St. Johann im Pongau: Unterschied zwischen den Versionen
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| Einwohner: || 11 | | Einwohner: || 11 331 <br/> ''<small>(1. Jänner 2021)</small>'' | ||
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|Bevölkerungsdichte: || 145 Einw. pro km² | |||
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Die Stadtgemeinde St. Johann im Pongau umfasst die [[Katastralgemeinden im Pongau|Katastralgemeinden]] [[Katastralgemeinde Einöden|Einöden]], [[Katastralgemeinde Floitensberg|Floitensberg]], [[Katastralgemeinde Ginau|Ginau]], [[Katastralgemeinde Hallmoos|Hallmoos]], [[Katastralgemeinde Maschl|Maschl]], [[Katastralgemeinde Plankenau|Plankenau]], [[Katastralgemeinde Reinbach|Reinbach]], [[Katastralgemeinde Rettenstein (St. Johann im Pongau)|Rettenstein]], [[Katastralgemeinde St. Johann im Pongau|St. Johann im Pongau]] und [[Katastralgemeinde Urreiting|Urreiting]] und gliedert sich in die gleichnamigen Ortschaften: | Die Stadtgemeinde St. Johann im Pongau umfasst die [[Katastralgemeinden im Pongau|Katastralgemeinden]] [[Katastralgemeinde Einöden|Einöden]], [[Katastralgemeinde Floitensberg|Floitensberg]], [[Katastralgemeinde Ginau|Ginau]], [[Katastralgemeinde Hallmoos|Hallmoos]], [[Katastralgemeinde Maschl|Maschl]], [[Katastralgemeinde Plankenau|Plankenau]], [[Katastralgemeinde Reinbach|Reinbach]], [[Katastralgemeinde Rettenstein (St. Johann im Pongau)|Rettenstein]], [[Katastralgemeinde St. Johann im Pongau|St. Johann im Pongau]] und [[Katastralgemeinde Urreiting|Urreiting]] und gliedert sich in die gleichnamigen Ortschaften: | ||
* [[Einöden (St. Johann im Pongau)|Einöden]] | * [[Einöden (St. Johann im Pongau)|Einöden]] (288, 744 ha) | ||
* [[Floitensberg]] | * [[Floitensberg]] (151, 734,5 ha) | ||
* [[Ginau]] | * [[Ginau]] (31, 761,5 ha) | ||
* [[Hallmoos]] | * [[Hallmoos]] (46, 1076 ha) | ||
* [[Maschl]] | * [[Maschl]] (932, 474,5 ha) | ||
* [[Plankenau]] | * [[Plankenau]] (1 749, 1354,5 ha) | ||
* [[Reinbach]] | * [[Reinbach]] (2 271, 1110 ha) | ||
* [[Rettenstein (St. Johann im Pongau)|Rettenstein]] | * [[Rettenstein (St. Johann im Pongau)|Rettenstein]] (792, 619,5 ha) | ||
* St. Johann im Pongau | * St. Johann im Pongau (Hauptort, [[Katastralgemeinde St. Johann im Pongau]]; 4 752, 116,5 ha) | ||
* [[Urreiting]] | * [[Urreiting]] (891,5 ha)'' | ||
'''Anmerkung:''' In | '''Anmerkung:''' In Klammer werden die Einwohnerzahl der Ortschaften zum 1. Jänner 2021 sowie deren Größe angegeben.<ref>Statistik Austria</ref> | ||
Der südöstlich gelegene Stadtteil [[Alpendorf]] stellt einen wichtigen Beitrag zum [[Fremdenverkehr]] dar. Hier sind die meisten Hotels angesiedelt und im Winter bietet der [[Gern (Pongau)|Gern]] (1 787 [[m ü. A.]]) [[Wintersport]]<nowiki>möglichkeiten</nowiki>. | Der südöstlich gelegene Stadtteil [[Alpendorf]] stellt einen wichtigen Beitrag zum [[Fremdenverkehr]] dar. Hier sind die meisten Hotels angesiedelt und im Winter bietet der [[Gern (Pongau)|Gern]] (1 787 [[m ü. A.]]) [[Wintersport]]<nowiki>möglichkeiten</nowiki>. | ||
=== Straßen === | === Straßen === | ||
:''Hauptartikel | :''Hauptartikel [[Straßen der Stadt St. Johann im Pongau]] | ||
Die Liste der Straßen der Stadt St. Johann im Pongau gibt einen Überblick über alle Straßen- (einschließlich Weg- Platz- usw. )Bezeichnungen der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau. | Die Liste der Straßen der Stadt St. Johann im Pongau gibt einen Überblick über alle Straßen- (einschließlich Weg- Platz- usw. )Bezeichnungen der Stadtgemeinde St. Johann im Pongau. | ||
=== Eingemeindungen === | === Eingemeindungen === | ||
Mit dem | Mit dem "Gesetz über die Vereinigung der Ortsgemeinden Markt und Land St. Johann i.P. im Verwaltungsbezirk St. Johann i. P."<ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1936&page=185&size=45 Landesgesetzblatt für das Land Salzburg vom 27. November 1936]</ref> wurden die Gemeinden Markt und Land St. Johann im Pongau zum [[1. Jänner]] [[1937]] zur Gemeinde St. Johann im Pongau vereinigt. | ||
=== Nachbargemeinden === | === Nachbargemeinden === | ||
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St. Johann im Pongau liegt im Bereich der [[Pongauer Grasberge]] ([[Grauwackenzone]]). | St. Johann im Pongau liegt im Bereich der [[Pongauer Grasberge]] ([[Grauwackenzone]]). | ||
<!-- === Klima === --> | <!-- === Klima === --> | ||
== Religionen == | == Religionen == | ||
* [[Kapellen und Kirchen in St. Johann im Pongau]] | |||
Die [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Pfarrkirche der Stadt ist die [[Pfarrkirche zu Ehren der Heiligen Johannes des Täufers und Johannes Evangelista]]. Die [[St. Vinzenz Friedenskirche]] steht am Westgipfel des [[Hochgründeck]]s. Darüber hinaus gibt es noch die [[Annakapelle (St. Johann im Pongau)|Annakapelle]] sowie weitere [[Kapellen und Kapellenbildstöcke in St. Johann im Pongau|Kapellen und Kapellenbildstöcke]]. | Die [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Pfarrkirche der Stadt ist die [[Pfarrkirche zu Ehren der Heiligen Johannes des Täufers und Johannes Evangelista]]. Die [[St. Vinzenz Friedenskirche]] steht am Westgipfel des [[Hochgründeck]]s. Darüber hinaus gibt es noch die [[Annakapelle (St. Johann im Pongau)|Annakapelle]] sowie weitere [[Kapellen und Kapellenbildstöcke in St. Johann im Pongau|Kapellen und Kapellenbildstöcke]]. | ||
== Geschichte ==</noinclude> | == Geschichte ==</noinclude> | ||
[[Datei:St. Johann im Pongau 1930.jpg|thumb|Luftbildaufnahme aus den [[1930er]]-Jahren.]] | [[Datei:St. Johann im Pongau 1930.jpg|thumb|Luftbildaufnahme aus den [[1930er]]-Jahren.]] | ||
=== Frühe Geschichte === | |||
Funde deuten auf eine erste Besiedlung des Gebietes in der [[Bronzezeit]] etwa 2000 v. Chr. hin, speziell die Stollensysteme und hölzernen Grubeneinbauten für den Kupferabbau im Arthurstollen. Ebenso gibt es Spuren aus der [[Kelten]]- und der [[Römer]]zeit. | |||
Es gibt eine Deutung, dass die [[Römerstraße (römisches Straßennetz)|römische Fernstraße]] Virunum–Iuvaum (Zollfeld–[[Salzburg]]) von [[Altenmarkt im Pongau]] her über die [[Wagrainer Höhe]] gelaufen sei. Dann könnte hier die Station ''Vocario'' gelegen haben. die Trasse durch das [[Fritztal]] gilt aber inzwischen als gesichert, und es wird dafür [[Pfarrwerfen]]-[[Werfen]] angenommen. Jedenfalls werden sich hier aber mit Sicherheit niederrangigere Straßen über Wagrainer Höhe und in den [[Salzach]]-[[Pinzgau]] getroffen haben. | |||
Erwähnt sind die Gegend und die eine Kirche das erste Mal [[924]] im [[Salzburger Güterverzeichnis]]. Die erste Nennung des Namens erfolgte [[1074]] (''ad sanctum Johannem''). Einen Rückgang erlitt die Besiedlung durch die [[Pest]] [[1348]], um [[1350]] dürften hier 350 Menschen gelebt haben. | |||
=== Zwischen dem 14. und Ende des 19. Jahrhundert === | |||
Während der [[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert|Bauernaufstände ]] [[1525]] und [[1526]] und während der [[Reformation und Gegenreformation|Reformationszeit]] stellte sich St. Johann auf Seite der [[Protestanten]]. Nach der Niederschlagung der Bauernaufstände konnte sich St. Johann gut entwickeln, so wurde [[1672]] das [[Pflegegericht St. Johann im Pongau]] begründet, wie im [[Atlas Salisburgensis]] vom Salzburger Kartografen [[Joseph Jakob Fürstaller]] angeführt wird. | |||
Im Zuge der [[Protestantenvertreibung|Ausweisung von Protestanten]] aus dem [[Erzbistum Salzburg]], die [[1731]] ihren Höhepunkt fand, mussten 2 500 Einwohner als Salzburger Exulanten die Pfarre verlassen (mindestens 70 % der Einwohner, St. Johann zählte damals ungefähr 3 000 Einwohner). Ein weiterer Rückschlag der wirtschaftlichen Entwicklung war der [[Marktbrand St. Johann im Pongau 1855|Marktbrand]] von [[1855]], bei dem fast der ganze Ort, einschließlich der Kirche durch vernichtet wurde. | |||
[[ | [[1875]] wurde die Giselabahn als Verbindung zwischen Salzburg und Tirol eröffnet. | ||
=== Das 20. Jahrhundert === | |||
Der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] forderte 118 gefallene St. Johanner. | |||
Mit dem ''"83. Gesetz vom 29. März 2000" | Das Recht zur Führung eines Wappens erhielt St. Johann im Jahr [[1929]]. Die [[Krobatin-Kaserne]] wurde [[1936]] errichtet. | ||
Von [[1939]] bis zum [[23. Dezember]] [[1945]] hieß die Gemeinde [[Markt Pongau]] ([[Reichsgau Salzburg]]). [[Nationalsozialismus |Nationalsozialistischer]] [[Bürgermeister der Stadt St. Johann im Pongau|Bürgermeister]] wurde [[Hans Kappacher]] (ernannt durch Kreisleiter Josef Kastner). Kappacher wurde in den [[1950er]]-Jahren erneut Bürgermeister und vom Gemeinderat zum [[Ehrenbürger der Stadt St. Johann im Pongau|Ehrenbürger]] ernannt. [[1940]] wurden die [[Halleiner Schulschwestern]], seit den [[1720er]]-Jahren ansässig, vertrieben. | |||
In St. Johann befand sich dann ab [[1941]] ein Stammlager für Kriegsgefangene, [[Kriegsgefangenenlager Markt Pongau|das Stalag XVIII C (317)]] mit zeitweise bis zu 30 000 Gefangenen und einer Wachmannschaft von etwa 1 000 Mann. Durch Hunger, Erfrieren und Seuchen starben von 1941 bis [[1945]] im STALAG „Markt Pongau“ an die 4 000 sowjetische Kriegsgefangene. Der [[Russenfriedhof (St. Johann im Pongau)|Russenfriedhof]] am Abhang der [[Pinzgauer Straße]] (B 311) nördlich der [[Speedwaybahn St. Johann im Pongau|Speedwaybahn]] erinnert heute noch daran, auf dem zirka 4 000 verstorbene Kriegsgefangene beigesetzt wurden. | |||
Mit der "Verordnung des Landeshauptmannes in Salzburg vom 23. August 1939, Nr. 4845/15" wurde der Markt St. Johann im Pongau in ''[[Markt Pongau]]'' umbenannt.<ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1939&size=45&page=69 Verordnungsblatt für den Amtsbereich des Landeshauptmannes für Salzburg vom 31. August 1939, Verordnung Nr. 52.].</ref> Diese Verordnung wurde mit der ''"13. Kundmachung der Landesregierung Salzburg vom 24. Dezember 1945"'' außer Kraft gesetzt.<ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1945&page=17&size=45 Landesgesetzblatt für das Land Salzburg vom 31. Dezember 1945, 13. Kundmachung der [[Salzburger Landesregierung]].]</ref> | |||
[[1955]] begann nach dem Abzug der US-Truppen eine rege Bautätigkeit. St. Johann im Pongau erlebte einen enormen Wirtschaftsaufschwung und wurde zum Schulmittelpunkt. Besonders der Fremdenverkehr entwickelte sich im Laufe der Jahre zum bedeutenden Wirtschaftszweig. | |||
[[1973]] wurde die Schließung des Gemeindespitals beschlossen. Gleichzeitig wurde der Betrieb vom [[Krankenhaus Schwarzach]] übernommen. [[1990]] wurde das Spital endgültig geschlossen und abgerissen. | |||
Zwischen [[1978]] und [[1982]] wurde im Ortsteil Plankenau ein Bunker errichtet, in dem das legendäre System [[Einsatzzentrale Basisraum]] zur Luftraumüberwachung für Österreich, mit dem Namen ''[[Goldhaube (Militär)|Goldhaube]]'', untergebracht ist. | |||
Mit dem "83. Gesetz vom [[29. März]] [[2000]]" wurde die seit [[1290]] gewesene Marktgemeinde St. Johann im Pongau zum [[24. Juni]] [[2000]], dem Tag des Namenspatrons, zur [[Stadt]] erhoben.<ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=2000&size=45&page=233 [[LGBl]]. vom 15. Juni 2000.]</ref><noinclude> | |||
== Kultur und Sehenswürdigkeiten == | == Kultur und Sehenswürdigkeiten == | ||
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=== Bauwerke === | === Bauwerke === | ||
* [[Denkmalgeschützte Objekte in St. Johann im Pongau]] | * [[Denkmalgeschützte Objekte in St. Johann im Pongau]] | ||
* [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in St. Johann im Pongau]] | * [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in St. Johann im Pongau]] | ||
==== Pfarrkirche St. Johannes ==== | ==== Pfarrkirche St. Johannes ==== | ||
:''Hauptartikel | :''Hauptartikel [[Pfarrkirche zu Ehren der Heiligen Johannes des Täufers und Johannes Evangelista]] | ||
Die hohe doppeltürmige Pfarrkirche mit gotischem Holzbildwerk ist das Wahrzeichen von St. Johann, sie ist den hll. Johann Bap. und Johann Ev. geweiht. Das weithin sichtbare Bauwerk über dem [[Salzachtal]], sowie dessen imposanter Innenraum, machen es zur besonderen kirchlichen Architektur. Obwohl die Kirche nie Bischofssitz war wir sie im Volksmund "Pongauer Dom" geheißen. | Die hohe doppeltürmige Pfarrkirche mit gotischem Holzbildwerk ist das Wahrzeichen von St. Johann, sie ist den hll. Johann Bap. und Johann Ev. geweiht. Das weithin sichtbare Bauwerk über dem [[Salzachtal]], sowie dessen imposanter Innenraum, machen es zur besonderen kirchlichen Architektur. Obwohl die Kirche nie Bischofssitz war wir sie im Volksmund "Pongauer Dom" geheißen. | ||
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* [[Bauernschützen St. Johann im Pongau]] | * [[Bauernschützen St. Johann im Pongau]] | ||
<!-- === Regelmäßige Veranstaltungen === --> | <!-- === Regelmäßige Veranstaltungen === --> | ||
== Wirtschaft und Infrastruktur == | == Wirtschaft und Infrastruktur == | ||
In St. Johann im Pongau ist die [[Linsinger ZT GmbH]] – vormals [[DI Josef Linsinger ZT-GmbH]] – beheimatet, Europas größtes Vermessungsbüro für Kulturgüterdokumentationen. | In St. Johann im Pongau ist die [[Linsinger ZT GmbH]] – vormals [[DI Josef Linsinger ZT-GmbH]] – beheimatet, Europas größtes Vermessungsbüro für Kulturgüterdokumentationen. | ||
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=== Bürgermeister === | === Bürgermeister === | ||
: ''Hauptartikel | : ''Hauptartikel [[Bürgermeister der Stadt St. Johann im Pongau]] | ||
=== Auszeichnungen der Stadtgemeinde === | === Auszeichnungen der Stadtgemeinde === | ||
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{{Quelle Gemeindeartikel}} | {{Quelle Gemeindeartikel}} | ||
* [[Heli Austria GmbH]] | * [[Heli Austria GmbH]] | ||
* {{wikipedia-de}} | |||
* Kompass Wanderkarte ''St. Johann im Pongau, Großarltal, Kleinarltal'' 1:50.000 | * Kompass Wanderkarte ''St. Johann im Pongau, Großarltal, Kleinarltal'' 1:50.000 | ||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||