| − | Es wird angenommen, dass Melchior de Haze bei den berühmten Antwerpener Glockengießern François und Pieter Hemony in die Lehre ging. Seine älteste bekannte Glocke datiert aus dem Jahr 1659. De Haze erlangte große Bekanntheit durch eindrucksvolle ''Carillons'' (Turmglockenspiele), die er ua. für den spanischen Königspalast ''El Escorial'' (1674) und den ''Belfort'' von Brügge (1676) fertigte. Von ihm geschaffene noch bestehende Carillons sind ua. die von Alkmaar (Nordholland, [[Niederlande]]), Gorinchem (Südholland, Niederlande) und eben das Salzburger Glockenspiel ([[1688]] [[1689|/89]]). Auch die rund 6000 kg schwere Siegesglocke des ''Belforts'' von Brügge ist sein Werk. | + | Es wird angenommen, dass Melchior de Haze bei den berühmten Antwerpener Glockengießern François und Pieter Hemony in die Lehre ging. Seine älteste bekannte Glocke wurde im Jahr 1659 gegossen. De Haze erlangte große Bekanntheit durch Glocken für eindrucksvolle ''Carillons'' (Turmglockenspiele), die er ua. für den spanischen Königspalast ''El Escorial'' (1674) und den ''Belfort'' von Brügge (1676) fertigte. Von ihm geschaffene noch bestehende Glocken für Carillons sind ua. die von Alkmaar (Nordholland, [[Niederlande]]), Gorinchem (Südholland, Niederlande) und eben das Salzburger Glockenspiel ([[1688]] [[1689|/89]]). Auch die rund 6000 kg schwere Siegesglocke des ''Belforts'' von Brügge ist sein Werk. |
| − | Der Glockengießer Melchior de Haze soll sich der völlig unbelegten Legende nach - nicht untypisch für das späte 19. Jahrhundert - angeblich geweigert haben, zur Einrichtung des Glockenspiels selbst nach Salzburg zu kommen, weil er nur für den Glockenguß Experte war und nicht für das mechanische Werk, dessen Bau nicht seine Aufgabe war und außerdem der Legende nach deshalb, weil auf dieser Reise seine letzte Stunde schlagen könnte, und dann vor seinem Heimgang niemand mehr die Beichte abnehmen und die Absolution für seine Sünden erteilen könnte, da er nur flämisch sprach, dessen Kenntnis er bei den möglichen Beichtvätern nicht voraussetzen mochte; woraus sich wiederum angeblich erhellen könnte, dass Melchior de Haze möglicherweise ein frommer und gewissenhafter Katholik gewesen sein könnte (Antwerpen gehörte damals aufgrund der Machtverhältnisse zum katholischen Teil der Niederlande - später Belgien, die dortigen Bewohner waren aber vielfach Calvinisten). So oblag der Bau des mechanischen Werkes dem Salzburger Hofuhrmacher [[Jeremias Sauter]] und nicht dem (für den Bau des mechanischen Werkes unkundigen) Glockengießer Melchior de Haze. Lästerer führten die früher nicht ganz harmonische Stimmung des Glockenspiels auf diesen Umstand zurück. Diese mangelnde Stimmung beruht aber wesentlich auf einer unsachgemäßen Restaurierung des 19. Jahrhunderts. Die Stimmung ist ausschließlich von den Glocken abhängig und nicht vom mechanischen Werk <ref>Erinnerung des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikel(erst)verfassers]] an einen Zeitungsartikel.</ref> | + | Der Glockengießer Melchior de Haze soll sich der unbelegten Legende nach - nicht untypisch für das späte 19. Jahrhundert - angeblich geweigert haben, zur Einrichtung des Glockenspiels selbst nach Salzburg zu kommen, weil er nur für den Glockenguss Experte war und nicht für das mechanische Werk, dessen Bau daher nicht seine Aufgabe war und außerdem der Legende nach deshalb, weil auf dieser Reise seine letzte Stunde schlagen könnte, und dann vor seinem Heimgang niemand mehr die Beichte abnehmen und die Absolution für seine Sünden erteilen könnte, da er nur flämisch sprach, dessen Kenntnis er bei den möglichen Beichtvätern nicht voraussetzen mochte; woraus sich wiederum angeblich erhellen könnte, dass Melchior de Haze möglicherweise ein frommer und gewissenhafter Katholik gewesen sein könnte (Antwerpen gehörte damals aufgrund der Machtverhältnisse zum katholischen Teil der Niederlande - später Belgien, die dortigen Bewohner waren aber vielfach Calvinisten). So oblag der Bau des mechanischen Werkes dem Salzburger Hofuhrmacher [[Jeremias Sauter]] und nicht dem (für den Bau des mechanischen Werkes unkundigen) Glockengießer Melchior de Haze. Lästerer führten die früher nicht ganz harmonische Stimmung des Glockenspiels auf diesen Umstand zurück. Diese mangelnde Stimmung beruht aber wesentlich auf einer unsachgemäßen Restaurierung des 19. Jahrhunderts. Die Stimmung ist ausschließlich von den Glocken abhängig und nicht vom mechanischen Werk <ref>Erinnerung des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikel(erst)verfassers]] an einen Zeitungsartikel.</ref> |