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{{#ev:youtube|m1p_JV9DBUU|280|right|Restaurierung 2010 <br/> 3 min 4 sek Video}}  
 
{{#ev:youtube|m1p_JV9DBUU|280|right|Restaurierung 2010 <br/> 3 min 4 sek Video}}  
[[Datei:Glockenspiel Salzburg im Turm der Neuen Residenz.jpg|thumb|Salzburger Glockenspiel gesehen von der [[Hettwerbastei]] unterhalb des [[Kapuzinerkloster (Salzburg)|Kapuzinerkloster]]]]
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[[Datei:Glockenspiel Salzburg im Turm der Neuen Residenz.jpg|thumb|Salzburger Glockenspiel gesehen von der [[Hettwerbastei]] unterhalb des [[Kapuzinerkloster (Salzburg)|Kapuzinerkloster]].]]
[[Datei:IMGP6893.JPG|thumb|Salzburger Glockenspiel (rechts) und [[Dom]] vom [[Salzburg Museum]] gesehen]]  
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[[Datei:IMGP6893.JPG|thumb|Salzburger Glockenspiel (rechts) und [[Dom]] vom [[Salzburg Museum]] gesehen.]]  
[[Datei:Glockenspiel B.jpg|thumb|Blick aus dem Glockenspielturm]]
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[[Datei:Glockenspiel B.jpg|thumb|Blick aus dem Glockenspielturm.]]
[[Datei:Glockenspiel C.jpg|thumb|Ausblick vom Glockenspielturm auf Salzburg]]
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[[Datei:Glockenspiel C.jpg|thumb|Ausblick vom Glockenspielturm auf Salzburg.]]
[[Datei:Glockenspiel E.jpg|thumb|Blick von Glockenspielturm zur Mozartplatzseite]]
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[[Datei:Glockenspiel E.jpg|thumb|Blick von Glockenspielturm zur Mozartplatzseite.]]
 
Das '''Glockenspiel''' befindet sich auf dem Turm der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] am [[Residenzplatz]] in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]]. Es steht gemeinsam mit den anderen Teilen der Residenzgebäude unter [[Denkmalschutz]].
 
Das '''Glockenspiel''' befindet sich auf dem Turm der [[Neue Residenz|Neuen Residenz]] am [[Residenzplatz]] in der [[Salzburg]]er [[Altstadt]]. Es steht gemeinsam mit den anderen Teilen der Residenzgebäude unter [[Denkmalschutz]].
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== Einleitung ==
 
Das Glockenspiel gehört gemeinsam mit dem Metallophon zur Gruppe der Metallophone. Einerseits diente es der (feudalen) Repräsentation. Andererseits hatte das Glockenspiel eine Aufgabe für die Bewohner durch die akustische Angabe bestimmter Tageszeiten. Diese Zeitangaben waren aber auch Vanitas-Symbole und erinnerten an die Vergänglichkeit der Dinge.   
 
Das Glockenspiel gehört gemeinsam mit dem Metallophon zur Gruppe der Metallophone. Einerseits diente es der (feudalen) Repräsentation. Andererseits hatte das Glockenspiel eine Aufgabe für die Bewohner durch die akustische Angabe bestimmter Tageszeiten. Diese Zeitangaben waren aber auch Vanitas-Symbole und erinnerten an die Vergänglichkeit der Dinge.   
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<center>'''''Ernst.'''''"“</center>
 
<center>'''''Ernst.'''''"“</center>
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=== Ein Anektote des Jahres 1854 ===
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=== Ein Anekdote des Jahres 1854 ===
 
Als im April [[1854]] der junge Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Joseph]] seiner Braut, der bayrischen Prinzessin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]], nach Salzburg entgegengeeilt war, weilte sie hier mit ihren Eltern in der Neuen Residenz, während er gegenüber im Regierungsgebäude, d. h. der Alten Residenz abstieg. Von dort begab der Kaiser in großer Uniform mittags zu seiner Braut. Das Glockenspiel aber spielte scherzhaft : „Wie ich jüngst verwichen / bin zum Dirndl g'schlichen...". Die Bevölkerung, jubelte dem jugendlichen Bräutigam und Kaiser umso mehr zu; der Jubel und das Glockenspiel begleiteten den Kaiser.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19091120&query=%22Glockenspiel%22&seite=18 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 20. November 1909, Seite 18</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19420425&query=%22Glockenspiel%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 25. April 1942, Seite 6</ref>
 
Als im April [[1854]] der junge Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Joseph]] seiner Braut, der bayrischen Prinzessin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]], nach Salzburg entgegengeeilt war, weilte sie hier mit ihren Eltern in der Neuen Residenz, während er gegenüber im Regierungsgebäude, d. h. der Alten Residenz abstieg. Von dort begab der Kaiser in großer Uniform mittags zu seiner Braut. Das Glockenspiel aber spielte scherzhaft : „Wie ich jüngst verwichen / bin zum Dirndl g'schlichen...". Die Bevölkerung, jubelte dem jugendlichen Bräutigam und Kaiser umso mehr zu; der Jubel und das Glockenspiel begleiteten den Kaiser.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19091120&query=%22Glockenspiel%22&seite=18 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 20. November 1909, Seite 18</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19420425&query=%22Glockenspiel%22&seite=6 ANNO], Salzburger Volksblatt, 25. April 1942, Seite 6</ref>
    
== Restaurierungen ==
 
== Restaurierungen ==
 
[[1862]] wurde das Salzburger Glockenspiel, das bereits Stimmung und Präzision eingebüßt hatte, auf Kosten der Monarchie einer gründlichen Reparatur unterzogen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620403&query=%22Glockenspiel%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 3. April 1862, Seite 3</ref>  [[1929]] war das Salzburger Glockenspiel reparaturbedürftig.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19290906&query=%22Glockenspiel%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 6. September 1929, Seite 4</ref>  
 
[[1862]] wurde das Salzburger Glockenspiel, das bereits Stimmung und Präzision eingebüßt hatte, auf Kosten der Monarchie einer gründlichen Reparatur unterzogen.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620403&query=%22Glockenspiel%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 3. April 1862, Seite 3</ref>  [[1929]] war das Salzburger Glockenspiel reparaturbedürftig.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19290906&query=%22Glockenspiel%22&seite=4 ANNO], Salzburger Chronik, 6. September 1929, Seite 4</ref>  
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[[1954]] konnte Dank einer großzügigen Spende von Lady Mabel Dunn, einer langjährigen Freundin der Mozartstadt Salzburg, das historische Glockenspiel wieder Instand gesetzt werden.<ref>Gedenktafel im Glockenspielturm</ref>  
 
[[1954]] konnte Dank einer großzügigen Spende von Lady Mabel Dunn, einer langjährigen Freundin der Mozartstadt Salzburg, das historische Glockenspiel wieder Instand gesetzt werden.<ref>Gedenktafel im Glockenspielturm</ref>  
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Am [[18. Dezember]] [[2008]] wurden die Glocken abgenommen und nach Wien in die Werkstätte der Restauratorin Elisabeth Krebs transportiert. Das Antriebswerk folgte im Frühjahr [[2009]]. Zu den veranschlagten 360.000 Euro kamen im Laufe der Arbeiten weitere 50.000 bis 60.000 Euro hinzu. Diese Kostenüberschreitung wurde auch notwendig, weil Malereien auf den Metallsäulen des Glockenwerks entdeckt wurden, die aus der Ursprungszeit stammen. Auch die Adlerköpfe auf den Glocken sind nun wieder zu sehen, die bisher unter Lackschichten verborgen waren. Außerdem wurde um elektrischen auch der historische mechanische Antrieb wieder gangbar gemacht. Für Vorführungen kann das Antriebswerk seit der Restaurierung wieder mit der Handkurbel aufgezogen werden. Im Zuge der Restaurierung sollte auch die Handspielanlage rekonstruiert werden. Dies wurde durch das SalzburgMuseum unter [[Erich Marx]] verhindert, da dieser eine Beeinträchtigung des Betriebes im Salzburg Museum befürchtete. Nach zweijähriger Pause wurde am [[28. Jänner]] [[2011]] um 11:00 Uhr das Werk wieder in betrieb genommen.
 
Am [[18. Dezember]] [[2008]] wurden die Glocken abgenommen und nach Wien in die Werkstätte der Restauratorin Elisabeth Krebs transportiert. Das Antriebswerk folgte im Frühjahr [[2009]]. Zu den veranschlagten 360.000 Euro kamen im Laufe der Arbeiten weitere 50.000 bis 60.000 Euro hinzu. Diese Kostenüberschreitung wurde auch notwendig, weil Malereien auf den Metallsäulen des Glockenwerks entdeckt wurden, die aus der Ursprungszeit stammen. Auch die Adlerköpfe auf den Glocken sind nun wieder zu sehen, die bisher unter Lackschichten verborgen waren. Außerdem wurde um elektrischen auch der historische mechanische Antrieb wieder gangbar gemacht. Für Vorführungen kann das Antriebswerk seit der Restaurierung wieder mit der Handkurbel aufgezogen werden. Im Zuge der Restaurierung sollte auch die Handspielanlage rekonstruiert werden. Dies wurde durch das SalzburgMuseum unter [[Erich Marx]] verhindert, da dieser eine Beeinträchtigung des Betriebes im Salzburg Museum befürchtete. Nach zweijähriger Pause wurde am [[28. Jänner]] [[2011]] um 11:00 Uhr das Werk wieder in betrieb genommen.
      
== Glocken und Musikstücke ==
 
== Glocken und Musikstücke ==
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Das mechanische Werk besteht aus der Uhr, der Antriebsmechanik mit dem Wellbaum und dem Hammerwerk samt Federn, Drahtwerk, Zungen, sowie der großen Walze mit seinen zahlreichen "Stacheln". Diese lösten eist über Seilzug, heute aber über Glockenketten den Hammerschlag der jeweiligen Glocke aus. Jede Glocke, außer die größten, besitzen zwei gleich große Hämmer. Das Gewicht der großen Hämmer zieht die jeweilige Kette (bzw früher das Gestänge samt "Abstrakte" und "Claves") in die Ausgangslage zurück.  
 
Das mechanische Werk besteht aus der Uhr, der Antriebsmechanik mit dem Wellbaum und dem Hammerwerk samt Federn, Drahtwerk, Zungen, sowie der großen Walze mit seinen zahlreichen "Stacheln". Diese lösten eist über Seilzug, heute aber über Glockenketten den Hammerschlag der jeweiligen Glocke aus. Jede Glocke, außer die größten, besitzen zwei gleich große Hämmer. Das Gewicht der großen Hämmer zieht die jeweilige Kette (bzw früher das Gestänge samt "Abstrakte" und "Claves") in die Ausgangslage zurück.  
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== Besichtigung und Spiel-Zeiten ==
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== Besichtigung und Spielzeiten ==
 
Das Glockenspiel erklingt täglich um 07:00, 11:00 und 18:00 Uhr, jeweils vier Minuten nach der vollen Stunde, somit nach den [[Dom]]-Glocken und vor dem [[Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg)|Salzburger Stier]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fre&datum=18900801&query=%22Glockenspiel%22arch&seite=13 ANNO], [[Salzburger Fremden-Zeitung|(Salzburger-) Fremdenzeitung]], 1. August 1890, Seite 13</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19110912&query=%22Glockenspiel%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 12. September 1911, Seite 3</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19310216&query=%22Glockenspiel%22&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, 16. Februar 1931, Seite 3</ref>
 
Das Glockenspiel erklingt täglich um 07:00, 11:00 und 18:00 Uhr, jeweils vier Minuten nach der vollen Stunde, somit nach den [[Dom]]-Glocken und vor dem [[Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg)|Salzburger Stier]].<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fre&datum=18900801&query=%22Glockenspiel%22arch&seite=13 ANNO], [[Salzburger Fremden-Zeitung|(Salzburger-) Fremdenzeitung]], 1. August 1890, Seite 13</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19110912&query=%22Glockenspiel%22&seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 12. September 1911, Seite 3</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19310216&query=%22Glockenspiel%22&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, 16. Februar 1931, Seite 3</ref>
  

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