Änderungen

K
+ Bild, + {{SORTIERUNG}}, + Kat.
Zeile 2: Zeile 2:  
[[Datei:Marmor_Kiefer_Transport.jpg|thumb|Parlamentmarmorsäulentransport anno 1875 in Adnet]]
 
[[Datei:Marmor_Kiefer_Transport.jpg|thumb|Parlamentmarmorsäulentransport anno 1875 in Adnet]]
 
[[Datei:Marmorindustrie Hammer in Oberalm, Helisky-Foto.jpg|thumb|Kiefer Marmor Industrie in Hammer in Oberalm]]
 
[[Datei:Marmorindustrie Hammer in Oberalm, Helisky-Foto.jpg|thumb|Kiefer Marmor Industrie in Hammer in Oberalm]]
 +
[[Datei:Marmor-Industrie Kiefer GmbH Inserat 1926.jpg|thumb|Eine Werbung der Marmor-Industrie Kiefer GmbH in einer Sonderbeilage der [[Salzburger Chronik]] 1926 anlässlich der Eröffnung des [[Collegium Benedictinum‎]] in der [[Stadt Salzburg]].]]
 
Die '''Marmor-Industrie Kiefer''' in [[Oberalm]] verarbeitet im Jahr 2013 seit 126 Jahren Marmor und Natursteine aus aller Welt, sie gewinnt in firmeneigenen Brüchen [[Untersberger Marmor]] und [[Adneter Marmor]].
 
Die '''Marmor-Industrie Kiefer''' in [[Oberalm]] verarbeitet im Jahr 2013 seit 126 Jahren Marmor und Natursteine aus aller Welt, sie gewinnt in firmeneigenen Brüchen [[Untersberger Marmor]] und [[Adneter Marmor]].
   Zeile 8: Zeile 9:     
==Geschichte==
 
==Geschichte==
Im heutigen [[Gewerbegebiet Hammer]] der Gemeinde Oberalm, das zu den ältesten industriellen Wirtschaftsstandorten im [[Tennengau]] zählt, wurde das seit [[1585]] im Besitz des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]] befindliche [[Hüttwerk Oberalm Messing]] [[1805]] aufgelassen, von der [[Salinenverwaltung Hallein]] übernommen. Es diente als Hammerschmiede für die [[Saline Hallein]]. 1825 kaufte das Großhandelshaus Robert et Compagnie, Wien, die Werksanlage, gründete die [[k. k. privilegierte chemische Produktenfabrik Robert & Companie]], ab [[1827]] durch eine Glashütte erweitert, ab 1852 auch Verarbeitung von Glasmosaik, 1856 nahm [[Justin Robert]] die Erzeugung von Glas- und Marmormosaik und die Verarbeitung von Marmor auf, [[1870]] erwarb Baron [[Friedrich von Löwenstern]], der Schwiegersohn von Justin Robert, den Besitz als [[Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken]]. Die chemische Produktenfabrik und die Glashütte wurden 1877 stillgelegt. Es erfolgte die Konzentration auf das Marmorgeschäft mit großen maschinellen Anschaffungen. 1887 kaufte die Actiengesellschaft für Marmorindustrie Kiefer in Kiefersfelden, die 1883 von Wilhelm Kroener gegründet wurde mit Besitzungen von 15 660 ha, das gesamte Unternehmen in Oberalm mit den Marmorbrüchen am [[Untersberg]] (KG Glanegg und KG Großgmain) und in [[Adnet]] mit einem Grundbesitz von zusammen 430 ha. Die Actiengesellschaft für Marmorindustrie Kiefer in Oberalm erhielt den Gewerbeschein der k.k. [[Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung|Bezirkshauptmannschaft Salzburg]] vom [[9. April]] [[1888]], lautend auf den Betrieb der Fabrikation von Marmorwaren und Marmormosaik im Standort Oberalm.
+
Im heutigen [[Gewerbegebiet Hammer]] der Gemeinde Oberalm, das zu den ältesten industriellen Wirtschaftsstandorten im [[Tennengau]] zählt, wurde das seit [[1585]] im Besitz des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums Salzburg]] befindliche [[Hüttwerk Oberalm Messing]] [[1805]] aufgelassen, von der [[Salinenverwaltung Hallein]] übernommen. Es diente als Hammerschmiede für die [[Saline Hallein]]. 1825 kaufte das Großhandelshaus Robert et Compagnie, Wien, die Werksanlage, gründete die [[k. k. privilegierte chemische Produktenfabrik Robert & Companie]], ab [[1827]] durch eine Glashütte erweitert, ab 1852 auch Verarbeitung von Glasmosaik, 1856 nahm [[Justin Robert]] die Erzeugung von Glas- und Marmormosaik und die Verarbeitung von Marmor auf, [[1870]] erwarb Baron [[Friedrich von Löwenstern]], der Schwiegersohn von Justin Robert, den Besitz als [[Freiherr v. Löwenstern`schen Marmor-Waaren-Fabriken]]. Die chemische Produktenfabrik und die Glashütte wurden 1877 stillgelegt. Es erfolgte die Konzentration auf das Marmorgeschäft mit großen maschinellen Anschaffungen. 1887 kaufte die Actiengesellschaft für Marmorindustrie Kiefer in Kiefersfelden, die 1883 von Wilhelm Kroener gegründet wurde mit Besitzungen von 15 660 ha, das gesamte Unternehmen in Oberalm mit den Marmorbrüchen am [[Untersberg]] (KG Glanegg und KG Großgmain) und in [[Adnet]] mit einem Grundbesitz von zusammen 430 ha. Die Actiengesellschaft für Marmorindustrie Kiefer in Oberalm erhielt den Gewerbeschein der k.k. [[Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung|Bezirkshauptmannschaft Salzburg]] vom [[9. April]] [[1888]], lautend auf den Betrieb der Fabrikation von Marmorwaren und Marmormosaik im Standort Oberalm.
    
[[1912]] wurde der Firmenname in ''Marmor – Industrie Kiefer A.G.'' geändert.
 
[[1912]] wurde der Firmenname in ''Marmor – Industrie Kiefer A.G.'' geändert.
Zeile 21: Zeile 22:  
:Erwin Kiewek (1971–1996 )
 
:Erwin Kiewek (1971–1996 )
   −
Die Folgen des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] brachten den Besitz als deutsches Vermögen unter öffentliche Verwaltung. Durch den Staatsvertrag 1955 ging das Unternehmen in den Besitz des österreichischen Staates über. Dieser hat das Werk 1958 verkauft. Unter schwierigen Verhandlungen erreichte Direktor Josef Kiewek, seit 1924 im Unternehmen, dass mit dem bewährten Stamm der bisherigen Mitarbeiter eine neue Firma gegründet wurde, die ''Marmor Industrie Kiefer Gesellschaft m.b.H.'', mit dem Sitz in Oberalm, und die Tradition des Werkes fortgesetzt werden konnte. Es begann eine starke Aufwärtsentwicklung mit dem Wiederaufbau in Österreich. Der Export lief erneut an. Durch stete Rationalisierung konnten neben vielen importierten, ausländischen Natursteinen wieder der einheimische Marmor des [[Untersberg]]s, des [[Adnet]]er und [[Golling]]er [[Konglomerat]]s verarbeitet werden. Die Kunststeinabteilung, die seit 1887 Marmor-Mosaikplatten erzeugte, wurde nach dem neuesten technischen Stand der Technik ausgebaut für die Herstellung von Kunststeinplatten, Stufen und Fassadenelementen, die Brecheranlagen für die Gewinnung von Marmorkörnungen zur Terrazzo-Herstellung erweitert.
+
Die Folgen des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] brachten den Besitz als deutsches Vermögen unter öffentliche Verwaltung. Durch den Staatsvertrag 1955 ging das Unternehmen in den Besitz des österreichischen Staates über. Dieser hat das Werk 1958 verkauft. Unter schwierigen Verhandlungen erreichte Direktor Josef Kiewek, seit 1924 im Unternehmen, dass mit dem bewährten Stamm der bisherigen Mitarbeiter eine neue Firma gegründet wurde, die ''Marmor Industrie Kiefer Gesellschaft m.b.H.'', mit dem Sitz in Oberalm, und die Tradition des Werkes fortgesetzt werden konnte. Es begann eine starke Aufwärtsentwicklung mit dem Wiederaufbau in Österreich. Der Export lief erneut an. Durch stete Rationalisierung konnten neben vielen importierten, ausländischen Natursteinen wieder der einheimische Marmor des [[Untersberg]]s, des [[Adnet]]er und [[Golling]]er [[Konglomerat]]s verarbeitet werden. Die Kunststeinabteilung, die seit 1887 Marmor-Mosaikplatten erzeugte, wurde nach dem neuesten technischen Stand der Technik ausgebaut für die Herstellung von Kunststeinplatten, Stufen und Fassadenelementen, die Brecheranlagen für die Gewinnung von Marmorkörnungen zur Terrazzo-Herstellung erweitert.
   −
1971 übernahm Direktor Erwin Kiewek (1971 – 1996), der seit 1952 als Steinmetzmeister im Betrieb war, die Geschäftsführung als gewerberechtlicher und handelsrechtlicher Geschäftsführer. Große Neuinvestitionen des Maschinenparks durch Einführung moderner Arbeitstechniken folgten. Es wurden alle alten Bearbeitungsmaschinen durch neue Fräsen, Schleifstraßen, Kantenschleifautomaten, Ankerlochbohrgeräte, Stockmaschinen, Staubabsauganlagen u.v.m. aus Eigenmitteln ersetzt. Weiters wurde eine neue Marmorsägerei mit sieben Diamantgatter- und Einblattsägen (insgesamt 117 Gatterblätter) errichtet, die größte Marmorsägerei Österreichs. In den Marmorbrüchen am Untersberg und in Adnet wurde der Abbau durch neueste Abbaumethoden mit mehreren Benetti–Diamantseilsägen und schweren Caterpillars (Radladern zum Transport der großen Rohblöcke) rationalisiert. Dadurch konnten auch sehr große Aufträge übernommen werden. Bei vielen namhaften Neubauten in Österreich und Deutschland wurden neben diversen Steinmetzarbeiten umfangreiche Fassadenverkleidungen aus Untersberger Marmor, 4 cm stark, erzeugt, geliefert und versetzt, ca 70 000 m² insgesamt, weiters entsprechende Mengen Bodenplatten, Stufen, Massivarbeiten u.v.m. im In- und Ausland.
+
1971 übernahm Direktor Erwin Kiewek (1971 – 1996), der seit 1952 als Steinmetzmeister im Betrieb war, die Geschäftsführung als gewerberechtlicher und handelsrechtlicher Geschäftsführer. Große Neuinvestitionen des Maschinenparks durch Einführung moderner Arbeitstechniken folgten. Es wurden alle alten Bearbeitungsmaschinen durch neue Fräsen, Schleifstraßen, Kantenschleifautomaten, Ankerlochbohrgeräte, Stockmaschinen, Staubabsauganlagen u.v.m. aus Eigenmitteln ersetzt. Weiters wurde eine neue Marmorsägerei mit sieben Diamantgatter- und Einblattsägen (insgesamt 117 Gatterblätter) errichtet, die größte Marmorsägerei Österreichs. In den Marmorbrüchen am Untersberg und in Adnet wurde der Abbau durch neueste Abbaumethoden mit mehreren Benetti–Diamantseilsägen und schweren Caterpillars (Radladern zum Transport der großen Rohblöcke) rationalisiert. Dadurch konnten auch sehr große Aufträge übernommen werden. Bei vielen namhaften Neubauten in Österreich und Deutschland wurden neben diversen Steinmetzarbeiten umfangreiche Fassadenverkleidungen aus Untersberger Marmor, 4 cm stark, erzeugt, geliefert und versetzt, ca 70 000 m² insgesamt, weiters entsprechende Mengen Bodenplatten, Stufen, Massivarbeiten u.v.m. im In- und Ausland.
    
Die Gesellschafter der österreichischen Marmor-Industrie Kiefer Gesellschaft m.b.H. mit dem Firmensitz in Oberalm wechselten im Laufe der Jahrzehnte mehrmals. Bis 1986 war der Hauptgesellschafter, neben einer weiteren Beteiligung, die Marmor Industrie Kiefer AG in Kiefersfelden, Deutschland. Die Heidelberger Zement Aktiengesellschaft erwarb 1986 die Marmor Industrie Kiefer AG in Kiefersfelden und gründete neu die Kiefer-Reul-Teich Naturstein GmbH. Der Hauptgesellschafter der österreichischen Marmor-Industrie Kiefer Ges.m.b.H. war ab 1986 die Heidelberger Zement AG. Das Stammkapital wurde von [[Schilling]] 1,350.000 auf 12,000.000 erhöht. 1996 liquidierte die Heidelberger Zement AG ihre Natursteinsparte. Geschäftsführer Direktor Erwin Kiewek trat nach 45 Dienstjahren mit [[31. Dezember]] [[1996]] in den Ruhestand.
 
Die Gesellschafter der österreichischen Marmor-Industrie Kiefer Gesellschaft m.b.H. mit dem Firmensitz in Oberalm wechselten im Laufe der Jahrzehnte mehrmals. Bis 1986 war der Hauptgesellschafter, neben einer weiteren Beteiligung, die Marmor Industrie Kiefer AG in Kiefersfelden, Deutschland. Die Heidelberger Zement Aktiengesellschaft erwarb 1986 die Marmor Industrie Kiefer AG in Kiefersfelden und gründete neu die Kiefer-Reul-Teich Naturstein GmbH. Der Hauptgesellschafter der österreichischen Marmor-Industrie Kiefer Ges.m.b.H. war ab 1986 die Heidelberger Zement AG. Das Stammkapital wurde von [[Schilling]] 1,350.000 auf 12,000.000 erhöht. 1996 liquidierte die Heidelberger Zement AG ihre Natursteinsparte. Geschäftsführer Direktor Erwin Kiewek trat nach 45 Dienstjahren mit [[31. Dezember]] [[1996]] in den Ruhestand.
Zeile 45: Zeile 46:  
* [[Salzburger Nachrichten]], 16. November 2010 Beitrag [[Marmorsaal Bahnhofsrestaurant]]
 
* [[Salzburger Nachrichten]], 16. November 2010 Beitrag [[Marmorsaal Bahnhofsrestaurant]]
   −
[[Kategorie:Unternehmen|Kiefer, Marmor]]
+
{{SORTIERUNG: Kiefer, Marmor}}
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)|Kiefer, Marmor]]
+
[[Kategorie:Tennengau]]
[[Kategorie:Tennengau|Kiefer, Marmor]]
+
[[Kategorie:Oberalm]]
[[Kategorie:Oberalm|Kiefer, Marmor]]
+
[[Kategorie:Wirtschaft]]
 +
[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)]]
 +
[[Kategorie:Unternehmen]]
 +
[[Kategorie:Unternehmen (Geschichte)]]