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| | Fürsterzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] ([[1365]]–[[1396]]) war der erste Fürsterzbischof, der in Salzburg einen glänzenden Hofstaat gründete und Salzburg mitteleuropaweit zu einem Mittelpunkt höfischer Kunst und Kultur machte. | | Fürsterzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] ([[1365]]–[[1396]]) war der erste Fürsterzbischof, der in Salzburg einen glänzenden Hofstaat gründete und Salzburg mitteleuropaweit zu einem Mittelpunkt höfischer Kunst und Kultur machte. |
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| − | Der {{PAGENAME}} bestand aus einer großen Anzahl von Personen - Diener (Lakaien), Beamte, [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#H|Hofräte]], Künstler und andere Mitesser -, die auf Kosten des Fürsterzbischofs bezahlt oder verpflegt wurden. | + | Der Hof des Salzburger Fürsterzbischofs bestand aus einer großen Anzahl von Personen - Diener (Lakaien), Beamte, [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#H|Hofräte]], Künstler und andere Mitesser -, die auf Kosten des Fürsterzbischofs bezahlt oder verpflegt wurden. |
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| − | Zur Versorgung dieses durchaus mehr als eintausend Personen umfassenden Fürstenhofes waren auch zahlreiche Einrichtungen entstanden. So beispielsweise die [[Salzburger Hoffischerei|Hoffischerei]], die [[Salzburger Hofbäckerei|Hofbäckerei]] oder die [[Alte fürsterzbischöfliche Hofapotheke]]. | + | Zur Versorgung dieses durchaus mehr als eintausend Personen umfassenden Hofes waren auch zahlreiche Einrichtungen entstanden. So beispielsweise die [[Salzburger Hoffischerei|Hoffischerei]], die [[Salzburger Hofbäckerei|Hofbäckerei]] oder die [[Alte fürsterzbischöfliche Hofapotheke]]. |
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| | Für Weiterbildung und Kunst standen z. B. die [[Salzburger Hofbibliothek]] dem Fürsterzbischof und hohen Beamten zur Verfügung. Die [[Salzburger Hofmusik]] erreichte bis zur Auflösung des Hofstaates [[1807]] zeitweise europäisches Spitzenniveau. | | Für Weiterbildung und Kunst standen z. B. die [[Salzburger Hofbibliothek]] dem Fürsterzbischof und hohen Beamten zur Verfügung. Die [[Salzburger Hofmusik]] erreichte bis zur Auflösung des Hofstaates [[1807]] zeitweise europäisches Spitzenniveau. |
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| | == Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau == | | == Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau == |
| − | Erst in jüngster Zeit fanden der Salzburger Historiker [[Gerhard Ammerer]] und die Projektgruppe zur Erforschung der [[Alte Residenz|Salzburger Residenz]] heraus, dass [[Wolf Dietrich von Raitenau]] ein prunkvolles Hofleben führte, die Verwaltung vergrößerte, aber sie zu ökonomisieren versuchte, und als absoluter Herrscher regierte. Er rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen Hofstaat schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus [[Frankreich]], Musiker und Sänger aus [[Italien]]. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von Frankreich beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Polstermöbel. | + | Erst in jüngster Zeit bestätigten der Salzburger Historiker [[Gerhard Ammerer]] und die Projektgruppe zur Erforschung der [[Alte Residenz|Salzburger Residenz]] erneut, welches prunkvolles Leben [[Wolf Dietrich von Raitenau]] führte, wie er einerseits die Verwaltung vergrößerte, aber sie gleichzeitig zu ökonomisieren versuchte, und wie er insgesamt als absoluter Herrscher regierte. Er rechercherierte in Besoldungslisten, die auf einen großen Hofstaat schließen lassen, wie er zu dieser Zeit im europäischen Bereich üblich war. Tanz- und Fechtmeister kamen aus [[Frankreich]], Musiker und Sänger aus [[Italien]]. Die Livreen der Bediensteten entsprachen der neuesten Mode und wurde von Frankreich beeinflusst. Auch das Hofzeremoniell war streng geregelt. So war etwa festgelegt, wer wohin gehen durfte, wer sitzen durfte und auf welchem Polstermöbel. |
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| − | Neuere Forschungen (2009) haben aber ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer seinerzeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss (mittelalterlicher) Häuser im Stadtkern (für den Domneubau) fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderen Fürst(erz)bischöfe von damals.<ref>Quelle Beitrag Salzburg heute am 21. Februar 2009</ref> | + | Neuere Forschungen (2009) haben allerdings auch ergeben, dass er nicht mehr oder weniger Geld für Repräsentationen ausgab, als zahlreiche andere Fürsten der 89 geistlich-weltlichen Fürstentümer des römisch-Deutschen Reiches seiner Zeit. Auch seine Umbaupläne für die Stadt Salzburg, der Abriss mittelalterlicher Häuser im Stadtkern fielen nicht aus der Rolle im Vergleich zu den Vorgangsweisen anderer reicher Fürsten und Fürsterzbischöfe seiner Zeit.<ref>Quelle Beitrag Salzburg heute am 21. Februar 2009</ref> |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |