Die Tier- und Pflanzenwelt des Kapuzinerberges: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Kolkrabe1.jpg|thumb|Kolkrabe, von Krähe (oben links) verfolgt]]
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[[Datei:Eichhörnchen unter Futterhäuschen.jpg|thumb|Eichhörnchen unter den Futterhäuschen nächst dem Wächterhaus]]  
[[Datei:Eichhörnchen unter Futterhäuschen.jpg|thumb|Eichhörnchen unter den Futterhäuschen nächst dem Wächterhaus]]  
[[Datei:Gämse Paschingerschlössl Kapuzinerbergl 21 Mai 2018 8.jpg|thumb|[[Gämse]] im Garten des [[Paschingerschlössl]].]][[Datei:1958_03_09_Kapuzinerberg_Gämse_02.jpg|thumb|Gämsen im März 1958]]
[[Datei:Gämse Paschingerschlössl Kapuzinerbergl 21 Mai 2018 8.jpg|thumb|[[Gämse]] im Garten des [[Paschingerschlössl]].]][[Datei:1958_03_09_Kapuzinerberg_Gämse_02.jpg|thumb|Gämsen im März 1958]]
Dieser Artikel informiert über die '''Tier- und Pflanzenwelt''' auf dem [[Kapuzinerberg]], einem [[Salzburger Stadtberg]].
Dieser Artikel informiert über die '''Tier- und Pflanzenwelt''' auf dem [[Kapuzinerberg]], einem [[Salzburger Stadtberg]].


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In den kühlen Felswänden im Norden, wo selbst im Sommer kaum ein Sonnenstrahl den Boden wärmt, gedeihen nicht wenige Pflanzen, die ein raues Klima bevorzugen, also  Alpenpflanzen, die wir sonst in einer Höhe über 1 600 [[m ü. A.]] kennen.
In den kühlen Felswänden im Norden, wo selbst im Sommer kaum ein Sonnenstrahl den Boden wärmt, gedeihen nicht wenige Pflanzen, die ein raues Klima bevorzugen, also  Alpenpflanzen, die wir sonst in einer Höhe über 1 600 [[m ü. A.]] kennen.


==Der Kolkrabe==
== Tierwelt ==
=== Der Kolkrabe===
Eine echte Besonderheit des Felsen ist der Kolkrabe, ein typischer Bewohner der [[Alpen]] ist. Die Raben sind durch ihre eindrucksvolle Größe und ihren keilförmigen Schwanz leicht von Krähen zu unterscheiden. Wer Geduld hat, kann die typischen Rufe der Tiere „Krok krok“ dort nicht überhören, und kann manchmal auch den Tieren auch ihren kunstvollen, mitunter übermütigen Flugspielen zusehen.  
Eine echte Besonderheit des Felsen ist der Kolkrabe, ein typischer Bewohner der [[Alpen]] ist. Die Raben sind durch ihre eindrucksvolle Größe und ihren keilförmigen Schwanz leicht von Krähen zu unterscheiden. Wer Geduld hat, kann die typischen Rufe der Tiere „Krok krok“ dort nicht überhören, und kann manchmal auch den Tieren auch ihren kunstvollen, mitunter übermütigen Flugspielen zusehen.  


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Die einstige Hinrichtungsstelle vor dem [[Linzertor]] (bis [[1599]]) und der heutige Kolkraben-Brutplatz liegen aber nur zufällig in nächster Nähe.  
Die einstige Hinrichtungsstelle vor dem [[Linzertor]] (bis [[1599]]) und der heutige Kolkraben-Brutplatz liegen aber nur zufällig in nächster Nähe.  


==Der Uhu==
===Der Uhu===
Seit über 20 Jahren lebt hier wieder die weltweit größte Eule, der Uhu auf dem Berg und brütet hier auch immer wieder. Mit seiner Flügelspannweite von 1,7 m und seinen Federohren ist er unverwechselbar. Seine Nahrung ist sehr vielschichtig. Er jagt Stadttauben, die in der Innenstadt zahlreich zu finden sind, aber auch Krähen, Mäuse, Igel und viele andere kleinere Tiere.
Seit über 20 Jahren lebt hier wieder die weltweit größte Eule, der Uhu auf dem Berg und brütet hier auch immer wieder. Mit seiner Flügelspannweite von 1,7 m und seinen Federohren ist er unverwechselbar. Seine Nahrung ist sehr vielschichtig. Er jagt Stadttauben, die in der Innenstadt zahlreich zu finden sind, aber auch Krähen, Mäuse, Igel und viele andere kleinere Tiere.


== Weitere Vögel des Berges ==
=== Weitere Vögel des Berges ===
Der Kapuzinerberg ist die Heimat von [[Dohle]]n, Hohltauben, Schwarz-, Bunt- und Grünspechten, Waldkäuzen sowie verschiedenster [[Singvögel]]n.
Der Kapuzinerberg ist die Heimat von [[Dohle]]n, Hohltauben, Schwarz-, Bunt- und Grünspechten, Waldkäuzen sowie verschiedenster [[Singvögel]]n.


== Die 1952 geschaffene Gämsenkolonie ==
== Säugetiere ==
=== Die 1952 geschaffene Gämsenkolonie ===
Auf dem Berg gibt es [[1952]] eine künstlich angelegte Population im Sinn eines "Freilandtiergartens" von etwa zehn [[Gämse]]n.<ref>[http://www.oekologen-ingenieure.at/pdf/kapuzinerberg_wild.pdf www.oekologen-ingenieure.at/Wald und Wild am Kapuzinerberg]</ref> Die Rehe wurden dort nach [[1990]] dagegen sämtlich abgeschossen. [[1948]] war ein Gamsbock vom nahen [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über den [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] hierher gewandert, 1952 wurde dann eine zahme Gamsgeiß aus der Steiermark hier ausgesetzt. Die Gämsen werden von einem Stadtjäger regelmäßig mit Heu, im Herbst auch mit Obst versorgt, sie sind so nur bedingt reine Wildtiere. Im Winter gibt es zusätzlich eine Getreidemischung zur Fütterung. Gelegentlich waren die Tiere auch "zu gut" betreut und dadurch deutlich übergewichtig.  
Auf dem Berg gibt es [[1952]] eine künstlich angelegte Population im Sinn eines "Freilandtiergartens" von etwa zehn [[Gämse]]n.<ref>[http://www.oekologen-ingenieure.at/pdf/kapuzinerberg_wild.pdf www.oekologen-ingenieure.at/Wald und Wild am Kapuzinerberg]</ref> Die Rehe wurden dort nach [[1990]] dagegen sämtlich abgeschossen. [[1948]] war ein Gamsbock vom nahen [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] über den [[Kühberg (Stadt Salzburg)|Kühberg]] hierher gewandert, 1952 wurde dann eine zahme Gamsgeiß aus der Steiermark hier ausgesetzt. Die Gämsen werden von einem Stadtjäger regelmäßig mit Heu, im Herbst auch mit Obst versorgt, sie sind so nur bedingt reine Wildtiere. Im Winter gibt es zusätzlich eine Getreidemischung zur Fütterung. Gelegentlich waren die Tiere auch "zu gut" betreut und dadurch deutlich übergewichtig.  


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Gehegt und gepflegt werden die Gämsen freilich mit ganz viel Liebe und Sorgfalt auf dem Kapuzinerberg. Josef Brawisch, Gerhard Wörndl und Christian Neureiter vom [[Magistrat der Stadt Salzburg|Magistrat]] betreuen als Stadtjäger und –förster die Kolonie, die klarerweise nicht bejagt wird. Gemeinsam mit dem Land und dem Zoo werde die Stadt Salzburg weiterhin dafür Sorge tragen, dass ein gesunder Gamswildbestand auf dem Stadtberg beheimatet ist. Auf dem Gaisberg dagegen findet innerhalb der Stadtgrenzen eine Betreuung der Gämsen seitens der Stadt kaum statt, dort kann das Gamswild auch bejagt werden.
Gehegt und gepflegt werden die Gämsen freilich mit ganz viel Liebe und Sorgfalt auf dem Kapuzinerberg. Josef Brawisch, Gerhard Wörndl und Christian Neureiter vom [[Magistrat der Stadt Salzburg|Magistrat]] betreuen als Stadtjäger und –förster die Kolonie, die klarerweise nicht bejagt wird. Gemeinsam mit dem Land und dem Zoo werde die Stadt Salzburg weiterhin dafür Sorge tragen, dass ein gesunder Gamswildbestand auf dem Stadtberg beheimatet ist. Auf dem Gaisberg dagegen findet innerhalb der Stadtgrenzen eine Betreuung der Gämsen seitens der Stadt kaum statt, dort kann das Gamswild auch bejagt werden.


== Weitere Säugetiere ==
=== Weitere Säugetiere ===
Es gibt auf dem Kapuzinerberg auch verschiedene weitere Kleinsäuger, etwa Dachse, Steinmarder, verschiedene Waldmäuse, Spitzmäuse sowie Fledermäuse. Auch die Eichhörnchen zählen zu den Bewohnern des Berges.
Es gibt auf dem Kapuzinerberg auch verschiedene weitere Kleinsäuger, etwa Dachse, Steinmarder, verschiedene Waldmäuse, Spitzmäuse sowie Fledermäuse. Auch die Eichhörnchen zählen zu den Bewohnern des Berges.


== Amphibien und Reptilien ==
=== Schmetterlinge ===
[[Datei:Russischer Bär.jpg|thumb|Russischer Bär auf Buddleja beim Franziski-Schlössl.]]
Auf dem Kapuzinerberg kommen verschiedene Schmetterlingsarten vor.
=== Amphibien und Reptilien ===
Eine große Besonderheit ist das Vorkommen des [[Feuersalamander]]s mitten in der Altstadt. Rund um die [[Kapuzinerteiche]] kommen [[Bergmolch]]e vor. Auch findet man Erdkröten und Grasfrösche auf dem Kapuzinerberg. Ein besseres Freischneiden des Ufers vor allem südlich der Teiche und damit eine bessere Belichtung der Teiche wären für die stark gefährdeten Amphibien ebenfalls vorteilhaft.   
Eine große Besonderheit ist das Vorkommen des [[Feuersalamander]]s mitten in der Altstadt. Rund um die [[Kapuzinerteiche]] kommen [[Bergmolch]]e vor. Auch findet man Erdkröten und Grasfrösche auf dem Kapuzinerberg. Ein besseres Freischneiden des Ufers vor allem südlich der Teiche und damit eine bessere Belichtung der Teiche wären für die stark gefährdeten Amphibien ebenfalls vorteilhaft.   


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Die Echte Felsenbirne ist ein Strauch, der die felsigen Standorte des Berges liebt, der aber wegen seiner zierlichen Blättern und den Birnenfrüchtchen auch gerne in Gärten angepflanzt wird. Eine sehr selten gewordene Pflanze magerer Weiden ist der Färberginster. Dieser Strauch hält sich hier noch in den Felsen, nachdem die einstigen mageren Schaf- und Ziegenweiden am Berg längst verschwunden sind. Seit der Römerzeit zum Gelb-Färben von Leinen und Wolle benutzt, fanden die Blätter der Pflanze früher auch als heilkräftiger Tee für die Blutreinigung und gegen Harnsteine Verwendung.
Die Echte Felsenbirne ist ein Strauch, der die felsigen Standorte des Berges liebt, der aber wegen seiner zierlichen Blättern und den Birnenfrüchtchen auch gerne in Gärten angepflanzt wird. Eine sehr selten gewordene Pflanze magerer Weiden ist der Färberginster. Dieser Strauch hält sich hier noch in den Felsen, nachdem die einstigen mageren Schaf- und Ziegenweiden am Berg längst verschwunden sind. Seit der Römerzeit zum Gelb-Färben von Leinen und Wolle benutzt, fanden die Blätter der Pflanze früher auch als heilkräftiger Tee für die Blutreinigung und gegen Harnsteine Verwendung.
== weitere Bilder ==


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Russischer Bär.jpg|thumb|Russischer Bär auf Buddleja beim Franziski-Schlössl
Schneeheide.JPG|thumb|Schneeheide beim Doblerweg  
Schneeheide.JPG|thumb|Schneeheide beim Doblerweg  
Pimpernuss.jpg|thumb|Pimpernuss nächst Schloss Fürberg  
Pimpernuss.jpg|thumb|Pimpernuss nächst Schloss Fürberg  
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* [https://media.stadt-salzburg.at/workspace/pixxio/index.html?gs=J6C12xxrplbuX77eF Bilder von der Auswilderung] im März 2022 sowie von der Tierärztin und den Betreuern
== Bilder ==
{{Bildkat}}
:* [https://media.stadt-salzburg.at/workspace/pixxio/index.html?gs=J6C12xxrplbuX77eF Bilder von der Auswilderung] im März 2022 sowie von der Tierärztin und den Betreuern


== Quellen ==
== Quellen ==