Gabrielskapelle: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Die | + | Die Gabrielskapelle ist im Stil des frühen [[Barock]] errichtet und innen reich ausgestattet. Die Innenwand des Rundbaus ist mit mittelgroßen quadratischen Kacheln in auffällig bunten Farben, die Kuppel mit kleinen quadratischen Kacheln in den Farben gelb und blau verkleidet. |
| − | Die | + | Die Statuen in den seitlichen Nischen sind die der vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol Mensch), Markus (Symbol Löwe), Lukas (Symbol Stier) und Johannes (Symbol Adler). Sie stammen vermutlich von [[Josef Anton Pfaffinger]]. |
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| + | Die Altarnische überspannt ein hoher Triumphbogen (kanellierte Pilaster mit korinthischem Kapitel), der im Zenit das Wappen von Wolf Dietrich (schwarze Kugel auf silbernem Feld) in bunten Farben zeigt. Auch sonst ist überall in der Kapelle und am Altar das Wappen des Fürsterzbischofs zu sehen, sogar in der Mitte der Laterne, wo sich sonst ein Symbol für die Dreifaltigkeit befindet. | ||
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| + | Die Inschrift des Testaments von Wolf Dietrichs lautet:<ref>Hier wiedergegeben nach [[Lorenz Hübner]], Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, [http://books.google.at/books?id=e2YAAAAAcAAJ&pg=PA357#v=onepage&q=&f=false Erster Band (Topographie), S. 357] (Salzburg [[1792]])</ref> | ||
[[Datei:Tafel mit lateinischer Inschrift in der Gabrielskapelle über das Vermächtnis Wolf Dietrichs.jpg|thumb|Grabinschrift über Wolf Dietrich mit lateinischem Text.]] | [[Datei:Tafel mit lateinischer Inschrift in der Gabrielskapelle über das Vermächtnis Wolf Dietrichs.jpg|thumb|Grabinschrift über Wolf Dietrich mit lateinischem Text.]] | ||
:''Wolfgangus Theodoricus Raitenavius Salisburgensium Archiepiscopus & Princeps Sacelli que huius & coemeterii fundator, plebem suam, dum viveret, enixe fovens, amans que inter eandem pariter in hac ædicula mortuus sepeliri Deo sic permittente placuit, ideo que & eos, penes quos post ipsius obitum suprema rerum huius Provinciæ erit, vivus hoc Epitaphio & in Domino rogat, vti defuncti cadaver ne exenterent, neve vltra 24 horas spectandum publice proponant, sed statim conditionibus bis sepulturæ mandent. Nimirum non aliis quam quotidianis viventis vestibus induunto. Famuli a cubiculo obscurioris fortis quod vivum curabant corpus terræ inferunto; feretrum vnius signum crucis cum 4 tantum cereis praæcedunto: illud ipsum 6 omnino Religiosi ordinis D. Francisci de observantia nec alii comitantor, id que non interdiu, sed noctu absque Campanarum pulsu, excepta ea, quæ prope sacellum defuncti apud S. Sebastianum est: nemo vestem funebrem funeris huius causa sumito, sed potius D. O. M. pro defuncti anima peccatis que exoranto & deprecantor. Singula hæc ita integra obillæsa que sunto & a posteris custodiuntor, atque conservantor, sicut D. O. M. & ipsi post sata sibi propitium orant exoptantque.'' | :''Wolfgangus Theodoricus Raitenavius Salisburgensium Archiepiscopus & Princeps Sacelli que huius & coemeterii fundator, plebem suam, dum viveret, enixe fovens, amans que inter eandem pariter in hac ædicula mortuus sepeliri Deo sic permittente placuit, ideo que & eos, penes quos post ipsius obitum suprema rerum huius Provinciæ erit, vivus hoc Epitaphio & in Domino rogat, vti defuncti cadaver ne exenterent, neve vltra 24 horas spectandum publice proponant, sed statim conditionibus bis sepulturæ mandent. Nimirum non aliis quam quotidianis viventis vestibus induunto. Famuli a cubiculo obscurioris fortis quod vivum curabant corpus terræ inferunto; feretrum vnius signum crucis cum 4 tantum cereis praæcedunto: illud ipsum 6 omnino Religiosi ordinis D. Francisci de observantia nec alii comitantor, id que non interdiu, sed noctu absque Campanarum pulsu, excepta ea, quæ prope sacellum defuncti apud S. Sebastianum est: nemo vestem funebrem funeris huius causa sumito, sed potius D. O. M. pro defuncti anima peccatis que exoranto & deprecantor. Singula hæc ita integra obillæsa que sunto & a posteris custodiuntor, atque conservantor, sicut D. O. M. & ipsi post sata sibi propitium orant exoptantque.'' | ||
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Version vom 16. Mai 2020, 21:54 Uhr
Die Gabrielskapelle ist das Mausoleum des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau in der Stadt Salzburg.
Lage
Sie befindet sich am Sebastiansfriedhof in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg.
Geschichte
Die dem hl. Gabriel geweihte Kapelle wurde von 1597 bis 1603 — zu Lebzeiten des Fürsterzbischofs — in der Mitte des Friedhofs von Elia Castello erbaut und ist die Kapelle durch das Testament, das links und rechts der Altarnische auf Bronzetafeln angebracht ist, als Wolf-Dietrich-Mausoleum bestimmt. Am 19. Jänner 1617 wurde der nach langer Haft auf der Festung Hohensalzburg verstorbene Fürsterzbischof in einem Sarkophag in einer großen Trauerfeierlichkeit beigesetzt.
Die Gabrielskapelle ist im Stil des frühen Barock errichtet und innen reich ausgestattet. Die Innenwand des Rundbaus ist mit mittelgroßen quadratischen Kacheln in auffällig bunten Farben, die Kuppel mit kleinen quadratischen Kacheln in den Farben gelb und blau verkleidet.
Die Statuen in den seitlichen Nischen sind die der vier Evangelisten aus dem Neuen Testament: Matthäus (Symbol Mensch), Markus (Symbol Löwe), Lukas (Symbol Stier) und Johannes (Symbol Adler). Sie stammen vermutlich von Josef Anton Pfaffinger.
Über dem Altar befindet sich ein Rundbogengewölbe, das mit buntem Stuck — ähnlich wie in der Neuen Residenz — ausgestattet ist. Das Gewölbe ist in neun Felder aufgeteilt. In Zentrum befindet das Wappen von Wolf Dietrich (schwarze Kugel auf silbernem Feld). Umgeben ist es von vier Feldern mit ovalem Rahmen, in denen die vier Grundtugenden oder Kardinaltugenden als allegorische weibliche Figuren in Farbe dargestellt sind: die Gerechtigkeit (lat. iustitia mit den Attributen Waage und Schwert), die Mäßigung (lat. temperantia mit den Attributen Wasserkrug und Wasserschale), die Stärke (lat. fortitudo mit dem Attribut Säule) und die Weisheit (lat. sapientia mit dem Attribut Spiegel). In den Ecken sind vier Felder mit quadratischem Rahmen, in denen vier Kirchenmänner (zwei Bischöfe, ein Kardinal und der Papst) dargestellt sind.
Die Seitenwände der Altarnische sind mit farbigen Kacheln geschmückt, die eine umlaufende Ranke (Akanthus?) zeigen.
Die Altarnische überspannt ein hoher Triumphbogen (kanellierte Pilaster mit korinthischem Kapitel), der im Zenit das Wappen von Wolf Dietrich (schwarze Kugel auf silbernem Feld) in bunten Farben zeigt. Auch sonst ist überall in der Kapelle und am Altar das Wappen des Fürsterzbischofs zu sehen, sogar in der Mitte der Laterne, wo sich sonst ein Symbol für die Dreifaltigkeit befindet.
Die Inschrift des Testaments von Wolf Dietrichs lautet:[1]
- Wolfgangus Theodoricus Raitenavius Salisburgensium Archiepiscopus & Princeps Sacelli que huius & coemeterii fundator, plebem suam, dum viveret, enixe fovens, amans que inter eandem pariter in hac ædicula mortuus sepeliri Deo sic permittente placuit, ideo que & eos, penes quos post ipsius obitum suprema rerum huius Provinciæ erit, vivus hoc Epitaphio & in Domino rogat, vti defuncti cadaver ne exenterent, neve vltra 24 horas spectandum publice proponant, sed statim conditionibus bis sepulturæ mandent. Nimirum non aliis quam quotidianis viventis vestibus induunto. Famuli a cubiculo obscurioris fortis quod vivum curabant corpus terræ inferunto; feretrum vnius signum crucis cum 4 tantum cereis praæcedunto: illud ipsum 6 omnino Religiosi ordinis D. Francisci de observantia nec alii comitantor, id que non interdiu, sed noctu absque Campanarum pulsu, excepta ea, quæ prope sacellum defuncti apud S. Sebastianum est: nemo vestem funebrem funeris huius causa sumito, sed potius D. O. M. pro defuncti anima peccatis que exoranto & deprecantor. Singula hæc ita integra obillæsa que sunto & a posteris custodiuntor, atque conservantor, sicut D. O. M. & ipsi post sata sibi propitium orant exoptantque.
Bildergalerie
- Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 31 Gabrielskapelle.jpg
weitere Bilder
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Quellen
- Franz Martin: Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst, Verlag "Das Bergland-Buch", 1952 (Neuauflage)
- Dopsch, Heinz und Hoffmann, Robert: Salzburg, die Geschichte einer Stadt, Verlag Anton Pustet, 2. aktualisierte Auflage 2008, ISBN 978-3-7025-0598-1
Einzelnachweis
- ↑ Hier wiedergegeben nach Lorenz Hübner, Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Erster Band (Topographie), S. 357 (Salzburg 1792)