Staatsbrücke: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (linkfix)
K (Optik verbessert)
Zeile 1: Zeile 1:
[[Bild:Staatsbrücke.jpg|thumb|300px|Die '''Staatsbrücke''' (vorne)]]Die '''Staatsbrücke''' ist eine der drei zentralen Brücken über die [[Salzach]] in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] und verbindet das [[Salzburger Rathaus|Rathaus]] ([[Altstadt]]) mit dem [[Platzl]]-[[Linzer Gasse]] ([[Neustadt]]).
+
[[Bild:Staatsbrücke.jpg|thumb|300px|Die Staatsbrücke (vorne)]]Die '''Staatsbrücke''' ist eine der drei zentralen Brücken über die [[Salzach]] in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] und verbindet das [[Salzburger Rathaus|Rathaus]] ([[Altstadt]]) mit dem [[Platzl]]-[[Linzer Gasse]] ([[Neustadt]]).
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
*Die erste Brücke:
+
*<u>Die erste Brücke</u>:
 
:Alten Berichten zufolge soll die erste hölzerne Brücke [[1090]] einem [[Hochwasser]] zum Opfer gefallen sein.
 
:Alten Berichten zufolge soll die erste hölzerne Brücke [[1090]] einem [[Hochwasser]] zum Opfer gefallen sein.
 
   
 
   
*Die zweite Brücke:
+
*<u>Die zweite Brücke</u>:
 
:Auch diese ereilte [[1316]] dasselbe Schicksal.  
 
:Auch diese ereilte [[1316]] dasselbe Schicksal.  
  
*Die dritte Brücke:
+
*<u>Die dritte Brücke</u>:
 
:Sie stand beim [[Klampferertor]], wurde im ersten Viertel des [[14. Jahrhundert]]s erbaut und war überdacht.
 
:Sie stand beim [[Klampferertor]], wurde im ersten Viertel des [[14. Jahrhundert]]s erbaut und war überdacht.
  
*Die vierte Brücke:
+
*<u>Die vierte Brücke</u>:
 
:Auf dieser [[1512]] durch Brand beschädigten Brücke befanden sich neben der ''fürstlichen Brückenzollstätte'' auch Verkaufsbuden, darunter zwölf Metzgerläden (später [[Ferdinand-Hanusch-Platz|an den Gries]] verlegt) und zwei ''Sudelküchen'', der bequemen Abfallsbeseitung wegen.
 
:Auf dieser [[1512]] durch Brand beschädigten Brücke befanden sich neben der ''fürstlichen Brückenzollstätte'' auch Verkaufsbuden, darunter zwölf Metzgerläden (später [[Ferdinand-Hanusch-Platz|an den Gries]] verlegt) und zwei ''Sudelküchen'', der bequemen Abfallsbeseitung wegen.
  
*Die fünfte Brücke:
+
*<u>Die fünfte Brücke</u>:
 
:War im Grunde wie die vierte, doch ihr setzten zwei Hochwasser arg zu: [[1568]] wurden sechs Buden mit den Wassermassen mitgerissen, [[1598]] brachte ein Hochwasser die Brücke zum Einsturz, an deren Resten dann gerade mal eine Notbrücke errichtet wurde
 
:War im Grunde wie die vierte, doch ihr setzten zwei Hochwasser arg zu: [[1568]] wurden sechs Buden mit den Wassermassen mitgerissen, [[1598]] brachte ein Hochwasser die Brücke zum Einsturz, an deren Resten dann gerade mal eine Notbrücke errichtet wurde
  
 
Diese Brücken standen etwas flussaufwärts als die heute zwischen [[Imberg]] und der [[Altstadt]], wo die Salzach am schmalsten war.  
 
Diese Brücken standen etwas flussaufwärts als die heute zwischen [[Imberg]] und der [[Altstadt]], wo die Salzach am schmalsten war.  
  
*Die sechste Brücke:
+
*<u>Die sechste Brücke</u>:
 
:Diese vom [[Rathausbogen]] zum [[Platzl]] führende Brücke wurde [[1599]] unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] vollendet. Die ''herrlich schöne Pruggen'' war mit Wappen und Blechfähnlein geschmückt, aber es gab keine Verkaufsbuden mehr. Jedoch technisch war sie eine Fehlkonstruktion: um der [[Salzachschifffahrt]] die Durchfahrt unter der Brücke zu erleichtern, verringerte man die Anzahl der Joche (= Stützen) von sieben auf vier. Mit der Auswirkung, dass sich die Brücke bald durchbog und Wolf Dietrich zu einem Neubau gezwungen sah.
 
:Diese vom [[Rathausbogen]] zum [[Platzl]] führende Brücke wurde [[1599]] unter Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] vollendet. Die ''herrlich schöne Pruggen'' war mit Wappen und Blechfähnlein geschmückt, aber es gab keine Verkaufsbuden mehr. Jedoch technisch war sie eine Fehlkonstruktion: um der [[Salzachschifffahrt]] die Durchfahrt unter der Brücke zu erleichtern, verringerte man die Anzahl der Joche (= Stützen) von sieben auf vier. Mit der Auswirkung, dass sich die Brücke bald durchbog und Wolf Dietrich zu einem Neubau gezwungen sah.
  
*Die siebte Brücke:
+
*<u>Die siebte Brücke</u>:
 
:Sie wurde [[1608]] nochmals etwas flussabwärts errichtet zwischen [[Löchlbogen]] und [[Lederertor]]. Aber auch sie stand nicht lange. Wolf Dietrich ließ Brücke Nummer sechs ganz abreissen und wollte eine Steinbrücke erbauen lassen. Doch kaum war der erste Steinpfeiler gesetzt, wurde Wolf Dietrich gefangen genommen.
 
:Sie wurde [[1608]] nochmals etwas flussabwärts errichtet zwischen [[Löchlbogen]] und [[Lederertor]]. Aber auch sie stand nicht lange. Wolf Dietrich ließ Brücke Nummer sechs ganz abreissen und wollte eine Steinbrücke erbauen lassen. Doch kaum war der erste Steinpfeiler gesetzt, wurde Wolf Dietrich gefangen genommen.
  
*Die achte Brücke:
+
*<u>Die achte Brücke</u>:
 
:[[Markus Sittikus]] ließ den Pfeiler wieder abbrechen und es kam [[1612]] zu einem weiteren Neubau. Wieder zwischen Rathaus und Platzl. [[1620]] wurde sie unter Erzbischof [[Paris Graf Lodron]]. Es war bereits eine sehr moderne Brücke: neben der Fahrbahn waren Gehsteige und die Brücke war mit einem Dach gedeckt (da allerdings nach einem Hochwasser [[1786]] entfernt werden musste).
 
:[[Markus Sittikus]] ließ den Pfeiler wieder abbrechen und es kam [[1612]] zu einem weiteren Neubau. Wieder zwischen Rathaus und Platzl. [[1620]] wurde sie unter Erzbischof [[Paris Graf Lodron]]. Es war bereits eine sehr moderne Brücke: neben der Fahrbahn waren Gehsteige und die Brücke war mit einem Dach gedeckt (da allerdings nach einem Hochwasser [[1786]] entfernt werden musste).
  
*Die neunte Brücke:
+
*<u>Die neunte Brücke</u>:
 
:war dann ein Vorläufer der heutigen Staatsbrücke und wurde [[1877]] als eiserne Fachwerkbrücke (wie die [[Salzachbrücke|Oberndorfer Brücke]]) errichtet. Da sie aus staatlichen Mitteln erbaut wurde, entstand der Name ''Staatsbrücke''. Die eiserne Konstruktion ruhte auf massiven Steinpfeilern. Doch der steigende Verkehr im [[20. Jahrhundert]] wurde der Brücke zu viel und [[1940]] musste man beinahe den Betrieb der elektrischen [[Straßenbahn]] einstellen.  
 
:war dann ein Vorläufer der heutigen Staatsbrücke und wurde [[1877]] als eiserne Fachwerkbrücke (wie die [[Salzachbrücke|Oberndorfer Brücke]]) errichtet. Da sie aus staatlichen Mitteln erbaut wurde, entstand der Name ''Staatsbrücke''. Die eiserne Konstruktion ruhte auf massiven Steinpfeilern. Doch der steigende Verkehr im [[20. Jahrhundert]] wurde der Brücke zu viel und [[1940]] musste man beinahe den Betrieb der elektrischen [[Straßenbahn]] einstellen.  
  
*Die zehnte und bisher letzte Brücke:
+
*<u>Die zehnte und bisher letzte Brücke</u>:
 
:Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wird nach neunjähriger Bauzeit am [[1. Juli]] [[1948]] die Staatsbrücke wieder dem Verkehr freigeben. Man hatte bereits während des Krieges mit dem Neubau der Brücke begonnen. Die Brücke Nummer neun war 88 m lang und 11 m breit (somit acht Mal so lang wie breit), die neue - Nr. 10 - ist etwas über 80 m lang und 20 m breit (somit vier Mal so lang wie breit).
 
:Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wird nach neunjähriger Bauzeit am [[1. Juli]] [[1948]] die Staatsbrücke wieder dem Verkehr freigeben. Man hatte bereits während des Krieges mit dem Neubau der Brücke begonnen. Die Brücke Nummer neun war 88 m lang und 11 m breit (somit acht Mal so lang wie breit), die neue - Nr. 10 - ist etwas über 80 m lang und 20 m breit (somit vier Mal so lang wie breit).
  

Version vom 3. November 2009, 12:08 Uhr

Die Staatsbrücke (vorne)

Die Staatsbrücke ist eine der drei zentralen Brücken über die Salzach in der Stadt Salzburg und verbindet das Rathaus (Altstadt) mit dem Platzl-Linzer Gasse (Neustadt).

Geschichte

  • Die erste Brücke:
Alten Berichten zufolge soll die erste hölzerne Brücke 1090 einem Hochwasser zum Opfer gefallen sein.
  • Die zweite Brücke:
Auch diese ereilte 1316 dasselbe Schicksal.
  • Die dritte Brücke:
Sie stand beim Klampferertor, wurde im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts erbaut und war überdacht.
  • Die vierte Brücke:
Auf dieser 1512 durch Brand beschädigten Brücke befanden sich neben der fürstlichen Brückenzollstätte auch Verkaufsbuden, darunter zwölf Metzgerläden (später an den Gries verlegt) und zwei Sudelküchen, der bequemen Abfallsbeseitung wegen.
  • Die fünfte Brücke:
War im Grunde wie die vierte, doch ihr setzten zwei Hochwasser arg zu: 1568 wurden sechs Buden mit den Wassermassen mitgerissen, 1598 brachte ein Hochwasser die Brücke zum Einsturz, an deren Resten dann gerade mal eine Notbrücke errichtet wurde

Diese Brücken standen etwas flussaufwärts als die heute zwischen Imberg und der Altstadt, wo die Salzach am schmalsten war.

  • Die sechste Brücke:
Diese vom Rathausbogen zum Platzl führende Brücke wurde 1599 unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau vollendet. Die herrlich schöne Pruggen war mit Wappen und Blechfähnlein geschmückt, aber es gab keine Verkaufsbuden mehr. Jedoch technisch war sie eine Fehlkonstruktion: um der Salzachschifffahrt die Durchfahrt unter der Brücke zu erleichtern, verringerte man die Anzahl der Joche (= Stützen) von sieben auf vier. Mit der Auswirkung, dass sich die Brücke bald durchbog und Wolf Dietrich zu einem Neubau gezwungen sah.
  • Die siebte Brücke:
Sie wurde 1608 nochmals etwas flussabwärts errichtet zwischen Löchlbogen und Lederertor. Aber auch sie stand nicht lange. Wolf Dietrich ließ Brücke Nummer sechs ganz abreissen und wollte eine Steinbrücke erbauen lassen. Doch kaum war der erste Steinpfeiler gesetzt, wurde Wolf Dietrich gefangen genommen.
  • Die achte Brücke:
Markus Sittikus ließ den Pfeiler wieder abbrechen und es kam 1612 zu einem weiteren Neubau. Wieder zwischen Rathaus und Platzl. 1620 wurde sie unter Erzbischof Paris Graf Lodron. Es war bereits eine sehr moderne Brücke: neben der Fahrbahn waren Gehsteige und die Brücke war mit einem Dach gedeckt (da allerdings nach einem Hochwasser 1786 entfernt werden musste).
  • Die neunte Brücke:
war dann ein Vorläufer der heutigen Staatsbrücke und wurde 1877 als eiserne Fachwerkbrücke (wie die Oberndorfer Brücke) errichtet. Da sie aus staatlichen Mitteln erbaut wurde, entstand der Name Staatsbrücke. Die eiserne Konstruktion ruhte auf massiven Steinpfeilern. Doch der steigende Verkehr im 20. Jahrhundert wurde der Brücke zu viel und 1940 musste man beinahe den Betrieb der elektrischen Straßenbahn einstellen.
  • Die zehnte und bisher letzte Brücke:
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird nach neunjähriger Bauzeit am 1. Juli 1948 die Staatsbrücke wieder dem Verkehr freigeben. Man hatte bereits während des Krieges mit dem Neubau der Brücke begonnen. Die Brücke Nummer neun war 88 m lang und 11 m breit (somit acht Mal so lang wie breit), die neue - Nr. 10 - ist etwas über 80 m lang und 20 m breit (somit vier Mal so lang wie breit).

2007 wurde die Staatsbrücke komplett saniert, was zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen führte.

Quelle

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974