Hotel Münchnerhof: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Hotel und Pension Münchnerhof''' ist ein nicht mehr existierendes Unternehmen in der Salzburger [[Altstadt (rechtes  Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]].
 
Das '''Hotel und Pension Münchnerhof''' ist ein nicht mehr existierendes Unternehmen in der Salzburger [[Altstadt (rechtes  Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]].
  
 
==Lage==
 
==Lage==
 
Dieses [[Fremdenverkehr]]sunternehmen befand sich an der [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Noch heute kann man allerdings den Namen [[Münchnerhof]] am Eingang zum Gebäude lesen.
 
Dieses [[Fremdenverkehr]]sunternehmen befand sich an der [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Noch heute kann man allerdings den Namen [[Münchnerhof]] am Eingang zum Gebäude lesen.
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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
[[1900]] hatte [[Michael Hofinger]] bereits die Häuser [[Dreifaltigkeitsgasse]] 3 und [[Lederergasse]] 8, erworben. Diese hatte er mit großen geliehenen Geldsummen im Jahre [[1912]] renoviert. In [[1917]] ging das ehemalige [[Schlammbräu]] Lederergasse 10 bankrott und Hofinger kaufte dieses von der   [[Stieglbrauerei]]. Dieses Haus wurde erstmals im Jahre 1431 urkundlich verzeichnet und wurde genannt 'Haus am Eck in der Ledrergassen'. Der spätere Besitzer Georg Payr Metzger (1722) nannte es Gasthaus [[Zum Roten Ochsen]] oder ''Bauernjodl Haus''.  
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=== Die Entstehung des Hotels ===
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[[1900]] hatte [[Michael Hofinger]] bereits die Häuser [[Dreifaltigkeitsgasse]] 3 und [[Lederergasse]] 8, erworben. Diese hatte er mit großen geliehenen Geldsummen im Jahre [[1912]] renoviert. [[1917]] ging das ehemalige [[Schlammbräu]] in der Lederergasse 10 bankrott und Hofinger kaufte das Gebäude von der [[Stieglbrauerei]]. Dieses Haus wurde erstmals im Jahre [[1431]] urkundlich verzeichnet und ''Haus am Eck in der Ledrergassen'' genannt. Der spätere Besitzer Georg Payr, Metzger, 1722, nannte es [[Gasthaus Zum Roten Ochsen]] oder ''Bauernjodl Haus''.  
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Zwischen diesen Gebäuden gab es einen Pferdestall, der abgerissen wurde, so dass die anderen Häuser mit dem Haus Lederergasse 10 verbunden werden konnten. Als letztes kaufte Hofinger das Haus Lederergasse 6 und im Jahre [[1922]] wurde wiederum  eine Renovierung vorgenommen und die Küche wurde zentralisiert. Der verschachtelte Häuserblock hatte nur wenige Fenster, die auf ein oder zwei dunkle Innenhöfe gingen und nur wenig Tageslicht auf die unteren Stockwerke zuließ. Deswegen wurde die Küche mit einem Glasdach ausgestattet. Der Rest der Häuser blieb nach wie vor unattraktiv und dunkel.
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Zwischen diesen Gebäuden gab es einen Pferdestall, der abgerissen wurde, so dass die anderen Häuser mit dem Haus Lederergasse 10 verbunden werden konnten. Als letztes kaufte Hofinger das Haus Lederergasse 6 und im Jahre [[1922]] wurde eine Renovierung vorgenommen, bei der die Küche zentralisiert wurde. Der verschachtelte Häuserblock hatte nur wenige Fenster, die auf ein oder zwei dunkle Innenhöfe gingen und nur wenig Tageslicht auf die unteren Stockwerke zuließ. Deswegen wurde die Küche mit einem Glasdach ausgestattet. Der Rest der Häuser blieb nach wie vor unattraktiv und dunkel.
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Es war klar, dass eine radikale Renovierung vorgenommen werden musste. Hofinger beauftragte einen Architekten, neue Pläne zu zeichnen. Mit keinem Vorschlag war er allerdings zufrieden.  "''Man müsste die Mitte sprengen und von vorne anfangen''" sagte  Hofinger. Der Architekt erklärte, dass ein solcher Vorgang unmöglich sei. Hofinger akzeptierte diese Antwort aber nicht. Er wollte das beste und modernste Hotel in ganz Salzburg bauen. Es sollte das höchste Niveau der Hotellerie darstellen. Die  unüberwindlichen Schwierigkeiten sollten seinen Arbeitseifer und Unternehmungsgeist nicht hemmen. Hofinger war ein Pionier und sein neues Hotel wurde ein Beispiel der Innovation.  
  
Es war klar, dass eine radikale Renovierung vorgenommen werden mußte. Hofinger beauftragte einen  Architekt neue Pläne zu zeichnen. Mit keinem Vorschlag war er zufrieden"''Man müsste die Mitte sprengen und von vorne anfangen''" sagte  Hofinger. Der Architekt erklärte, dass ein solcher Vorgang unmöglich sei, seinem Wunsch nachzukommen. Hofinger akzeptierte  diese Antwort nicht. Er wollte das beste und modernste Hotel in ganz Salzburg bauenEs sollte das höchste Niveau der Hotellerie darstellen. Die  unüberwindlichen Schwierigkeiten sollten seinen Arbeitseifer und  Unternehmungsgeist nicht hemmen. Hofinger war ein Pionier und sein neues Hotel wurde ein Beispiel der Innovation.  
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Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1927. Von einem Anbau konnte keine Rede sein, denn der bestehende Grundriss diktierte, dass nur eine Änderung innerhalb des bestehenden Gebäudes möglich war. Vom Keller bis zum Dach wurde die Mitte des Hauses mit Dynamit teilweise implodiert. Mühsam wurden die restlichen Wände von vielen Arbeitern mit der Hand abgerissen und die Trümmer mit Schubkarren entfernt. Manchmal waren da 80 bis 130 Arbeiter mit den Arbeiten beschäftigt, die fast durchwegs von Salzburger Firmen ausgeführt wurden. Nach sieben Monaten Umbau, der das Eröffnen um ein Monat wegen eines Arbeiterstreikes  verzögerte, wurde am [[30. Juni]] [[1928]] die große Wiedereröffnung des Hotel Münchnerhof's gefeiert. Alle Besucher waren sehr beeindruckt über Hofinger's neuen Betrieb, so sehr, dass mehrere Salzburger Hotelbesitzer ihre Häuser ebenfalls zu renovieren begannen.
  
Die  Bauarbeiten begannen im Herbst 1927. Von einem Anbau konnte keine Rede  sein, denn der bestehende Grundriss diktierte, dass nur eine Änderung  innerhalb des bestehenden Gebäudes möglich war. Vom Keller bis zum Dach  wurde die Mitte des Hauses mit Dynamit teilweise implodiert. Mühsam  wurden die restlichen Wände von vielen Arbeitern mit der Hand abgerissen  und die Trümmer mit Schubkarren entfernt. Manchmal waren da 80 bis 130  Arbeiter mit den Arbeiten beschäftigt, die fast durchwegs von Salzburger  Firmen ausgeführt wurden.  
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Traurigerweise ist Maria, Hofinger's Frau das Opfer eines Autounfalles geworden und sie verstarb am [[15. September]] 1928.
  
Hofinger's Idee war, einen Lichtschacht zu bauen, der vier Stockwerke, mit einem aus schwerer dunkler Eiche gezimmerten Treppenhaus und Gelände auf vorspringenden Trägern rundum jeden Stock, hundert neue Hotelzimmer zugänglich machen sollte. Von jedem Stock hatte man einen fantastischen Blick auf das elegante Foyer mit dessen eichengetafelten Wänden und verzierten Fries. Oben wurde eine riesiges Glasdach installiert, wovon ein prächtiger Kristallluster herunter hing. Jedoch war dieser Luster nie elektrisch verbunden.  
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Ab [[1928]] hießen die vier Gebäude nun ''Hotel Münchnerhof''. Zuvor  nannten sich die beiden Häuser, die Hofinger 1900 erworben hattem ''Gasthof Münchnerhof''. Wobei das Stammhaus das Haus an der Lederergasse Nr. 10 war.  
  
AB [[1928]] hießen die vier Gebäude nun ''Hotel Münchnerhof'', zuvor nannten sich die beiden Häuser, die Hofinger 1900 erworben hatte ''Gasthof Münchnerhof''. Wobei das Stammhaus das Haus an der Lederergasse Nr. 10 war.  
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Michael Hofinger war sehr  beliebt bei seinen Gästen und Freunden. Täglich um 10 Uhr vormittags gab  es 'a Jausn', wozu er den feinsten Speck aus  [[Oberösterreich]] und  Wein aus [[Südtirol]] servierte. Darum haben ihn seine Freunde dann  liebevoll 'Speckmichl' genannt.
  
Michael  Hofinger war sehr  beliebt bei seinen Gästen und Freunden. Täglich um 10 Uhr  vormittags  gab es 'a Jausn', wozu er den feinsten Speck aus [[Oberösterreich]] und Wein  aus [[Südtirol]] servierte. Darum haben ihn  seine  Freunde dann  liebevoll 'Speckmichl' genannt.
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=== Die Ausstattung ===
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Hofinger's Idee war, einen Lichtschacht zu bauen, der vier Stockwerke, mit einem aus schwerer dunkler Eiche gezimmerten Treppenhaus und Geländer auf vorspringenden Trägern rund um jeden Stock, mit hundert neue Hotelzimmer zugänglich machen sollte. Von jedem Stock hatte man einen fantastischen Blick auf das elegante Foyer mit dessen aus Eichenholz getäfelten Wänden und verzierten Fries. Über diesem Treppenhaus wurde ein riesiges Glasdach installiert, von dem ein prächtiger Kristallluster herunter hing. Jedoch war dieser Luster nie mit elektrischem Strom verbunden.  
  
 
Auf alten Bildern in einer Broschüre, die in Französisch geschrieben ist, die vermutlich erst aus dem Jahre 1928 stammen, erkennt man verschiedene  Räume: das Lesezimmer, das große Speisezimmer, ein Badezimmer, ein Zweibettzimmer und das Vestibül. Zu erkennen ist auch ein elegantes Bad mit Dusche, Waschbecken und Klo.  
 
Auf alten Bildern in einer Broschüre, die in Französisch geschrieben ist, die vermutlich erst aus dem Jahre 1928 stammen, erkennt man verschiedene  Räume: das Lesezimmer, das große Speisezimmer, ein Badezimmer, ein Zweibettzimmer und das Vestibül. Zu erkennen ist auch ein elegantes Bad mit Dusche, Waschbecken und Klo.  
  
Das Hotel Münchnerhof war eines der ersten Häuser in Salzburg, das einen elektrischen Aufzug hatte. Dieser lief auf Magnetspulen und musste händisch mit einen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Das Innere der Kabine war elegant mit Eichentäfelung ausgestattet, hatte eine Sitzbank und einen Spiegel über die rückwärtige Wand. Das ganze Haus wurde durch Zentralheizung gewärmt. Hofinger ließ eine teure Entlüftungsanlage mit Delbag-Filtern einbauen, so da alle Gesellschaftsräme und Speisesäle stets gefilterte reine Luft ohne Zugluft zuführte, und den Rauch und Speisedämpfe absaugte. Jedes Zimmer hatte fließendes kaltes und warmes Wasser. Jedes Zimmer hatte ein Telefon und Lichtsignal. Dieses verständigte das Servier Personal, daß der Gast Bedienung wünscht.
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Das Hotel Münchnerhof war eines der ersten Häuser in Salzburg, das einen elektrischen Aufzug hatte. Dieser lief auf Magnetspulen und musste händisch mit einen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Das Innere der Kabine war elegant mit Eichenholz vertäfelt, hatte eine Sitzbank und einen Spiegel an der rückwärtige Wand. Das ganze Haus wurde mit einer Zentralheizung beheizt. Hofinger ließ eine teure Entlüftungsanlage mit Delbag-Filtern einbauen, so dass alle Gesellschaftsräume und Speisesäle stets gefilterte reine Luft ohne Zugluft zuführt, der Rauch und Speisengerüche absaugt wurden. Jedes Zimmer hatte fließendes kaltes und warmes Wasser sowie ein Telefon und Lichtsignal. Dieses verständigte das Servierpersonal, wenn der Gast Bedienung im Zimmer wünschte.
  
Die Gästezimmer im ersten Stock waren besonders elegant. Um jeglichen Lärm zu dämpfen waren die Türen ledergepolstert, besteckt mit Messingnagelköpfen. Innen gab es eine kleine Waschanlage und eingebauten Kleiderschrank. Einige Zimmer hatten Vollbad. Es gab auf jedem Stock gemeinsame Badezimmer für jene Zimmer, die kein Vollbad hatten.
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Die Gästezimmer im ersten Stock waren besonders elegant. Um jeglichen Lärm zu dämpfen waren die Türen Leder gepolstert mit Messingnagelköpfen. In den Zimmern gab es eine kleine Waschanlage und eingebauten Kleiderschrank. Einige Zimmer hatten Vollbad. Es gab auf jedem Stock gemeinsame Badezimmer für jene Zimmer, die kein Vollbad hatten.
  
Um das schöne Stadtpanorama zu genießen konnte man im Sommer mit dem Lift auf die Dachterrasse kommen und dort speisen. Es gab Tische mit Sonnenschirmen und getöpfte kleine Bäume, sowie Spalier mit Efeu bedeckt und blühende Kletterpflanzen, die einen Garten darstellten.
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Um das schöne Stadtpanorama zu genießen konnte man im Sommer mit dem Lift auf die Dachterrasse fahren und dort speisen. Es gab Tische mit Sonnenschirmen und getöpfte kleine Bäume, sowie Spalier mit Efeu bedeckt und blühende Kletterpflanzen, die einen Garten darstellten.
  
Die Wäscherei befand sich auf dem fünften Stock. Zwei massive Heizkessel besorgten heißes Wasser für die beiden Waschmaschinen. Nach dem Waschen wurde die Bettwäsche und Handtücher in eine Schleudermaschine (Zentrifuge) gegeben um das meiste Wasser zu entfernen, denn es gab keine Trockenmaschine. Alles mußte auf Stricke zum Trocknen aufgehängt werden. In einem anderen Raum befand sich die Bügelmaschine. Zwei riesige gepolsterte Rollen liefen gegeneinander um die Wäsche zu glätten.
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Die Wäscherei befand sich im fünften Stock. Zwei massive Heizkessel besorgten heißes Wasser für die beiden Waschmaschinen. Nach dem Waschen wurde die Bettwäsche und Handtücher in eine Schleudermaschine (Zentrifuge) gegeben um das meiste Wasser zu entfernen, denn es gab noch keine Wäschetrockner. Alles musste auf Stricken zum Trocknen aufgehängt werden. In einem anderen Raum befand sich die Bügelmaschine. Zwei riesige gepolsterte Rollen liefen gegeneinander um die Wäsche zu glätten.
  
Um mehr Speisegäste anzulocken, stellte Hofinger intrigante kulinarische Menüs zusammen. Er hat sich eine Druckmaschine angeschaft, womit er die täglich erneuerte Speisekarte druckte und in ein beleuchtetes Fensterkasterl am Hoteleingang ausstellte. Es gab gebackenen Ungarischen Fogos, Bachforelle blau, Filet Mignon, Chateaubriand, Herrenpilze, Champignons, das all-beliebte Wiener Schnitzerl, Schweinebraten mit Sauerkraut und Semmelknödeln, Leberknödelsuppe und Fridattensuppe. Als Nachspeise gab es eine 7-stöckige Dobostorte, Sachertorte mit Schlag, Linzertorte oder Walderbeeren mit Schlag. Für die weniger anspruchsvollen einheimischen Bürger gab es billige Hausgerichte, wie Hirn mit Ei, Beuschl mit Knödel oder heißen Leberkäse mit Kartoffelsalat.  
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=== Die Kulinarik des Münchnerhofs ===
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Um mehr Gäste  in sein Restaurant anzulocken, stellte Hofinger geschickte kulinarische Menüs zusammen. Er hat sich eine Druckmaschine angeschafft, womit er die täglich neue Speisenkarte druckte und in ein beleuchtetes Fensterkasterl neben dem Hoteleingang hing. Auf seiner Speisenkarte fanden sich Gerichte wie gebackenen ungarischen Fogos ( Donau-Schill, Zander<ref>Quelle [http://steingraben.at/index.php?option=com_content&view=article&id=75:woerterbuch-bedeutung-alter-ausdruecke&catid=36:kochbuecher&Itemid=72 Bedeutung alter Ausdrücke]</ref>, Bachforelle blau, Filet Mignon, Chateaubriand, Herrenpilze, Champignons, das all-beliebte Wiener Schnitzerl, Schweinebraten mit Sauerkraut und Semmelknödeln, Leberknödelsuppe und Fridattensuppe. Als Nachspeise gab es eine siebenstöckige Dobostorte, Sachertorte mit Schlag, Linzertorte oder Walderbeeren mit Schlag. Für die weniger anspruchsvollen einheimischen Bürger gab es billige Hausgerichte, wie Hirn mit Ei, Beuschl mit Knödel oder heißen Leberkäse mit Kartoffelsalat.  
  
Nach sieben Monaten Umbau, der das Eröffnen um ein Monat verzögerte wegen eines Arbeiterstreikes, wurde am 30. Juni 1928 die große Wiedereröffnung des Hotel Münchnerhof's gefeiert. Alle Besucher waren sehr beeindruckt über Hofinger's neuen Betrieb, so sehr, daß mehrere Salzburger Hotelbesitzer ihre Häuser ebenfalls erneuerten.
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== Fini, die Seele des Münchnerhof's ==
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Der Tod seiner Frau traf Hofinger sehr. Sie hatte 30 Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte sich Hofinger an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, dass dieser seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schicke, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung an der Wiener Handelsakademie absolviert. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, Stenographieren<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Stenografie Wikipedia Stenografie]</ref> und mit der Schreibmaschine schreiben; auch konnte sie andere Büromaschinen bedienen, war gescheit, talentiert und hatte einen wunderbaren Frohsinn. Sie war bei allen Gästen, wie auch beim Hotelpersonal sehr beliebt.  
  
Traurigerweise ist Maria, Hofinger's Frau das Opfer eines Autounfalles geworden und sie verstarb am 15. September 1928.
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Der New Yorker Börsensturz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa ausgewirkt. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte geringer und das Personal musste eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall im Einsatz: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Personal. Am meisten hatte sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am [[2. Oktober]] [[1933]] heirateten Fini und Rudolf, der älteste Sohn von Michael Hofinger. Fini arbeitete täglich viele Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich, verlässlich und hat nie geklagt. Sie hatte sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hatte sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele [[Salzburger Festspiele|Festspiel]]-Künstler im Münchnerhof abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger [[Richard Mayr]] ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind abgestiegen, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner.
  
=== Fini, die Seele des Münchnerhof's ===
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Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal, wenn sie vom Spital zurück kam sah sie blässer aus, aber sie hatte weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es ihir möglich war. Mit großer Traurigkeit wurde sie am [[30. Oktober]] [[1940]], an ihrer Tochter Liselotte's vierten Geburtstag, zu Grabe getragen. Die halbe Stadt Salzburg nahm an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt geworden.
  
Der Tod seiner Frau betraf Hofinger sehr. Sie hatte dreißig Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte er sich an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, daß er seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schickt, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung und absolvierte an der Wiener Handelsakademie. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, stenographieren, und mit der Schreibmaschine schreiben; auch konnte Sie andere Büromaschinen bedienen. Sie war gescheit, talentiert und hatte einen wunderbaren Frohsinn. Sie war sehr beliebt bei allen Gästen, wie auch beim Hotel Personal.
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Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am [[25. Mai]] [[1944]] an   einem Hirnschlag. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein  Otto im [[Zweiter Weltkrieg|Krieg]] war, hatte  er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler [[ Karl Reisenbichler ]], zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der   Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am [[13. Oktober]] [[1945]] aufgehoben.
 
 
Der New Yorker Börsensturtz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa bemerkt gemacht. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte gering und das Personal mußte eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall am Mann: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Dienst Personal. Am meisten hat sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am 2. Oktober 1933 haben Fini und Rudolf geheirat. Fini arbeitete lange Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich und treu und hat nie geklagt. Sie hat sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hat sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele Festspiel Künstler abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger Richard Mayer ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind abgestiegen, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner.
 
 
 
Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnosiert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal wenn sie vom Spital zurueckkam sah sie blässer aus, aber sie hat weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es möglich war. Mit großer Traurigkeit wurde sie am 30. Oktober 1940, an Ihrer Tochter Liselotte's 4. Geburtstag, zu Grabe getragen. Die halbe Stadt Salzburg nahm an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt.
 
 
 
Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am 25. Mai 1944 an einem Hirnschlag. Da Rudolf viel auf Reisen war und Otto im Kriege, hat er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, Kunstmaler [[ Karl Reisenbichler ]] zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am 13. Oktober 1945 aufgehoben.
 
  
 
=== Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof ===
 
=== Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof ===
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Am [[14. November]] 1944 landete eine Zeitbombe im Innenhof der Küche. Das Dienstpersonal, Gäste und Arbeiter waren glücklicherweise im Bombenschutzplatz des [[Kapuzinerberg]]es. Es gab nur fünf Minuten Warnung. Drei Sträflinge wurden herangezogen, um die Bombe zu entschärfen. Bevor dies geschehen konnte, ging die Bombe in die Luft und tötete die drei Männer. Die Küche wurde dabei schwer beschädigt, sowie mehrere Hotelräume; jedoch hat  das Nebenhaus den meisten Schaden abbekommen.
  
Am 14. November 1944 landete eine Zeitbombe im Innenhof der Küche. Das Dienstpersonal, Gäste und Arbeiter waren glücklicherweise im Bombenschutzplatz des Kapuzinerberges. Es gab nur fünf Minuten Warnung. Drei Sträflinge wurden herangezogen, um die Bombe zu entschärften. Bevor dies geschehen konnte, ging die Bombe in die Luft und tötete die drei Männer. Die Küche wurde schwer beschädigt, sowie mehrere Hotelräume; jedoch hat den meisten Schaden das Nebenhaus abgekriegt.
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Am 4. Mai 1945 marschierte die 3. US-Infanteriedivision "Rock of the Marne" der US Streitkräfte in Salzburg ein. Das Hotel Münchnerhof wurde beschlagnahmt und eines der Hauptquartiere der Besatzungstruppen. Das Personal wurde entlassen und alle Bewohner vertrieben. Als Otto aus dem Krieg zurück kam, hatte ein kein Zuhause, jedoch wurde ihm Wohnerlaubnis verliehen, als er seine Nichten aus [[Mondsee (Ort)|Mondsee]] zurückholte. Die Familie durfte in die alte Privatwohnung in die Lederergasse 6 zurückziehen. Im Jahre 1948 ist die amerikanische Besatzung dann ausgezogen.  
 
 
Am 4. Mai 1945 marschierte die Rainbow Division der US Streitkräfte in Salzburg ein. Das Hotel Münchnerhof wurde beschlagnahmt und als ein Hauptquartier gemacht. Das ganze Personal wurde entlassen und alle Bewohner vertrieben. Als Otto aus dem Krieg zurückkam, hatte ein kein Zuhause, jedoch wurde ihm Wohnerlaubnis verliehen, als er seine Nichten aus Mondsee zurückholte. Die Familie durfte in der alten Privatwohnung, Lederergasse 6 zurückziehen. Im Jahre 1948 ist die Amerikanische Besatzung ausgezogen.  
 
  
Da das Hotel durch den Bombenschaden keine Einkommensmöglichkeit hatte, konnte Otto um Unterstützung bei der US Regierung einreichen. Der Marshall plan war eine Anleihe, die nur 4% Verzinsung Rückzahlung verlangte. Neben der Küche wurde auch das Foyer verschönert und die Weinstube erneuert.  
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=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===
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Da das Hotel durch den Bombenschaden keine Einkommensmöglichkeit hatte, konnte Otto um Unterstützung bei der US Regierung einreichen. Aus dem  [[Marshall-Plan ]] erhielt er eine Anleihe, die nur vier Prozent Verzinsung verlangte. Neben der Küche wurde auch das Foyer verschönert und die Weinstube erneuert.  
  
Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Die anderen Hotelbetriebe hatten mehrere Vorteile, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste darbieten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der Obus die Dreifaltikeitsgasse im Verkehr benützte. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloß, am besten ist es, das Hotel in ein Bürohaus umzuändern. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind 1956 nach Canada ausgezogen. Otto Hofinger starb am 7. Juni 1990. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie',  ausgestorben. Das Bürohaus Münchnerhof wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer.
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Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Anderen Hotelbetriebe hatten mehrere Vorteile gegenüber dem Hotel Münchnerhof, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste boten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der [[Obus]] durch die Dreifaltikeitsgasse fuhr. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloss, das Hotel in ein Bürohaus umzuwandeln. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind 1956 nach Kanada ausgewandert. Otto Hofinger starb am [[7. Juni]] [[1990]]. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie',  ausgestorben. Das Bürohaus [[Münchnerhof]] wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer.
  
 
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==Bildergalerie==

Version vom 18. August 2011, 13:19 Uhr

Geschlossen
geschlossen  Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte.
Hotel Münchnerhof um 1915
Hotel Münchnerhof um 1915
das Lesezimmer, 1928
das Vestibül, 1928
das große Speisezimmer, 1928
die Weinstube, 1928
Beispiel Zweibettzimmer, 1928
Beipiel Badezimmer, 1928
Bauplan des Treppenhauses
Bauplan des Treppenhauses

Das Hotel und Pension Münchnerhof ist ein nicht mehr existierendes Unternehmen in der Salzburger rechtsseitigen Altstadt.

Lage

Dieses Fremdenverkehrsunternehmen befand sich an der Dreifaltigkeitsgasse. Noch heute kann man allerdings den Namen Münchnerhof am Eingang zum Gebäude lesen.


Geschichte

Die Entstehung des Hotels

1900 hatte Michael Hofinger bereits die Häuser Dreifaltigkeitsgasse 3 und Lederergasse 8, erworben. Diese hatte er mit großen geliehenen Geldsummen im Jahre 1912 renoviert. 1917 ging das ehemalige Schlammbräu in der Lederergasse 10 bankrott und Hofinger kaufte das Gebäude von der Stieglbrauerei. Dieses Haus wurde erstmals im Jahre 1431 urkundlich verzeichnet und Haus am Eck in der Ledrergassen genannt. Der spätere Besitzer Georg Payr, Metzger, 1722, nannte es Gasthaus Zum Roten Ochsen oder Bauernjodl Haus.


Zwischen diesen Gebäuden gab es einen Pferdestall, der abgerissen wurde, so dass die anderen Häuser mit dem Haus Lederergasse 10 verbunden werden konnten. Als letztes kaufte Hofinger das Haus Lederergasse 6 und im Jahre 1922 wurde eine Renovierung vorgenommen, bei der die Küche zentralisiert wurde. Der verschachtelte Häuserblock hatte nur wenige Fenster, die auf ein oder zwei dunkle Innenhöfe gingen und nur wenig Tageslicht auf die unteren Stockwerke zuließ. Deswegen wurde die Küche mit einem Glasdach ausgestattet. Der Rest der Häuser blieb nach wie vor unattraktiv und dunkel.

Es war klar, dass eine radikale Renovierung vorgenommen werden musste. Hofinger beauftragte einen Architekten, neue Pläne zu zeichnen. Mit keinem Vorschlag war er allerdings zufrieden. "Man müsste die Mitte sprengen und von vorne anfangen" sagte Hofinger. Der Architekt erklärte, dass ein solcher Vorgang unmöglich sei. Hofinger akzeptierte diese Antwort aber nicht. Er wollte das beste und modernste Hotel in ganz Salzburg bauen. Es sollte das höchste Niveau der Hotellerie darstellen. Die unüberwindlichen Schwierigkeiten sollten seinen Arbeitseifer und Unternehmungsgeist nicht hemmen. Hofinger war ein Pionier und sein neues Hotel wurde ein Beispiel der Innovation.

Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1927. Von einem Anbau konnte keine Rede sein, denn der bestehende Grundriss diktierte, dass nur eine Änderung innerhalb des bestehenden Gebäudes möglich war. Vom Keller bis zum Dach wurde die Mitte des Hauses mit Dynamit teilweise implodiert. Mühsam wurden die restlichen Wände von vielen Arbeitern mit der Hand abgerissen und die Trümmer mit Schubkarren entfernt. Manchmal waren da 80 bis 130 Arbeiter mit den Arbeiten beschäftigt, die fast durchwegs von Salzburger Firmen ausgeführt wurden. Nach sieben Monaten Umbau, der das Eröffnen um ein Monat wegen eines Arbeiterstreikes verzögerte, wurde am 30. Juni 1928 die große Wiedereröffnung des Hotel Münchnerhof's gefeiert. Alle Besucher waren sehr beeindruckt über Hofinger's neuen Betrieb, so sehr, dass mehrere Salzburger Hotelbesitzer ihre Häuser ebenfalls zu renovieren begannen.

Traurigerweise ist Maria, Hofinger's Frau das Opfer eines Autounfalles geworden und sie verstarb am 15. September 1928.

Ab 1928 hießen die vier Gebäude nun Hotel Münchnerhof. Zuvor nannten sich die beiden Häuser, die Hofinger 1900 erworben hattem Gasthof Münchnerhof. Wobei das Stammhaus das Haus an der Lederergasse Nr. 10 war.

Michael Hofinger war sehr beliebt bei seinen Gästen und Freunden. Täglich um 10 Uhr vormittags gab es 'a Jausn', wozu er den feinsten Speck aus Oberösterreich und Wein aus Südtirol servierte. Darum haben ihn seine Freunde dann liebevoll 'Speckmichl' genannt.

Die Ausstattung

Hofinger's Idee war, einen Lichtschacht zu bauen, der vier Stockwerke, mit einem aus schwerer dunkler Eiche gezimmerten Treppenhaus und Geländer auf vorspringenden Trägern rund um jeden Stock, mit hundert neue Hotelzimmer zugänglich machen sollte. Von jedem Stock hatte man einen fantastischen Blick auf das elegante Foyer mit dessen aus Eichenholz getäfelten Wänden und verzierten Fries. Über diesem Treppenhaus wurde ein riesiges Glasdach installiert, von dem ein prächtiger Kristallluster herunter hing. Jedoch war dieser Luster nie mit elektrischem Strom verbunden.

Auf alten Bildern in einer Broschüre, die in Französisch geschrieben ist, die vermutlich erst aus dem Jahre 1928 stammen, erkennt man verschiedene Räume: das Lesezimmer, das große Speisezimmer, ein Badezimmer, ein Zweibettzimmer und das Vestibül. Zu erkennen ist auch ein elegantes Bad mit Dusche, Waschbecken und Klo.

Das Hotel Münchnerhof war eines der ersten Häuser in Salzburg, das einen elektrischen Aufzug hatte. Dieser lief auf Magnetspulen und musste händisch mit einen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Das Innere der Kabine war elegant mit Eichenholz vertäfelt, hatte eine Sitzbank und einen Spiegel an der rückwärtige Wand. Das ganze Haus wurde mit einer Zentralheizung beheizt. Hofinger ließ eine teure Entlüftungsanlage mit Delbag-Filtern einbauen, so dass alle Gesellschaftsräume und Speisesäle stets gefilterte reine Luft ohne Zugluft zuführt, der Rauch und Speisengerüche absaugt wurden. Jedes Zimmer hatte fließendes kaltes und warmes Wasser sowie ein Telefon und Lichtsignal. Dieses verständigte das Servierpersonal, wenn der Gast Bedienung im Zimmer wünschte.

Die Gästezimmer im ersten Stock waren besonders elegant. Um jeglichen Lärm zu dämpfen waren die Türen Leder gepolstert mit Messingnagelköpfen. In den Zimmern gab es eine kleine Waschanlage und eingebauten Kleiderschrank. Einige Zimmer hatten Vollbad. Es gab auf jedem Stock gemeinsame Badezimmer für jene Zimmer, die kein Vollbad hatten.

Um das schöne Stadtpanorama zu genießen konnte man im Sommer mit dem Lift auf die Dachterrasse fahren und dort speisen. Es gab Tische mit Sonnenschirmen und getöpfte kleine Bäume, sowie Spalier mit Efeu bedeckt und blühende Kletterpflanzen, die einen Garten darstellten.

Die Wäscherei befand sich im fünften Stock. Zwei massive Heizkessel besorgten heißes Wasser für die beiden Waschmaschinen. Nach dem Waschen wurde die Bettwäsche und Handtücher in eine Schleudermaschine (Zentrifuge) gegeben um das meiste Wasser zu entfernen, denn es gab noch keine Wäschetrockner. Alles musste auf Stricken zum Trocknen aufgehängt werden. In einem anderen Raum befand sich die Bügelmaschine. Zwei riesige gepolsterte Rollen liefen gegeneinander um die Wäsche zu glätten.

Die Kulinarik des Münchnerhofs

Um mehr Gäste in sein Restaurant anzulocken, stellte Hofinger geschickte kulinarische Menüs zusammen. Er hat sich eine Druckmaschine angeschafft, womit er die täglich neue Speisenkarte druckte und in ein beleuchtetes Fensterkasterl neben dem Hoteleingang hing. Auf seiner Speisenkarte fanden sich Gerichte wie gebackenen ungarischen Fogos ( Donau-Schill, Zander[1], Bachforelle blau, Filet Mignon, Chateaubriand, Herrenpilze, Champignons, das all-beliebte Wiener Schnitzerl, Schweinebraten mit Sauerkraut und Semmelknödeln, Leberknödelsuppe und Fridattensuppe. Als Nachspeise gab es eine siebenstöckige Dobostorte, Sachertorte mit Schlag, Linzertorte oder Walderbeeren mit Schlag. Für die weniger anspruchsvollen einheimischen Bürger gab es billige Hausgerichte, wie Hirn mit Ei, Beuschl mit Knödel oder heißen Leberkäse mit Kartoffelsalat.

Fini, die Seele des Münchnerhof's

Der Tod seiner Frau traf Hofinger sehr. Sie hatte 30 Jahre an seiner Seite mit ihm gearbeitet. Im Jahre 1929 wandte sich Hofinger an seinen Cousin, Michael Schwediauer in Wien, und bat, dass dieser seine jüngste Tochter Fini nach Salzburg schicke, um ihm beim Hotelbetrieb zu helfen. Fini hatte eine sehr gute Schulausbildung an der Wiener Handelsakademie absolviert. Sie konnte fließend Englisch und Französisch sprechen und schreiben, Stenographieren[2] und mit der Schreibmaschine schreiben; auch konnte sie andere Büromaschinen bedienen, war gescheit, talentiert und hatte einen wunderbaren Frohsinn. Sie war bei allen Gästen, wie auch beim Hotelpersonal sehr beliebt.

Der New Yorker Börsensturz im Oktober 1929 hatte sich auch in Europa ausgewirkt. Wenig Gäste stiegen ab, daher waren die Einkünfte geringer und das Personal musste eingeschränkt werden um Geld zu ersparen. Fini war überall im Einsatz: in der Rezeption, im Büro, sie übersah die Wäscherei und das Personal. Am meisten hatte sie aber als Küchenkassiererin fungiert. Am 2. Oktober 1933 heirateten Fini und Rudolf, der älteste Sohn von Michael Hofinger. Fini arbeitete täglich viele Stunden, manchmal bis 2 Uhr morgens, alles ohne Gehalt. Sie war unermüdlich, verlässlich und hat nie geklagt. Sie hatte sich nie Freizeit genommen, weil der Münchnerhof und ihr Schwiegervater sie brauchten. Mit wenig Geld hatte sie die Fremdenzimmer geschmacklich ausgestattet. Fini liebte die Kunst, speziell die Musik. Sie selbst konnte wunderbar Klavier spielen. Ihre charmante Gastfreundlichkeit brachte viele Gäste ins Haus, die oft als Stammgäste zurückkehrten. Jedes Jahr sind viele Festspiel-Künstler im Münchnerhof abgestiegen, darunter war der bekannte Opernsänger Richard Mayr ein regelmäßiger Gast. Auch andere Persönlichkeiten von den Salzburger Festspielen sind abgestiegen, wie Dirigenten, Schauspieler, Opernsänger und Bühnenbildner.

Im Jahre 1938 wurde sie mit Brustkrebs diagnostiziert. Sie hatte mehrere Operationen in Wien, München und Salzburg, aber sie konnte nicht gerettet werden. Jedes Mal, wenn sie vom Spital zurück kam sah sie blässer aus, aber sie hatte weiter an der Küchenkasse gearbeitet, so lange es ihir möglich war. Mit großer Traurigkeit wurde sie am 30. Oktober 1940, an ihrer Tochter Liselotte's vierten Geburtstag, zu Grabe getragen. Die halbe Stadt Salzburg nahm an ihrem Begräbnis teil. Sie war nur 39 Jahre alt geworden.

Michael Hofinger erkrankte im Frühjahr 1944 und starb am 25. Mai 1944 an einem Hirnschlag. Da sein Sohn Rudolf viel auf Reisen war und sein Otto im Krieg war, hatte er noch vor seinem Tode einen Familienrat gegründet. Er wählte vorsichtig sechs Salzburger Geschäftsfreunde und seinen persönlichen Freund, den Kunstmaler Karl Reisenbichler , zu diesen ehrenamtlichen Stellungen. Der Familienrat trat in Kraft um wichtige zukünftige Entscheidungen für den Münchnerhof zu treffen. Dieser Familienrat wurde mit Otto's Rückkehr aus dem Kriege am 13. Oktober 1945 aufgehoben.

Eine Zeitbombe fiel auf den Münchnerhof

Am 14. November 1944 landete eine Zeitbombe im Innenhof der Küche. Das Dienstpersonal, Gäste und Arbeiter waren glücklicherweise im Bombenschutzplatz des Kapuzinerberges. Es gab nur fünf Minuten Warnung. Drei Sträflinge wurden herangezogen, um die Bombe zu entschärfen. Bevor dies geschehen konnte, ging die Bombe in die Luft und tötete die drei Männer. Die Küche wurde dabei schwer beschädigt, sowie mehrere Hotelräume; jedoch hat das Nebenhaus den meisten Schaden abbekommen.

Am 4. Mai 1945 marschierte die 3. US-Infanteriedivision "Rock of the Marne" der US Streitkräfte in Salzburg ein. Das Hotel Münchnerhof wurde beschlagnahmt und eines der Hauptquartiere der Besatzungstruppen. Das Personal wurde entlassen und alle Bewohner vertrieben. Als Otto aus dem Krieg zurück kam, hatte ein kein Zuhause, jedoch wurde ihm Wohnerlaubnis verliehen, als er seine Nichten aus Mondsee zurückholte. Die Familie durfte in die alte Privatwohnung in die Lederergasse 6 zurückziehen. Im Jahre 1948 ist die amerikanische Besatzung dann ausgezogen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Da das Hotel durch den Bombenschaden keine Einkommensmöglichkeit hatte, konnte Otto um Unterstützung bei der US Regierung einreichen. Aus dem Marshall-Plan erhielt er eine Anleihe, die nur vier Prozent Verzinsung verlangte. Neben der Küche wurde auch das Foyer verschönert und die Weinstube erneuert.

Otto hatte nicht das gastronomische Talent wie sein Vater oder Fini. Anderen Hotelbetriebe hatten mehrere Vorteile gegenüber dem Hotel Münchnerhof, besonders wenn diese eine gute Aussicht für Gäste boten. Noch dazu wurden die drei Parkplätze vor dem Hotel von der Stadtgemeinde nicht genehmigt, weil der Obus durch die Dreifaltikeitsgasse fuhr. Immer weniger Gäste stiegen ab. Otto entschloss, das Hotel in ein Bürohaus umzuwandeln. Seine beiden Nichten, Michaela und Liselotte, ebenso Teilhaber des Münchnerhofs, sind 1956 nach Kanada ausgewandert. Otto Hofinger starb am 7. Juni 1990. Er war der letzte männliche Nachfolger Michael Hofingers. Mit seinem Tode ist die 'Hofinger Dynastie', ausgestorben. Das Bürohaus Münchnerhof wurde verkauft und hat jetzt neue Besitzer.

Bildergalerie

Quellen und Fußnoten