Zwergelgarten: Unterschied zwischen den Versionen

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Der historische ''Zwergelgarten'' südlich der [[Mirabellgarten#Die Wasserbastei|Wasserbastei]] ist ein Teil jener Gartenanlage, die [[Johann Ernst Graf Thun]] unter Leitung von [[Fischer von Erlach]] ausgestalten ließ. Er wurde im frühen [[19. Jahrhundert]] zerstört. Die Zwerge des alten Gartens sind derzeit noch immer im Basteigarten (Wasserbastei) aufgestellt.
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Der historische ''Zwergelgarten'' südlich der [[Mirabellgarten#Die Wasserbastei|Wasserbastei]] ist ein Teil jener Gartenanlage, die [[Johann Ernst Graf Thun]] unter Leitung von [[Fischer von Erlach]] ausgestalten ließ. Er wurde in der barocken Formgebung Ende des [[18. Jahrhundert]]s zerstört, die Zwerge des Gartens wurden 1811 entfernt. Der Garten ist der älteste Zwergengarten Europas.
 
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Ursprünglich waren es 28 aus [[Untersberger Marmor]] gehauene Steinstatuen, die den historischen ''Zwergelgarten'' bevölkerten. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von [[Ottavio Mosto]] und [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen, in dem auch [[Sebastian Stumpfegger]] und Hans Schwäbl mitarbeiteten. Auf fast allen europäischen Fürstenhöfen wurden in der Barockzeit aber bedauernswerte, verwachsene Menschen zur Belustigung gehalten, die jedoch - ob ihrer Treue und Loyalität - dabei hoch geschätzt wurden.  
Ursprünglich waren es 28 aus [[Untersberger Marmor]] gehauene Steinstatuen, die den historischen ''Zwergelgarten'' bereits vor [[1715]] bevölkerten. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von [[Ottavio Mosto]] und [[Bernhard Michael Mandl]] geschaffen, in dem auch [[Sebastian Stumpfegger]] und Hans Schwäbl mitarbeiteten. Auf fast allen europäischen Fürstenhöfen wurden in der Barockzeit aber bedauernswerte, verwachsene Menschen zur Belustigung gehalten, die jedoch - ob ihrer Treue und Loyalität - dabei hoch geschätzt wurden.  
 
  
 
In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811 um zwei [[Gulden]] das Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.  
 
In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz [[Ludwig I. von Bayern]] missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811 um zwei [[Gulden]] das Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.  

Version vom 29. Januar 2010, 21:14 Uhr

Datei:Zwergerlgarten 02.jpg
einer der skurrilen Figuren

Der Zwergelgarten war ein Teilbereich im Mirabellgarten in der Neustadt von Salzburg.

Geschichte

Der historische Zwergelgarten südlich der Wasserbastei ist ein Teil jener Gartenanlage, die Johann Ernst Graf Thun unter Leitung von Fischer von Erlach ausgestalten ließ. Er wurde in der barocken Formgebung Ende des 18. Jahrhunderts zerstört, die Zwerge des Gartens wurden 1811 entfernt. Der Garten ist der älteste Zwergengarten Europas. Ursprünglich waren es 28 aus Untersberger Marmor gehauene Steinstatuen, die den historischen Zwergelgarten bevölkerten. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von Ottavio Mosto und Bernhard Michael Mandl geschaffen, in dem auch Sebastian Stumpfegger und Hans Schwäbl mitarbeiteten. Auf fast allen europäischen Fürstenhöfen wurden in der Barockzeit aber bedauernswerte, verwachsene Menschen zur Belustigung gehalten, die jedoch - ob ihrer Treue und Loyalität - dabei hoch geschätzt wurden.

In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz Ludwig I. von Bayern missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811 um zwei Gulden das Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.

Die Zwerge gerieten danach für mehr als hundert Jahre in Vergessenheit. Erst im Jahre 1921 erinnerte sich der Salzburger Verschönerungsverein, der heutige Stadtverein wieder an dieses Stück Salzburger Kulturgeschichte und überzeugte die Stadtväter, die verbliebenen neun, damals im Besitz der Stadt befindlichen Zwerge zuerst kurze Zeit an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten aufzustellen, dann aber in der Nähe dieses alten Gartens aufzustellen. Auch suchte man wieder Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im Hausruck und im Pongau. Heute findet man die 15 Zwerge wieder liebevoll restauriert weiterhin im nahe liegenden Basteigarten, darunter der "Zwerg mit dem Spaten" oder der "Zwerg mit der Rettichtasche". Zwei Figuren kann man am Gebäude des ehemaligen Café Corsos beim Mozartsteg sehen (Stand 2009). Vielleicht gelingt es eines Tages, alle noch erhaltenen Zwerge zurückzuholen und auf ihrem historischen Platz im wiedererrichteten barocken Garten zu vereinen.

Weitere Zwergerl

Weblinks

Quellen