Josef Klaus (Politiker): Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Josef Klaus wurde am [[15. August]] | + | Josef Klaus wurde am [[15. August]] [[1910]] in Mauthen in [[Kärnten|Oberkärnten]] geboren. Sein Vater war dort Bäckermeister. Seine Mutter musste nachdem der Vater 1914 bis 1920 im Krieg und in Gefangenschaft war und zwei Jahre später starb – vier Kinder – alleine aufziehen. Sie lehrte Klaus die Liebe zu Büchern und zur Natur. |
| − | Nach dem Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt studierte Klaus in Wien Jus. Nach der Promotion wurde er Sekretär von Josef Staud, dem damaligen Vorsitzenden der ständestaatlichen Einheitsgewerkschaft. Klaus wechselte dann in die ebenfalls gleichgeschaltete Arbeiterkammer. | + | Nach dem Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt studierte Klaus in Wien Jus. Nach der Promotion wurde er Sekretär von Josef Staud, dem damaligen Vorsitzenden der ständestaatlichen Einheitsgewerkschaft. Klaus wechselte dann in die (ebenfalls durch ständestaatliche Regime gleichgeschaltete) Arbeiterkammer. |
| − | + | Seiner im Jahr [[1936]] geschlossenen Ehe mit der Halleiner Kaufmannstochter Erna geb. Seywald entsprossen insgesamt fünf Kinder. | |
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| + | In der Geschäftseinteilung der [[Salzburger Landesregierung|Landesregierung]] sicherte sich Klaus insbesondere das Ressort eines Finanzreferenten. | ||
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| + | Josef Klaus setzte in Salzburg gegen große Widerstände durch, dass nicht nur die vielen nach dem Krieg in Baracken lebenden Menschen in richtige Wohnungen übersiedeln konnten, sondern zugleich auch das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] als Investition in die Hochkultur gebaut wurde. | ||
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| + | * Besonders förderte Klaus den Fremdenverkehr und den Bau und Ausbau von Fremdenverkehrseinrichtungen: | ||
| + | ** Errichtung von Seilbahnen auf den Stubnerkogel, auf das Zwölferhorn, zur Eisriesenwelt, in Saalbach, Zell am See; | ||
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| + | ** Ausbau der Salzachstufe mit dem Kraftwerk Schwarzach, Neu- bzw. Ausbau des Murfallwerkes, des Rotgüldensee- und des Bärenwerkes, | ||
| + | ** Bau der Umspannwerke Hagenau, Angertal, Mauterndorf, | ||
| + | ** Ausbau des Leitungsnetzes für die Stromversorgung, zB die Elektrifizierung des Tauernpasses. | ||
| + | * Auf dem Gebiet des Straßenbaus: | ||
| + | ** Ausbau der Autobahn bis zur Landesgrenze, | ||
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| + | * Gründung oder Erhaltung industriellet oder gewerblicher Betriebe: | ||
| + | ** Erhaltung der Saline Hallein, | ||
| + | ** Förderung des Ausbaus der Mitterberger Glashütte | ||
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| + | ** Errichtung des Amtsgebäudes Hallein, des Invalidenamts und des Gesundheitsamts | ||
| + | ** Wiederaufbau des Salzburger Domes | ||
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| + | ** Errichtung zahlreicher Schulen, zB Errichtung und Ausbau der Hotelfachschule Kleßheim | ||
| + | ** Einführung des neuen Schultyps des Werkschulheimes Felbertal | ||
| + | ** Schaffung des Pädagogischen Instituts und der Grundlagen für die Wiedererrichtung der [[Universität Salzburg]] | ||
| + | ** Errichtung von 7.000 neuen Wohnungen aufgrund des 1950 im [[Salzburger Landtag]] beschlossene Wohnbauförderungsfondsgesetzes. | ||
| + | ** Ausbau der Neubausiedlung [[Taxham]] in der Stadt Salzburg mit (nach Fertigstellung 1500 bis 1600 Wohnungen. | ||
| + | * Ausbau der Landesanstalten, wie Spitäler, Heilstätten, Jugend- und Altersheime. | ||
| + | * Förderung der Errichtung und Ausbau kultureller Institutionen wie Akademie [[Mozarteum]], [[Haus der Natur]], Residenzgalerie. | ||
| + | * Schutz der Natur, zum Beispiel der Krimmler Wasserfalle. | ||
| + | Im Dienste dieser Aufbaupolitik standen auch etliche landesgesetzliche Maßnahmen, wie zB | ||
| + | *das Wohnbauförderungsfondsgesetz (LGBI. 29/1950) und das Wohnungsanforderungsgesetz (LGBI. 59/1950) | ||
| + | * das Bautenbegünstigungsgesetz 1953 (Gesetz über die zeitweilige Begünstigung von der Grundsteuer für Neu-, Um- und Einbauten, [[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 5/1953) und das Salzburger Bauerleichterungsgesetz 1959 ([[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 100/1959) | ||
| + | das Salzburger Raumordnungsgesetz, [[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 19/1956) – das erste Raumordnungsgesetz eines östereichischen Bundeslandes | ||
| + | die Salzburger Landesbauordnung ([[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 42/1952) | ||
| + | * das Salzburger Naturschutzgesetz ([[Salzburger Landesgesetzblatt|LGBl]]. Nr. 45/1957 und 86/1977) | ||
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===Finanzminister und Bundeskanzler=== | ===Finanzminister und Bundeskanzler=== | ||
[[1961]] holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanzminister in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: ''"Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."'' | [[1961]] holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanzminister in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: ''"Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."'' | ||
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| − | Josef Klaus lebte nach seiner | + | Josef Klaus lebte nach seiner Heirat ([[1936]]) mit seiner Ehegattin Erna in [[Hallein]]-[[Taxach]] in der so genannten ''Klaus-Villa''. Diese bewohnte er während seiner Zeit als Halleiner Vizebürgermeister und Salzburger Landeshauptmann. Später, als er in die Bundespolitik einstieg, wechselte er seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt Wien. |
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== Quellen == | == Quellen == | ||
| + | * ''Weinzierl Erika, Steinkellner Friedrich'': Landespolitik seit 1949. Struktur – Träger – Ergebnisse. In: '' [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/[[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] '' (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band 2, Teil 2, Neuzeit und Zeitgeschichte; [[Verlag Anton Pustet]] Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2 | ||
* aeiou-Österreich Lexikon<br> | * aeiou-Österreich Lexikon<br> | ||
* Wiener Zeitung<br> | * Wiener Zeitung<br> | ||
| − | * [http://www.ceiberweiber.at/ceiberweiber_alte_seite/wahl/klaus.htm Bericht von der Buchpräsentation Beatrice | + | * [http://www.ceiberweiber.at/ceiberweiber_alte_seite/wahl/klaus.htm Bericht von der Buchpräsentation ''Beatrice Weinmann''s] |
* Andere Internetseiten | * Andere Internetseiten | ||
Version vom 2. Juli 2009, 22:43 Uhr
Josef Klaus (* 15. August 1910 in Mauthen, Kärnten; † 25. Juli 2001 in Wien) war Rechtsanwalt, ÖVP-Politiker, Vizebürgermeister von Hallein, Salzburger Landeshauptmann und österreichischer Bundeskanzler.
Leben
Josef Klaus wurde am 15. August 1910 in Mauthen in Oberkärnten geboren. Sein Vater war dort Bäckermeister. Seine Mutter musste nachdem der Vater 1914 bis 1920 im Krieg und in Gefangenschaft war und zwei Jahre später starb – vier Kinder – alleine aufziehen. Sie lehrte Klaus die Liebe zu Büchern und zur Natur.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Klagenfurt studierte Klaus in Wien Jus. Nach der Promotion wurde er Sekretär von Josef Staud, dem damaligen Vorsitzenden der ständestaatlichen Einheitsgewerkschaft. Klaus wechselte dann in die (ebenfalls durch ständestaatliche Regime gleichgeschaltete) Arbeiterkammer.
Seiner im Jahr 1936 geschlossenen Ehe mit der Halleiner Kaufmannstochter Erna geb. Seywald entsprossen insgesamt fünf Kinder.
Im Krieg war Klaus als Soldat im Kanzleidienst eingesetzt, gegen Ende des Krieges geriet er jedoch als kämpfender Soldat in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Freilassung trat er noch 1945 in eine Salzburger Rechtsanwaltskanzlei ein und eröffnete 1948 seine eigene Rechtsanwaltskanzlei.
Politische Laufbahn
Vizebürgermeister von Hallein
1948 wurde Josef Klaus Bezirksobmann der ÖVP im Tennengau.
Nach den für die ÖVP erfolgreichen Gemeinderatswahlen vom 30. Oktober 1949 wurde er Vizebürgermeister von Hallein – dies aber nur für weniger als einen Monat:
Landeshauptmann von Salzburg
Am 9. Oktober 1949 hatte die ÖVP bei Nationalrats- und Landtagswahlen die absolute Mandatsmehrheit verloren, sodass „neue Männer“ gesucht wurden. Der Salzburger Wirtschaftsbund-Obmann Michael Haslinger empfahl den noch weitgehend unbekannten Klaus, den er als tüchtigen Anwalt in einem Zivilrechtsprozeß kennengelernt und der in Hallein einen erfolgreichen Wahlkampf geführt hatte.
Am 1. Dezember 1949 wurde Klaus im Alter von 39 Jahren zum Landeshauptmann von Salzburg gewählt.
Amtsantritt
In seiner Antrittsrede beleuchtete Klaus das skeptische Verhältnis seiner Generation zur Politik nach den zurückliegenden Umbrüchen und Enttäuschungen und skizzierte die Grundsätze seiner künftigen Regierungspolitik.
- Als große Aufgaben nannte er an erster Stelle die Verwaltungsreform.
- Er gab ein Bekenntnis zur Objektivität bei der Postenbesetzung im öffentlichen Dienst ab: Bei der Besetzung von Dienstposten sollten künftig nur Dienstalter, Dienstbeschreibung, fachliche und charakterliche Eignung entscheiden, die Nichtzugehörigkeit zu einer Partei dürfe keinen Hinderungsgrund bilden. Dies relativierte er allerdings wie folgt: Als „Realisten und Demokraten“ würde man allerdings jeder politischen Gruppe zugestehen, „subsidiär ihre Wählerzahl geltend zu machen, wenn sie einen fachlich geeigneten Bewerber vorzuschlagen vermag“.
- In der gegenseitigen Aneiferung und Erziehung zu Sparsamkeit, Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit sehe er die nächstliegende und wahrhaft nationale Aufgabe in Österreich und im Land Salzburg.
In der Geschäftseinteilung der Landesregierung sicherte sich Klaus insbesondere das Ressort eines Finanzreferenten.
Leistungen
Josef Klaus setzte in Salzburg gegen große Widerstände durch, dass nicht nur die vielen nach dem Krieg in Baracken lebenden Menschen in richtige Wohnungen übersiedeln konnten, sondern zugleich auch das Große Festspielhaus als Investition in die Hochkultur gebaut wurde.
Klaus’ Amtszeit war begleitet von einem Aufschwung in allen Zweigen des wirtschaftlichen und sozialen Lebens.
- Besonders förderte Klaus den Fremdenverkehr und den Bau und Ausbau von Fremdenverkehrseinrichtungen:
- Errichtung von Seilbahnen auf den Stubnerkogel, auf das Zwölferhorn, zur Eisriesenwelt, in Saalbach, Zell am See;
- Ausbau der Großglocknerstraße, des Flughafens, des Autobusverkehrs, der Gerlosstraße
- Bau des neuen Festspielhauses
- Schaffung des Fremdenverkehrsförderungsfondsgesetzes
- Weitere Infrastrukturmaßnahmen betrafen die Elektrizitätsversorgung:
- Ausbau der Salzachstufe mit dem Kraftwerk Schwarzach, Neu- bzw. Ausbau des Murfallwerkes, des Rotgüldensee- und des Bärenwerkes,
- Bau der Umspannwerke Hagenau, Angertal, Mauterndorf,
- Ausbau des Leitungsnetzes für die Stromversorgung, zB die Elektrifizierung des Tauernpasses.
- Auf dem Gebiet des Straßenbaus:
- Ausbau der Autobahn bis zur Landesgrenze,
- Bundesstraßen in Gastein, Mittelpinzgau, Höllbichl, im Salzkammergut,
- eine Reihe von Landesstraßen.
- Gründung oder Erhaltung industriellet oder gewerblicher Betriebe:
- Erhaltung der Saline Hallein,
- Förderung des Ausbaus der Mitterberger Glashütte
- Schaffung des Kleingewerbekredites
- Auf dem Hochbausektor:
- Errichtung des Amtsgebäudes Hallein, des Invalidenamts und des Gesundheitsamts
- Wiederaufbau des Salzburger Domes
- Ausbau des Salzburger Schulwesens:
- Errichtung zahlreicher Schulen, zB Errichtung und Ausbau der Hotelfachschule Kleßheim
- Einführung des neuen Schultyps des Werkschulheimes Felbertal
- Schaffung des Pädagogischen Instituts und der Grundlagen für die Wiedererrichtung der Universität Salzburg
- Errichtung von 7.000 neuen Wohnungen aufgrund des 1950 im Salzburger Landtag beschlossene Wohnbauförderungsfondsgesetzes.
- Ausbau der Neubausiedlung Taxham in der Stadt Salzburg mit (nach Fertigstellung 1500 bis 1600 Wohnungen.
- Ausbau der Landesanstalten, wie Spitäler, Heilstätten, Jugend- und Altersheime.
- Förderung der Errichtung und Ausbau kultureller Institutionen wie Akademie Mozarteum, Haus der Natur, Residenzgalerie.
- Schutz der Natur, zum Beispiel der Krimmler Wasserfalle.
Im Dienste dieser Aufbaupolitik standen auch etliche landesgesetzliche Maßnahmen, wie zB
- das Wohnbauförderungsfondsgesetz (LGBI. 29/1950) und das Wohnungsanforderungsgesetz (LGBI. 59/1950)
- das Bautenbegünstigungsgesetz 1953 (Gesetz über die zeitweilige Begünstigung von der Grundsteuer für Neu-, Um- und Einbauten, LGBl. Nr. 5/1953) und das Salzburger Bauerleichterungsgesetz 1959 (LGBl. Nr. 100/1959)
das Salzburger Raumordnungsgesetz, LGBl. Nr. 19/1956) – das erste Raumordnungsgesetz eines östereichischen Bundeslandes die Salzburger Landesbauordnung (LGBl. Nr. 42/1952)
- das Salzburger Naturschutzgesetz (LGBl. Nr. 45/1957 und 86/1977)
Finanzminister und Bundeskanzler
1961 holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanzminister in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: "Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."
Nach der Nationalratswahl im Jahre 1962 war er nicht mehr bereit, das Finanzministerium weiter zu führen. Ein Jahr später (1963) wurde Klaus in einer Kampfabstimmung gegen Heinrich Drimmel zum ÖVP-Bundesparteiobmann gewählt. Die damaligen "Parteireformer" der Volkspartei rund um Generalsekretär Hermann Withalm setzten schließlich durch, dass Kanzler Gorbach das Kanzleramt an Josef Klaus abgab.
So wurde Josef Klaus am 2. April 1964 als Bundeskanzler einer Koalitionsregierung mit der SPÖ angelobt. Im Jahre 1966 gelang es Klaus mit seiner ÖVP bei den Nationalratswahlen, die absolute Mehrheit der Partei wieder zu sichern.
Politische Tätigkeiten
- 1949 – 1961: Landeshauptmann von Salzburg
- 1952 – 1964: Landesparteiobmann in Salzburg
- 1962 – 1963 und 1966 – 1970: Abgeordneter zum Nationalrat
- 1960 – 1963: stellvertretender Bundesparteiobmann
- 1963 – 1970: Bundesparteiobmann der ÖVP
- 1961 – 1963: Bundesminister für Finanzen
- 1964 – 1966: Bundeskanzler der ÖVP-SPÖ-Koalition
- 1966 – 1970: Bundeskanzler der ÖVP-Alleinregierung
Leistungen
Josef Klaus gilt als "Reformkanzler" der Nachkriegszeit. Als Landeshauptmann und Bundeskanzler war er Kritiker des Proporzes und strebte eine Versachlichung der Politik an. Ferner holte er hauptsächlich Fachleute in die Bundesregierung und förderte den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik ("Aktion 20"). Zu seinen Verdiensten gehören die von ihm forcierten Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, sein Eintreten für die Einheit Europas unter Einbeziehung von Mittel- und Osteuropa und seine Entspannungspolitik in der Südtirol-Frage.
Privates
Klaus war die gesamten sechs Kriegsjahre von 1939 bis 1945 als Soldat tätig, allerdings als Akademiker in Kanzleien und nicht als kämpfender Soldat. Erst unmittelbar vor Kriegsende musste Klaus in den Kampf und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Josef Klaus lebte nach seiner Heirat (1936) mit seiner Ehegattin Erna in Hallein-Taxach in der so genannten Klaus-Villa. Diese bewohnte er während seiner Zeit als Halleiner Vizebürgermeister und Salzburger Landeshauptmann. Später, als er in die Bundespolitik einstieg, wechselte er seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt Wien.
Werke
- Macht und Ohnmacht in Österreich, Wien, München, Zürich: Molden, 1971.
Literatur
- Beatrice Weinmann: Josef Klaus: ein großer Österreicher, Molden, Wien, 2000, ISBN 3-85485-047-6.
Weblink
Quellen
- Weinzierl Erika, Steinkellner Friedrich: Landespolitik seit 1949. Struktur – Träger – Ergebnisse. In: Dopsch, Heinz/Spatzenegger, Hans (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Band 2, Teil 2, Neuzeit und Zeitgeschichte; Verlag Anton Pustet Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2
- aeiou-Österreich Lexikon
- Wiener Zeitung
- Bericht von der Buchpräsentation Beatrice Weinmanns
- Andere Internetseiten
Monarchie:
Joseph Freiherr von Weiß ∙
Hugo Raimund Reichsgraf von Lamberg ∙
Carl Graf Chorinsky ∙
Albert Schumacher ∙
Alois Winkler ∙
Albert Schumacher ∙
Alois Winkler (erneut)
Erste Republik:
Alois Winkler (erneut) ∙
Oskar Meyer ∙
Franz Rehrl ∙
Anton Wintersteiger
Reichsstatthalter:
Friedrich Rainer ∙
Gustav Adolf Scheel
Zweite Republik:
Adolf Schemel ∙
Albert Hochleitner ∙
Josef Rehrl ∙
Josef Klaus ∙
Hans Lechner ∙
Wilfried Haslauer senior ∙
Hans Katschthaler ∙
Franz Schausberger ∙
Gabriele Burgstaller ∙
Wilfried Haslauer junior ∙
Karoline Edtstadler