Kleines Wiesbachhorn: Unterschied zwischen den Versionen
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In der Nacht auf den [[20. Oktober]] [[2017]] stürzten 150 000 Tonnen Gestein von seiner nördlichen Flanke auf der [[Ferleitental]]-Seite mehr als 200 Meter im freien Fall ab und landeten auf einer Gletscherzunge. [[Landesgeologe]] [[Gerald Valentin]]: "''Wir haben das vor einigen Wochen bei dem Felssturz in Graubünden in der Schweiz gesehen: Solche Kubaturen können beim Aufprall den darunter liegenden Gletscher zum Schmelzen bringen. Ein ähnliches Ereignis hätte auch am Großen Wiesbachhorn eine gewaltige Mure ausgelöst, die bis in das bewohnte Gebiet gereicht hätte.''"<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/150-000-tonnen-fels-stuerzten-in-fusch-auf-gletscher-19795291 salzburger nachrichten online], abgefragt am 27. Oktober 2017 sowie [https://salzburg.orf.at/news/stories/2874520/ salzburg.orf.at]</ref> | In der Nacht auf den [[20. Oktober]] [[2017]] stürzten 150 000 Tonnen Gestein von seiner nördlichen Flanke auf der [[Ferleitental]]-Seite mehr als 200 Meter im freien Fall ab und landeten auf einer Gletscherzunge. [[Landesgeologe]] [[Gerald Valentin]]: "''Wir haben das vor einigen Wochen bei dem Felssturz in Graubünden in der Schweiz gesehen: Solche Kubaturen können beim Aufprall den darunter liegenden Gletscher zum Schmelzen bringen. Ein ähnliches Ereignis hätte auch am Großen Wiesbachhorn eine gewaltige Mure ausgelöst, die bis in das bewohnte Gebiet gereicht hätte.''"<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/150-000-tonnen-fels-stuerzten-in-fusch-auf-gletscher-19795291 salzburger nachrichten online], abgefragt am 27. Oktober 2017 sowie [https://salzburg.orf.at/news/stories/2874520/ salzburg.orf.at]</ref> | ||
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| − | == | + | ==== Einzelnachweise ==== |
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Version vom 21. Januar 2021, 20:23 Uhr
Das Kleine Wiesbachhorn ist ein 3 283 m ü. A. hoher Gipfel der Glocknergruppe in den Hohen Tauern im Pinzgau.
Geografie
Das Kleine Wiesbachhorn erhebt sich nordwestlich des Ferleitentals. An seinen südöstlichen Abhängen befindet sich der Sandbodenkees, an seinen westlichen das Wielingerkees und im Norden das Walcher Kees.
Geschichte
Von der Fuscher Seite ist es ganz leicht über die Walcheralm und den Grat, der den Sandbodengletscher vom Walcher Kees trennt, zu erreichen. Es ist deshalb kein Wunder, dass es schon frühzeitig von Einheimischen erstiegen wurde, so von Michael Holzner aus Saalfelden oder den Bergführern Zembacher und Schernthaler, die den Berg am 2. September 1875 bestiegen hatten.
Eine Tour, die in den 1920er-Jahren öfters gemacht wurde, war der Gratübergang zum Großen Wiesbachhorn. Sie wurde zum ersten Male am 18. September 1886 von Ludwig Purtscheller mit G. Schranz ausgeführt. Sie stiegen von Fusch über den Sandbodengrat zum Kleinen Wiesbachhorn, über die Kapruner Seite zur Sandbodenscharte ab, dann über den Schneehang aufs Große Horn und nahmen den Abstieg zur Schwarzenberghütte.[1]
Bergsturz 2017
In der Nacht auf den 20. Oktober 2017 stürzten 150 000 Tonnen Gestein von seiner nördlichen Flanke auf der Ferleitental-Seite mehr als 200 Meter im freien Fall ab und landeten auf einer Gletscherzunge. Landesgeologe Gerald Valentin: "Wir haben das vor einigen Wochen bei dem Felssturz in Graubünden in der Schweiz gesehen: Solche Kubaturen können beim Aufprall den darunter liegenden Gletscher zum Schmelzen bringen. Ein ähnliches Ereignis hätte auch am Großen Wiesbachhorn eine gewaltige Mure ausgelöst, die bis in das bewohnte Gebiet gereicht hätte."[2]
Die Energie des Aufpralls war so gewaltig, dass das Gestein noch zwei Kilometer weiter in Richtung Ferleitental rutschte.
Bilder vom Felssturz
Blick vom Berg über den Felssturz ins Ferleitental.
Lage auf Panoramabild
Das Kleine Wiesbachhorn ist im rechten Bildteil mit Nr. 9 gekennzeichnet.
Berggipfel * 1: Linker der beiden Gipfel Kleinglockner, 3 770 m ü. A., rechter Gipfel Großglockner, 3 798 m ü. A; * 2: Sinwelleck, 3 261 m ü. A. * 3: Fuscher-Kar-Kopf, 3 331 m ü. A. * 4: Breitkopf, 3 154 m ü. A. * 5: Hohe Dock, 3 348 m ü. A. * 6: Klockerin, 3 422 m ü. A. * 7: Vorderer Bratschenkopf, 3 401 m ü. A. * 8: Großes Wiesbachhorn, 3 564 m ü. A., der dritthöchste Gipfel der Glocknergruppe * 9: Kleines Wiesbachhorn, 3 283 m ü. A. Keese (Gletscher) * A: Fuscher-Kar-Kees * B: Fuscher Eiskar * C: Nördliches Bockkarkees * D: Bratschenkopfkees * E: Hochgruberkees * F: Teufelsmühlkees Schutzhütte * H: Schwarzenberghütte
Quellen
Weblink
- salzburg.orf.at "Riesiger Felssturz beim Wiesbachhorn", 27. Oktober 2017, ein Beitrag von Gerald Lehner
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins, Ausgabe 1928, Seite 137
- ↑ Quelle salzburger nachrichten online, abgefragt am 27. Oktober 2017 sowie salzburg.orf.at