Amtsgebäude Mozartplatz 8–10: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „Kategorie:Kultur und Bildung Kategorie:Kunst Kategorie:Architektur“ durch „Kategorie:Kultur und Bildung Kategorie:Architektur“ |
K + Bild |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[Datei:Salzburg_Amtsgebäude_08_10_Mozartplatz.jpg|thumb|Das Amtsgebäude Mozartplatz 8–10.]] | [[Datei:Salzburg_Amtsgebäude_08_10_Mozartplatz.jpg|thumb|Das Amtsgebäude Mozartplatz 8–10.]] | ||
Das '''Amtsgebäude Mozartplatz 8–10''' ist ein [[Amtsgebäude Land Salzburg|Amtsgebäude]] der Gebietskörperschaft [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]]. Das Gebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg. | Das '''Amtsgebäude Mozartplatz 8–10''' ist ein [[Amtsgebäude Land Salzburg|Amtsgebäude]] der Gebietskörperschaft [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]]. Das Gebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der [[Stadt Salzburg]]. | ||
== | == Beschreibung == | ||
Das Amtsgebäude befindet sich am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]] | Das Amtsgebäude befindet sich am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]. | ||
Das Objekt besteht aus einem Haupttrakt an der Westseite, an den L-förmig ein Südtrakt angebaut ist. Niedrigere Nebentrakte schließen an diesen Südtrakt an und bilden zwei Innenhöfe. Der Hauptzugang liegt westseitig, dem Mozartplatz zugewandt. Das Gebäude wurde als Ziegelbau (mit Holzdecken) errichtet, ist teilunterkellert und besteht aus vier Obergeschoßen, sowie einem Dachgeschoß. Bis zur Sanierung [[2017]] gab es immer wieder kleinere Umbauten sowie Sanierungsmaßnahmen. Unter anderem wurde im Südtrakt ein Lift eingebaut, um Barrierefreiheit zu ermöglichen. | |||
Das Haus Nr. 8 trägt das Wappen von [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] sowie eine [[Gedenktafel]] für [[Constanze Weber]] und [[Sophie Haibl]], das Haus Nr. 9 das Wappen von [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]]. | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Etwa um [[1620]] wurden von [[Santino Solari]] an dieser Stelle drei Bürgerhäuser errichtet, die sich zunächst in dessen Eigentum befanden. Das Haus Nr. 8 | Etwa um [[1620]] wurden von [[Santino Solari]] an dieser Stelle drei Bürgerhäuser errichtet, die sich zunächst in dessen Eigentum befanden. Das Haus Nr. 8 hatte Solari selber bewohnt. | ||
[[1657]] | [[1657]] wurden diese "''drei Solarihäuser am Haufen''", wie eine alte Bezeichnung lautete, zu repräsentativen [[Domherrenhäuser]]n umgebaut und mit einer einheitliche Fassade gestaltet. [[1670]] ist das Haus Nr. 8 ein [[Kanonikalhaus]] für die [[Domherren]] aus der Familie [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|Kuenburg]]. | ||
Von [[1837]] bis zu ihrem Tod im Jahr [[1842]] wohnte hier | Die Gebäude wurden mehrfach umgebaut und verändert, sowie unterschiedlich genutzt. Belegt sind unter anderem die Nutzungen als Wirtshaus, Wohnhaus, Pferdeställe und Postamt. | ||
[[Datei:Mozartplatz_8_Altstadt_Salzburg_Wappen_Gedenktafel.jpg|thumb|Das [[Wappen]] von [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] sowie eine [[Gedenktafel]] für [[Constanze Weber]] und [[Sophie Haibl]].]] | |||
Von [[1837]] bis zu ihrem Tod im Jahr [[1842]] wohnte hier Constanze Mozart, die in zweiter Ehe mit dem dänischen Diplomaten Georg Nikolaus Nissen verheiratet war, sowie ihre Schwester Sophie Haibl. | |||
Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war das Gebäude Sitz der amerikanischen Besatzungsmacht in der Stadt Salzburg. Die Wände im Dachgeschoß zeugen von dieser Zeit. Hier haben wachhabende Soldaten ihre Namen in die Wände geritzt. | Nach Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war das Gebäude Sitz der amerikanischen Besatzungsmacht in der Stadt Salzburg. Die Wände im Dachgeschoß zeugen von dieser Zeit. Hier haben wachhabende Soldaten ihre Namen in die Wände geritzt. | ||
Das Gebäude stand danach im Eigentum der Republik Österreich und wurde von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) verwaltet. | Das Gebäude stand danach im Eigentum der [[Republik Österreich]] und wurde von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) verwaltet. | ||
Seit [[23. Dezember]] [[2016]] steht es wieder im Besitz des Landes Salzburg. | Seit [[23. Dezember]] [[2016]] steht es wieder im Besitz des Landes Salzburg. | ||
== | === Sanierung === | ||
Der aus drei Häusern bestehende Komplex wurde in einer ersten Phase im Herbst [[2016]] saniert. Von Jänner bis Juni [[2017]] wurde dann in der Bauzeit von sechs Monaten und mit einem Kostenaufwand um 3,7 Millionen Euro mit eingehaltenem Zeit- und Kostenplan eine umfassende Sanierung durchgeführt. Der Gebäudekomplex umfasst eine Nettogrundrissfläche von mehr als 3 600 Quadratmetern. | |||
= | |||
Der aus drei Häusern bestehende Komplex wurde in einer ersten Phase im Herbst 2016 saniert. Von Jänner bis Juni [[2017]] wurde dann in der Bauzeit von sechs Monaten und mit einem Kostenaufwand um 3,7 Millionen Euro mit eingehaltenem Zeit- und Kostenplan eine umfassende Sanierung durchgeführt. Der Gebäudekomplex umfasst eine Nettogrundrissfläche von mehr als 3 600 Quadratmetern. | |||
Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung war es, die Ursache für die statischen Probleme zu finden. Es stellte sich heraus, dass die Stadtmauer aus dem [[15. Jahrhundert]] quer unter dem Gebäude verläuft. Während innerhalb der Stadtmauer der Grund gefestigt ist, herrschen [[salzach]]<nowiki>seitig</nowiki> Schwemmsand und viel loses Material vor. Um den Untergrund zu stabilisieren, wurden dort Löcher gebohrt und diese mit Kunstharz gefüllt. Es gab erhebliche Setzungsrisse und Risse an Fassaden und Innenwänden, Böden und Decken. Auch die Sockelbereiche wiesen Schäden auf. Das Dach war stellenweise undicht, ebenso die alten Kastenfenster. Erneuert bzw. saniert werden mussten außerdem das Heizungssystem, die Sanitärbereiche, die Elektro-Ausstattung sowie der Kanal. | Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung war es, die Ursache für die statischen Probleme zu finden. Es stellte sich heraus, dass die Stadtmauer aus dem [[15. Jahrhundert]] quer unter dem Gebäude verläuft. Während innerhalb der Stadtmauer der Grund gefestigt ist, herrschen [[salzach]]<nowiki>seitig</nowiki> Schwemmsand und viel loses Material vor. Um den Untergrund zu stabilisieren, wurden dort Löcher gebohrt und diese mit Kunstharz gefüllt. Es gab erhebliche Setzungsrisse und Risse an Fassaden und Innenwänden, Böden und Decken. Auch die Sockelbereiche wiesen Schäden auf. Das Dach war stellenweise undicht, ebenso die alten Kastenfenster. Erneuert bzw. saniert werden mussten außerdem das Heizungssystem, die Sanitärbereiche, die Elektro-Ausstattung sowie der Kanal. | ||
| Zeile 35: | Zeile 38: | ||
* Amtsgebäude Mozartplatz 9, 5010 Salzburg | * Amtsgebäude Mozartplatz 9, 5010 Salzburg | ||
: Zentrale Poststelle (für Land Salzburg); sowie | : Zentrale Poststelle (für Land Salzburg); sowie "Postfach 527" | ||
* Amtsgebäude Mozartplatz 10 | * Amtsgebäude Mozartplatz 10 | ||
: [[ | : [[Bildungsdirektion für Salzburg]] - Präsident, Amtsführender Präsident und Amtsdirektion | ||
: [[Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 2 - Kultur, Bildung und Gesellschaft|Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Bildungsförderung]] | : [[Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 2 - Kultur, Bildung und Gesellschaft|Wissenschaft, Erwachsenenbildung, Bildungsförderung]] | ||