwerkes in [[Wals-Siezenheim|Wals]]-[[Kleßheim]] begonnen. | Nach Kriegsende stieg man auf Paneelplattenfertigung um. Im Jahre [[1953]] baute Kaindl in [[Hüttau]] ein weiteres Sägewerk. Sechs Jahre später wurde mit dem Bau des Spanplattenwerkes in [[Wals-Siezenheim|Wals]]-[[Kleßheim]] begonnen. | ||
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[[1965]] wurde das alte Sägewerk in Lungötz abgerissen und neu errichtet. Die moderne Anlage ermöglichte die Paneelplattenerzeugung per Fließband und die Erzeugung von Edelfurnieren in klimatisierten Räumen. | [[1965]] wurde das alte Sägewerk in Lungötz abgerissen und neu errichtet. Die moderne Anlage ermöglichte die Paneelplattenerzeugung per Fließband und die Erzeugung von Edelfurnieren in klimatisierten Räumen. | ||
| − | [[1967]] kam es zur Errichtung eines Spanplattenwerkes im Raum Luzern in der [[Schweiz]]. Ein weiteres Werk entstand in den | + | [[1967]] kam es zur Errichtung eines Spanplattenwerkes im Raum Luzern in der [[Schweiz]]. Ein weiteres Werk entstand in den [[1970er]]-Jahren in Chirk, Nordwales, in Großbritannien. |
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Aufgrund des Umweltschutzes geriet das Salzburger Werk zunehmend in Schwierigkeiten. Man sah aber von einem Neubau ab und erwarb stattdessen ein Werk in Sandebeck in Nordrhein-Westfalen in Deutschland, einem Ballungsraum des größten, europäischen Industriegebietes. | Aufgrund des Umweltschutzes geriet das Salzburger Werk zunehmend in Schwierigkeiten. Man sah aber von einem Neubau ab und erwarb stattdessen ein Werk in Sandebeck in Nordrhein-Westfalen in Deutschland, einem Ballungsraum des größten, europäischen Industriegebietes. | ||
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Heute zählt Kaindl zu den weltweit führenden Herstellern von Holz- und Laminatfußböden. | Heute zählt Kaindl zu den weltweit führenden Herstellern von Holz- und Laminatfußböden. | ||
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Version vom 11. Februar 2025, 09:22 Uhr
Die Firma Kaindl Holzindustrie in Kleßheim in der Flachgauer Gemeinde Wals-Siezenheim ist einer der weltweit führenden Hersteller von Holz- und Laminatfußböden.
Geschichte
Das ursprüngliche Kaindlwerk hatte wesentlich zur Entwicklung von Lungötz in der heutigen Gemeinde Annaberg-Lungötz beigetragen. Matthias und Maria Kaindl erwarben 1926 die Lungötzsäge in der (damals noch) Gemeinde Annaberg. Diese wurde schon 1602 in einem Urbar des Benediktinerstifts St. Peter als Säge, Schmiede und Getreidemühle genannt. Später kam noch der Bruder von Matthias, Hans, ins Unternehmen und die Brüder leiteten es gemeinsam.[1]
Kaindl erwarb auch noch das Tischlerhäusl, eine Tischlerwerkstätte mit angeschlossenem Elektrizitätswerk. Dieses kleine Werk wurde von Kaindl um ein Lichtstromwerk am Karbach und ein Kraftstromwerk an der Lammer erweitert. Somit wurden über 300 Glühbirnen in Lungötz von Kaindl mit Strom versorgt. Ein Jahr später konnte die Stromversorgung durch den Erwerb einer Dampfmaschine noch verstärkt werden.
Zunächst wurde mit einem Pferdezug gearbeitet. 1929 stellte man den Fuhrwerksbetrieb auf einen Lastwagen um. Die allgemeine Wirtschaftskrise traf mit dem Sturz der Holzpreise nach 1930 auch die Sägeindustrie schwer. Kaindl konnte aber seinen Betrieb auch in dieser schweren Zeit über Wasser halten und beschäftigte trotz Notzeit 25 Arbeiter.
1932 fiel das Sägewerk einem Brand zum Opfer. Der Betrieb konnte aber nach einem Jahr wieder aufgenommen werden. Das Sägewerk erhielt eine neue Vollgattersäge.
Der Anschluss an Deutschland im Jahre 1938 setzte der Holzkrise ein Ende. Für den zivilen und militärischen Aufbau wurde viel Holz benötigt.
1941 wurde das Sägewerk durch einen Fertigungsbetrieb für Türen erweitert. Diese Türen fanden vor allem Verwendung im Barackenbau und später bei der Behebung von Bombenschäden. 40 jugoslawische Kriegsgefangene wurden Kaindl als Arbeiter zugeteilt.
Nach Kriegsende stieg man auf Paneelplattenfertigung um. Im Jahre 1953 baute Kaindl in Hüttau ein weiteres Sägewerk. Sechs Jahre später wurde mit dem Bau des Spanplattenwerkes in Wals-Kleßheim begonnen.
1965 wurde das alte Sägewerk in Lungötz abgerissen und neu errichtet. Die moderne Anlage ermöglichte die Paneelplattenerzeugung per Fließband und die Erzeugung von Edelfurnieren in klimatisierten Räumen.
1967 kam es zur Errichtung eines Spanplattenwerkes im Raum Luzern in der Schweiz. Ein weiteres Werk entstand in den 1970er-Jahren in Chirk, Nordwales, in Großbritannien.
Aufgrund des Umweltschutzes geriet das Salzburger Werk zunehmend in Schwierigkeiten. Man sah aber von einem Neubau ab und erwarb stattdessen ein Werk in Sandebeck in Nordrhein-Westfalen in Deutschland, einem Ballungsraum des größten, europäischen Industriegebietes.
Durch diese große Expansion fiel das Stammwerk in Lungötz immer mehr in eine Nebenrolle. Die veraltete Anlage und die ungünstige Verkehrslage brachte die Gefahr der Schließung des Betriebes. So mussten 150 Arbeitskräfte aus der Region um ihren Arbeitsplatz bangen. Letztendlich entschloss sich die Firmenleitung aber dann doch mit einer größeren Investition den Betrieb im Lammertal zu erhalten und in Zusammenarbeit mit dem Salzburger-Werk Kronospanprodukte in Lungötz zu erzeugen.
Heute zählt Kaindl zu den weltweit führenden Herstellern von Holz- und Laminatfußböden.
= Weitere Ereignisse
Am 28. Juli 1984 brach ein Großbrand im Werk in Kleßheim in Wals-Siezenheim bei Schweißarbeiten an einem Gasrohr am Dach aus. 105 Feuerwehrleute standen etwa acht Stunden im Einsatz.[2]
Am 10. Februar 2025 standen im Werk in Kleßheim am Abend im Bereich der Holztrocknung Teile einer Filteranlage in Vollbrand; Ausgelöst wurde das Feuer laut Unternehmenssprecher Johannes Leibetseder durch eine Verpuffung innerhalb einer Produktionsanlage, die internen Alarm- und Löschsysteme hätten sofort angeschlagen; zum Brand ausgerückt waren alle drei Löschzüge aus Wals, Siezenheim sowie Viehhausen sowie die Betriebsfeuerwehr des Plattenherstellers[3]
Bildergalerie von der Werksanlage in Salzburg-Kleßheim
Kaindl Holzindustrie, Ansicht von Daxlueg aus
weitere Bilder
Kaindl Holzindustrie – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- Chronik der Gemeinde Annaberg-Lungötz
- Offizieller Webauftritt "Kaindl Holzindustrie"