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[[1605]] lies [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] über der Neuen Residenz einen aus der Fassade hervortretenden schlanken Turm errichten, der aus 3 Stockwerken bestand und (nur) etwa 25 Meter hoch und etwa halb so breit war. Er diente später als Unterbau für den Turm aus der zweiten Hälfte des [[17. Jahrhundert]]s, errichtet unter Max Gandolf?.<ref>vergleiche: [[Historische Ansichten der Stadt Salzburg|Stadtansicht]] von Matthäus Merian, 1644 [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref>
 
[[1605]] lies [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] über der Neuen Residenz einen aus der Fassade hervortretenden schlanken Turm errichten, der aus 3 Stockwerken bestand und (nur) etwa 25 Meter hoch und etwa halb so breit war. Er diente später als Unterbau für den Turm aus der zweiten Hälfte des [[17. Jahrhundert]]s, errichtet unter Max Gandolf?.<ref>vergleiche: [[Historische Ansichten der Stadt Salzburg|Stadtansicht]] von Matthäus Merian, 1644 [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref>
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Um [[1685]] beauftragte Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] den Glockengießer [[Melchior de Haze]] aus Antwerpen in den [[Niederlande|Niederlanden]]. Zwischen [[1688]] – [[1689]] wurden die 35 Glocken dann gegossen, das besagen deren Inschriften: "''Melchior de Haze Antverpiae me fecit''", "''1688''" oder "''1689''". Die Glocken kamen [[1690]] auf dem Landweg nach Salzburg, ein schwerer, langer und teurer Transport. Die schwerste Glocke wiegt etwa 300 Kilogramm, die kleinste etwa 5 Kilogramm. Die 35 Glocken wiegen insgesamt 4 Tonnen.
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Um [[1685]] beauftragte Fürsterzbischof [[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein]] den Glockengießer [[Melchior de Haze]] aus Antwerpen in den [[Niederlande|Niederlanden]]. Zwischen [[1688]] – [[1689]] wurden die 35 Glocken dann gegossen, das besagen deren Inschriften: "''Melchior de Haze Antverpiae me fecit''", "''1688''" oder "''1689''". Die Glocken kamen [[1695]] auf dem Landweg nach Salzburg, ein schwerer, langer und teurer Transport. Die schwerste Glocke wiegt etwa 300 Kilogramm, die kleinste etwa 5 Kilogramm. Die 35 Glocken wiegen insgesamt 4 Tonnen.
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[[1701]] wurde der viereckige Turm um ein gemauertes Achteck (Oktogon) mit ovalen Fenstern und darüber liegend um einen hölzernen Arkadenpavillon aus acht offenen Rundbogenfenstern auf 45 Meter bzw. 5 Stockwerke erhöht. Damit der Turm das gesamte Gewicht von Glocken und Spielwerk tragen kann, wurde er seitlich mit Zugstangen aus Eisen verstärkt.  
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[[1698]] unternahm der Salzburger Großuhrmachermeister [[Jeremias Sauter]] eine Informationsreise über die Technik von Glockenspielen in die Niederlande.  
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[[1703]] wurde der Hofuhrmacher [[Jeremias Sauter]] mit dem Zusammen- und Aufbau von Uhr und Glockenspiel beauftragt. Kein einfacher Auftrag, den die Mechanik musste teilweise erst angefertigt werden. Der Glockengießer [[Benedikt Eisenberger]] und der Büchsenmacher [[Franz Sulzer]] fertigten die Walze aus 38 Messingplatten, in die Jeremias Sauter die insgesamt 7.964 quadratische Löcher borte und feilte. Die Walze wurde über ein Zuggewicht angetrieben, das früher täglich mehrfach von Hand aufgezogen werden musste.
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[[1701]]-[[1702]] wurde der viereckige Turm um ein gemauertes Achteck (Oktogon) mit ovalen Fenstern und darüber liegend um einen hölzernen Arkadenpavillon aus acht offenen Rundbogenfenstern auf 45 Meter bzw. 5 Stockwerke erhöht. Damit der Turm das gesamte Gewicht von Glocken und Spielwerk tragen kann, wurde er seitlich mit Zugstangen aus Eisen verstärkt.
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[[1703]] wurde der Hofuhrmacher Jeremias Sauter mit dem Zusammen- und Aufbau von Uhr und Glockenspiel beauftragt. Kein einfacher Auftrag, den die Mechanik musste teilweise erst angefertigt werden. Der Glockengießer [[Benedikt Eisenberger]] und der Büchsenmacher [[Franz Sulzer]] fertigten die Walze mit rund 2,5 Meter Durchmesser aus 38 Messingplatten, in die Jeremias Sauter die insgesamt 7.964 quadratische Löcher borte, schnitt und feilte. Die Walze wurde über ein Zuggewicht angetrieben, das früher täglich mehrfach von Hand aufgezogen werden musste.
    
Die vier Zifferblätter der Uhr wurden aus technischen Gründen paarweise über zwei Stockwerke seitlich versetzt. Ein Paar befindet sich im viereckigen Turm in Richtung Nord-Süd, ein Paar befindet sich mit dem Uhrwerk und der Zugseilmechanik der Glocken im darüber liegenden Achteck in Richtung Ost-West.  
 
Die vier Zifferblätter der Uhr wurden aus technischen Gründen paarweise über zwei Stockwerke seitlich versetzt. Ein Paar befindet sich im viereckigen Turm in Richtung Nord-Süd, ein Paar befindet sich mit dem Uhrwerk und der Zugseilmechanik der Glocken im darüber liegenden Achteck in Richtung Ost-West.  
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Gegen Ende [[1704]] erklang das Salzburger Glockenspiel zum ersten Mal.  
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Gegen Ende [[1703]] erklang das Salzburger Glockenspiel zum ersten Mal.  
    
Über dem mit Kupfer gedeckten Arkadenpavillon an der Spitze des Turmes befindet sich eine vergoldete Weltmaschine, die astronomische Zusammenhänge dargestellt, jedoch keine astronomischen Beobachtungen der Sonne und Planeten erlaubt. Die Weltmaschine ist etwa 4 Meter hoch. Somit erreicht der Turm eine Höhe von fast 50 Metern.
 
Über dem mit Kupfer gedeckten Arkadenpavillon an der Spitze des Turmes befindet sich eine vergoldete Weltmaschine, die astronomische Zusammenhänge dargestellt, jedoch keine astronomischen Beobachtungen der Sonne und Planeten erlaubt. Die Weltmaschine ist etwa 4 Meter hoch. Somit erreicht der Turm eine Höhe von fast 50 Metern.

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