Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau): Unterschied zwischen den Versionen

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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Im [[14. Jahrhundert]] erlaubte der [[Salzburger Erzbischof]] den [[Ministerialen]] "von Thurn“, deren [[Salzburger Ansitz|Ansitz]] das Schloss in [[St. Jakob am Thurn]] war, in der [[Katholische Pfarre Thalgau|Pfarre Thalgau]] eine [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Filialkirche]] zu errichten. Am [[1. Mai]] [[1324]] bestätigte dazu der Vicedom [[Heinrich von Lampoding]] († [[1347]]), dass ihm die Edlen ''Jakob v. Thurn, sowie Jakob, Hertneid, Hermann und Ulrich, Brüder v. d. Thurn'' 30 Pfund [[Salzburger Pfennig]]e (1 Pfund = 240 Stück)<ref>60 Pfenning = 1 Kreuzer; 4 Kreuzer = 1 [[Gulden]] (4 mal 60)</ref> so lange überlassen hätten, bis der Thalgauer [[Pfarrer von Thalgau|Pfarrer]] einen Baugrund freigäbe, den man dann zwischen Philippi ([[3. Mai]]) und Jakobi [[1324]] kaufen wolle, um darauf den von ihnen bereits gestifteten Bau einer Kirche ''in der Geswant'' von Thalgau (= im Thalgauer Rodungsgebiet) auszuführen.<ref>Siehe Urkunde [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_V_01/charter], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref>
Im [[14. Jahrhundert]] erlaubte der [[Salzburger Erzbischof]] den [[Ministerialen]] "von Thurn", deren [[Salzburger Ansitz|Ansitz]] das Schloss in [[St. Jakob am Thurn]] war, in der [[Katholische Pfarre Thalgau|Pfarre Thalgau]] eine [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Filialkirche]] zu errichten. Am [[1. Mai]] [[1324]] bestätigte dazu der Vicedom [[Heinrich von Lampoding]] († [[1347]]), dass ihm die Edlen ''Jakob v. Thurn, sowie Jakob, Hertneid, Hermann und Ulrich, Brüder v. d. Thurn'' 30 Pfund [[Salzburger Pfennig]]e (1 Pfund = 240 Stück)<ref>60 Pfenning = 1 Kreuzer; 4 Kreuzer = 1 [[Gulden]] (4 mal 60)</ref> so lange überlassen hätten, bis der Thalgauer [[Pfarrer von Thalgau|Pfarrer]] einen Baugrund freigäbe, den man dann zwischen Philippi ([[3. Mai]]) und Jakobi [[1324]] kaufen wolle, um darauf den von ihnen bereits gestifteten Bau einer Kirche ''in der Geswant'' von Thalgau (= im Thalgauer Rodungsgebiet) auszuführen.<ref>Siehe Urkunde [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_V_01/charter], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref>


Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich III.]] unterzeichnete dann am [[Martinitag]] 1324 selber eine Urkunde, in der er bestätigte, dass die Edlen von Thurn in seinem Sinne die Kirche und das dazugehörende Grundstück ''vogteifrei'' gestiftet hätten, dazu auch noch einen Hof in ''Reitershausen''. Die Kirche sollte zur Ehre "Unserer Lieben Frau“ und "Sankt Jakob“ geweiht werden. Er verlangte, dass die Leute innerhalb ''des waldes'', welche wegen der ''weiten Entfernung oft die Kirche'' [in Thalgau] ''versäumt oder wegen [[Schnee]] und [[Unwetter]] nicht besuchen konnten'', in der neuen Kirche die hl. Messe besuchen sollten, nämlich die Bewohner von Faistenau (''Vaistenow''), [[Tiefbrunnau]] (''Tevffenprunneow'') und Kühleiten (''Chueleuten''). Überdies verpflichtete er den Thalgauer Pfarrer  ''Ortwein'' ([[1324]]–1395?)<ref> Siehe die [[Pfarrer von Faistenau|Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau]].</ref> in Faistenau Messen zu lesen und zwar an jedem Sonntag, dem Ostertag, dem [[Stephanitag]], zu [[Weihnachten]], am Mittwoch der Pfingstwoche, an [[Mariä Himmelfahrt]] ([[15. August]]) sowie bei der [[Dult]] am Kirchweihtag bzw. Jakobitag; außerdem die Neugeborenen zu taufen, Kranke zu versehen usw. An allen anderen Tagen müssten die Faistenauer weiterhin die [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Thalgauer Pfarrkirche]] besuchen. Im Weiteren ist in der Urkunde sinngemäß (in sprachlich vereinfachter und modernisierter Fassung) zu lesen: ''Hält der Pfarrer diese Ordnung nicht ein, hat er jede Versäumnis dem [[Domdechant]] mit sechzig Pfennig und die dritte mit ½&nbsp;Pfund Salzburger Pfennig zu büßen, wenn einer der Stifter oder einer ihrer Erben mit zwei Landleuten eidlich die Säumnis bekräftigen. Der Pfarrer gelobt auch in der Pfarrkirche zu Thalgau am achten Tag nach Allerseelen einen Jahrtag für die Stifter zu begehen. Das [[Domkapitel]] darf die Stiftungsgüter nicht'' [zur Pfarrkirche Thalgau] ''abziehen''.<ref>Siehe Urkunde: [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_XI_11/charter], aufgerufen am 25. Jänner 2015.</ref>
Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich III.]] unterzeichnete dann am [[Martinitag]] 1324 selber eine Urkunde, in der er bestätigte, dass die Edlen von Thurn in seinem Sinne die Kirche und das dazugehörende Grundstück ''vogteifrei'' gestiftet hätten, dazu auch noch einen Hof in ''Reitershausen''. Die Kirche sollte zur Ehre "Unserer Lieben Frau" und "Sankt Jakob" geweiht werden. Er verlangte, dass die Leute innerhalb ''des waldes'', welche wegen der ''weiten Entfernung oft die Kirche'' [in Thalgau] ''versäumt oder wegen [[Schnee]] und [[Unwetter]] nicht besuchen konnten'', in der neuen Kirche die hl. Messe besuchen sollten, nämlich die Bewohner von Faistenau (''Vaistenow''), [[Tiefbrunnau]] (''Tevffenprunneow'') und Kühleiten (''Chueleuten''). Überdies verpflichtete er den Thalgauer Pfarrer  ''Ortwein'' ([[1324]]–1395?)<ref> Siehe die [[Pfarrer von Faistenau|Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau]].</ref> in Faistenau Messen zu lesen und zwar an jedem Sonntag, dem Ostertag, dem [[Stephanitag]], zu [[Weihnachten]], am Mittwoch der Pfingstwoche, an [[Mariä Himmelfahrt]] ([[15. August]]) sowie bei der [[Dult]] am Kirchweihtag bzw. Jakobitag; außerdem die Neugeborenen zu taufen, Kranke zu versehen usw. An allen anderen Tagen müssten die Faistenauer weiterhin die [[Pfarrkirche zum hl. Martin Thalgau|Thalgauer Pfarrkirche]] besuchen. Im Weiteren ist in der Urkunde sinngemäß (in sprachlich vereinfachter und modernisierter Fassung) zu lesen: ''Hält der Pfarrer diese Ordnung nicht ein, hat er jede Versäumnis dem [[Domdechant]] mit sechzig Pfennig und die dritte mit ½&nbsp;Pfund Salzburger Pfennig zu büßen, wenn einer der Stifter oder einer ihrer Erben mit zwei Landleuten eidlich die Säumnis bekräftigen. Der Pfarrer gelobt auch in der Pfarrkirche zu Thalgau am achten Tag nach Allerseelen einen Jahrtag für die Stifter zu begehen. Das [[Domkapitel]] darf die Stiftungsgüter nicht'' [zur Pfarrkirche Thalgau] ''abziehen''.<ref>Siehe Urkunde: [http://monasterium.net/mom/AT-HHStA/SbgDK/AUR_1324_XI_11/charter], aufgerufen am 25. Jänner 2015.</ref>


Als ein Kooperator auf seinem Heimweg von [[Hintersee (Ort)|Hintersee]] mit seinem Pferd in den Schneemassen beim Paulhäusl in Faistenau stecken blieb und ''elendiglich'' erfror, erhob das Domkapitel die Filialkirche [[1622]] zu einem Vikariat. Der erste Faistenauer Vikar ([[1622]]–[[1637]]), [[Johann Christ Stängelmayr]],<ref name="vikare">Siehe die [[Pfarrer von Faistenau|Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau]]</ref> konnte fortan in einem neu errichteten Vikariatshaus wohnen und musste nicht zurück nach Thalgau reiten.
Als ein Kooperator auf seinem Heimweg von [[Hintersee (Ort)|Hintersee]] mit seinem Pferd in den Schneemassen beim Paulhäusl in Faistenau stecken blieb und ''elendiglich'' erfror, erhob das Domkapitel die Filialkirche [[1622]] zu einem Vikariat. Der erste Faistenauer Vikar ([[1622]]–[[1637]]), [[Johann Christ Stängelmayr]],<ref name="vikare">Siehe die [[Pfarrer von Faistenau|Liste der Pfarrer und Vikare von Faistenau]]</ref> konnte fortan in einem neu errichteten Vikariatshaus wohnen und musste nicht zurück nach Thalgau reiten.
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Beim Bau der ersten Kirche ab [[1324]] dürfte die sogenannte [[Linde in Faistenau|1&nbsp;000-jährige Linde]], ein [[Naturdenkmal]], schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des [[Dorfplatz (Faistenau)|Dorfplatz]]es. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im [[15. Jahrhundert]], in der Zeit der Spät[[gotik]] errichtet. Am [[25. Juli]] [[1517]] weihte der [[Bischof von Chiemsee]], [[Berthold Pürstinger]], den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von [[Georg Bernard]], redigiert von [[Adolf Hahnl]], Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.</ref>
Beim Bau der ersten Kirche ab [[1324]] dürfte die sogenannte [[Linde in Faistenau|1&nbsp;000-jährige Linde]], ein [[Naturdenkmal]], schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des [[Dorfplatz (Faistenau)|Dorfplatz]]es. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im [[15. Jahrhundert]], in der Zeit der Spät[[gotik]] errichtet. Am [[25. Juli]] [[1517]] weihte der [[Bischof von Chiemsee]], [[Berthold Pürstinger]], den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von [[Georg Bernard]], redigiert von [[Adolf Hahnl]], Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.</ref>


Im Jahr [[1625]] erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der [[Pest]], die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre [[1628]] auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man [[1707]] den [[gotik|gotischen]] Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen<ref>Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt</ref> wurde die von [[Jeremias Sauter]] [[1688]] angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die "Neue Kirche“ realisieren, da auch schon 6.000 [[Gulden|fl.]] dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der [[Pfleger]] und der Pfarrer von Thalgau<ref>''G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven''. Siehe: ''Monasterium'', Liste der Pfarrer von Thalgau [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref> u. a. vor, ''ein neues'' (Gewölbe) ''oben an dem Chore'' aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor [[1720]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom [[Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg|Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg]] 1957, S. 277.</ref>verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren [[1948]]–[[1949]] konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung ''1517'', entdeckt und teilweise freigelegt werden, die [[1980]] an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die "hll. [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Virgil]]“, "Mariæ Verkündigung“ durch den Erzengel Gabriel, in der östlichen "Christus vor Kaiphas“ und "Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld“, dann "Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße“ und die "Gefangennahme Jesu Christi“.<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 94.</ref>
Im Jahr [[1625]] erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der [[Pest]], die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre [[1628]] auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man [[1707]] den [[gotik|gotischen]] Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen<ref>Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt</ref> wurde die von [[Jeremias Sauter]] [[1688]] angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die "Neue Kirche" realisieren, da auch schon 6.000 [[Gulden|fl.]] dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der [[Pfleger]] und der Pfarrer von Thalgau<ref>''G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven''. Siehe: ''Monasterium'', Liste der Pfarrer von Thalgau [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref> u. a. vor, ''ein neues'' (Gewölbe) ''oben an dem Chore'' aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor [[1720]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom [[Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg|Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg]] 1957, S. 277.</ref>verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren [[1948]]–[[1949]] konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung ''1517'', entdeckt und teilweise freigelegt werden, die [[1980]] an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die "hll. [[Rupert von Worms|Rupert]] und [[Virgil]]", "Mariæ Verkündigung" durch den Erzengel Gabriel, in der östlichen "Christus vor Kaiphas" und "Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld", dann "Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße" und die "Gefangennahme Jesu Christi".<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 94.</ref>


== Ausstattung ==
== Ausstattung ==
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=== Übrige Einrichtung ===
=== Übrige Einrichtung ===
Unweit der Rosenkranzbilder hängt eine Mondsichel-Madonna mit Strahlenkranz von der Decke, die von einer Gebetskette gerahmt wird, sie könnte von [[Simon Fries]] stammen. Bemerkenswert sind die Statuen der eine Schlange zertretenden Maria, der Darstellung der "Unbefleckten Empfängnis“, des "Auferstandenen“ mit Kelch und Kreuz und die [[1702]] geschaffenen Statuen des "''Ecce Homo''“ und der "Schmerzensmutter“, die beide [[Meinrad Guggenbichler]] schuf.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11ff.</ref>
Unweit der Rosenkranzbilder hängt eine Mondsichel-Madonna mit Strahlenkranz von der Decke, die von einer Gebetskette gerahmt wird, sie könnte von [[Simon Fries]] stammen. Bemerkenswert sind die Statuen der eine Schlange zertretenden Maria, der Darstellung der "Unbefleckten Empfängnis", des "Auferstandenen" mit Kelch und Kreuz und die [[1702]] geschaffenen Statuen des "''Ecce Homo''" und der "Schmerzensmutter", die beide [[Meinrad Guggenbichler]] schuf.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von Georg Bernard, redigiert von Adolf Hahnl, Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 11ff.</ref>


==== Bestuhlung, Speisgitter etc. ====
==== Bestuhlung, Speisgitter etc. ====
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Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.</ref> Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von [[Johann Waibl]]<ref name="vikare"></ref> angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.</ref> und muss Ende Mai [[1825]] fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 [[Gulden|fl.]] C.M.)<ref>Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): ''250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M''. In: Günther Probszt: ''Österreichische Münz- und Geldgeschichte''. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.</ref> wurde am [[8. Juni]] 1825 quittiert.<ref>''Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus Fügen im Zillerthalle''. In: [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.</ref>  
Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.</ref> Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von [[Johann Waibl]]<ref name="vikare"></ref> angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.</ref> und muss Ende Mai [[1825]] fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 [[Gulden|fl.]] C.M.)<ref>Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): ''250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M''. In: Günther Probszt: ''Österreichische Münz- und Geldgeschichte''. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.</ref> wurde am [[8. Juni]] 1825 quittiert.<ref>''Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus Fügen im Zillerthalle''. In: [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.</ref>  


Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten "Volksgesang“ einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die "neuen Lieder“ anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal''&nbsp;8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel''&nbsp;8', ''Octav''&nbsp;4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte''&nbsp;4' (''die tiefste Oktav aus der "Oktav 4 Fuß“ entnommen.''), ''Mixtur''&nbsp;2' (''dreifach''), ''Octav-Baß''&nbsp;8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref>
Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten "Volksgesang" einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die "neuen Lieder" anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal''&nbsp;8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel''&nbsp;8', ''Octav''&nbsp;4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte''&nbsp;4' (''die tiefste Oktav aus der "Oktav 4 Fuß" entnommen.''), ''Mixtur''&nbsp;2' (''dreifach''), ''Octav-Baß''&nbsp;8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref>


Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]], als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von [[Max Dreher]] ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger [[Domkapellmeister]] [[Joseph Messner]].<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit [[Pädagogische Hochschule Salzburg]] 1982, S. 44.</ref> Die Orgelweihe fand am [[Jakobitag]] [[1949]] statt, das anspruchsvolle Programm des [[Kirchenchor Faistenau|Faistenauer Kirchenchores]] begleitete die Organistin [[Rosa Klaushofer]]. Naturgemäß war dieses Instrument, das aus minderwertigen Nachkriegsmaterialien zusammengestellt war, von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.  
Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]], als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von [[Max Dreher]] ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger [[Domkapellmeister]] [[Joseph Messner]].<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit [[Pädagogische Hochschule Salzburg]] 1982, S. 44.</ref> Die Orgelweihe fand am [[Jakobitag]] [[1949]] statt, das anspruchsvolle Programm des [[Kirchenchor Faistenau|Faistenauer Kirchenchores]] begleitete die Organistin [[Rosa Klaushofer]]. Naturgemäß war dieses Instrument, das aus minderwertigen Nachkriegsmaterialien zusammengestellt war, von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.  
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Am Sonntag den [[25. Oktober]] [[1863]] begann in Faistenau eine Missionszeit, die von [[Jesuiten]]-Patres abgehalten wurde und neun Tage, bis zum Allerseelentag am [[2. November]] [[1863]], gedauert hatte.  
Am Sonntag den [[25. Oktober]] [[1863]] begann in Faistenau eine Missionszeit, die von [[Jesuiten]]-Patres abgehalten wurde und neun Tage, bis zum Allerseelentag am [[2. November]] [[1863]], gedauert hatte.  


Dabei wurde auch ein neues Missionskreuz an der Kirche angebracht, das alte, obwohl für die Ausstattung zu groß, danach im Inneren der Kirche aufgehängt.<br/>Von den 26 Predigten waren 19 auf dem Dorfplatz gehalten worden, wobei der jeweilige Jesuiten-Pater auf den sogenannten "Predigtstuhl“ der Tausendjährigen Linde stieg: einem waagrechten, hohlen und nach oben offenen Ast der Linde, der von innen durch den ebenso hohlen Baum erreicht werden kann. Für den im Baum hochsteigenden Prediger schuf man damals eine Stiege mit neun Stufen, damit derselbe oben, durch eine Öffnung, im dicken Ast hinaustreten konnte. Aus acht Gemeinden strömten damals Gläubige herbei, um diese Tage mitzuerleben, wobei sich die [[Abtenau]]er die größten Mühe machten: viele gingen erst nach einem anstrengenden Arbeitstag, während der Nacht, den Fußweg von sechs Stunden nach Faistenau.  
Dabei wurde auch ein neues Missionskreuz an der Kirche angebracht, das alte, obwohl für die Ausstattung zu groß, danach im Inneren der Kirche aufgehängt.<br/>Von den 26 Predigten waren 19 auf dem Dorfplatz gehalten worden, wobei der jeweilige Jesuiten-Pater auf den sogenannten "Predigtstuhl" der Tausendjährigen Linde stieg: einem waagrechten, hohlen und nach oben offenen Ast der Linde, der von innen durch den ebenso hohlen Baum erreicht werden kann. Für den im Baum hochsteigenden Prediger schuf man damals eine Stiege mit neun Stufen, damit derselbe oben, durch eine Öffnung, im dicken Ast hinaustreten konnte. Aus acht Gemeinden strömten damals Gläubige herbei, um diese Tage mitzuerleben, wobei sich die [[Abtenau]]er die größten Mühe machten: viele gingen erst nach einem anstrengenden Arbeitstag, während der Nacht, den Fußweg von sechs Stunden nach Faistenau.  


Für die Feierlichkeiten waren außerdem neue Paramente und eine [[Matthäus Mauracher I.|Matthäus-Mauracher]]-Orgel gekauft worden. Für die Anschaffung derselben und die Ausrichtung der Missionszeit spendeten die Gemeindemitglieder des Vikariats Faistenau 900 [[Gulden|fl.]]<ref>[[Herzogtum Salzburg|Herzogthum Salzburg]]. Faistenau. In dieser abgeschlossenen, auf freundlicher Höhe gelegenen Gemeinde wurde das halbtausendjährige Jubiläum des Gotteshaues mit 9tägiger Jesuitenmission in eben so feierlicher als erbaulicher Weise vom 25. v.M. bis zum 2. d.M. begangen. Sowohl diese Gemeinde (welche obschon nur 1100 Seelen zählend, bei dieser Gelegenheit nahe an die 900 [[Gulden|fl.]] für eine neue Orgel, Anschaffung kirchlicher Paramente und Bestreitung anderer Missionsauslagen bereitwilligst, ja mit Freude gespendet hatte), als auch die umliegenden Nachbargemeinden (es trafen 8 Gemeinden mit ihren Seelsorgern prozessionsweise ein) zeigten die lebhafte Teilnehme. Man zählte 3&nbsp;000 Kommunikanten; täglich wurde noch nach der Abendlitanei um 5, einmal sogar noch um ½7 Uhr Abends abgespeist. Die [[Abtenau]]er haben den 6stündigen beschwerlichen Weg über die Berge und vielen Gräben nicht gescheut, um zur hl. Mission zu kommen. Es gab sogar Solche, die den ganzen Tag im Walde gearbeitet hatten, zu Hause Abends speisten, dann Nachts sich auf den weiten Weg machten, um 6 Uhr früh in Faistenau an den Beichtstühlen standen! Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. Die Weihe und Aufstellung des Missionskreuzes fand im Beisein einer sehr großen Volksmenge am Allerseelentage bei gleichfalls günstiger Witterung statt''. In: ''Salzburger Kirchenblatt.'' Nr. 45 vom 3. November 1863, S. 371f.</ref>
Für die Feierlichkeiten waren außerdem neue Paramente und eine [[Matthäus Mauracher I.|Matthäus-Mauracher]]-Orgel gekauft worden. Für die Anschaffung derselben und die Ausrichtung der Missionszeit spendeten die Gemeindemitglieder des Vikariats Faistenau 900 [[Gulden|fl.]]<ref>[[Herzogtum Salzburg|Herzogthum Salzburg]]. Faistenau. In dieser abgeschlossenen, auf freundlicher Höhe gelegenen Gemeinde wurde das halbtausendjährige Jubiläum des Gotteshaues mit 9tägiger Jesuitenmission in eben so feierlicher als erbaulicher Weise vom 25. v.M. bis zum 2. d.M. begangen. Sowohl diese Gemeinde (welche obschon nur 1100 Seelen zählend, bei dieser Gelegenheit nahe an die 900 [[Gulden|fl.]] für eine neue Orgel, Anschaffung kirchlicher Paramente und Bestreitung anderer Missionsauslagen bereitwilligst, ja mit Freude gespendet hatte), als auch die umliegenden Nachbargemeinden (es trafen 8 Gemeinden mit ihren Seelsorgern prozessionsweise ein) zeigten die lebhafte Teilnehme. Man zählte 3&nbsp;000 Kommunikanten; täglich wurde noch nach der Abendlitanei um 5, einmal sogar noch um ½7 Uhr Abends abgespeist. Die [[Abtenau]]er haben den 6stündigen beschwerlichen Weg über die Berge und vielen Gräben nicht gescheut, um zur hl. Mission zu kommen. Es gab sogar Solche, die den ganzen Tag im Walde gearbeitet hatten, zu Hause Abends speisten, dann Nachts sich auf den weiten Weg machten, um 6 Uhr früh in Faistenau an den Beichtstühlen standen! Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. Die Weihe und Aufstellung des Missionskreuzes fand im Beisein einer sehr großen Volksmenge am Allerseelentage bei gleichfalls günstiger Witterung statt''. In: ''Salzburger Kirchenblatt.'' Nr. 45 vom 3. November 1863, S. 371f.</ref>